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Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia

Dezember 20, 2012

Es warim April diesen Jahres gut zu wissen, dass ich auf der langen Strecke von Addis Ababa südostwärts durch das Rift Valley nach Shashemene hinter Ziwayt einen Stopp einlegen kann: Es lockte der Abijata Shalla Lakes National Parc mit seinem Schatz an Wildvögeln. Zwar gehört er zu den unspektakulärsten und unbekanntesten Nationalparks Äthiopiens, in der trockenen Hitze des endlosen Asphaltbandes wirkte das Schild, an dem ich aus dem Bus ausstieg, aber wie eine paradiesische Verheissung. Der Nationalpark umfasst drei Seen, von denen der Langansee für mich Rucksackreisenden am einfachsten erreichbar war. Ich hoffte auf Pelikane und andere Großvögel, vor allem aber auf ein erfrischendes Bad. Aber erst einmal stand ich da am Parkeingang, meldete mich in einer Hütte an und lief eine Staubpiste entlang, auf ein Auto hoffend, das mich die gut 5 km zum See mitnehmen könnte:

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Ich hatte großes Glück, kam doch nach einer Viertelstunde Fußmarsch ein Pickup-Truck mit Arbeitern des Bekelle Mola Hotels am See sowie einigen Polizisten und nahm mich auf der Ladefläche mit. Durch die Akazienbäume (?) hindurch schimmerte nach einer halben Stunde die merkwürdig unwirkliche rötliche Farbe des Sees durch. Es folgte eine zweite (nach derjenigen am Parkeingang) Siedlung von Tukulhäusern, ab und an Kuh- und Ziegenhirten, sonst Ödnis ohne jede Landwirtschaft:

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Die Arbeiter und Polizisten stoppten am Hotel, das gerade aufwändig saniert wurde. Als einziger Gast lief ich zum Strand, legte mein Gepäck unter einer Palme ab, badete und genoß die Kühle des Wassers. Am Ufer einige äthiopische Jungs, zu denen ich bei einem Spaziergang Kontakt aufnahm, mich leicht unsicher fühlend. Von Pelikanen und anderen Großvögeln keine Spur. Ich konnte lediglich einige Kormorane auf einem Felsen im Wasser beobachten.

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Interessanter wurde es beim Rückweg: Wieder hatte ich einen guten Kilometer bis zu einer Ansiedlung zu gehen, ehe ein Auto kam und mich zurück zur Hauptstraße mitnahm. Vorher aber stoppte ich im Café namens „Manay Yataa Gamboo“ neben einem „Tourist Shop“ gegenüber einer Bar und wurde zum Aufreger des Tages. Seit Beginn der Sanierungsarbeiten des Hotels kommen keine Touristen mehr. Den drei traurigen Lokalen ist offenbar die einzige Einnahmequelle weggefallen.

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia © Ekkehart Schmidt-Fink

Abijata Shalla Lakes National Parc Ethiopia  © Ekkehart Schmidt-Fink

Vielleicht ein Jahr lang fehlen jegliche Einnahmen aus dem wohl sowieso eher spärlichen Tourismusgeschäft. Es ist mir nicht vorstellbar, wie die Menschen dies überleben. Der Fußweg zurück zur Straße wurde für mich an zwei Stellen zu einer Art Spießrutenlauf mit jeweils einem Dutzend Kindern, die nicht locker ließen mit Fragen nach Bananen, Stiften oder Geld. Mich genervt zeigen nach viel geduldiger Freundlichkeit half kaum. Ich war froh, nach einigen Kilometern zurück an der Hauptstraße schnell einen Minibus nach Shashemene zu bekommen (der allerdings nach einigen Kilometern mangels Benzin stoppte – der Fahrer trampte mit einem entgegen kommenden Bus zurück zur nächsten Tankstelle, um Benzin zu besorgen; aber das ist eine andere Geschichte).

Fotos (vom 19.04.2012) © Ekkehart Schmidt-Fink

From → Äthiopien

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  1. Manay Yataa Gamboo, Langano Lake « akihart

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