Skip to content

Café Le Select_Paris

Februar 15, 2014

Letzten Mittwoch war ich endlich einmal im „Select“, nachdem ich hier am Boulevard Montparnasse von den berühmten Literatur- und Künstlercafés schon die unmittelbar benachbarten Lokale „La Rotonde“ und das „Café Du Dôme“, an der Oper das „Café de la Paix“ sowie im Quartier Latin das „Café des Flores“ und das „Les Deux Magots“besucht habe. Und wurde sehr positiv überrascht: Es ist das einzige, das sich insofern nicht derart etwas auf eine glorreiche Vergangenheit mit Picasso, Hemingway oder Sartre als Stammgästen einbildet, dass man die Innenausstattung immer weiter hat herunter kommen lassen, dass nur noch roter Plüsch mit goldenen Bordüren, aber kein authentisches Kaffeehausleben geblieben sind. Und gewienerte Spiegel, in denen sich arrogante Kellner, Touristen und eitle Snobs aus den Augenwinkeln belauern können. Das Select blinkt nach außen zwar sehr, bietet innen aber weitestgehend das Originalmobiliar, in dem sich Ruhe oder Gespräche suchende Intellektuelle in edler, aber natürlich-unprätentiöser Umgebung wohl fühlen können.

Aber ich war zu spät da. Jedenfalls, um noch „Mickey“, den treuesten Stammgast nach Harold Stearns in den 1920er-Jahren, kennen zu lernen.

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

Café Le Select_Paris (c) Ekkehart Schmidt

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

Mickey war ein Kater, der 20 Jahre lang hinter der Bar des Select lebte und von allen Gästen geachtet wurde, selbst wenn er auf dem Tresen schlief. Letzten Winter ist er verschieden. Es heißt, man habe zwei neue Katzen erstanden. Gesehen habe ich sie nicht.

Das 1923 oder 1925 eröffnete Café war das erste am Bv. Montparnasse, das durchgehend geöffnet hatte. Daher trafen sich hier morgens die Nachtschwärmer. Es ist von Pablo Picasso, Max Jacob, Henry Miller, Ernest Hemingway und Jean Marais besonders gerne und oft besucht worden. Und vielen namenlosen anderen natürlich auch (Video). Berühmt wurde das Café in den 1920er-Jahren auch durch die weißrussischen Flüchtlinge, die hier Schachpartien austrugen.

Adresse: 99 Boulevard du Montparnasse, 75006 Paris/ Frankreich, Tel.:+33 1 45 48 38 24, Metro: Vavin

Zitierte Quellen: Fitch, Noel Riley: Die literarischen Cafés von Paris, Zürich 1993, S. 58-60; Maak, Niklas: Frühstück mit Kater, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 03.03.13

Andere Kaffeehaus-Originale

Café Le Select_Paris © Ekkehart Schmidt

From → Cafés, Paris

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: