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Buffet d’Auache

Januar 20, 2012

Das „Buffet d’Auache“ oder auch „Buffet de la gare“ in Awash war einmal der – neben Dire Dawa – wichtigste Zwischenstopp der Eisenbahnlinie Djibouti – Addis Ababa. Gelegen in der heißen Tiefebene des äthiopischen Riftvalley in der Nähe des Awash Nationalparks ist das Haus heute vor allem als Hotel für Reisende von Bedeutung, die in den Nationalpark fahren wollen. In den glorreichen Jahren der Eisenbahnverbindung war das von den Franzosen errichtete Haus vor allem Restaurant (der Zug hielt hier einige Stunden) und eher selten Übernachtungsort, daher der das Restaurant betonende Name. Der Ort Awash entwickelte sich erst später. Es gibt seit einigen Jahren jedoch keine Zugverbindung mehr, dafür mündet hier im mit gut 11.000 Einwohnern als Großdorf zu bezeichenden Ort Awash die Straße von Djibouti in die von Harar kommende alte Straße nach Addis Ababa. Mehrere Dutzend LKW parken hier über Nacht. Die Straße ist die Hauptlebensader des Landes, was Import-Export angeht.

Während zwei Tagen Ende September 2011 erspüre ich ein wenig Geist und Raum dieses Ortes. „No frills, no fuss and no fleas“ betont der Reiseführer Lonely Planet etwas sehr pragmatisch. Dabei bietet das Haus mit dem vor sich hin gammelnden Bahnhof davor, gut 100 m von der Hauptstraße, viel Atmosphäre und ein starkes Gefühl historischer Tiefe. Charles de Gaulle auf Staatsbesuch hat hier in einem der zwei edleren Zimmer im kleinen Hauptgebäude übernachtet. Davor stehen in einem schönen Garten mit vielen gut gepflegten Pflanzen zwei weitere Übernachtungstrakte und ein Restaurantgebäude. Rundherum eine Mauer. Das Haus ist urig-altehrwürdig, aber auch sehr sauber. Auf der Terrasse jagen nachts Gekkos nach Mücken, die Zimmer sind mit Moskitonetz ausgestattet.

Seit mehreren Jahrzehnten wird das Haus von einer etwa 75jährigen Griechin geleitet. Ihr stehen neben einem etwas jüngeren Mann einige sehr freundliche Äthiopierinnen zur Seite. Man fühlt sich in einer Oase, in der alles da ist, was man braucht. Das Buffet bietet eine gut Küche, zum Beispiel Linsensuppe und Oryx-Antilopen-Spießbraten. Gelegentlich gibt es auch Schweinefleisch – wenn eines der Schweine im hinter Mauern versteckten Stall des Hinterhofs schlachtreif ist. Das Frühstück bleibt mit Omelett und gutem Kaffee in der zwischen Palmen hindurch scheinenden Morgensonne unvergesslich.

From → Äthiopien, Hotels

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