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Innovationen von Migranten

August 13, 2011

Untitled 3

Menschen, die aus anderen Kulturen kommen, müssen als Einwanderer eine große Anpassungsleistung erbringen, zugleich haben sie durch ihre Erfahrungen aus zwei Kulturen ein großes Potential: Durch einen anderen Blick auf viele Themen finden sie oft innovative Lösungen für Probleme kultureller, aber auch technischer Art.

  • Der Name der Krawatte (kroatisch kravata) oder Schlips, ein längliches Stück Stoff, das um den Hals, mit einem Krawattenknoten gebunden, zu einem Hemd getragen wird, geht auf den frz. Ausdruck à la cravate („nach kroatischer Art“)  zurück (so gibt es auch in Österreich noch die mundartliche Form „Krawåt“ von „Kroate“, kroat. Hrvat;  eine andere Form lautete croatta). Die Krawatte verdankt ihre Popularität einer beliebten Legende zufolge einer Truppenparade im Jahr 1663 vor dem noch im Bau befindlichen Schloss Versailles für den frz. König Ludwig XIV. Zu dieser Parade war auch ein  in Diensten des Königs stehendes kroatisches Reiterregiment aufmarschiert (insgesamt 6000 Mann). Diese Reiter trugen der Überlieferung nach ein Stück Stoff, das am Kragen in Form einer Rosette (oder Schleife) befestigt wurde und deren Enden über der Brust hingen. Dieser Bestandteil ihrer Uniform zog angeblich die Aufmerksamkeit des Königs auf sich, der die Cravate anschließend übernahm und innerhalb des Adels verbreitete. Er beschäftigte einen eigenen Cravatier zur Pflege seiner Krawatten (Quelle: Stefanie Bisping, Welt am Sonntag 2005). Dazu erklärt freilich die Kostümforscherin Ingrid Loschek: „Keineswegs […] war die halstuchartige ‚Krawatte‘ nur bei kroatischen Söldnern üblich, wenngleich sich die nun übliche Bezeichnung cravate von Kroate ableitet. Die Krawatte stand immer, angefangen vom römischen Focale über das Halstuch kroatischer Regimenter bis zur Halsbinde von Offizieren und Generälen des Dreißigjährigen Krieges, in soldatischem Zusammenhang, wenngleich sie nie festgeschriebener Teil einer Militäruniform war“. Auf Darstellungen aus dem Dreißigjährigen Krieg sind auch dtsch. und frz. Soldaten mit Halsbinden und -schleifen abgebildet. Seit etwa 1655 – also vor der angeblichen Parade in Paris – trugen Männer der oberen Schichten an Stelle des bis dahin üblichen separat angelegten steifen Hemdkragens ein Tuch, das doppelt um den Hals gelegt und vorne geknotet wurde und dann über der Brust herabhing. Es wurde als Halsbinde bezeichnet und kann als Vorläufer der Krawatte angesehen werden. Mehr dazu auf Wikipedia
  • Die erste Eisdiele soll 1668 der Sizilianer Francesco Procopio de Coltelli, ein ehem. Koch des Sonnenkönigs Ludwig XIV. , in Paris eröffnet haben (nach anderen Angaben kam der 20jährige erst 1670 nach Paris). In Deutschland gibt es heute etwa 4.000 Eisdielen bzw. Eiscafés, von denen etwa 3.000 von italienischen Gelatieri geführt werden, von denen wiederum 3/4 aus dem Val di Zoldo in den Dolomiten stammen. Ursächlich hierfür war die um 1850 herrschenden Armut der dortigen Bevölkerung, die sich daraufhin auf das Eismachen als Einnahmequelle konzentrierte. Viele gingen nach Österreich und schließlich in der Zeit der Weimarer Republik auch nach Deutschland, wo ab den späten 1920er Jahren die Eisdiele zum Bestandteil der gastronomischen Stadtkultur wurde (Quelle: Panciera/ Lazzarin/ Caltran 1999, s.u.). Schon in den Jahren 1891-1903 wirkte aber in Braunschweig Vittorio Toscani als einer der ersten Inhaber einer Eisdiele. Der Grund für seine Innovation: Ein Gesetz verbot den Verkauf von Eis auf der Straße. Also eröffnete er einen Verkaufsraum (Quelle: Rönneburg 2005, s.u.)
  • Procopio dei Coltelli wird auch zugeschrieben, 1686 in Paris das stilprägende erste Kaffeehaus eleganten und luxuriösen Stils eröffnet zu haben, für das die französische Metropole bis heute bekannt ist. Bis dato waren Häuser, in denen Kaffee ausgeschenkt wurde eher dunkle Spelunken, in denen sich eher zweifelhafte Gestalten, denn angesehene Bürger aufhielten. 1674 verkaufte er in einem Laden in der Rue de Tournon Kaffee: Bohnen, Pulver und als Getränk. 1686 kaufte er dann in der Rue des Fossés Saint-Germain ein Gebäude, mietete die beiden Nachbarhäuser dazu und ließ die Wände durchbrechen, um ein großzügiges Lokal mit großen Sälen entstehen zu lassen: Das bis heute existierende Café Procope.
  • Der Schweizer Daniel Josty soll es gewesen sein, der 1818 am Prenzlauer Berg in Berlin die „Berliner Weisse“ erfunden hat: Eine Bierspezialität mit Waldmeister- und Himbeergeschmack
  • Der französische Adelige Antoine Francois Marquis Bertrand-Molleville, der 1792 während der Revolutionswirren nach England floh, gilt als Erfinder der Gartenschere, d.h. eines „Sécateur“, der die bis dahin übliche Hippe (ein plumpes Haumesser) ablöste, beschrieben erstmals 1819 im „Bon Jardinier“, setzte sie sich erst in der 2. Hälfte des 19.Jh. durch (1888 technisch verbessert durch die Bautzener Firma Oskar Butter);
  • Der belgische Instrumentenbauer und Musiker Adolphe Sax (1814-1894) war der Entwickler der Saxhörner und des Saxophons. In Brüssel hatte sein Vater eine Instrumentenbauwerkstatt eröffnet, während Adolphe das Brüsseler Konservatorium besuchte und dort Flöte, Klarinette, Gesang und Harmonie studierte. Seine erste selbstständige Arbeit als Instrumentenbauer in der väterlichen Werkstatt war 1838 die Vervollkommnung von Klarinette und Bassklarinette. Ohne Mittel begab er sich 1842 nach Paris und nahm als einzige Empfehlung ein Exemplar eines von ihm entwickelten völlig neuen Instruments, des (Sopran)-Saxophons, mit. Damit erregte er bald die Aufmerksamkeit versch. Persönlichkeiten des Pariser Musiklebens, u.a. Hector Berlioz, einem tatkräftigen Helfer, dem sich auch bald Sponsoren anschlossen. Sax baute nun das Saxophon in acht verschiedenen Größen (Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Kontrabass, Subkontrabass). 1846 erhielt er ein Patent und gelangte so schnell zu großer Berühmtheit; seine Instrumente wurden besonders in der Militärmusik eingeführt (Biografie).
  • Levi Strauss (1829-1902), geb. in Bayern, erfand 1849 in der Zeit des „gold rush“ in Kalifornien die Blue Jeans (aus Nieten und Drillich), die 100 Jahre später die Welt eroberte (Biographie).
  • Die Jukebox oder auch Musikbox gehörte jahrzehntelang zur Standardeinrichtung von Kneipen und Bars. An ihrer Entwicklung waren viele beteiligt. Einer von ihnen war Franz Rudolph Wurlitzer (1831-1914), der als Sohn eines sächsischen Musikinstrumentenhändlers 1870 in die USA auswanderte, dort zunächst bei einer Bank in Cincinnati arbeitete, ehe er feststellte, wie teuer und von schlechter Qualität die vor Ort verkauften Musikinstrumente waren – im Vergleich zu seiner Heimat, aus der er mit seiner nach ihm benannten Firma erfolgreich Instrumente importierte. 1899 entwickelte er ein mit Münzen zu bezahlendes Klavier, das von einer vorgefertigten Zylinderrolle gespielt wurde – das Wurlitzer Tonophone; nach seinem Tod wurde aus „Wurlitzer“ eine Marke und eine Legende für Musikboxen: Sein Sohn Farny Wurlitzer erwarb 1933 einen patentierten Musikbox-Mechanismus, und kurz danach wurde die erste Musikbox mit dem Namen „Debutante“ zum Erfolgsschlager. Der später entwickelte „Bubbler“, in dem Luftblasen aufstiegen, wurde zum Symbol für die 1950er-Jahre  (Biographie)
  • Thomas Nast (1840-1902) war ein deutsch-amerik. Karikaturist, der als Vater des amerik. politischen Cartoons angesehen wird, geb. in Landau/Pfalz, Auswanderung mit der Familie 1846 nach New York, erfand 1862 in Zeichnungen für die Zeitschrift „Harper’s Weekly“ die Figur des „Santa Claus“, d.h. des Weihnachtsmanns, den es als Idee erst seit der Reformation im 16. Jh. gab: zunächst zeichnete er ihn mit hellbraunem Mäntelchen, entwickelte ihn aber in 30 Jahren weiter, kolorierte seinen Umhang irgendwann rot und weiß und legte damit sein heutiges Erscheinungsbild fest. Zwar wurde diese Erscheinung durch eine Werbekampagne von Coca-Cola in den 1930er-Jahren sehr populär, doch ist es ein Irrtum zu glauben, der Getränkehersteller habe die Figur erfunden. Wie genau die Figur entstand, dazu gibt es zwei Versionen, nachzulesen bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Nast
  • Zwar war er nicht der alleinige Erfinder des Telefons, doch gilt Alexander Graham Bell als der erste Mensch, der aus dessen Erfindung Kapital geschlagen hat, indem er Ideen seiner Vorgänger zur Marktreife weiterentwickelte. Geboren in Edinburgh/ Schottland folgte er dem Vorbild der Eltern und wurde Sprachtherapeut in London, ging dann 1870 mit der Familie nach Kanada und wanderte 1871 in die USA weiter. In der Folge seines 1876 entstandenen Telefons gründete er die Bell Telephone Company, die sich später zum weltweit größten Telekommunikationskonzern AT&T entwickelte. Bell starb in Baddeck/ Kanada (Biographie)
  • Emil Berliner (engl. Emile Berliner, 1851-1929), der als Erfinder der Schallplatte und des Grammophons gilt, wurde in Hannover geboren und wanderte 1870 als junger Mann in die USA aus, um der preußischen Einberufung zu entgehen. Nach drei Jahren in Washington zog er nach New York, wo er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielt und nachts studierte. Vom Ertrag seiner ersten Erfindung bei den Bell Labs 1877, dem Berlinerschen Mikrophon für Fernsprecher, richtete er ein eigenes Labor ein. 1887 meldete er dann ein Patent auf einen scheibenförmigen Tonträger an, in den von außen nach innen schneckenförmig und in Seitenschrift eine Rille geritzt und so die Schwingungen der Aufnahme-Membran analog konserviert wurden. Bestandteil des Patents war auch ein Aufnahme- und Abspielgerät, der Vorläufer des Grammophons. Er selbst bezeichnete die Scheibe in seiner deutschen Muttersprache als „Schallplatte“. Der große Vorteil der Scheibe gegenüber dem von Edison 1877 erfundenen zylinderförmigen Tonträger war ihre Reproduzierbarkeit. Edisons Zylinder mussten einzeln bespielt werden, waren dadurch viel zu teuer und dem Pressen der Schellackplatte auch immer unterlegen. Berliners Platte bestand zunächst aus Hartgummi, dann aus einem – viel preiswerteren – Gemisch aus Baumwollflocken, Schieferpulver und Ruß (daher die schwarze Farbe) sowie Schellack (daher die Zerbrechlichkeit). Bei der heißen Pressung drückte sich der Schellack an die beiden Oberflächen und versiegelte damit die Rillen. Das ermöglichte die industrielle Fertigung großer Mengen, die Berliner 1889 aufnahm und bis 1910 perfektionierte, z. B. das Aufkleben von Papier-Etiketten und das Beschreiben beider Seiten. Nachdem er durch seine Erfindungen zu Geld gekommen war, lebte Berliner wechselnd auch in Großbritannien, Kanada und Deutschland. Die Schellackplatten mit 78 Umdrehungen/ Minute wurden von ihrer Grundkonstruktion her faktisch unverändert von ca. 1895 bis ca. 1955, in der DDR und Osteuropa bis 1961 und in Teilen Asiens bis 1968, hergestellt und dann von Schallplatten aus Vinyl (Singles und LPs), abgelöst. 1881 erhielt Berliner die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, er starb in Washington, D.C.
  • Damit sein Sohn mit dem Fahrrad besser über Belfasts Pflastersteine radeln konnte, bastelte der aus Schottland nach Irland ausgewanderte Tierarzt John Boyd Dunlop (1840-1921) einen luftgefüllten Reifen – so begann die Geschichte eines Fahrrad- und Autoschlauchs, für den der Firmenname heute weltweit bekannt ist. Der Doktor hatte 1888 seinem erkältungskranken Sohn Radfahren an der frischen Luft verordnet, doch schüttelte das Kopfsteinpflaster den etwas schwächlichen Dunlop-Junior auf seinem Rad mit Vollgummireifen derart, dass es der Vater nicht mit ansehen konnte. Er experimentierte erst mit dünnen Gummimatten, die er einrollte und zusammenklebte. Dann pumpte er den Reifen mit einer Ballpumpe auf und stülpte den Schlauch über den Fahrradreifen – zur Begeisterung seines Sohnes, der ausgerufen haben soll, dass er jetzt endlich die anderen Jungs im Radrennen schlagen könne. Einer anderen anekdote zufolge ärgerte sich Dunlop über den Krach der Metallreifen des Dreirades seines Sohnes… (Biografie)
  • Die ersten Gleichstromanlagen mit Bleiakkumulatoren als Vorgänger heutiger Akkus und Starterbatterien, die dem Anlasser von Autos den nötigen Strom liefern,  wurden vom jungen Studenten Henri Tudor in den 1870er-Jahren entwickelt. Der in Ferschweiler/ Eifel geb. Sohn eines Engländers und einer Luxemburgerin ist derjenige, dem heutige Autofahrer den Luxus verdanken, einfach nur den Schlüssel ins Schloss zu stecken, um den Motor zu starten. Die Akkumulatoren, die von einem Dynamo gespeist wurden, der mittels einer Wassermühle im luxemburgischen Rosport betrieben wurden, liefen 16 Jahre ohne Pause. Das Schloss der Tudors war dann auch eines der ersten Gebäude in Europa, dem rund um die Uhr elektrisches Licht zur Verfügung stand. 1886 ließ Tudor seine Erfindung in Luxemburg und 1887 in Frankreich patentieren.Er starb in Rosport.
  • Heute kennt kaum noch jemand Lochkarten, dabei wurden sie noch zu Beginn der digitalen Revoluition Ende der 1980er-Jahre vielfältig benutzt, zum Beispiel für Telex, den Vorgänger der E-Mails. Erfunden wurde das System von einem deutschstämmigen amerikaner: Herman Hollerith (1860-1929). Er wurde in Buffalo/ New York als Kind deutscher Eltern geboren, die aus Großfischlingen (bei Neustadt an der Haardt) stammten und nach dem Pfälzer Aufstand mit ihren zwei Töchtern in die USA ausgewandert waren. Der US-amerikanische Unternehmer und Ingenieur ist Erfinder des nach ihm benannten Hollerith-Lochkartenverfahrens in der Datenverarbeitung. 1884 hatte er als Freiberufler seine erste Erfindung zur Datenspeicherung ein, die nach einigen Umarbeitungen zu den bahnbrechenden Lochkarten-Patenten von 1989 führten. Hierbei griff er auf die Konstruktionsideen des französischen Mechanikers Falcon zurück, der seinen Webstuhl mittels eines Holzbrettchens mit Lochkombinationen steuerte, und die Weiterentwicklung dieses Verfahrens durch Jacquard, der das Holzbrettchen durch Lochkarten aus Pappschablonen ersetzte. Hollerith nutzte das ursprüngliche Verfahren zur Steuerung von Maschinen mittels gelochter Karten zur Lösung/Auswertung von organisatorischen Problemstellungen. Ein damaliger Kniff der Eisenbahnschaffner brachte ihn auf die Idee des Lochkarteneinsatzes zur Massendatenerfassung: Sie lochten die Fahrkarten an bestimmten Stellen, um bestimmte Merkmale eines Passagiers, wie Geschlecht und Hautfarbe, festzuhalten. So wurde die mehrfache Benutzung des Tickets durch verschiedene Personen erschwert. Hollerith entwickelte ein System zur Erfassung von Daten auf Lochkarten. Es bestand aus der Tabelliermaschine, dem Lochkartensortierer, dem Lochkartenlocher und dem Lochkartenleser. 1888 begann das US- Kriegsministerium eine solche Anlage zu nutzen. Das System (auch Hollerithmaschine genannt) entwickelte er in den späten 1880er-Jahren gemeinsam mit dem Arzt John Shaw Billings ursprünglich zur statistischen Erfassung von Krankheitsfällen in der Bevölkerung, um deren Wehrzustand zu ermitteln. Hollerith gelang es nachfolgend, das Zensusbüro von der Verwendung seiner Maschine bei der amerikanischen Volkszählung 1890 zu verwenden. Es trug zu einer enormen Beschleunigung der Auszählung bei. In nur zwei Jahren mit 43 Maschinen und 500 Angestellten als Bedienungspersonal gelang die Auswertung des Datenmaterials; zuvor hätte dieselbe Anzahl an Mitarbeitern volle sieben Jahre gebraucht. Hollerith starb 1929 in Washington, D.C.
  • Die Fließbandtechnik im Automobilbau wurde konsequent durch Henry Ford (1863-1947) perfektioniert. Der in Greenfield/USA als Sohn irischer Einwanderer geborene Ingenieur gründete den Automobilhersteller Ford Motor Company und perfektionierte nicht nur mit der Herstellung des Modell T die moderne Fertigung von Fahrzeugen, sondern revolutionierte damit auch die industrielle Produktion insgesamt.
  • Ohne den jüdischen Schwaben Carl Laemmle (1867-1939) gäbe es wohl nicht das Hollywood wie wir es heute kennen. Der in Deutschland geborene spätere deutschamerikanische Filmproduzent wanderte mit 17 Jahren in die USA aus und wurde zunächst Geschäftsführer einer Textilfirma in Oshkosh (Wisconsin), einer Stadt mit einer großen deutschsprachigen Minderheit. Dort arbeitete er mit auffälligen Werbeaktionen. 1906 machte er sich dann in Chicago selbständig und investierte sein Geld in ein Nickelodeon (5-Cent-Filmtheater). Bei diesem wurden Fassade, Innenraum und Mobiliar weiß gestrichen, da die Konkurrenz eher schmuddelig aussah. Noch 1906 gründete er einen Filmverleih. Das Geschäft boomte und innerhalb kürzester Zeit gehörten ihm 50 Kinos. Bereits 1908 war seine Firma die größte Film-Verleihfirma der USA. Auf Anzeigen erschien Laemmle selbst mit dem Slogan „I Am the Moving Picture Man“. 1910 gründete er seine erste Filmproduktion, die Independent Motion Picture Company. Im Vorspann erschien von Anfang an „Carl Laemmle presents“. Er setzte als erster in der US-Filmindustrie auf Stars, indem er die Schauspieler benannte, während die Konkurrenz die Schauspieler unbenannt einsetzte. 1912 fusionierte die Independent Motion Picture Company mit anderen Firmen zur legendären Universal Motion Picture Manufacturing Company (heute Universal Studios). Auch als Produzent war er erfolgreich, u.a. gewann er zwei Oscars.
  • Die in chinesischen Lokalen nach dem Essen gerne gereichten Glückskekse, in dessen Inneren sich ein Spriuch mit einer Weisheit befindet, sind keineswegs eine chinesische Erfindung, sondern wurden in japanischer Kunst und Literatur bereits Jahrzehnte vor ihrer Einführung an der amerikanischen Westküste Anfang des 20. Jahrhunderts durch Einwanderer aus Asien unter dem Namen tsujiura senbei erwähnt. Der Glückskeks in der heutigen Form, die sich hauptsächlich im Geschmack von dem japanischen unterscheidet, wurde in Kalifornien eingeführt und damals noch zum Grüntee gereicht. Die genaue Geschichte um deren Entstehung und Verbreitung ist jedoch bis heute ungeklärt. Mehrere Familien, die meisten von ihnen japanischen Ursprungs, beanspruchen die Erfindung der Kekse für sich. Der am weitesten verbreiteten Theorie zufolge kam die Idee, solche Kekse herzustellen und sie nach dem Essen zu verteilen, von dem japan. Einwanderer Makato Hagiwara, der in San Francisco einen japan. Teegarten im Golden Gate Park betrieb. Irgendwann zwischen 1907 und 1914 soll er begonnen haben, Glückskekse – damals noch fortune tea cookies genannt – zum Tee zu verteilen. Die Herstellung der Kekse wurde jedoch nicht von Hagiwara selbst, sondern von der japan. Bäckerei Benkyodo übernommen. Die Tatsache, dass der Glückskeks heute fälschlicherweise als chin. Speise angesehen wird, ist v.a. an zwei Gründen festzumachen. Zahlreiche japan. Einwanderer führten in den 1920er und 1930er Jahren Restaurants, die amerikanisierte chin. Küche servierten. Zudem griffen chin. Restaurants die Kekse schon früh auf und trugen dadurch erheblich dazu bei, sie in der amerik. Bevölkerung zu verbreiten. Der Glückskeks etablierte sich zunächst als lokaler Brauch in San Francisco und breitete sich in den weiteren Jahrzehnten von der Westküste aus über die gesamten USA aus. Während des 2. Weltkriegs wurden Menschen japan. Abstammung, die an der amerik.Westküste lebten, interniert. Mehrere japan. Bäckereien, die bis dato noch Glückskekse gebacken hatten, mussten deswegen schließen. Vermutlich übernahmen Firmen von chinesischstämmigen Inhabern in dieser Zeit die Herstellung der Glückskekse. Erst in den 1990er Jahren wurden sie erstmals nach China ausgeführt, wo sie bis dahin völlig unbekannt gewesen waren. Heute produziert der Weltmarktführer Wonton Food Inc. täglich 4 Mio. Kekse, die an chin. Restaurants in der ganzen Welt verschickt werden.
  • Tango in Argentinien: Die Musik und der Tanz entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts an den Ufern des Rio de la Plata, als eine Welle europäischer Einwanderer nach Argentinien zog. Im Tango spiegelt sich die Verzweiflung der Einwanderer wider, denen es nicht gelang, in Buenos Aires Fuß zu fassen. Gewalt und Prostitution prägten ihren Alltag.
  • Am 21. Dezember 1913 herrschte in der Redaktion der „New York World“ noch mehr Stress als sonst. Denn Weihnachten stand vor der Tür, die Drucktermine waren eng gefasst und man wollte den Lesern vor den Feiertagen noch ein Extra bieten. Die Redaktion, die schon den ersten comic und die erste Farbdruck-Beilage einer Zeitung produziert hatten, hatten ein Sonderheft in Auftrag gegeben, das den Leuten Denk-Sport bieten sollte. Die Aufgabe, sich etwas auszudenken fiel Arthur Wynne zu. Der 51jährige Engländer, geboren 1862 in Liverpool, war Redakteur des Unterhaltungsressorts. Er grübelte und erinnerte sich schließlich an die „magic squares“, die er als kleiner Junge in Liverpool gespielt hatte. Da musste man mit einer Gruppe von Wörtern so jonglieren, dass sie vertikal und horizontal in ein vorgegebenes Quadrat passten und von jeder Seite aus gelesen auch Sinn ergaben. Aus dieser Vorlage, die wahrscheinlich von Häftlingen erfunden worden war, machte Wynne das welterste Kreuzworträtsel. Er nannte es Word-Cross Puzzle, also Wortkreuzrätsel, anstatt Cross-Word Puzzle (Kreuzworträtsel). Es war rautenförmig, unterscheidet sich also von den heute üblicherweise rechteckigen Kreuzworträtseln. Der Erfolg war groß und schnell schwappte eine Rätselwelle durch die USA. Wynne starb 1945.
  • Der Name „Boeing“ steht wie kein anderer für die dynamische Welt der Luftfahrt, für riesige Flugzeuge und weltumspannenden Luftverkehr. Dieser mächtige „Global Player“ war einst ein Familienbetrieb mit deutschen Wurzeln. Im Jahr 1868 entschließt sich der 22-jährige Wilhelm Böing aus Hohenlimburg bei Hagen in die USA auszuwandern. Der Vater des gleichnamigen späteren Flugzeugkonstrukteurs und Begründers der Boeing-Flugzeugwerke geht nach Michigan, wo damals ein wahrer Holzboom ausbricht. Erkann sich als Holzhändler etablieren und gelangt schnell zu Reichtum. Im Winter 1889/90 stirbt er an den Folgen einer Grippe-Epidemie. Ein bitterer Verlust für seinen 1881 in Detroit geborenen Sohn Wilhelm jr. Zunächst wird dieser ins Internat in die Schweiz geschickt, dann an die Yale-Universität, bevor er als Holzhändler in der Nähe von Seattle in die Fußstapfen des Vaters tritt. Hier erwirbt er Kenntnisse über Holzstrukturen, die ihm später im Flugzeugbau sehr nützlich waren. 1910 kommt der große Wendepunkt: Als Chef der Greenwood Logging Company, die mit Bootsentwürfen experimentierte, reist Wilhelm Böing, der sich inzwischen William Boeing nennt, nach Los Angeles und besucht die erste internationale Flugschau in den USA . Er wird vom Fliegervirus erfasst, der ihn lebenslang nicht mehr loslässt. 1915 beginnt er in Seattle zusammen mit seinem Kollegen George Conrad Westervelt die Arbeit an einem ersten Flugzeug, dem B & W Seaplane, einem Wasserflugzeug aus Holz, Leinen und Draht. Als Westervelt die Mitarbeit an dem Projekt aufgab, stellte Boeing die ersten beiden B&Ws alleine fertig. Den Erstflug mit der ersten Bluebill genannten Maschine führte er 1915 selbst durch. 1916 gründet er die Pacific Aero Products Company, die er 1917 in Boeing Airplane Company umbenannte. Von der US-Navy erhält er im Ersten Weltkrieg einen Auftrag zum Bau von 50 Flugzeugen zu Trainingszwecken. Dadurch konnte er die Firma massiv erweitern. Nach Kriegsende konzentrierte er sich auf Passagier-, Fracht- und Postflüge. 1919 transportierte er mit seinem Partner Conrad Westervelt die erste Luftpost zwischen den USA und Kanada, später erhielt er mit seinem Flugzeug Boeing Model 40A eine staatliche Konzession für Postflüge von San Francisco nach Chicago. Nach dem Luftpost-Skandal von 1934 zog er sich verbittert vom Flugzeugbau zurück und starb 1956 auf dem Puget Sound (Biografie: Wikipedia)
  • Caesar Salad, ein international bekannter Salat der US-amerikanischen Küche, wird dem Italoamerikaner Cesare Cardini und seinen Mitarbeitern zugeschrieben (was laut Linda Stradley in ihrer Salatgeschichte allerdings bestritten wird: schon 1903 habe ein anderer italienischer Einwanderer, Giacomo Junia, ihn in Chicago entwickelt). Cardini lebte in San Diego, betrieb in den 1920er-Jahren aber zunächst das holzgetäfelte Restaurant Caesar’s Place im mexikanischen Tijuana, um die Prohibition zu umgehen. Die unmittelbar an der Grenze zu den USA liegende Stadt war damals besonders von US-Amerikanern frequentiert, da der Alkoholausschank in Mexiko legal geblieben war. Nach Angaben von Cardinis Tochter Rosa gab es am 4. Juli 1924, dem amerikanischen Nationalfeiertag, einen Ansturm auf das Lokal, dem die Küche kaum gewachsen war. Der Chef beschloss, auf Basis des noch ausreichend vorhandenen Salats ein neues Gericht anzubieten, den Caesar Salad. Er Salat besteht aus Römersalat, einer speziellen Vinaigrette (bestehend aus Eigelb mit Olivenöl, frisch gepresstem Zitronensaft, Worcestershiresauce, Croûtons und Parmesan, die zu einer Emulsion aufgeschlagen werden). Die vorbereiteten Salatblätter werden mit der Vinaigrette vermischt und mit den in Knoblauchöl gerösteten Croutons sowie Spänen von Parmesan dekoriert. Je nach Rezept kann er ergänzt werden um Sardellenfilets, Avocado, Tomaten, Garnelen oder gebratener Geflügelbrust. Cardini übersiedelte 1930 in sein in der Nähe an der Hauptstraße Tijuanas neu erbautes Hotel Caesar’s, das sich zu einem beliebten Treffpunkt von Hollywoodstars entwickelte.
  • Die Comic-Figur „Batman„, mittlerweile bekannter als „Superman“ ist eine Erfindung von Robert Kahn (1915-1998), einem in New York geborenen Kind osteuropäischer Zuwanderer in die USA, der sich zur Verschleierung seiner jüdischen Herkunft Bob Kane nannte. Er begann 1936 mit dem Zeichnen und entwickelte nach dem Erfolg von „Supermann“ ab 1939 die Figur „Batman“.
  • Victor Gruen (1903-80) war ein österreichischer Stadtplaner und Architekt, der durch die Planung der ersten modernen Einkaufszentren am Rand von Städten in den USA international für Aufsehen sorgte. Noch während seines Architekturstudiums an der Akademie der bildenden Künste in Wien machte er sich als politischer Kabarettist einen Namen. Er kritisierte offen die Nationalsozialisten. Als sein Architekturbüro 1938 von den Nationalsozialisten aufgrund seiner „nichtarischen Herkunft“ enteignet wurde, emigrierte er in die USA. In New York City machte er durch Umbauten von Fifth-Avenue-Boutiquen schnell von sich reden, und 1940 zog er für einen Auftrag einer großen Einzelhandelskette nach Los Angeles. 1947 plante er ein Kaufhaus mit Parkdeck auf dem Dach, was es bis dahin nicht gab und seiner Bekanntheit weiter Auftrieb gab. 1949 gründete er mit seinem österreichischen Kollegen Rudolf Baumfeld die Arbeitsgruppe „Victor Gruen Associates“, die mit 300 Angestellten (neben Architekten und Planern auch Künstler und Soziologen) bald eines der größten US-amerikanischen Architekturbüros wurde. 1952 begann die Umsetzung seines Lebenswerkes, als er in Northland bei Detroit sein erstes Einkaufszentrum, in dem die Besucher nicht mehr bloß einkaufen, sondern sämtliche Funktionen städtischer Zentren auffinden sollten, baute. Damit wurde er zum Erfinder der „Shopping Mall“, des Inbegriffs US-amerikanischer Suburbanisierung, wenngleich seine Visionen in ganz andere als die vom Autoverkehr beherrschte Richtung gingen: Er sah seine Mall – mit Theatern und kulturellen Einrichtungen – als Zentrum eines verdichteten urbanen Raumes an, als eine Art verbesserte Downtown, die von dichter Wohnbebauung, Parks und Sportanlagen umgeben sein sollte.
  • Eiscafés bzw. Eisdielen in Deutschland, von italienischen Zuwanderern und Pendelmigranten Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Gastronomieform, ursprünglich als mobile Händler hausgemachtes Eis verkaufend;
  • Caffs“: in London von italienischen Einwanderern in der Nachkriegszeit begründete Straßencafés, eine Mischung zwischen Cafeteria und Imbiss mit traditioneller Küche (ZEIT, 04.05.06).
  • Einer von zwei „Vätern“ der Antibabypille war der 1923 in Wien geborener bulgarisch-amerikanisch-österreichischer Chemiker und Schriftsteller Carl Djerassi. Der Sohn eines Ärzte-Ehepaares (seine Mutter war eine aschkenasische Jüdin aus Wien, sein Vater ein sephardischer Jude aus Bulgarien) war von Geburt an bulg. Staatsbürger, seine ersten Jahre verbrachte er in Sofia, mit 5 Jahren kehrte in seine Geburtsstadt zurück. Nach dem “Anschluss” Österreichs floh die Familie über Bulgarien in die USA, wo Djerassi an der University of Wisconsin Chemie studierte und 1945 promovierte. Im gleichen Jahr erhielt er die amerik. Staatsbürgerschaft. Gemeinsam mit Luis E. Miramontes gelang es ihm Anfang der 1950er Jahre als Forscher für Syntex S.A. in Mexiko-Stadt, das Sexualhormon Norethisteron, ein Gestagen, künstlich herzustellen. Mit Gregory Pincus und John Rock entwickelten sie damit 1951 die erste Antibabypille. Djerassi starb 2015 in San Francisco.
  • Pizza: jahrhundertelang kannte man in Italien nur die sog. Pizza napoletana, ein handtellergroßer, dicker Teigfladen, mit einem sparsamen Klecks Tomatensauce verziert, der berühmte Pizzaiola. Als gegen Ende der 1950er-Jahre Italiener auch außerhalb ihrer Heimat in Europa Restaurants eröffneten, erwies sich eine dünnere, üppiger belegte Variante als der absolute Renner. Erst von hier aus, von Migranten verändert, kam die Pizza, wie wir sie heute kennen, nach Italien zurück.
  • Döner Kebab: in Deutschland in den 1970er-Jahren von türkischen Einwanderern umgewandeltes Spießbratengericht, bei dem das Fleisch nicht mehr auf (wie in der Türkei), sondern in einem Fladenbrot gereicht wird;
  • Erste Versionen der Computerprogramme Word und Excel entstanden 1981 unter der Leitung des amerikanischen Programmierers und Softwareentwicklers Charles Simonyi (geb. 1948 als Károly Simonyi in Ungarn, wanderte 1966 nach Dänemark, 1968 in die USA aus);
  • Kleinstrukturierter, auf die Bedürfnisse von Zuwanderern ausgerichteter internationaler Handel (Import-Export), insbesondere in Hafenstädten wie Marseille oder Hamburg, sowie anderen Zentren der Zuwanderung, entstanden insbesondere in den1980er-Jahren;
  • Als Begründer der Sport- bzw. Fortbewegungsart Parkour gilt David Belle (geb. 1973 in Fécamp/ Frankreich als Sohn eines in Indochina aufgewachsenen Soldaten). Er lernte als Kind von seinem Vater,einem ehemaligen Vietnamsoldaten, in den Wäldern Nordfrankreichs die Méthode Naturelle, eine Kunst der Bewegung durch die Landschaft mit ihren natürlichen Hindernissen im Einklang mit Natur und Umwelt. Ende der 1980er Jahre übertrug er diese Methode spielerisch auf die urbane Landschaft des Pariser Vorortes Lisses. Aus den spielerischen Verfolgungsjagden der Kinder über Treppen, Tischtennisplatten, Papierkörbe und kleine Bäche entwickelten die Freunde als Jugendliche durch Einbeziehung immer schwierigerer Hindernisse wie Mauern, Zäune, Baugerüste und später Gebäudefassaden und Hochhäuser den Parkour. Belle zählt Parkour insofern zu den Kampfsportarten, als es sich um das Trainieren von Fluchtmöglichkeiten handelt.
  • Sergey Brin (russ.: Sergej Michajlovič Brin, geb. 1973) US-amerikanischer Informatiker und Unternehmer, geb. in Moskau als Kind von Eltern jüdischer Abstammung, was ihnen eine akademische Karriere erschwerte, daher stellte die Familie 1978 einen Ausreiseantrag, 1979 verließ sie die Sowjetunion in Richtung USA, studierte an den Universitäten Maryland und Stanford Mathematik und Informatik, entwickelte zusammen mit Larry Page die Suchmaschine Google, dessen Prototyp 1998 gestartet wurde, durch den Börsengang der Firma wurde er zum Multimilliardär, heute ist er CTO des Unternehmens Alphabet Inc.
  • Lukasc Gadowski gründete 2002 das Unternehmen Spreadshirt. Die Idee: Menschen können bei ihm T-Shirts bestellen, deren Motive sie selbst entwickeln. Gadowski war später auch an Studi VZ beteiligt (s.u.)
  • Studi VZ, das Internet-Netzwerk für Studenten, auf dem Studierende ihr Profil anlegen und Freunde suchen können, wurde von den drei Firmenbegründern Ehssan Dariani, Dennis Bemmann und Michael Brehm gemeinsam mit den Investoren Lukasc Gadowski und den Sammwe-Brüdern 2005/06 entwickelt und Anfang 2007 für einen Betrag von rund 75 Mio. Euro an den Holtzbrinck-Verlag verkauft. Gadowski hat schon 2002 das Unternehmen Spreadshirt gegründet (s.o.)
  • Internet-Zahlungssystem PayPal, aufgebaut 2002 durch Jawed Karim, einem in der DDR geborenen Sohn einer Deutschen und eines Bangladeschi;
  • YouTube, das weltweit führende Internet-Portal für kurze Videos (Grundidee: die Nutzer liefern selber die Inhalte), aufgebaut durch die kalifornischen Studenten Jawed Karim, Chad Hurley und Steven Chen 2005 (Karim ist ein aus Deutschland zugewanderter Sohn einer Deutschen und eines Bangladeschi;
  • Die Geschichte von Jan Koum ist eine echte “Rags-To-Riches Tale”. Dass er exemplarisch den „American Dream“ leben würde, war freilich nicht abzusehen. Koum wurde 1976 bei Kiew/ Ukraine geboren. 1992, im Alter von 16 Jahren ging er nach dem Zusammenbruch der UdSSR mit seiner Mutter nach Kalifornien/ USA. Er kam aus nicht sonderlich wohlhabenden Verhältnissen, arbeitete als Reinigungskraft, während seine Mutter als Babysitterin ihr Geld verdiente. Auch sonst hatte er nicht viel Glück im Leben. Seine beiden Eltern starben früh. Er studierte zwar, brachte sich den Umgang mit Computern aber selbst bei, beschäftigt sich auch als Hacker. Heute ist er durch die Erfindung und Vermarktung von WhatsApp, einer Messaging-Application Milliardär. 1997 lernte er an der Uni seinen späteren Geschäftspartner Brian Acton kennen, der ihm einen Job bei Yahoo vermittelte. Sie arbeiteten bis 2007 gemeinsam dort, waren jedoch in den letzten Jahren dort frustriert. 2009 kaufte sich Koum ein iPhone und erkannte das Potential des zu diesem Zeitpunkt erst sieben Monate alten AppStores als gute Möglichkeiten für Apple, viel Geld zu verdienen. An seinem 33. Geburtstag gründete er zusammen mit Acton die Firma WhatsApp Inc., obwohl die App selbst noch nicht einmal fertiggestellt war. Der Name WhatsApp ist ein Wortspiel zum ähnlich klingenden englischen Ausdruck What’s up? (‘Was geht ab?’). Heute gibt es 900 Millionen monatliche Nutzer weltweit.

Quellen: Albrecht, Jörg: Gartenschere, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10. März 2013, S. 65; Donata Panciera, Paolo Lazzarin, Tarcisio Caltran: La storia del gelato. Dall’epopea dei gelatieri alla Mostra Internazionale del Gelato/Wie das Eis entstand. Vom Zeitalter der Speiseeiserzeuger zur Internationalen Speiseeismesse (ital./dt.). Cierre Edizioni. Caselle di Sommacampagna (VR), Italien 1999; Karger, Claude: Es begann mit F-U-N, Letzebuerger Journal, 23.12.2013; Kayser, René: Le Café Procope au XVIIIe siècle, Die Warte, Beilage zum Luxemburger Wort, 04.07.2013;  Loschek, Ingrid: Accessoires. Symbolik und Geschichte, S. 147;  memory.log.gov: Emil Berliner and the Birth of the Recording Industry (Titelfoto); Nastali, Ines: Luftreifen für Sohn machte Dunlop berühmt, 2015 (für dpa); Rönneburg, Carola: Grazie mille! Wie die Italiener unser Leben verschönert haben, Herder, Freiburg im Breisgau, 2005, S. 15f; Spehr, Michael: Was machst du?, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10.01.2016; Stradley, Linda: What’s cooking America. History of Salads & Salad Dressings, 2004; The Kitchen Projekt: The Histrory of Caesars Salad; Wege, Barbara: „Es ist wie in der Liebe: Man weiß nie, wie es ausgeht“. Das Tangopaar Silvia Sotomayor und Carolina Rocchietti im Interview, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23. Juni 2013, S.49; Wikipedia-Artikel: Emil Berliner, William Edward BoeingCarl Djerassi, Jan Koum und Schellackplatte.

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