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Pust-e Porteghal

Dezember 2, 2013

Es war so eine banale Alltagssituation Anfang März 2013 in einem iranischen Ort südlich von Kerman: Die Hausherrin begann, die Schalen der Orangen, die wir gerade gegessen hatten, zusammen zu sammeln und völlig beiläufig, aber gründlich die weiße Innenhaut abzumachen, so daß die Schale auch von innen fast ganz freigelegt war, um sich dann mit einer Schere ans Schnippeln zu machen:

Pust-e Porteghal © Ekkehart Schmidt

Pust-e Porteghal © Ekkehart Schmidt

Pust-e Porteghal © Ekkehart Schmidt

Aber wofür? Zwei Tage später waren die Schalenstreifen verschrumpelt:

Pust-e Porteghal © Ekkehart Schmidt

Die nächsten Arbeitsschritte der Verarbeitung der Orangenschalen (pers. Pust-e Porteghal) können dann sein: Einkochen zu einer Orangenmarmelade, Verwendung als Beilage zu einer Möhrenmarmelade (!) oder zu Reisgerichten wie Shirin Pollo, bei dem sie angebratenen Berberitzen beigemischt werden und dem Gericht damit eine eigene Würze verschaffen. Die Orangen sollten natürlich unbehandelt sein.

Mich faszinierte hier, wie so oft im Iran, wieder die Selbstverständlichkeit, mit der Lebensmittel eigenhändig verarbeitet werden (aus der Natur gepflücktes oder Reste) und zu Speisen mit ganz eigenen Geschmackserlebnissen verarbeitet werden. Statt sich fertig präparierte Produkte im Laden zu kaufen, woran wir uns in der hiesigen Konsumgesellschaft gewöhnt haben.

Pust-e Porteghal © Ekkehart Schmidt

From → Anders leben, Iran

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