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Caffè et al_Saarbrücken

November 23, 2013

Heute war ich das erste Mal seit Monaten wieder hier – einmal nicht abends nach der Arbeit, um eine Uhrzeit, in der mir dieses Minilokal zu sehr von der immer gleichen Gruppe Stammgäste dominiert oder gar okkupiert wird, die sich hier wie in ihrem Wohnzimmer verhalten, sondern nachmittags – alleine mit Eni.

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Das “Caffè et al” schräg gegenüber vom Ubu Roi im Nauwieser Viertel ist das erste Café im Saarland, in dem man nicht nur eine heiße Schokolade in zwanzig Geschmacksrichtungen trinken und noch mehr Schokospezialitäten kaufen kann. Neben anderen edlen Köstlichkeiten, Biolimonaden, edlen Weinen und Geschenkartikeln in modern-witzigem Design – das alles auf gefühlten sechseinhalb Quadratmetern. Geführt wird das Lokal von Eni und Maryam Farahani sowie ihrer Schwester Tuba, gelegentlich unterstützt von der zweiten Schwester Mitra.

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Außerdem hat es sich, wie Maryam betont, unter Mitwirkung der Gäste und ihrer Wünsche zu einer der ganz wenigen wirklich interkulturellen Lokale entwickelt, in denen Persisch und Saarländisch gebabbelt und erzählt sowie mittags sehr preiswert leckere Duftreisspezialitäten angeboten werden. Zereschk Polo zum Beispiel, also mit Safran und Berberitzen. Sehr beliebt sind ganztags auch die Sandwichs: von Nun Panir ( mit Schafskäse) bis Nun Zabzi (mit Kuku Zabzi, in Farsi “grünes Zeugs”: eine köstliche Kräutermischung).

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Das größte Verdienst von Maryam ist wohl, vor zehn Jahren allen demonstriert zu haben, dass hier auch etwas anderes geht als Café, Eckkneipe oder Bar. Etwas, das den Tick edler ist, nicht so nachlässig (un)gestaltet altdurchgesessen, sondern mit anspruchsvoll-durchdachtem Konzept. “Konzeptgastronomie” nennt man das. Etwas, von dem man hier im Viertel eigentlich denkt, dass das ja wohl gar nicht geht hier. Geht aber doch. Manchen ist es hier aber mittlerweile fast schon zu intim – jedenfalls, wie gesagt, werktags ab 17 Uhr. Ansonsten perfekt für gute Unterhaltungen unter Freunden, wie die folgenden Fotos von 2009 mit Maryam (links), Mitra, ihrem damals aus Frankfurt zu Besuch gekommenen Bruder (rechts) und mir zeigen:

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

Nachtrag vom 13. August 2014: Nach einjähriger Babypause mit veränderten Gewohnheiten war ich gestern wieder auf einen Espresso hier. Tuba erzählt, dass sie das Café zum 27. August schließen: Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Das Interieur und der Rest Waren wird verkauft, dann wollen Eni und Tuba eine Pause einlegen und entscheiden, ob und wie und wo es vielleicht weitergeht. Schade.

NAchtrag vom 14. Juni 2017: Ich hatte das Glück, die bunten Kistenregal für meine Wohnung übernehmen zu dürfen. Das Café hat nicht wieder aufgemacht. Stattdessen werden die Räume vom „Tesorito“ nebenan benutzt, die wahrscheinlich hinter der Nicht-Verlängerung des Pachtvertrags stehen.

Mehr zur Nauwieser Kneipen- und Cafészene

Caffè et al_Saarbrücken © Ekkehart Schmidt

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