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Marché aux Puces de Bruxelles

April 5, 2014

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Es ist der Flohmarkt in Brüssel, weshalb er auch fälschlich so benannt wird, als gäbe es keinen anderen. Sicher, er ist der einzige, der täglich stattfindet – und das seit 1919! Aber er ist nur einer von mindestens vier regelmäßig durchgeführten Antiquitäten- und Flohmärkten. So findet ein echter Antiquitätenmarkt mit teilweise hochwertigem Angebot  jeden Samstag und Sonntag auf der Place du Grand-Sablon statt. Trotzdem wäre es ein enormer Verlust, sollte er kurz vor seinem 100jährigen Jubiläum tatsächlich dem Bau einer Tiefgarage zum Opfer zu fallen.

Ein Vorläufer dieses Marktes war im 16. Jahrhundert ein „Oude Merct“. Für 1640 findet sich in den Annalen der Stadt auch ein Altwarenmarkt, der dienstags und donnerstags abgehalten wurde. Der jetzige Markt, den ich letzte Woche Dienstag morgens besucht habe, ist dagegen ein Nachfolger eines Marktes am Anneessens Platz, wenige 100 m entfernt, genannt „Vieux marché“. Jener störte den Betrieb auf den neuen Boulevards der aufstrebenden Stadt. Vor 140 Jahren (1873) entschied der Rat der Stadt, dass der  „Marché aux vieilleries et nippes“ (sic!) auf den erst 1853 auf dem Gelände einer ehemaligen Lokomotivenfabrik gebauten Place du jeu de balle im Quartier des Marolles verlagert werden sollte. Dort findet er – wie gesagt seit 1919 – ununterbrochen täglich von 6 – 14 Uhr statt und ist eine wunderbare Mischung zwischen echten Antiquitäten, Nippes, Kitsch, Büchern, Schallplatten und Teppichen sowie Plunder, Altkleidern und -schuhen sowie anderen von Armen nachgefragten Waren. Für 10 EUR Standgebühr bekommen Händler 3 x 3 m Verkaufsfläche.

Diese Mischung – die sich auch in der Kundschaft widerspiegelt – macht den besonderen Charme aus. Das Quartier des Marolles ist für Brüssel seit Jahrhunderten geradezu das Synonym für arme Leute, seit einigen Jahrzehnten ist es aber zugleich hip geworden. So sieht man hier Professoren und andere Intellektuelle neben schwarzafrikanischen Müttern an Ständen von Marokkanern stöbern. Migranten scheinen generell das Gros der Verkäufer zu stellen. Diese Atmosphäre ist wunderbar.

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

Mehr hier nicht findet, was er sucht, kann noch bei den vielen kleinen Antiquitätenhändlern der rue Haute oder der Rue Blaes stöbern. Vorher empfehle ich einen Kaffee oder einen Pastis in der Bar „Le Marseillais du jeu de balle“ im Eckkaus zur Rue de Blaes.

Mehr Infos hier und auf der Webseite des Vereins Les amis du vieux marché, der ich hier historische Infos entnommen habe, sowie auf der Wikipedia-Seite zum Platz. Im Dezember 2014 erzeugte die Entscheidung des Stadtrats, unter dem Platz eine Tiefgarage zu errichten, für starken Unmut (Frankfurter Rundschau: Unter dem Pflaster der Zaster, 03.12.2014). Ich hoffe sehr, dass diese Pläne nicht umgesetzt werden.

Marché aux Puces de Bruxelles © Ekkehart Schmidt

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  1. Bar le Marseillais du jeu de balle_Brüssel | akihart

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