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Point Éphémère_Paris

September 23, 2012

Mit dem Eurostar von London kommend hatte ich gestern anderthalb Stunden Aufenthalt in Paris, ehe es per ICE weiter nach Saarbrücken ging. Eine Wartezeit als wunderbares Geschenk, konnte ich doch von der Gare du Nord in einem kleinen Umweg über den Canal Saint Martin zur Gare de l’Est laufen. Am Quai de Valmy nahe der Place de la Bataille de Stalingrad (Metro Jaurès und Louis Blanc) schaute ich mich nach einem Café um, wurde angesichts knallbunter Graffiti auf den Kaimauern neugierig, lief den Weg hinunter und stieß auf ein altes Fabrikgebäude, neben dem sich eine Caféterrasse auftat: Perfekt!

Point Ephemere

Point Ephemere

Auffällig: Lauter schwarz gekleidete Leute mit Zylinderhüten, in der Produktion befindliche schwarze Gemälde, eine Lesung zum Roman noir, ein schwarzlederner Saxophonspieler. Ich lernte: Es lief gerade das Festival „Les Habits Noirs„, hinter dem ein gleichnamiger Verein literaturinteressierter Künstler steht. Ach so. Das lese ich mir noch einmal in Ruhe durch.

Point Ephemere

Zwei AutorInnen, einer der littérature Noire und eine der littérature Blanche debattierten in einem Duo critique“ Du Noir et de la Blanche“ ihre Sicht auf das Genre: Véronique Ovaldé und Jean-Bernard Pouy. Soso. Hab das mal nachrecherchiert:

Véronique Ovaldé (Foto unten: rechts) schreibt Bücher wie „Die Männer im Allgemeinen gefallen mir sehr„, hat sich wohl schon einen Namen gemacht (siehe Wikipedia) und erregt im Literarischen Herbst in Frankreich mit ihrem neuen Roman „Des vies d’oiseaux“ (nominiert für den Prix Goncourt) zur zeit einige Aufmerksamkeit (Filmgespräch auf Arte). Jean-Bernard Pouy (Foto: links) scheint ein bekannter Krimiautor zu sein (siehe Wikipedia und Krimi-Couch). Kaum wollte ich hineinhören, da war die schwarz-weiße Debatte schon vorbei. Schade, aber naja: Ich brauchte sowieso erstmal vor allem einen kleinen schwarzen Espresso auf der Terrasse.

Point Ephemere

Point ephemere

Der Point Éphémère ist eines von vielen Objekten der Usines Éphémères, einem Projekt, das es sich seit 1987 zur Aufgabe gemacht hat, ehemalige Fabrikgebäude und andere Leerstände zu Orten der künstlerischen Begegnung umzugestalten. „Éphémère“ bedeutet auf deutsch „kurzlebig“ – vielleicht war das die Ursprungsidee: Kurzfristig, bis zu einer anderen Nutzung, brach liegende Fabrikgebäude für die Kunstszene zu nutzen. Eigentlich müsste man den Bau mittlerweile umbenennen in „Point durable“ oder „Point persistant“ …

Point ephemere

Point Ephemere

Ein Filmteam tauchte auf, drehte eine Szene mit einem Liebespäarchen, begleitet von dem Saxophonspieler. Dann mußte ich wieder los. Aber schnell noch ein Blick auf die Graffitis und Klebebilder im Eingangsbereich:

Auf der Homepage des Point Éphémère finden sich Erläuterungen zum Projekt, das Veranstaltungsprogramm und einige Fotos, die mir zeigen, dass ich bei meinem kurzen frühherbstlichen Aufenthalt die besondere Atmosphäre des Sommers und der Sommerabende am Canal Saint Martin verpasst habe:

Hey, stimmungsvoll: Da weiss ich jetzt schon, wo ich den nächsten Sommerabend in Paris verbringe.

POINT ÉPHÉMÈRE
200 quai de Valmy
75010 Paris
Tel.: 01 40 34 02 48

Copyright der Fotos (bis auf die letzten drei): Ekkehart Schmidt-Fink

From → Cafés, Paris, Street Art

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