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Bar Nunzio_Corniglia

September 21, 2014

Terrassencafés in Ortschaften, die im Sommer vom Tourismus leben, haben im Vergleich zwischen dem Inneren und dem Äußeren oft den Charakter völlig getrennter Parallelwelten. Das eigentliche Café der lokalen Stammgäste ist das ganze Jahr über der Innenraum. Er ist nach deren Geschmack und Vorlieben eingerichtet. Der Außenbereich ist dagegen während der Saison den einheimischen und ausländischen Besuchern vorbehalten, die trotz Hitze gar nicht auf die Idee kommen, sich ins Innere zu setzen. So auch hier in Corniglia, dem einzigen der fünf Orte der Cinque Terre an der ligurischen Küsten Italiens, der im Sommer noch nicht völlig vom Tourismus überrannt wird.

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Von den etwa vier Cafés (die hier „Bar“ heißen) hat nach meinen Beobachtungen während fünf Tagen Aufenthalts im Juli nur die Bar Nunzio im Sommer noch eine einheimische Stammkundschaft. Im Innenbereich wohlgemerkt. Hier, wo es auch Tabakwaren gibt, begegnet man langbärtigen Dorforiginalen, die ihre Scherze machen und mit der Wirtin flirten sowie Handwerkern, die schnell einen Espresso zischen. Auf der Terrasse sitzen fast ausschließlich Urlauber. Entsprechend anders ist der Außenbereich eingerichtet.

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Den Terrassenbereich des kleinen und intimen Dorfplatzes unterhalb eines Kirchleins rund um ein Weltkriegsdenkmal teilt sich die Bar mit zwei anderen Lokalen: der Bar Matteo und der Albergo Lanterna. Außerhalb der Saison wird der Platz wohl frei von Bestuhlung und Sonnenschirmen sein. Dann spielt sich das Leben eher im Inneren ab. Dort gibt es zwar auch Tische und Stühle, die Gäste stehen aber wahrscheinlich, wie auch im Sommer, fast ausschließlich an der Theke – für ein Schwätzchen mit den Wirten.

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

Die Bar Nunzio ist eine der zwei ältesten Bars des Dorfes, etwa 50 Jahre alt. Touristen gebe es hier aber erst seit etwa 30 Jahren, sagte mir der Patron (mit der Patronin habe ich nicht zu sprechen gewagt, sie hatte fast immer eine eher muffelig-abweisende Ausstrahlung). Die Innen-Außen-Trennung ist hier, vielleicht auch wegen des kleinen Internetcafés, das im Nebenraum eingerichtet wurde, nicht so abweisend, wie etwa in der Bar Posada, der ersten Lokalität, die wir hier besucht haben: Der dortige Wirt wurde extrem grantig, als wir uns in „seinen“ Innenbereich setzten: dem Vorgarten diesseits der Straße. Wir sollten uns bitte einen Tisch auf der Terrasse jenseits der Straße suchen (wo nur Touris sitzen). Da gebe es einen schönen Blick aufs Meer. Als wir das verweigerten (weil unser Baby hier sicherer spielen konnte), zog er sich grantelnd ins Innere zurück, uns mit schlechtem Gewissen ob dieser Vertreibung zurück lassend.

Bar Nunzio_Corniglia © Ekkehart Schmidt

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