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White Wells Teahouse Ilkley

September 28, 2012

Hoch oben in Yorkshire, im satten Grün nördlich des Industriegürtels zwischen Leeds, Manchester und Liverpool beginnt eine nach der Eiszeit entstandene Moorlandschaft, die schon in viktorianischen Zeiten wohlhabende Besucher angezogen hat. Mit fortschreitender industrieller Revolution und entsprechend schmutzigen Boomtowns wurde das Gebiet auch für Erholung suchende Städter der Arbeiterschicht interessant – besonders, seitdem Mitte des 19. Jahrhunderts von Leeds aus der „Ilkley train“ in das am Fuße zweier Moorgebiete liegende Städtchen Ilkley gebaut wurde. Sehr anziehend muß wohl ein Gebäudekomplex namens „White Wells“ gewesen sein, von dem 1905 sogar Postkarten produziert wurden:

Das „White Wells Spa Cottage“ entstand schon 1690: Ein Badehaus mit angeschlossenem Café, gelegen auf einem steilen Anstieg oberhalb von Ilkley im Moor. Historiker vermuten, dass an diesem Ort, an dem der Bach Town Brook entspringt schon lange früher ein Gebäude stand.  Die eiskalte Quelle, die wegen ihrer therapeutischen Wirkung bald von Badegästen besucht wurde, ist 1780 von William Middleton vergrössert und befestigt worden: Sie wurde ummauert und mit einer Einstiegstreppe versehen. Ihr guter Ruf hat sich offenbar auch dadurch deutlich verbreitet, als sich ein gewisser Charles Darwin im Herbst 1859 in Ilkley aufhielt. Offiziell sei der zeitlebens schwer kranke Begründer der Evolutionstheorie wegen eines water treatment dort gewesen. Es wird aber vermutet, dass er  dort ein gutes „Versteck“ während des Verfassens seines Hauptwerks „On the Origin of Species“ gefunden hat (mehr dazu in einem Blogtext). Auch Charles Dickens soll hier gewesen sein. Ich ahnte davon nichts während eines abendlichen Spaziergangs im September 2012. Das Gebäude in der Entfernung faszinierte schlicht – also ab und hoch:

White Wells, Ekkehart Schmidt-Fink

Das Haus ist nicht immer geöffnet, wenn aber Mark Hunnebell aufschließt und anschließend mehrere Fahnen hisst (neben dem Union Jack gerne auch Fahnen zum Beispiel von Uruguay), weiss man, dass Badehaus und Teestube geöffnet sind:

Leider kamen wir spät am Abend und wollten noch hoch ins Moor, so dass wir in der engen Teestube, die nur über einen – zudem reservierten Tisch verfügte – weder den Yorkshire Tea, noch die Hot Chocolate with Cream probieren konnten:

Das Bedürfnis nach etwas dampfend Heissem hatten wir an diesem kalten Abend sowieso erst nach unserer wunderbaren Moorwanderung. Und tatsächlich sind viele Wanderer im 19. Jahrhundert von der anderen Seite des Moors gekommen und kehrten hier kurz vor Erreichen von Ilkley ein. Wir gingen in die andere Richtung, mit Blick zurück:

White Wells, Ekkehart Schmidt-Fink

White Wells, Ekkehart Schmidt-Fink

Ein letzter Blick, ehe sich ab der Hügelkuppe rundum nur noch Moorlandschaft mit prähistorisch gemeisselten „Zeichnungen“, Schafen, Moorhühnern, Erika, Moos und Matsch erstreckte:

Kontakt: Mark Hunnebell, Tel: 01943 608035

Wanderwege: Woodland Way

Link: Discovering Prehistory on Ilkley Moor

Copyright der Fotos: Ekkehart Schmidt-Fink

From → Cafés

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