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Restaurant Hani_Frankfurt/ Main

Oktober 28, 2014

Das „Hafez“ kennen bundesweit wohl nicht nur die meisten iranischen Migranten, sondern auch viele Deutsche in Frankfurt und Umgebung: Als Synonym für den Genuss persischer Kochkultur in edler Atmosphäre. Die Bankenstadt bietet in Sachen Tschello Kebab oder Faloudeh aber noch eine Reihe anderer Adressen, die sicherlich preisgünstiger und vielleicht sogar empfehlenswerter sind. Jedenfalls wenn man keinen Wert auf eine repräsentativ orientalisierte Inneneinrichtung legt, sondern auf die Qualität der Speisen. Nicht, dass man im Hafez schlecht abgespeist würde, aber manche Lokale legen eventuell einen Tick mehr Wert auf die richtigen Zutaten. Ein Iraner, der mittags gelegentlich wie bei Maman essen will, wählt dann vielleicht eher das „Hani“, gelegen keine 200 m vom Hafez in der Gutleutstraße südlich des Hauptbahnhofs. Gestern war das Hani auch unsere Wahl und wir haben es nicht bereut, obwohl das Lokal von außen eher wie eine Imbissstube wirkt. Erst wenn man von der lauten Straße ins Innere tritt, sieht man den ruhigen, schön typisch iranisch-kitschig gestaltenen hinteren Bereich des Restaurants in dessen Zentrum ein Gemälde des Grabmals von … Hafez steht.

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

In den Räumlickeiten befand sich bis vor 15 Jahren eine Metzgerei, dann machte hier mit dem „Homa“ das erste persische Lokal auf. Es wurde später in „Amir“ umbenannt, ehe vor acht Jahren mit Alireza Alikhan ein neuer Besitzer das „Hani“ eröffnete. Etwa vor zwei bis drei Jahren wurde der hintere Bereich komplett saniert, insbesondere wurde eine Decke eingezogen: Vorher saß man hier noch unter einem Glasdach halb im Freien im Hinterhof. Jetzt dominiert ein Fresko des Hafez-Grabes in Schiraz den Raum, gemalt 2014 von „Keyvan“. Der Dichter wird gerne als Statement gegen die Islamische Republik genutzt, steht er doch wie Darius und Zarathustra für die altiranische Kultur vor der islamischen Eroberung, der melancholisch nachgetrauert wird.

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Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main (c) Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Die Speisekarte bietet von Vorspeisen wie Mast-o Musir und Suppe Djo über Sossengerichte wie Ghorme Sabzi und Fesendjan nicht weniger als acht Tschello Kebab-Varianten. Ein besonderes Geschmackserlebnis war der frische Estragon auf dem Kräuterteller, der zu jedem Gericht gereicht wird. „Ja“, sagte mir der Inhaber, „wir legen großen Wert auf Zutaten in bestmöglicher Qualität – der Estragon kostet 30 Euro die Tüte; andere Lokale ersetzen ihn einfach mit Petersilie“. Das überzeugt tatsächlich: Nur mit der Qualität der Speisen kann man neben einer Konkurrenz wie der des Hafez bestehen, das sich gerne als bestes persisches Lokal in Europa bezeichnen lässt. Preislich ist kein großer Unterschied, aber das Hani ist authentischer.

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

Weitere persische Restaurants in Frankfurt sind das eingangs erwähnte „Hafez„, mit dem „Rendezvous“ als Nachbarn (Baseler Str. 15 und 21) sowie das „Persia“ (einen Wohnblock hinter dem Hani in der Esslinger Str. 11), das „Kish“ (Leipziger Str. 16a) und andere Lokale an der Bockenheimer Warte, die „Pistazie“ (Baumweg 20 im Ostend), das „Café-Restaurant Christine“ (Eschersheimer Landstr. 319), das „Caspian“ (früher „Sorrento“) in der Paradiesgasse 38 (Sachsenhausen) und das „Schandis“ (Nordendstr. 15). Die meisten bestehen seit 10-12 Jahren. Andere, wie das „Tehran“ (Klappergasse 8), das „Darya“ (Liebigstr. 12) oder das „Khayyam“ (Steinweg 7) haben nach einigen Jahren wieder geschlossen. Das „Maulana“ (Inheidenerstr. 67) wandelte sich zu einem Shisha-Café. Dafür gibt es einige neue Anbieter persischer Gaumenfreuden in der Schnellimbissvariante, wie das „Super, top & Co.“ (es heißt wirklich so…) in der hypermodernen neuen Skyline Plaza an der Messe.

Nachtrag: Bei einem Besuch am 21. Januar 2017 fanden wir die Glasfassade verändert: Neue, moderne große Fenster mit Metallrahmen wurden eingefügt und die alten Beschriftungen entfernt. In den kommenden Wochen werden wohl auch diese neu gestaltet werden.

Adresse: Gutleutstr. 123, 60327 Frankfurt, Tel. 069-24246101

Fotos der Situation vor dem Umbau: 1, 2

Restaurant Hani_Frankfurt/ Main © Ekkehart Schmidt

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