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Arg-e Rayen

Dezember 22, 2012

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Die persische Lehmstadt Bam, entstanden im 10. Jh., der größte Lehmbau der Welt und seit 2004 Weltkulturerbe, wurde in einem furchtbaren Erdbeben am 26. Dezember 2003 zerstört. Zwar waren die Bewohner der Lehmstadt schon Mitte des 19. Jh. in eine nahebei errichtete neue Stadt gezogen, doch war diese nicht ausreichend erdbebensicher gebaut worden: 30-40.000 Menschen kamen ums Leben. Die Festung stand zwar leer, war neben dem Verkauf der berühmten Datteln durch ihre Bedeutung für den Tourismus aber die zweitwichtigste Einnahmequelle der 77.0000-Einwohner-Stadt. Der ausbleibende Tourismus ist somit eine anhaltende Spätfolge dieser Katastrophe.

Neben der ehemaligen Winteresidenz der späteren Khane der Zanddynastie gibt es in touristischer Sicht aber noch eine Sommeresidenz, gute 90 km nordwestlich von Bam in den Bergen, die zwar kleiner, dafür aber sehr gut erhalten ist: Arg-e Rayen. Hier hingen diese zwei verblichenen Plakate bei unserem Besuch am 8. August 2012. Rayen ist eine Gebirgsfußoase an den Hängen des 4420 m hohen Kuh-e Hazar Gebirges. Ostwärts beginnt nach wenigen Kilometern die Dasht-e Lut, eine der heißesten Wüsten der Erde.

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

In einem kleinen Museum im Eingangsbereich zeigt ein Modell den ursprünglichen Aufbau dieser in assanidischer Zeit vor 1600 Jahren entstandenen ummauerten Stadt aus verputzten Lehmziegeln, die vor einigen Jahren renoviert worden ist, aber seit gut 150 Jahren verlassen ist. Eine fast quadratische Umwallung mit Zinnenkrone und 12 runden Wehrtürmen an den Ecken sowie ein massiges Eingangsportal schützen die Stadt und den Sitz des Gouverneurs, einer eigens befestigten Anlage mit vier Türmen im Westen (hier der Blick aus dem Südwesten auf das Modell):

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Wie in Arg-e Bam befindet sich hinter der Umfassungsmauer eine streng hierarschisch aufgebaute Wohnstruktur mit abgegrenzten Bereichen für die Herrscherfamilie, die Aristokratie, das Militär (bis zu 1300 soldaten konnten hier stationiert werden) und das einfache Volk. Sorgsam sind die Gebäude der Herrscher restauriert worden: Erkennbar sind Öfen, Brunnen und Bäder. Außerhalb dieses Traktes können Ställe, ein Basar und ein Zur-Khane angeschaut werden

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Arg-e Rayen © Ekkehart Schmidt-Fink

Der Arg war nicht nur Sommerresidenz: Wegen der strategisch günstigen Lage nahe der Handelsroute von und nach Ostasien hatten die Herrscher von Bam Rayen zum Militärstützpunkt ausgebaut. Hier legten die Handelskarawanen meist einen Zwischenstopp ein. Noch heute ist die Stadt bekannt für die Fertigung von Waffen, Messern und Gewehren.

Freilich fehlt es in Rayen bislang an jeglicher touristischer Infrastruktur, sieht man von dem nahen kleinen Restaurant Arg ab, in dem auch einfache Zimmer vermietet werden. Der Ort ist aber vom 70 km nördlich gelegenen Ort Mahan und der 100 km nördlichen Provinzhauptstadt Kerman in anderthalb Stunden per Pkw oder zwei Stunden per Bus gut zu erreichen.

Fotos  © Ekkehart Schmidt-Fink

Quelle der historischen Angaben: Stodte, Claudia: Iran, Bremen, 5. Aufl. 2008

From → Iran

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