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Die Payatas Kooperative_Manila

November 9, 2013

Die Philippinen werden nicht erst seit dem Taifun „Haiyan“ gestern von Naturkatastrophen heimgesucht. Neben tropischen Stürmen, Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen sind in diesem mehrheitlich armen Land auch menschgemachte Unglücksfälle zu nennen. Zum Beispiel Tragödien rund um die „Smokey Mountain“ genannten Abfalldeponien, deren bekannteste im historischen Vorort Tondo vor einigen Jahren geschlossen wurde. Der Müll der Megalopole von mindestens 13 Millionen Einwohnern wird heute am Stadtrand entsorgt, das heißt aufgeschüttet und nach Wertstoffen durchsucht, zum Beispiel am seit Jahrzehnten existierenden „Smokey Mountain“ von Payatas im Norden von Quezon City.

Schon Ende der 1990er-Jahre wohnten in Payatas etwa 30.000 Menschen mehr oder weniger direkt an den Abfalldeponien. Viele leben heute einigermaßen einträglich vom Abfallrecycling.  Am 11. Juli 2000 kam es jedoch zu einem Erdrutsch eines Abfallberges, der 218 auf oder an ihm lebende Menschen tötete, 300 wurden vermisst. Die Zahl der Toten könnte nach inoffiziellen Schätzungen weit höher liegen. Die Payatas Deponie ist noch heute die größte offene Deponie auf den Philippinen. Aufgrund der ökonomischen Abhängigkeit der in der Umgebung lebenden Menschen wurde sie schon wenige Monate nach der Tragödie wieder eröffnet.

Die Katastrophe hatte zumindest in einer Beziehung einen positiven Effekt: Die Behörden und NGOs wurden auf die Problematik der insgesamt dort lebenden mittlerweile 200.000 Menschen aufmerksam, verbesserten die Infrastruktur und installierten einige Projekte. Eins von ihnen, die Payatas Multi Purpose Cooperative, habe ich Mitte Oktober besucht. Dort werden Frauen in einem von der Stadtverwaltung initiierten Projekt der Solidarökonomie dabei unterstützt, aus Textil- und Plastikabfallstoffen erstellte Produkte zu erstellen und zu verkaufen, zum Beispiel Topflappen oder Geldbörsen. Es ist für sie ein Weg, in Würde und vielleicht auch mit zufriedenem Stolz ein Einkommen zu erarbeiten, von dem sie leben können.

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Zur Kooperative gehört auch eine kleine Karinderia, in der unter anderem sehr leckere Bananen in Öl gebrutzelt werden, genannt „Banana-Q“:

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Die Kinder des Viertels wachsen offenbar einigermaßen unbeschwert von der schwierigen Vergangenheit von Payatas auf und haben selbst im strömenden Regen ihren Spaß:

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

Verwendete Quellen: Rasche, Uta: Als seien sie selbst Teil des Mülls geworden, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.1999; Wikipedia-Artikel zu Payatas; Statistische Daten zum Gebiet; Artikel zu einem Mikrokredit- und Sparprogramm in Payatas

Payatas Cooperative_Manila © Ekkehart Schmidt

From → Anders leben, Manila

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