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Meine persönliche schwarze Liste …

November 28, 2013

… von Firmen, deren Produkte ich nicht mehr kaufen werde 

Slum in Intramuros/ Manila 2013 © Ekkehart SchmidtSlum in Intramuros/ Manila

Firma, Produkte, Begründung, Quelle (beispielhaft)

  • Aldi, Discounter, der aus sehr fragwürdigen Gründen billig ist, Konsumpf
  • Amazon, Versandhändler, unsoziale Beschäftigung von Leiharbeitern, wird mittelfristig den Einzelhandel der Innenstädte zerstören, zahlt aber fast keine Steuern, FAZnet
  • Backwerk und andere Schnellbäckereien und Selbst- Backstationen in Fußgängerzonen und Einkaufszentren, deren Billig-Angebot darauf beruht, Teigrohlinge zweifelhafter Qualität energieintensiv aus China zu importieren, Bernd Irmler/ Scharf links
  • BILD, Medien, für skandalisierende und menschenverachtende Berichterstattung, Günter Wallraff
  • BP, Benzin, nominiert für den Public Eye Award 2011 und Gewinner des Black Planet Award 2010 wegen umweltzerstörender Fördermethoden und Greenwashing
  • Bridgestone, Autoreifen, Gewinner des Public Eye Award 2007 für desaströse Arbeitsbedingungen eines Zulieferers in Liberia
  • C&A, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, ZEIT Online
  • Chevron, Benzin, Gewinner des Public Eye Award 2006 und Public Eye Lifetime Award 2015
  • Chiquita, Bananen, auf die Spitze getriebene Steuervermeidung
  • Citigroup, Finanzprodukte, Gewinner des Public Eye Award 2006
  • Coca Cola, Menschenrechtsverletzungen und umweltschädigendes Verhalten von Niederlassungen, wikia Markenboykott
  • Commerzbank, Finanzprodukte, starkes Engagement in der Atomindustrie, Attac
  • Danone, Actinel, Activia und andere Produkte, Gewinner des Goldenen Windbeutels 2009, nominiert 2011
  • Deutsche Bank, Finanzprodukte mit überzogener und nicht an den sozialen und ökologischen Auswirkungen interessierter Gewinnerwartung sowie diverse Manipulationen, u.a. des Libor, HandelsblattAttac
  • Dolce & Gabbana, Mode, Steuerbetrug, FAZ
  • Dole, Bananen, starker Pestizideinsatz ohne Entschädigung erkrankter Arbeiter, wikia Markenboykott
  • Esprit, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, ZEIT Online
  • EW Group, dominiert den deutschen Markt im Verkauf hybrider Legehennen (Lohmann) und Mastgeflügel (Aviagen) – deshalb können Eiererzeuger und Mäster nicht selbst Küken zeugen, sondern müssen nachkaufen; die Tiere neigen zu Verhaltensstörungen, nehmen unnatürlich schnell zu und taugen nicht zur Freilandhaltung, Schrot&Korn 12/2013
  • Ferrero, Milchschnitte, Nutella u.a., Gewinner des Goldenen Windbeutels 2011 sowie Verwendung von Palmöl aus Plantagen nach Brandrodung von Dschungelwald sowie irreführende Werbung, wikia Markenboykott
  • Forever21, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, Stern
  • Foxconn, Elektronik, produziert für Apple, Nokia, Hewlett-Packard etc., nominiert für den Public Eye Award 2011 wegen Missachtung jeglicher Arbeiterrechte, SZ
  • GAP, Textilien, sozial unverträgliche Produktion in den Ländern des Südens, widersetzt sich Reformen, Gewinner des Public Eye Awards 2014
  • Gazprom, beginnt trotz völlig mangelnder Sicherheitsvorkehrungen als erstes Unternehmen weltweit mit der Offshore-Ölförderung in der Arktis, Gewinner des Public Eye Awards 2014
  • Goldman Sachs, Bankprodukte, Gewinner des Public Eye Award 2013 (Jury Award)
  • H&M, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, ZEIT Online, WAZ
  • IKEA, Möbelkonzern, der über ein undurchsichtiges Firmengeflecht Steuerzahlungen umgeht bzw. minimiert, Konsumpf
  • Inditex, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, Stern
  • ING Diba, Finanzprodukte, starkes Engagement in der Atomindustrie, Attac
  • Herkunftsbezeichnung „Israel“, Obst und Gemüse, israelische Siedler kennzeichnen Produkte aus den besetzten Gebieten irreführend als Waren aus Israel, Der Spiegel 07/2013, Tageblatt und FAZ
  • Jack Wolfskin, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, ZEIT Online
  • JP Morgan, Finanzprodukte, Handelsskandale und dubiose Praktiken in einseitiger unverantwortlicher Ausrichtung auf Rendite, Handelsblatt
  • kik, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Billigproduktion, WAZ
  • KPMG, Beratung und Consulting, Gewinner des Public Eye Award 2005 wegen Steuervergehen
  • Lidl, Discounter, wegen vieler fragwürdiger Methoden der Mitarbeiterbespitzelung und Massnahmen zur Kostenreduktion, Konsumpf
  • Mango, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, Stern
  • Mars, Schokoladenprodukte, wegen der Zahlung von Dumpingpreisen für Kakaorohstoffe, Aktiv gegen Kinderarbeit
  • McDonalds, Fastfood, wegen Greenwashing und unnötigem Verpackungsmüll
  • Monsanto, Saatgut, genmanipulierte Produkte und eine Verkaufspolitik, die darauf abzielt, Bauern abhängig zu machen
  • Müllermilch, Produzent von Milchprodukten, der – wie andere auch – die Konzernstruktur gerne auf dem Papier kleinrechnet, um Subventionen zu erhalten oder Steuern zu umgehen, Konsumpf
  • Nestle Konzern, Gewinner des Black Planet Award 2006
  • Nestle Oil, Gewinner des Public Eye Award 2011 (Audience Award)
  • Novartis, Pharmaprodukte, Gewinner des Public Eye Award 2007
  • Philipp Morris, Zigaretten, nominiert für den Public Eye Award 2011
  • Primark, Mode, Ausbeutung und Missachtung von Arbeiterrechten. Konsumpf
  • Procter&Gamble, Tempo-Taschentücher, hergestellt aus Zellstoff, der aus Plantagen auf früherem Dschungelgebiet angebaut wird, Robin Wood
  • Red Bull, Brausegetränk, wegen des Versuchs der kompletten Durchkommerzialisierung des Sports, Der Freitag
  • RTL II, TV-Sender, wegen seines unseriösen und vulgären Programms
  • Ryan Air, Billigfluglinie, billig wegen schlechter Löhne
  • Shell, Gewinner des Public Eye Award 2005 und 2013 (People’s Award) wegen umweltzerstörender Fördermethoden
  • SiSi-Werke/Wild, Capri Sonne u.a. Säfte, Gewinner des Goldenen Windbeutels 2013
  • Société Générale, Finanzprodukte, diverse Manipulationen, u.a. des Libor, Handelsblatt
  • s.Oliver, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, ZEIT Online
  • Starbucks, Kaffeehauskette, nutzt trotz hoher Gewinne jede Möglichkeit, keine Steuern zu zahlen, Merkur
  • Super E10, Benzin, keine Agrarprodukte in den Tank durch deren Herstellung die Nahrungsmittelproduktion verdrängt wird, Friends of the Earth
  • UBS, Finanzprodukte, diverse Manipulationen, u.a. Libor, Handelsblatt
  • Wal Mart, Supermarktkette, Gewinner des Public Eye Award 2005 wegen Verstössen gegen Arbeiterrechte und Billiglöhnen, Stern
  • Walt Disney, Filme, Gewinner des Public Eye Award 2006
  • Wiesenhof etc., Billigfleisch aus industrieller Massentierhaltung
  • Zara, Mode, sozial und ökologisch wenig verantwortliche Produktion, Stern

Boykotte sind selten in dem Sinne erfolgreich, daß eine Änderung der Praktiken erfolgen würden, zumal der Wettbewerbsdruck des globalisierten Marktes und die Fixierung auf das Shareholder-Value-Denken gewissermaßen zur unverantwortlichen Billigherstellung zwingt. Meist kommt es durch öffentlichen Druck nur zu einer Form des Social- oder Greenwashing, bei der aus Imagegründen so getan wird, als würde man die Geschäftspolitik ändern. Für mich ist meine schwarze Liste einfach ein Wegweiser beim Einkaufsverhalten. Andere Konsumenten sollen tun und lassen, was sie für richtig erachten. Aber informieren sollten sie sich.

Inkonsequent – trotz besseren Wissens über deren Praxis der gezielten Ausforschung von Menschen und ihrer persönlichen Beziehungen bzw. des Einsammelns von Daten unter Missachtung europäischen Rechts – bin ich freilich bei zwei Gewinnern des Big Brother Awards: Facebook und Google.

Quellen:

Black Planet Award: Negativpreis für Personen, die im Spannungsfeld Ethik und Ökonomie ethische Prinzipien in besonderer Weise verletzen und so den Blauen Planeten gefährden, vergeben von der Stiftung Ethik und Ökonomie (Ethecon)

Goldener Windbeutel: deutscher Negativpreis, der seit 2009 vom gemeinnützigen Verein Foodwatch verliehen wird und insbesondere auf den Unterschied zwischen beworbenen Qualitätsversprechen und den tatsächlichen Eigenschaften von Lebensmitteln hinweisen soll

Public Eye Award: seit 1999 bestehender Negativpreis, der Unternehmen auszeichnet, die in den Bereichen Unternehmensverantwortung/Corporate Social Responsibility in besonderer Weise versagt haben. Vergeben wird der Preis von NGOs während der Veranstaltung Public Eye in Davos (Schweiz)

Eine lange Liste weiterer Negativpreise findet sich hier.

Sehr zu empfehlen ist auch der konsumkritische Blog Konsumpf.

Foto: Slum in Intramuros/ Manila 2013 © Ekkehart Schmidt

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