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Stella Bars

Februar 11, 2012

Wenngleich man an touristischen Orten auch Weltmarken wie Heineken oder Tuborg bekommen kann, ist und bleibt „Stella“ (lateinisch für Stern) die ägyptische Biermarke. Es handelt sich nicht um eine Zweitmarke des belgischen Biers Stella Artois, sondern ist eine eigenständige Marke der 1897 – allerdings in Belgien – gegründeten Brauerei Crown Brewery Company, die im damals stark christlich geprägten Alexandria mit dem Verkauf begann. 1963 wurde die Brauerei verstaatlicht und später in Al Ahram Beverages Company umbenannt. Im Zuge von Privatisierungen wurde die Brauerei dann 1997 an einen Privatunternehmer und 2002 wiederum an den Heineken Konzern verkauft.

Bier ist in Kairo immer schon eher ein Getränk für Ausländer und westlich geprägte Ägypter gewesen, keineswegs ein Getränk des „kleinen Mannes“, auch nicht der koptischen Christen. Mit dem Wiedererstarken des Islam seit einem Jahrzehnt ist Alkoholgenuß außerhalb touristischer Orte zunehmend verpönt. Stella-Bier war schon immer das einzige alkoholische Getränk, für das in Ägypten – und auch nur sehr in Maßen – geworben wurde. Heute findet sich solche Werbung im öffentlichen Raum fast nur noch in Form von Retro-Messingschildern (zum Verkauf im Khan el-Khalili) oder stark verblichen an sehr wenigen Hauswänden, so hier im Viertel Bab el-Louk:

Das neue Management versucht die Marke stärker zu pushen, jedoch ist dies nur über das Internet möglich. Um auf die Seiten zu kommen hat man jedoch mittels Eingabe des Geburtsdatums – pro Forma – nachzuweisen, dass man mindestens 21 Jahre alt ist. Heute produziert Al Ahram Beverages neben Stella auch die Marken „Sakara“ und „Meister Max“. Aber Stella bleibt die traditionsreiche Hauptmarke.

In der Kairoer Innenstadt gibt es noch etwa zwei Dutzend meist sehr altehrwürdiger, zum Teil aber auch eher wie Spelunken wirkender und sich verschämt „Cafeteria“ nennender Stella-Bars (Karte). Darüber hinaus wird Stella in vielen alteingesessenen Restaurants und Hotels ausgeschenkt. Mir schmeckt es am besten im Sommer auf den Terrassenstufen des Casino Qasr en-Nil, mit einer Schale salziger Kichererbsen zum Knabbern die abendliche Kühle des Nils genießend.

Die „Bar Gamayka“ (also: Jamaika) im Vergnügungsviertel an Md. Orabi und Sh. Alfy mit blickdichter Fassade aus Holz und Milchglasfenstern:

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Das „Cap D’or“ in der Sh. Abd el-Khaliq Sarwat:

Das Al-Horreya am Midan Falaky ist wohl das bekannteste Lokal (Bier gibt es allerdings nur in der hinteren, abgetrennten Ecke), 2015 feierte es sein 70-jähriges Bestehen. Als ich im September 1988 für ein Dreiviertel Jahr nach Kairo kam, war es mein erstes Stammcafé. Zum Bier gab es immer ein Schälchen frisch gekochter gesalzener Kichererbsen:

Ein einziges Stella-Lokal außerhalb der Innenstadt habe ich bislang entdeckt: In Dokki, einem in Teilen modernen Viertel auf dem Westufer des Nils, in einem Gässchen an der Sh. et-Tahrir nahe der Hochstraßenüberbrückung und der Metrostation:

Stella Bars © Ekkehart Schmidt

Copyright der 2011 und 2013 (Dokki und Bar Gamayka) entstandenen Fotos : Ekkehart Schmidt (außer: Stella-Schild von Brian)

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