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Restaurant Alfi Bey

März 15, 2012

Es hat vielleicht nicht die besten, sicher aber die best besuchten Tage lange hinter sich, lässt sich das äusserlich aber nicht anmerken: Nach wie vor zieht das strahlende Licht des Restaurants Alfi Bey (auch: Alfi Bek) in der gleichnamigen Straße, dem alten Vergnügungsviertel der Kairoer Neustadt, alle Blicke auf sich. Vorgestern kam das gleissende Licht von Scheinwerfern dazu, weil es wieder einmal als Kulisse eines Films mit historischen Settings diente. Daher kam ich erst heute dazu, hier ein zweites Mal nach 2009 das viel gerühmte Fattah zu probieren. Damals wie heute hatte man als Fremder fast das Gefühl, im leeren Restaurant die drei Kellner aus einer traurigen Lethargie aufzuschrecken.

Fattah mit Joghurt, dazu frisch frittierte Sambosas mit Käsefüllung: Mmmmh. Das Alfi Bey bietet eine gute und preiswerte (aber nicht billige) Küche. Fattah, also Reis mit Brot, kostet je nach Beilage 12 bis 45 LE (am teuersten mit Lammfleisch). Die Sambosas gibt es bereits fuer 10 LE (8 LE = 1 EUR). Natürlich gibt es auch Fleischgerichte und Fisch, aber keinen Alkohol.

Letzteres ist aber kaum als Grund anzunehmen, weshalb das Alfi Bey mitten im abendlichen Gewimmel der Menschen wie im Dornrösschenschlaf erstarrt erscheint. Wahrscheinlich ist die Kundschaft des Viertels schlicht nicht mehr kaufkräftig genug. Und eine originelle ägyptische Küche serviert in einer altmodischen Inneneinrichtung scheint wohl nicht das zu sein, was die längst in modernere Stadtviertel abgewanderte Mittel- und Oberschicht von einem Restaurantbesuch erwartet. Auch Touristen steigen kaum noch im nahen Grand oder Windsor  Hotel ab. Und die verbliebene Boheme vermisst das Glas Wein zum Essen und besucht sicher nicht die Bauchtanz-Nachtclubs „Scheherazade“ im Obergeschoss oder „New Arizona“ gegenueber.

Das Alfi Bey scheint bei einer Konkurrenz von schicken Lokalen mit internationaler Kueche nicht mehr en vogue zu sein. Ganz anders als in den Jahrzehnten nach 1938, als es das wohl exquisiteste Lokal der Neustadt war. Man hat etwas Mitleid mit den edel livrierten Kellnern.

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Copyright der Fotos: Ekkehart Schmidt-Fink

From → Kairo

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  1. Midan Orabi_Kairo | akihart

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