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Mister Peter Lee’s Hongkong Tea House_Manila

Oktober 12, 2013

An dem Schild kam ich vorhin am Rand des alten Vergnügungsviertels in Ermita, das der neue Bürgermeister im „Aufräumen“ begriffen ist, nicht vorbei: Wenn da derart voll Selbstvertrauen mit einem Namen geprotzt wird, muß doch wohl etwas dahinter stecken? Gute, authentische und preiswerte philippinische Küche, hoffte ich an meinem ersten Abend in Manila.

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Es ist nicht sehr viel los, aber immerhin doppelt so viele Gäste wie gelb livrierte Kellner/innen. Einer der fünf, Gilbert, kümmert sich freundlich um mich. Ich möchte Suppe und Fisch, sage ich nach erstem Studium der Karte. Ehe ich genauer präzisieren kann, empfiehlt er mit die süß-saure Suppe und den Dampffisch. Ob ich auch Reis dazu haben könne? Ja, natürlich. Nach wenigen Minuten kommt er mit drei Schälchen zurück und bietet an, mir die scharfe Soße für den Fisch zu bereiten: Chillies in Sojasauce. Es bleibt Zeit, sich ein wenig umzuschauen.

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

An der Wand eines Seitentrakts hängen drei Zeitungsartikel, in denen Mister Lee sehr prominent beschrieben wird. Zum Beispiel zum 78. Geburtstag 2004. Und als Sportskanone: „Asias fastest man“, was sich vielleicht auf das Tempo der Zubereitung in seiner Küche bezieht? Ich werde noch mal recherchieren, was jetzt genau das Besondere an ihm war. Mit 92 oder so sei er jedenfalls gestorben, sagt Gilbert. Irgendwas stimmt da nicht.

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Als Getränk bringt Gilbert mir Tee, obwohl ich nur Leitungswasser wollte. Aber wir sind ja in einem Teahouse was vielleicht – ähnlich wie die Cafeteryas in Doha – nur heißt, dass dies ein Restaurant ist, das sich aber nicht so nennen mag oder darf. Aber schon viel mehr als ein Imbiss.

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Und dann Suppe und Fisch: Erstere sehr lecker, letztere eher schal schmeckend, auch mit Soße. Aber gut. Sicher frisch jedenfalls, so nah am Meer.

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mr. Lee, der offensichtlich ein chinesischstämmiger Christ aus Hongkong war, habe eine Kette mit einem Dutzend Filialen aufgebaut, erzählt Gilbert, doch sei nach seinem Tod nur dieses Lokal verblieben, fortgeführt von seiner Tochter Mary Lee (bürgerlich Ho Tei Ha, präzisiert die Visitenkarte). Wie es weitergeht, wenn die Kunden in diesem umstrukturierten Viertel fernbleiben, bleibt abzuwarten. Es ist draußen etwas düster, gegenüber Dormitories für Seeleute, auf den Bürgersteigen dieser kleinen Nebengasse schlafen viele Menschen, obwohl es erst 20 Uhr ist. Neben alten zweistöckigen Häusern dreißigstöckige Bürotürme. Ich komme morgen mal bei Tageslicht zurück.

Mister Peter Lee's Hongkong Tea House, Manila © Ekkehart Schmidt

Mister Peter Lee’s Hongkong Tea House, 1037 A. Mabini St., Ermita, Manila (zwischen U.N. Avenue und Kalaw St.), Tel.: 522-3505, 536-4694

Fotos © Ekkehart Schmidt

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