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Faszinosum Cattenom

Februar 5, 2014

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Heute Abend gegen 16 Uhr. Müssen diese Fotos vom Dreiländereck betextet werden? Es scheint nicht nötig, ist sich in der Großregion doch jeder der Gefahren bewusst, die von diesem eher maroden größten Atomkraftwerk Westeuropas kurz hinter der Grenze ausgehen. Als Pendler, der hier werktäglich im Bus auf der Saarautobahn vorbei fährt, ist mir der Anblick über die französische Grenze vertraut. Nicht selten wirken die vier Reaktorblöcke mit den riesigen Dampfwolken so grandios wie heute: ästhetisch schön und bedrohlich zugleich.

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Faszinierend ist aber, jeden Tag aufs Neue andere Wolkenformationen zu sehen. Da ich werktäglich immer aufs neue mit dem Bus hier vorbeikomme, werde ich in einem Langzeitprojekt versuchen, immer neue Stimmungen einzufangen. Mittlerweile (Nachtrag vom März 2016) praktiziere ich das seit über zwei Jahren.

Die folgenden Fotos von „Dampfskulpturen“ mit einem abgeschalteten Reaktor (zuletzt der Normalzustand) sind vom August 2008:

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Im Oktober 2009 in geradezu apokalyptischer Stimmung:

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Dagegen im Mai 2013 und im April 2014 geradezu idyllisch (Blick vom luxemburgischen Weiler-la-Tour nach Frankreich sowie vor Ort bei der Anreise zu einer Demo):

Cattenom © Ekkehart Schmidt

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Aber interessanter ist es meist aus der Entfernung, wie hier von Mondorf aus:

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Sehr selten zeigen sich, wie hier am 4./ 5. März 2014, die Dampfgebilde auch vom saarländischen Perl über die Mosel so klar:

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Ausnahmsweise arbeiten alle vier Reaktorblöcke. Am 12. Februar 2014 ist Atomreaktor zwei wieder ans Netz angeschlossen worden. Der Reaktor war am 2. Februar vom Netz genommen worden, weil eine Pumpe im nuklearen Bereich ausgefallen war und repariert werden mußte, so der luxemburgische „Service de secours“ nach Angaben des Tageblatt vom 13. Februar:

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Gleißendes Abendlicht am 18. und 23. Februar 2015:

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Als würden sich die Himmelsgewalten über diesem weltweit siebtgrössten Kernkraftwerk, das bereits seit 1986 am Netz ist, zusammenziehen … Ganz ähnlich und doch anders spektakulär am 2. und 4. März 2015, zunächst noch mit vier tätigen Reaktoren, dann mit dem aufgrund eines Störfalles am frühen Morgen abgeschalteten Reaktorblocks 3 (mehr dazu hier):

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Der Frühling kommt und der Raps blüht im April/ Mai 2015:

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Cattenom © Ekkehart Schmidt

Nach einem halben Jahr Elternzeit fuhr ich Mitte Dezember mal wieder diese Strecke und hatte Glück mit einem beeindruckenden winterlichen Sonnenuntergang über vier, fast schon gemütlich vor sich hin qualmenden Meilern, den ich über gute 20 km von Frisange bis hinter Perl verfolgte:

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Am 4. Januar 2016 bläst wieder ein starker Wind von Osten und treibt den Wasserdampf bedrohlich dunkel, unterhalb der Wolkendecke, in Richtung Deutschland:

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Am 8. Januar 2016 biegt ein starker Wind die Dampfsäule gen Norden:

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Am 9. Januar 2016 treibt der Wind die Wolke sehr flach westwärts:

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Am 12. und erst recht am 13. Januar 2016 verschwimmt dagegen alles in einer zunehmend düsteren Wolkensuppe:

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Am 20. Januar 2016 liegt Schnee über den Hügeln an der Mosel:

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Am 22. Februar 2016 wirkt es an der gleichen Stelle düster wie selten, fast an einen Atompilz erinnernd:

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Am 2. März 2016 geht hinter Cattenom die Sonne unter:

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Eine außergewöhnliche Aufnahme, die auch die beängstigende Nähe der Anlage zur Stadt Luxemburg zeigt, gelang Magali Cahen Anfang November 2014 von Bonnevoie aus:

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Im November 2015 erlebte ich eine schöne Überraschung angesichts des Gemäldes “Sleep disorder” (140 x 160 cm), dem Beitrag der französischen Künstlerin Claire Decet zum Robert-Schuman-Kunstpreis 2015. Sie lässt sich hier von ihrer unmittelbaren Umgebung inspirieren: Ihr 2011 entstandenes fotorealistisches Ölgemälde zeigt die Kühltürme des Kernkraftwerks Cattenom, die in ihrer Interpretation eine scheinbar beruhigende und durchaus ästhetische Anmutung bekommt:

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Sicherheitstechnisch befindet sich die Anlage auf dem Stand der 1970er-Jahre. Zu diesem Schluss kommt der Atomexperte Manfred Mertins in einem im Februar 2016 veröffentlichten Bericht im Auftrag der GRÜNEN im deutschen Bundestag. Demnach müsste das Kraftwerk nach deutschen Standards sofort stillgelegt werden.

Cattenom © Ekkehart Schmidt

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