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Groppi Gardens_Kairo

Januar 23, 2012

Das Groppi Gardens ist das unbekannteste, aber eigentlich empfehlenswerteste der drei in Kairo seit gut 100 Jahren bestehenden Groppi-Kaffeehäuser. Gelegen in der neustädtischen Sh. Sarwat kommt man hier selten zufällig vorbei und nimmt meist die beiden eher unauffälligen Eingänge nicht wahr. Das Groppi am Md. Talaat Harb und das in Heliopolis sind dagegen viel prominenter in ihrer Sichtbarkeit. Von der Sh. Sarwat her betritt man eine altehrwürdige Konditorei, während man von der Sh. Adly (an der kaum ein Hinweis aushängt) direkt im Innenhof („Garten“ weckt heute nicht mehr wirklich die richtigen Assoziationen) landet. Geboten wird Entspannung pur bei sehr gutem Kaffee und leckerem Kuchen im Freien unter Bäumen. Was sehr viel ist, wenn man schon länger in Kairo ist.

Es ist selten voll, als Gast erlebt man daher noch die volle freundliche Aufmerksamkeit der edel livrierten älteren Kellner (was am Md. Talaat Harb nicht der Fall ist), braucht aber etwas Geduld. Im Hof sitzen hier fast nur Kairener Bürger, die meist seit Jahren wissen, wohin und was sie wollen:ganz entspannt  Schokoladenkuchen und Pralinen schmausen …

Besonders zu empfehlen ist es, hier den Tag ausklingen zu lassen. Jedenfalls in den frühen Abendstunden, um zur Ruhe zu kommen, ehe man noch etwas anderes unternimmt, wie wir im Oktober 2015 (folgende Fotos).

Groppi Gardens_Kairo © Ekkehart Schmidt

Groppi Gardens_Kairo © Ekkehart Schmidt

Das Groppi Garden wird als „Groppi’s“ häufig im Roman „Snooker in Kairo“ von Waguih Ghali“ erwähnt (1964 in London erschienen, deutsch 2018 bei C.H.Beck). Durch die Nennung der schattigen Bäume wird klar, dass er dieses Lokal und nicht das Haupthaus meint. Zur Zeit der Unabhängigkeit 1952 und der Suezkrise 1956 trifft sich der Hauptdarsteller Ram hier oft mit Freund*innen der Oberschicht, wo sie Whisky trinken, Erdnüsse knabbern, die vornehmen Gäste betrachten und die Zeit totschlagen. Erwähnt wird ein „gut aussehender schwarzer Barkeeper, der sieben Sprachen spricht“.

Die Zeiten sind vorbei. Aber man kann sie noch fühlen – bei Kaffee, Tee oder Bier (wenn ich mich recht entsinne). Aber Whiskyflaschen bestellt niemand mehr.

Copyright Fotos: Ekkehart Schmidt

From → Cafés, Kairo

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