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Stella gut gekühlt am Nilufer

Februar 17, 2012

Ahmet Normalverbraucher trinkt in Kairo abends einen heißen Tee. Wer aus seiner Religion keine strenge Weltanschauung macht, trinkt aber durchaus schon einmal mit Freunden ein Bier – in Kairo ist das zwar nicht so selbstverständlich wie in Istanbul oder Tunis, aber auch keine so schlimme Sünde, wie es die Machthaber in Teheran bestimmt haben. Kairo liegt als liberale Stadt mit sicherlich 2 Millionen koptischen Bürgern und vielen Touristen zwischen diesen beiden Extremen.

Zum Essen ein Stella-Bier oder einen Wein trinken oder einfach so ohne zu speisen etwas trinken kann man in den relativ vielen Bars im gut hundertjährigen ältesten Vergnügungsviertel der Stadt rund um die Sh. Alfi (z.B. im „Abdel Halim Hafez„). Sein Bier hat man hier allerdings im Inneren zu trinken. Auf den Terrassen vor den Lokalen gibt es nur Cola, Tee oder Saft. Außerhalb des Quartiers muß man schon etwas suchen bzw. eine Adresse kennen. Über die Innenstadt vertreut gibt es einige Stella-Bars und sehr wenige Kaffeehäuser mit Bierausschank (z.B. das „Hourriya“ am Md. Falaky, das 2015 seinen 70. Geburtstag feierte).

Alkohol wird auch ausgeschenkt in einigen Nilufercafés, Restaurants, Hotelbars und Diskotheken:

  • Am Nilufer zu empfehlen sind die Terrassen des „Casino Qasr en-Nil“ im Süden der Insel Gezira nahe der Oper  oder diejenigen des teuren „Sequoia“ an der Nordspitze der Insel, sowie (falls es nach dem Brand in Revolutionsfrühling wieder aufgebaut wird) das Sangria im Casino El-Shagara an der Corniche nördlich von Boulaq;
  • Stilvoll und charmant sind einige alteingesessene Restaurants in der Neustadt (z.B. das „Grillon“, das „Estoril“ oder der Griechische Club) und auf der Insel Gezira (wie das „Casino Qasr en-Nil“ im Süden oder das „La Bodega“, das „Abou el-Sid“ und das „Five Bells“ weiter im Norden in Zamalek);
  • Dann gibt es Bars und Dachterrassen in Hotels mittlerer Kategorie (z.B. die „Windsor Bar“, die Kellerbar im Victoria oder im President, die Dachterrasssen von Carlton, Odeon und President) sowie den Luxushotels (wie „Le Cellier“ im Restaurant „The Grill“ oder die Bar „Rithmo“, die sich beide im Semiramis Intercontinental finden und Tummelplatz der Neureichen sind, während das „Hard Rock Café“ im Hyatt Hotel eher von ausländischen Geschäftsreisenden und Touristen frequentiert wurde – es ist seit 2010 geschlossen);
  • Schließlich verfügt auch Kairo über Nachtclubs gehobeneren Stils sowie Diskotheken, wie das „After Eight“ oder den „Cairo Jazz Club“.

Alkoholausschank ist also in merkwürdiger Weise zugleich selbstverständlich, wie auch in dem Sinne verpönt, daß er eher versteckt wird. Die Re-Islamisierung der letzten Jahre hat zu keinen Verboten geführt, doch sind die Preise in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Für eine Flasche Wein zahlt man heute im Laden mindestens 45 LE, im Restaurant meist etwa 80 LE.

Andere authentische Cafés, Bars und Garküchen in Kairo

Copyright Fotos: Ekkehart Schmidt-Fink

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