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Nobelpreisträger mit Migrationshintergrund

August 13, 2011

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Der Schriftsteller Elias Canetti (Quelle der Photocollage: Themadjack) ist ein eher bekanntes Beispiel für Wissenschaftler oder Literaten, die trotz oder gerade wegen ihres Migrantionshintergrundes zu Höchstleistungen befähigt wurden, die mit dem Nobeklpreis ausgezeichnet worden sind. Die folgende Liste enthält aber auch einige Überraschungen: Bekannte Namen, von denen einem der Migrationshintergrund meist nicht bewusst ist.

Name (Lebensdaten), Nobelpreis, Beruf, Migrationshintergrund, wichtige Werke
(in zeitlicher Chronologie der Preisvergabe)

Marie Sklodowska Curie (1867-1934), 1903 anteiliger Nobelpreis für Physik, 1911 Nobelpreis für Chemie, Physikerin, geb. in Warschau/ Polen bzw. Russ. Kaiserreich, zog 1891 nach Paris/ Frankreich, weil in ihrer Heimat Frauen nicht zum Studium zugelassen waren, Professorin an der Sorbonne,  starb in Sancellemoz/ Frankreich

Iwan Bunin (1870-1953), 1933 Nobelpreis für Literatur, russ. Schriftsteller und Übersetzer, geb. in Woronesch/ Russland, ging nach Moskau, verließ Moskau nach der Oktoberrevolution 1918, ging erst nach Odessa, dann mit dem „letzten Schiff“ nach Frankreich, ließ sich in Grasse nieder, starb in Paris

Hermann Hesse (1877-1962), 1946 Nobelpreis für Literatur, dtsch.sprachiger Schriftsteller und Maler, geb. in Calw/ Deutsches Reich als Sohn eines deutsch-baltischen Missionars (dadurch durch Geburt russischer Staatsangehöriger), lebte 1895-99 in Tübingen, 1899-1904 in Basel und zog schliesslich 1919 nach Montagnola/ Schweiz, starb dort, Siddharta/ Das Glasperlenspiel/ Demian/ Der Steppenwolf

Thomas Stearns Eliot (1888- 1965), Nobelpreis für Literatur 1948, engl.sprachiger Lyriker, Dramatiker und Kritiker, geb. in St. Louis/ USA, studierte in Harvard, verbrachte ein Studienjahr in Paris, wanderte zu Beginn des 1. Weltkriegs nach London aus, lebte fortan überwiegend dort, auch wenn er in den 1920er-Jahren viel Zeit in Paris verbrachte und ebenfalls als Dozent in die USA zurückkehrte, wurde 1927 offiziell brit. Staatsbürger, starb in London

Albert Schweitzer (1875-1965), Friedensnobelpreis 1953 (für 1952), Arzt, evangelischer Theologe, Philosoph und Pazifist, geb. in Kaysersberg im Elsass, studierte in Straßburg und Paris, wurde in Berlin und Straßburg promoviert, ging nach seiner Habilitation 1913 nach Lambaréné im heutigen Gabun, um dort ein Missionskrankenhaus zu gründen, wurde 1917 nach Frankreich deportiert, kehrte 1924 nach Gabun zurück, starb in Lambaréné

Ernest Hemingway (1899-1961), Nobelpreis für Literatur 1954, US-amerikanischer Journalist und Schriftsteller, geb. bei Chicago, Teilnahme am 1. Weltkrieg in Italien 1918-1919, Reisen durch Europa ab 1921, 1928 Rückkehr in die USA, 1937 Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg, 1939 lässt er sich auf Kuba nieder, 1942-1944 Teilnahme am 2. Weltkrieg u.a. in Frankreich, Afrikareise 1953-1954, Aufenthalt in Spanien 1958-1959, Rückkehr nach Kuba 1959, The Old Man And the Sea/ A Farewell to Arms/ Fiesta/ To Whom the Bell Tolls

Albert Camus (1913-1960), Nobelpreis für Literatur 1958, französischer Schriftsteller, geb. in Mondovi/Algerien als Sohn einer Spanierin und eines Algeriers (nicht, wie oft kolportiert, eines Elsässers), der wenig später in der Marne-Schlacht fiel, wurde 1940 wegen seiner Kritik an der sozialen Lage des Landes verwiesen und ging als Journalist nach Paris

Saint-John Perse (1887-1975, eigentl. Alexis Leger), frz. Dichter und Diplomat,  Nobelpreis für Literatur 1960, geb. in Point-à-Pitre/ Guadeloupe, verbrachte seine Kindheit auf den Französischen Antillen, kehrte mit seiner Familie 1899 zurück nach Frankreich, ging 1940 ins Exil in die USA, Rückkehr unter neuem Namen 1957, starb in Giens

John Steinbeck (1902-1968),  Nobelpreis für Literatur 1962, US-amerik. Schriftsteller, geb. in Salinas, Kalifornien/ USA als Kind eines deutschstämmigen Vaters und einer irischstämmigen Mutter, siedelte mehrfach nach New York um, kehrte nach Kalifornien zurück, starb in New York, Früchte des Zorns/ Jenseits von Eden/ Von Mäusen und Menschen

Samuel Joseph Agnon (hebräisch ‏שמואל יוסף עגנון‎ Schemu’el Josef Agnon, auch Shai Agnon, eigentlich Samuel Josef Czaczkes; 1888-1970), 1966 zus. mit Nelly Sachs Nobelpreis für Literatur, geb. in Buczacz, Galizien/ heute Ukraine, ging mit 18 nach Lemberg und dann über Krakau und Wien 1908 als Teilnehmer der 2. jüd. Immigrationswelle (Alija) nach Jaffa/ Palästina, ging 1913-21 nach Berlin und Bad Homburg/ Deutschland, ehe er nach Jerusalem zurückkehrte, starb in in Rechowot bei Tel Aviv

Mutter Teresa (geb. als Anjezë Gonxha Bojaxhiu, 1910-97), geb. in Üsküb/ Osmanisches Reich (heute Skopje/ Mazedonien), indische Ordensschwester und Missionarin albanischer Herkunft, entschied sich schon im Alter von 12 Jahren für ein Leben als Ordensfrau, wurde Novizin der Loretoschwestern; Die Sisters of the Blessed Virgin Mary, ein irischer Zweig der Englischen Fräulein engagierten sich damals besonders im Unterrichtswesen in Bengalen, sie wurde zunächst ins Mutterhaus nach Irland geschickt, aber bereits nach zwei Monaten von dort nach Bengalen gesandt, nahm 1947 die indische Staatsbürgerschaft an, gründete 1950 eine Ordensgemeinschaft in Kalkutta und wurde weltweit bekannt durch ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden, für die sie 1979 den Friedensnobelpreis erhielt, starb in Kalkutta/ Indien

Alexander Issajewitsch Solschenizyn (1918-2008), Nobelpreis für Literatur 1970, russischer Schriftsteller, Dramatiker, geb. in der UdSSR/ lebte nach deutscher Gefangenschaft 1945 – 1953 im Areitslager, bis 1956 nach Mittelasien verbannt, 1974 ausgewiesen, kam nach Deutschland, lebte in Zürich und ging 1976 in die USA, lebt seit 1994 wieder in Moskau, starb dort, Krebsstation/ Der erste Kreis der Hölle/ Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch/ Der Archipel GULAG

Willy Brandt (1913-1992, eigentl. Herbert Ernst Karl Frahm), Friedensnobelpreis 1971, geb. in Lübeck, emigrierte 1933 nach Norwegen, nach Ausbürgerung in Deutschland (1938-1947) norwegischer Bürger, ging 1940 nach Schweden, arbeitete 1945-1947 als Korrespondent skandinavischer Zeitungen in Deutschland, ließ sich unter seinem Pseudonym Brandt 1947 wieder in Deutschland einbürgern, Regierender Bürgermeister von Berlin (1957-1966), Kanzlerkandidat 1961 und 1965, Vizekanzler und Außenminister (1966-1969), Bundeskanzler (1969-1974) Deutschlands

Henry Kissinger (geb. 1923), Friedens-Nobelpreis 1973, zeitweilig Berater der Präsidenten Kennedy und Johnson, ständiger Sicherheitsberater der Präsidenten Nixon und Ford, Außenminister (1973-1977) der USA, geb. in Fürth/Deutschland, emigrierte 1938 mit seinen Eltern in die USA

Christian de Duve (1917-2013), Nobelpreis für Physiologie oder Medizin mit den Forschern Claude und Palade 1974, wurde als Sohn einer während des 1. Weltkriegs nach England geflüchteten belgischen Adelsfamilie in Thames Ditton/ Großbritannien geboren, 1920 kehrten sie mit ihm nach Antwerpen zurück, nach Studienaufenthalten in Stockholm und Washington wurde er 1951 Professor für Biochemie in Löwen, starb durch aktive Sterbehilfe in Brüssel

Saul Bellow (1915-2005), Nobelpreis für Literatur 1976, Schriftsteller, 1913 zogen seine russisch-jüdischen Eltern von St.Petersburg nach Montréal/ Kanada, wo B. zwei Jahre später geboren wird; als er 9 Jahre alt ist, zieht die Familie nach Chicago/ USA, Die Abenteuer des Augie March, Herzog

Isaac Bashevis Singer (1902-1991), geb. in Leoncin/ heute Polen; polnisch-US-amerikanischer jiddischer Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur (1978), zog als Kind nach Warschau, dann nach Lublin, folgte 1935 seinem Bruder nach New York/ USA, erhielt 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft, starb in Surfside/ USA, Feinde – Die Geschichte einer Liebe/ Zlateh, die Geiß

Menachem Begin (1913-1992), Friedensnobelpreis mit Anwar el-Sadat 1978, Politiker, Ministerpräsident (1977-1983) Israels, geb. in Brest/Weissrussland, aktiv in jüdischen Organisationen in Tschechien (1936) und Polen (1939), kam in ein sibirisches Arbeitslager (1940-1941), kam 1942 mit der polnischen Armee nach Palästina, führte 1943-1948 die terroristische jüdische Untergrundorganisatuon Irgun Zwai Leumi

Elias Canetti (1905-1994), Nobelpreis für Literatur 1981, Schriftsteller, geb. in Russe/Bulgarien als Sohn spanisch-jüdischer Eltern, studierte in Wien, emigrierte 1938 und lebte seit 1939 v.a. in London, Die Blendung/ Die Hochzeit, Masse und Macht

Claude Simon (1913-2005), Nobelpreis für Literatur 1985, geb. in Tananarive/ Madagaskar (damals frz. Kolonie), 1914 Rückkehr der Familie nach Frankreich, aufgewachsen in Perpignan und ab 1924 Paris, starb in Paris

Nadine Gordimer (1923-2014), Nobelpreis für Literatur 1991, südafrikanische Schriftstellerin, geb. in Springs/ Südafrika als Kind eines jüdischer Juweliers, der als 13jähriger aus Litauen emigrierte und einer Engländerin, lebte seit 1948 in Johannesburg, starb dort

Schimon Peres (ursprüngl. Szymon Perske, 1923-2016), Friedensnobelpreis mit Itzhak Rabin und Yassir Arafat 1994, Staatspräsident (seit 2007), Ministerpräsident (1984-1986 und 1995-1996) stellvertretender Regierungschef und Außenminister (2001 bis 2002) sowie Vize-Ministerpräsident (2005-2007) von Israel, geb. im damals polnischen, heute weissrussischen Wischnewa, wanderte 1934 mit seiner Familie nach Palästina aus, starb in Tel Aviv

Yassir Arafat (1929-2005), Friedensnobelpreis mit Itzhak Rabin und Simon Peres (1994), Präsident des 1988 proklamierten Staates Palästina (1989), geb. in Kairo (während er selber den Mythos aufrecht erhielt, in Jerusalem geboren zu sein), wurde im Alter von 5 Jahren nach dem Tod der Mutter nach Jerusalem geschickt und kehrte nach 4 Jahren zurück, arbeitet ab 1959 in Kuwait und baut später ein erstes PLO-Büro in Algiers auf, lebt in Karameh/ Jordanien, später  in Beirut, Tunis und ab 1994 in Gaza, starb in Clamart/ Frankreich

Imre Kertész (1929-2016), Nobelpreis für Literatur 2002, ungarischer Schriftsteller jüdischer Abstammung, geb. in Budapest, überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald, arbeitete als Schrifsteller in Budapest, lebte 2001-13 in Berlin, starb in Budapest

Günter Grass (1927-2015), Nobelpreis für Literatur 1999, dt. Schriftsteller, geb. als  Sohn eines protest. Lebensmittelhändlers und einer Katholikin kaschubischer Abstammung,  verbrachte seine Kindheit im Danziger Stadtteil Langfuhr (heute: Wrzeszcz in Polen), ging nach dem 2. Weltkrieg nach Düsseldorf, starb in Lübeck, Die Blechtrommel/ Die Rättin

Reinhard Justus Reginald Selten (1930-2016), deutscher Volkswirt und Mathematiker, 1994 Wirtschaftsnobelpreis zus. mit John Nash und John Harsanyi für die gem. Leistungen auf dem Gebiet der Spieltheorie, geb. in Breslau/heute Wroclaw in Polen als Kind einer jüd.-protest. Familie, Anfang 1945 floh die Familie vor der herannahenden Roten Armee über Sachsen und Österreich nach Melsungen/ Hessen, Studium und Promotion in Frankfurt/M., Gastprofessor in Berkeley, lehrte von 1969-72 an der FU Berlin sowie von 1972-84 an der Universität Bielefeld, danach Universität Bonn, lebte in Königswinter, starb in Posen/ Polen

V. S. Naipaul TC (geb. 1932 als Vidiadhar Surajprasad Naipaul), geb. in Chaguanas/ Trinidad und Tobago, Nobelpreis für Literatur 2001, seine indische Vorfahren waren als Vertragsarbeiter auf die Insel gekommen, ging 1950 mit einem Stipendium nach England und studierte in Oxford, danach ab Mitte der 50er-Jahre freier Mitarbeiter der BBC, ehe er sich ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit widnmete, lebt in Wiltshire

Ahmed Zewail (geb. 1944), Nobelpreis für Chemie 1999, geb. in Damanhour/ Ägypten, Studium in Alexandria, Promotion an der Universität of Pennsylvania/ USA, seit 1976 am California Institute of Technology, seit 1982 US-amerik. Staatsbürger

Gao Xingjiang (geb. 1940), Nobelpreis für Literatur 2000, chinesischstämmiger Erzähler, Übersetzer, Dramatiker, Regisseur, Kritiker und Künstler, geb. in Ganzhou/ China, ging 1986 für 6 Monate nach Berlin und von dort 1987 über Freiburg nach Paris ins französische Exil, frz. Staatsangehörigkeit 1998, Der Berg der Seele

Doris Lessing (geb. 1919), Nobelpreis für Literatur 2007, Schriftstellerin, geb. als Tochter eines Briten in Persien/ wuchs in Rhodesien auf/ kam 1949 nach London, Afrikanische Tragödie/ Das goldene Notizbuch

Jean-Marie Gustave Le Clézio (geb. 1940), Nobelpreis für Literatur 2008, Schriftsteller, geb. als Sohn eines in Nigeria und Kamerun arbeitenden englischen Arztes sowie einer Mutter mit Vorfahren aus der Bretagne und Maurizius, Le Procès-verbal/Wüste/ Mondo/ Der Goldsucher/ Der Afrikaner

Jules Alphonse Hoffmann (geb. 1941), Nobelpreis für Medizin 2011 (gem. mit B. Beutler, und R. Steinman), geb. in Echternach/ Luxemburg, ab 1961 studierte er an der Universität Straßburg, erhielt dort 1978 eine Professur (wofür er die französische Staatsbürgerschaft annahm)

Bob Dylan (geb. 1941, eigentl. Robert Allen Zimmermann) US-amerikanischer Folk- und Rockmusiker und Lyriker , 2016 Nobelpreis für Literatur, geb. als Robert Allen Zimmerman in Duluth/ USA als Sohn einer Familie mit deutsch- und ukrainisch-jüdischen Wurzeln, die 1905 aus Odessa in die USA übergesiedelt war,  Blowin‘ In The Wind/ Like a Rolling Stone/ Visions of Joanna

Serge Haroche (geb. 1944), Nobelpreis für Physik 2012 (gem. mit D. Wineland), geb. in Casablanca (Marokko/ damals zu Frankreich gehörend), studierte von 1963 bis 1967 in Paris, wurde Professor, Gastprofessur an der Yale Universität/ USA von 1983-93, danach wieder in Paris

Arieh Warshel (geb. 1940), Nobelpreis für Chemie 2013 gemeinsam mit zwei anderen Einwanderern, Michael Levitt und Martin Karplus, Chemiker mit israelischer und US-amerik. Staatsangehörigkeit, geb. im Kibbuz Sde Nahum/ Israel, ab 1976 Professor an der University of Southern California/ USA

Martin Karplus (geb. 1930) Nobelpreis für Chemie 2013 gemeinsam mit zwei anderen Einwanderern Michael Levitt und Ariel Warshel, US-amerik. theoretischer Chemiker österreichischer Herkunft, geb. in Wien, floh 1938 mit seiner jüdischen Familie über die Schweiz in die Vereinigten Staaten, wurde dort eingebürgert, Studium und Professorentätigkeit ui.a. in Harvard und Columbia

Michael Levitt (geb. 1947), Nobelpreis für Chemie 2013 gemeinsam mit zwei anderen Einwanderern, Martin Karplus und Ariel Warshel, Chemiker mit US-amerik., brit. und israelischer Staatsangehörigkeit, geb. in Pretoria/Südafrika, studierte ab 1964 in London und Cambridge, ab 1987 an der Stanford University/ USA

Thomas Südhof (geb. 1955), dtsch.stämmiger US-amerikanischer Biochemiker, Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin gemeinsam mit James Rothman und Randy Schekman  2013, geb. in Göttingen, wuchs in Göttingen und Hannover auf,  studierte in Aachen, Harvard und Göttingen, ging 1983 in die USA, arbeitet als Professor an der Stanford University und hat die US-amerikanische Staatsbürgerschaft

Patrick Modiano (geb. 1945), frz. Schriftsteller, dessen erste Sprache Flämisch ist, Nobelpreis für Literatur 2014, geb. in Boulogne-Billancourt bei Paris als Sohn eines italienisch-jüdischernKaufmanns mit sephardischen Wurzeln in Thessaloniki und einer flämischen Schauspielerin, die sich in Paris während der deutschen Besatzungszeit kennenlernten

Stefan Walter Hell (geb. 1962), rumäniendtsch. Physiker, Nobelpreis für Chemie mit zwei anderen Forschern 2014, geb. im Dorf Sântana bei Arad/ Rumänien als Kind einer Familie von Banater Schwaben, Schulbesuch in Timisoara, 1978 Übersiedelung in die BR Deutschland, Schulbesuch in Ludwigshafen, Studium in Heidelberg, seit 2002 Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen

Malala Youafzai (geb. 1997), Kinderrechtsaktivistin, Friedensnobelpreis 2014 gem. mit Kaitash Satyarthi, geb. im Swat-Tal/ Pakistan, wurde nach einem Mordanschlag durch Taliban im Okt. 2012 in ein Krankenhaus in Birmingham/ Großbritannien ausgeflogen und lebt seitdem dort gewissermaßen im Exil

Aziz Sancar (geb. 1946), türk.-amerik. Genetiker, Nobelpreis für Chemie 2015 gem. mit Tomas Lindahl und Paul Modrich, geb. in Savur bei Mardin/ Türkei, Studium in Istanbul, seit 1973 in den USA lebend, Promotion in Dallas

Tomas Lindahl (geb. 1938), schwedischer Genetiker, Nobelpreis für Chemie 2015 gem. mit Aziz Sancar und Paul Modrich, geb. in Stockholm, Studium 1964-69 in den USA, Rückkehr nach Schweden, danach seit 1981 in London

William Cecil Campbell (geb. 1930), US-amerik. Biochemiker und Parasitologe, Nobelpreis für Medizin 2015 gem. mit Youyou Tu und Satoshi Omura, geb. in Ramelton/ Irland, Studium in Dublin, ging nach 1932 in die USA, forscht und lehrt in New Jersey

Oliver Simon D’Arcy Hart (geb. 1948), US-amerik. Ökonom britischer Herkunft, erhielt zus. mit Bengt Holmström 2016 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für „Beiträge zur Vertragstheorie“, geb. in London, Studium in Cambrifdge und Warwick, lehrte an der LSE, seit 1984 lebt er wieder in den USA, deren Staatsangehörigkeit er annahm, lehrt am MIT und seit 1993 in Harvard

Bengt Holmström (geb. 1949), finnischer Wirtschaftswissenschaftler, erhielt zus. mit Oliver Hart 2016 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für „Beiträge zur Vertragstheorie“ , Studium in Helsinki und Stanford, danach 1978/79 in Schweden, kehrte 1979 in die USA zurück, wo er an der Northwestern University zuerst als Dozent und ab 1980 als Professor lehrte, ging 1983 an die Yale-Universität und seit 1997 am MIT

David James Thouless (geb. 1934), schottischer theoretischer Physiker, erhielt 2016 zus. mit F. Duncan M. Haldane und John M. Kosterlitz für Forschungen zur Theorie topologischer Phasen der Materie den Nobelpreis für Physik, geb. in Bearsden, Schottland, 1955 Bachelor an der Universität Cambridge, Promotion 1958 an der Cornell University, danach 1958/59 als Postdoc in Berkeley und 1959 bis 1961 an der Birmingham University, 1961-1965 Lecturer an der Universität Cambridge, 1965-1978 Professor in Birmingham, bevor er 1979/1980 Professor an der Yale University/USA und 1980 Professor an der University of Washington in Seattle wurde, seit 2003 ist er dort Professor Emeritus

John Michael Kosterlitz (geb. 1942), brit.-amerik. Physiker, 2016 wurde ihm gem. mit David J. Thouless und F. Duncan M. Haldane für Forschungen zur Theorie verschiedener topologischer Phasen der Materie der Nobelpreis für Physik zuerkannt, geb. in Aberdeen/ Schottland, erhielt seinen B.A. 1965 am Gonville and Caius College der Cambridge University, 1966 den M.A, 1969 Promotion an der Oxford University, es folgten Aufenthalte als Postdoktorand u. a. an der Cornell University und der University of Birmingham, 1974 wurde er als Lecturer nach Birmingham berufen, seit 1982 ist er Professor für Physik an der Brown University in Providence/ USA

Frederick Duncan Michael Haldane (geb. 1951) britischer Physiker, Nobelpreis für Physik 2016 gem. mit David James Thouless und Michael Kosterlitz für Forschungen zur Theorie verschiedener topologischer Phasen der Materie, geb. in London/UK, studierte an der Universität Cambridge (Bachelor 1973), wo er 1978 promovierte, 1977-81 am Institut Laue-Langevin, 1981-85 Assistant Professor an der University of Southern California/USA, 1985-87 bei den Bell Laboratories, ab 1987 Professor an der University of California, San Diego, und ab 1990 an der Princeton University

From → Sammelsurium

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