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Café Bar Dishny_Paris

Oktober 29, 2014

Die rue du Faubourg Saint Denis östlich der Gare du Nord ist in den vergangenen 20 Jahren zur Haupteinkaufsstrasse der indischen Zuwanderer geworden. In meinem Blogtext  Wo indische Pariser shoppen habe ich die jetzige Situation dargestellt. Welche Geschäftsstruktur aber befand sich hier vorher? Geht man mit aufmerksamen Augen durch die heute zu nahezu 100 Prozent von indischen Geschäften dominierte Strasse, findet man einige wenige Überbleibsel: Die Café Bar Dishny ist solch ein Beispiel eines langansässigen typisch pariserischen Cafés oder einer Brasserie, die stark überprägt wurde, aber noch erkennbar ist. Kommt man, wie ich vor 14 Tagen, von der Gare du Nord zur Ecke mit der rue Cail, so ist nicht erkennbar, dass das Lokal heute zwei geteilt ist. Wäre der Name nicht etwas fremdartig, könnte man denken, dass die Lokalität dem Umwandlungsdruck widerstanden hat. Draussen wird Kaffee getrunken. Das Café ist der einzige Ort in diesem indisch und tamilisch überprägten Teil der rue du Faubourg Saint Denis, in dem man in Ruhe dem Treiben der Passanten zuschauen kann. Auch wenn man eintritt, wirkt sie wie ein typisches, wenn auch etwas schmuddeliges Bistro. Doch dann merkt man, dass sich hier einerseits eine interessante Mischnutzung entwickelt hat, andererseits eine klare Trennung zwischen Café-Bar und einem Restaurant gleichen Namens besteht. Das 1990 in einem Nachbarlokal entstandene Dishny hat sich im Jahr 2000 in diese Räumlichkeiten ausgedehnt – und diese ohne innenarchitektonische Änderungen perfekt an den Wandel angepasst.

Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt

Es kommen nach wie vor die alten Stammgäste, trinken ihr Bier und lesen die Zeitung oder kaufen Wettscheine und tippen auf Pferderennen und ähnliches. Zugleich stehen hier aber auch indische und srilankische Migranten an der Theke (seltener sitzen sie an den Tischen). Sie trinken ebenfalls ein Bier, während sie vor allem ihrer Wettsucht frönen, halten sich aber eher kurz mit Zeitungen auf. Ihr Augenmerk dem Bildschirm an der Wand, der die Ergebnisse von Lotterien anzeigt. Beide Gruppen sind ausschlieslich männlich.

Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt

Um vom Café in das Restaurant zu gelangen, muss man sich  – trotz der alten Schiebetüren zwischen den zwei Teilen des Lokals – zurück auf die Strasse begeben und durch eine andere Tür ins Restaurant gehen. Die Schiebetüren sind weiterhin offen, aber hier befindet sich jetzt die neue Präsentationstheke des Restaurants, das von der elefantenköpfigen Hindugottheit Ganesha dominiert wird. Abgesehen von diesen zwei Details ist alles geblieben wie in den Jahrzehnten

zuvor. Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt Café Bar Dishny_Paris © Ekkehart Schmidt

Was den Namen angeht: Dishny ist ein Familienname. Der Vater baute den Betrieb auf, heute wird er von seinen Söhnen geführt. Sie waren es, die entschieden, dieses Lokal zum Stammbetrieb dazu zu erwerben.

Adresse: Dishny Restaurant, 212, Rue du Faubourg Saint-Denis, 75010 PARIS, Tel.: 01 40 05 18 36, e-Mail : info@dishny.fr, Homepage

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