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Internationale Künstler mit Migrationserfahrungen bzw. -hintergrund

August 11, 2011

Grab von Oscar Wilde, Friedhof Pêre Lachaise in Paris (oben), Kad Merad am Set in Luxemburg 2014 (unten, 2.v.l.)

Kad Merad in Luxemburg 2014 © Ekkehart Schmidt

In einem Jahresrückblick „Unworte des Jahres“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom Dezember 2012 zählte der Begriff „Migrationshintergrund“ zu den Wörtern, die man 2013 nicht mehr hören wollte. Der Kunstbegriff ersetzte in der Fachliteratur die Begriffe „Immigrant/in“, Zuwanderer/in“ oder „Migrant/in“, welche wiederum die Begriffe „Ausländer“ oder „Gastarbeiter“ ersetzt hatten, weil diese nicht angemessen schienen, wollte man Menschen bezeichnen, die nicht selbst eingewandert waren, oft die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, aber eben doch durch ihre kulturelle Prägung oder durch ihre Hautfarbe „nicht heimisch“ schienen. Auch der neue Begriff nervte die Redaktion „irgendwann gewaltig“, letztlich, weil mit ihm Klischees transportiert werden, vor allem aber, weil er in der Sprachpraxis fast nur für Menschen aus dem Mittelmeerraum verwendet werde. Der Text schloss mit dem Gedanken, dass der Begriff „mit Migrationshintergrund“ nur dann akzeptabel sei, wenn er auch für ein- oder ausgewanderte Amerikaner oder Engländer verwendet wird.

Das empfinde ich als eine Steilvorlage für meine Sammelsuriumslisten von Politikern, Unternehmensleitern, Nobelpreisträgern und deutschen Kulturschaffenden und Wissenschaftlern mit – genau – Migrationshintergrund … in der ich ziemlich penibel eben auch Leute wie Ovid, Händel, Bruce Willis, Marie Curie, Nicolas Sarkozy, Barack Obama oder Albert Einstein aufführe, um zu zeigen, wie bedeutsam der Beitrag von Migranten für die Entwicklung moderner und innovativer Gesellschaften war und ist.

Hier also die internationalen Künstler, kurz in folgender Abfolge beschrieben:

Name (Lebensdaten), Beruf, Migrationserfahrung, bedeutende Werke

Geburtsjahrgänge bis 1850

  • Publius Ovidius Naso, modern kurz Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.), römischer Dichter, geb. in Sulmo (heute Sulmona, Mittelitalien), hielt sich 8 n. Chr. auf der Insel Elba auf, als ihn der Beschluss von Kaiser Augustus erreichte, nach Tomis (heute Constanta/Rumänien) verbannt zu werden, starb dort, Amores/ Heroides/ Medea/ Metamorphosen
  • El Greco (span. el ‚der‘, ital. Greco ‚Grieche‘; eigentl. Domínikos Theotokópoulos  1541-1614), Maler griechischer Herkunft und Hauptmeister des span. Manierismus bzw. der ausklingenden Renaissance, tätig auch als Bildhauer und Architekt, geb. in Candia (heute Iraklio) auf Kreta, wurde dort Ikonenmaler in der byzant. Tradition, siedelte nach Venedig über, ehe er sich in Rom niederließ, gelangte von dort auf ungeklärte Weise 1577 nach Toledo/Spanien, wo er sich trotz einiger Konflikte durchsetzen konnte und bis zu seinem Lebensende blieb
  • Peter Paul Rubens (1577-1640), einer der bekanntesten Barockmaler, geb. als Sohn eines flämischen Juristen in Siegen/ Westfalen, nach dessen Tod 1589 die Familie nach Antwerpen zurückkehrte, hielt sich zw. 1600 und 1608 in Venedig, Rom und Genua/ Italien auf, kehrte dann nach Antwerpen zurück, war 1628/29 auf diplomatischer Mission in Madrid und London, starb in Antwerpen
  • Theodoor van Loon (1581 oder 1582-1649), flämischer Barockmaler, geb. in Erkelenz oder Brüssel (biograf. Angaben widersprüchlich), ging 1602-08 zur Ausbildung nach Rom (lebte dort evtl. bis 1612) und erneut von 1628-29, starb in Maastricht, Martyrium des Heiligen Lambertus
  • Jacques Callot (1592-1635), frz. Zeichner und Kupferstecher, geb. in Nancy, ging 1608 nach Rom und später nach Florenz, kehrte 1621 nach Nancy zurück, starb dort
  • Claude Gelée (auch Claude le Lorrain, 1600-1682), frz. Maler des Barock, geb. in Chamagne/Frankreich, zog als Pastetenbäcker aus Lothringen im Alter von 13 Jahren nach Rom, begann dort und in Neapel zu malen, kehrte 1625 kurz nach Frankreich zurück, ging danach für immer nach Rom, starb dort
  • Jean-Baptiste Lully, ursprünglich Giovanni Battista Lulli (1632-1687), ital. Komponist und Ballettänzer, geb. in Florenz, 1646 wurde Roger de Lorraine, Chevalier de Guise, der auf der Suche nach einem „hübschen“ Knaben für italienische Konversation für Anne Marie Louise d’Orléans, duchesse de Montpensier war, auf den komödiantisch begabten Lully aufmerksam und nahm ihn im Einverständnis der Eltern mit nach Frankreich, wo er Zeit seines Lebens für den Hof Ludwigs XIV. arbeitete und 1661 frz. Staatsbürger wurde
  • John Law of Lauriston (1671-1729) schottischer Nationalökonom und Bankier, geb. in Edinburgh, ging nach London, wurde 1694 wegen eines Duells mit tödlichem Ausgang zum Tod verurteilt und flüchtete nach Holland, später nach Paris und Venedig, kehrte nach einem Jahrzehnt im Exil nach Schottland zurück und einige Zeit später wieder zurück auf den Kontinent, 1720 flüchtete er erneut über Brüssel nach Venedig, starb dort
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759), deutscher Komponist, geb. in Halle/ Saale, ging zunächst als Geiger nach Haburg, 1707-1710 in Italien, dann als Hofkapellmeisterin Hannover und seit 1712 fast ausschließlich in London als Hofkomponist tätig, gründete die Royal Academy of Music, starb in London, Messias/…
  • Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist der Aufklärung, geb. in Genf, geht er auf Wanderschaft nach Savoyen, Turin (wo er als Diener und Sekretär arbeitet), Venedig (als Sekretär beim frz. Botschafter), Chambery (als Musiklehrer) und Paris, kehrt im Alter von 42 zurück nach Genf,  starb in Ermenonville bei Paris, Du contrat social/ Julie oder Die neue Heloise/ Émile/ Confessions
  • Bernardo Bellotto, genannt Canaletto (1722-1780), venezianischer Maler, geb. in Venedig, ging mit 25 Jahren 1747 als Hofmaler des dortigen Kurfürsten nach Dresden, blieb bis 1758, ging 1759 nach Wien, 1761 nach München und wieder zurück nach Dresden, fand 1762 am Hof des polnischen Königs eine Anstellung, starb dort
  • Angelica Kauffmann (1741-1807), schweizerische Malerin und Radiererin, geb. in Chur/ Schweiz, lebte 1766-81 in London, u.a. als Mitglied der Royal Academie, seit 1782 in Rom, wo ihr Haus ein gesellschaftlicher Treffpunkt für Künstler und Gelehrte (u.a. Herder, Goethe) war, starb in Rom
  • Jean Pierre Duport (1741-1818), frz. Cellist und Gambenspieler, geb. in Paris, ging mit 28 auf Konzertreisen nach England, Italien und Spanien, wurde 1773 an den Hof des späteren Königs Friedrich Wilhelm II nach Potsdam berufen, starb in Berlin
  • Jean Louis Duport (1749-1819), frz. Cellist, geb. in Paris, ging während der frz. Revolution zu seinem Bruder Jean Pierre nach Berlin, spielte 17 Jahre in der königl. Kapelle, ging 1806 zurück nach Paris, spielte bis 1812 für den König von Spanien in Marseille, Rückkehr nach Paris zur Hofkapelle, starb dort
  • Antonio Rosetti (Rösler) (1750-1792), deutscher Komponist, geb in Leitmeritz/ Böhmen, ausgebildet in Prag, danach einige Zeit ein Wanderleben führend, u.a. Anfang der 1770er Jahre in Rußland im Dienst eines Grafen Orlow stehend, später Hofkomponist in Deutschland, starb in Ludwigslust
  • Ludwig van Beethoven (1770-1827), Komponist, entstammte einer aus dem Flämischen eingewanderten Musikerfamilie, geb. in Bonn zog er 1792 nach Wien, wo er auch starb, Pastorale/ Pathétique/ Kreutzersonate/ 9 Sinfonien
  • Percy Bysshe Shelley (1792-1822), britischer Schriftsteller der Romantik, geb. in Field Place/ England, seit 1818 lebte die Familie in Italien, zog 1822 in die Bucht von La Spezia, starb im Meer bei Viareggio
  • August Kopisch (1799-1853), dtsch. Erfinder, Landschafts- und Historienmaler und Schriftsteller bzw. Dichter, geb. in Breslau/ heute Polen,besuchte ab dem Alter von 15 Jahren von 1815-17 die Kunstakademie in Prag, 1817-19 in Wien, kehrte nach dem Tod des Vaters 1817 bis 1819 nach Breslau zurück,war dann bis 1821 in Dresden, ging 1824 nach Italien, erst nach Rom, dann Neapel, kehrte 1829 nach Breslau zurück, ab 1833 in Berlin, starb dort, Die Blaue Grotte auf Capri/ Heinzelmännchen
  • Comtesse Sophie de Ségur (Sophie Gräfin von Ségur, 1799-1874), geboren Sofia Fjodorowna Rostoptschina (russ.: Софья Фёдоровна Ростопчина), frz. Schriftstellerin, geb. in St. Petersburg als Tochter des russischen Generals und Ministers F. Rostoptschin, zog 1817 mit ihrer Familie nach Frankreich, lebte in Nouettes, zog 1872 nach Paris, starb dort, Nouveaux Contes de fées/ Les malheurs de Sophie
  • Alexandre Dumas (1802-70), frz. Schriststeller, geb. in Villers-Cotterêts als Enkel eines Marquis, der sich um 1760 längere Zeit bei einem jüngeren Bruder, Plantagenbesitzer auf Saint-Domingue (heute Haiti), aufgehalten hatte, wo er mit einer schwarzen Sklavin vier Kinder zeugte, gegen 1775 wurden Mutter und Kinder als Sklaven verpfändet, der Marquis kehrte nach Frankreich zurück und löste wenig später das jüngste Kind, Thomas Alexandre, den späteren Vater von Alexandre aus, holte ihn nach Frankreich und nahm ihn als legitimen Sohn an, 1822 ging Alexandre nach Paris, wurde wegen seiner dunklen Hautfarbe und seiner Abstammung häufig geschmäht, Die drei Musketiere/ Der Graf von Monte Christo
  • Victor Hugo (1802-85), frz. Schriftsteller, geb. in Besançon, musste 1851 fliehen, als der von ihm kritisierte Napoléon III  per Staaststreich an die Macht kam und lebte 1 Jahre, bis zur Abdankung des verhassten Herrschers vorwiegend auf den Kanalinseln und bis 1871 in Belgien, von wo er verbannt wurde und für ein halbes Jahr nach Luxemburg ging, starb in Paris
  • Taras Schewtschenko (1814-61), Begründer der ukrainischen Literatursprache und Maler, geb. bei Kiew, war mit 11 Vollwaise, lebte in Leibeigenschaft, Kunstkurse und später Studium in St. Petersburg, kaufte sich 1838 frei, ca. 1843 Rückkehr nach Kiew, nach 1847 Verbannung und Zuchthaus am Kaspischen Meer, kam 1857 wieder nach St. Petersburg, starb dort
  • Camille Thierry (1814-1875), frankophoner Dichter, geb. in New Orleans/ USA als Sohn eines frz. Vaters und einer Mulattin, siedelte nach Frankreich über und lebte in Paris und Bordeaux, starb dort
  • Victor Séjour (1817-1874), geb. in New Orleans als Sohn eines Mannes aus Santa Domingo, ging im Alter von 19 Jahren nach Paris, um seine Studien zu beenden, seine Kurzgeschichte „Le Mulâtre“ („The Mulatto“) gilt als erstes Erzählwerk eines afroamerik. Autors, starb in Paris
  • Iwan Sergejewitsch Turgenew (oft auch nach einer älteren Transkription Turgenjew, 1818-83), russ. Schriftsteller, geb. in Orjol/Russland, Schule und Studium in Moskau und St. Petersburg, wurde 1852 aufgrund eines Artikels verhaftet und auf sein Gut verbannt, reiste 1855 zu seiner langjähr. Geliebten, der Sopranistin Pauline Viardot nach Paris kehrte nur noch gelegentlich nach Russland zurück, lebte 7 Jahre in Baden-Baden, starb in Bougival bei Paris, Aufzeichnungen eines Jägers/ Andrei Kolossow/ Väter und Söhne/ Klara Militsch
  • Gustave Courbet (1819- 1877), frz. Maler des Realismus, geb. in in Ornans/ Frankreich, ging nach Paris, wurde nach der gewaltsamen Auflösung der Kommune wegen seiner Beteiligung an der Zerstörung der Colonne Vendôme inhaftiert, später wurde er zu Schadenseratz verurteilt und floh 1873 in die Schweiz, starb im Exil in La Tour de Peilz
  • Jacques Offenbach (ursprüngl. Jacob O., 1819-1880), dt.-frz. Komponist (einer der Begründer der Operette), geb. in Köln, wurde 1840 Kapellmeister in Paris/ Frankreich, starb dort, Hoffmanns Erzählungen / Orpheus in der Unterwelt / Die schöne Helena
  • Rachel (eigentl. Elisabeth R. Felix, 1821 – 1858), Schauspielerin, geb. in Mumpf/ Schweiz, Mitglied und Teilhaberin der Comédie Francaise, gest. in Le Cannet/Frankreich
  • Alfredo Piatti (1822-1901), ital. Cellist, geb. in Bergamo/ Italien, Studium und Konzerttätigkeit in Mailand, ging 1845 nach London, starb dort
  • Alexander Reichardt (1825-1885), österreich-ungarischer Sänger, geb. in Paks/ Ungarn, debütierte 1842 in Lemberg, war 1843-1851 an der Wiener Hofoper, hatte  in den folgenden Jahren  Engagements u.a. in Berlin, Paris und London, nach dem Verlust seiner Stimme ließ er sich in Boulogne sur Mer/ Frankreich nieder, starb dort
  • Karl Davidoff (1838-89), russ. Violoncellist, geb. in Goldingen im Kurland, Umsiedlung nach Moskau, Komponistenstudium in Leipzig, , wurde dort 1860 Konzertmeister am Gewandhaus, Rückkehr nach St. Petersburg, ging 1887 nach Moskau, starb dort
  • Giovanni Boldini (1842-1921), ital.-frz. impressionist. Salonmaler, geb. in Ferrara/ Italien, Studium in Florenz, ließ sich nach einem längeren Aufenthalt in London 1872 in Paris nieder, starb dort
  • Paul Gauguin (1848-1903), Maler, geb. in Paris, lebte 1891-1894 auf Tahiti, kehrte kurz nach Frankreich zurück, und lebte von 1895 bis zu seinem Tod erneut in der Südsee
  • Robert Louis Stevenson (1850-1894), Schriftsteller, geb. in Schottland , um sein Lungenleiden zu lindern, zog es ihn immer wieder in südliche Länder: nach Südfrankreich, in die Schweiz, nach Kalifornien und in die Südsee, seit 1890 lebte er auf Samoa, wo er 1894 in Vailima starb, Die Schatzinsel / Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Geburtsjahrgänge 1851 bis 1900

  • Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler, geb. in Groot-Zundert/ Niederlanden, ging nach Antwerpen und 1886 nach Frankreich: erst bis 1888 in Paris/ später in Arles, starb in Auvers-sur-Oise, Sonnenblumen/ Boote am Strand/ Sternennacht/ Im Grünen
  • Arthur Rimbaud (1854 – 1891), französischer Dichter, ging nach ruhelosen Wanderjahren 1880 in den  Jemen und gelangte von dort nach Abessinien, wo er mit Kaffee, Gewürzen und Waffen handelte und nicht mehr dichtete, kehrte 1891 schwer krank nach Marseille zurück und starb dort, Vers nouveaux/ Une saison en enfer/ Les poètes maudits
  • Oscar Wilde (1854-1900), irischer Schriftsteller, geb. in Dublin, Studium in Oxford/GB 1874-78, Übersiedlung nach London 1879, verurteilt wegen Unzucht zu 2 Jahren Haft (1895-97), danach Flucht vor der gesellschaftlichen Ächtung nach Paris, starb dort, Das Bildnis des Dorian Gray/ The Importance of Being Earnest
  • Frantz Seimetz (1858-1934), luxemburgischer impressionist. Maler, geb. in Grevenmacher, studierte ab 1875 in Brüssel, 1879-81 in München und 1881-87 in Paris, reiste viel (u.a. nach Nordamerika und die Westindischen Inseln), lebte in Arlon/ Belgien, ab 1923 in Luxemburg, starb dort
  • Jean Moréas (eigentl. Ioannis Papadiamantopoulos, griech. Ιωάννης Παπαδιαμαντόπουλος, 1856-1910), frz. Dichter des Symbolismus, geb. in Athen, gig 1875 zum Studium nach Paris, starb dort
  • Henry Ossawa Tanner (1859-1937), gilt als erster afroamerikanischer Maler, geb. in Pittsburgh/ USA, ging 1891 zum Studium nach Paris, kehrte in die USA zurück, ehe er 1895 wieder nach Paris auswanderte, um rassischer Diskriminierung in Amerika zu entkommen, starb in Paris
  • José Rizal ( 1861-1896), philippinischer Schriftsteller, Arzt und Freimaurer, dessen Leben und literarisches Werk eine Inspiration für die philipp. Unabhängigkeitsbewegung darstellte, geb. in Calamba City, Studium ab 1878 in Spanien, Reisen durch Europa und die USA, studierte und lebte in Heidelberg und Ulm/Deutschland, ehe er zurück kehrte, nach Ausreise nach Spanien verhaftet und erschossen in Manila, wurde zum Nationalheld der Philippinen, No li me tangere/ El Filibusterismo/ Illustrator der „Max und Moritz“-Geschichten
  • Edvard Munch (1863-1944), norwegischer Maler und Grafiker des Symbolismus,  geb. in Løten, Hedmark/ Norwegen, 1885 kurzer Studienaufenthalt in Paris, erhielt 1889 ein dreijähriges Künstlerstipendium, das er in Paris verbrachte, ging danach bis 1896 nach Berlin und kehrte nach Paris zurück, 1898 Rückkehr nach Norwegen, hielt sich 1902-08 aber wieder lange in Deutschland auf, bis er 1809 endgültig zurückkehrte, starb auf Ekely in Oslo
  • George Santayana (eigentl. Jorge Augustín Nicolás Ruiz de Santayana ,1863-1952), spanischer Philosoph, Schriftsteller und Literaturkritiker, geb. in Madrid, seine Eltern wanderten mit ihm 1872 nach Boston/ USA aus, er blieb aber zeitlebens span. Bürger, nach seinem Studium in Harvard ging er von 1886 für knapp zwei Jahre nach Berlin, kehrte 1890 nach Harvard zurück, 1912 nutzte er seine Erbschaft, um einige Jahre in Paris, später in Oxford zu leben, ehe er sich 1925 in Rom niederließ starb dort
  • Rudyard Kipling (1865-1936), brit. Schriftsteller, geb. in Bombay/ Britisch-Indien als Kind einer Familie, die sich – wie er – als Anglo-Indian einschätzte, auch wenn er den Großteil seines Lebens anderswo verbrachte, wurde von einer portug. Nanny und einem Hindi Meeta aufgezogen, Englisch empfand er als Fremdsprache, wurde mit 5 Jahren mit seiner Schwester nach England verfrachtet und dort wie viele anglo-indische Kinder bei Pflegeeltern aufgezogen, kehrte 1862 mit 16 nach Bombay zurück, zog weiter nach Lahore/ Pakistan zu seinen Eltern, Arbeit als Journalist, 1889 Rückkehr nach London, ging 1892 in die USA, kehrte 1896 zurück, starb in London, Das Dschungelbuch/ Kim
  • Wassily Kandinsky (1866-1944), russischer Maler, einer der Begründer der abstrakten Malerei, geb. in Moskau, zog nach Odessa, Studium in Moskau 1886-92, ging 1900 zum Studium nach München, reiste viel, nach der deutschen Kriegserklärung gegen Russland 1914 konnte er nicht in Deutschland bleiben und floh über die Nach der deutschen Kriegserklärung gegen Russland am 1. August 1914 konnte er nicht in Deutschland bleiben und floh über  die Schweiz nach Russland, ließ sich in Moskau nieder, reiste 1921 über Riga nach Berlin und arbeitete bis 1933 am Bauhaus in Dessau, emigrierte nach dessen Schließung durch die Nazis nach Neuilly-sur-Seine/ Frankreich, starb dort
  • Marie Sklodowska Curie (1867-1934), Physikerin, geb. in Warschau/ Polen bzw. Russ. Kaiserreich, zog 1891 nach Paris/ Frankreich, weil in ihrer Heimat Frauen nicht zum Studium zugelassen waren, Professorin an der Sorbonne, 1903 anteiliger Nobelpreis für Physik, 1911 Nobelpreis für Chemie, starb in Sancellemoz/ Frankreich
  • Stanisław Przybyszewski (1868-1927), poln. Schriftsteller, geb. in Lojewo, begann nach dtsch. Schulbildung in Berlin zu studieren, pendelte 1894-98 zwischen Berlin und Norwegen, zog 1898 nach Krakau, dann nach Warschau und 1906 nach München, 1919 Rückkehr nach Polen, starb in Jaronty
  • Iwan Bunin (1870-1953),  russ. Schriftsteller und Übersetzer, geb. in Woronesch/ Russland, ging nach Moskau, verließ Moskau nach der Oktoberrevolution 1918, ging erst nach Odessa, dann mit dem „letzten Schiff“ nach Frankreich, ließ sich in Grasse nieder, 1933 Nobelpreis für Literatur, starb in Paris
  • Paul Valery (1871-1945), frz. Dichter und Philosoph, geb. in Sète als Kind eines korsischen Zollbeamten und einer ital. Mutter, Jugendjahre in Montpellier, dort Studium, ab 1894 in Paris, 1896/97 in London, dann Rückkehr nach Paris, starb dort als wohl letzter frz. Autor, der mit Lyrik seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte
  • Lyonel Charles Adrian Feininger (1871-1956), deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker und Karikaturist, geb. als Sohn deutscher Musiker in New York, 1897 erster Besuch mit den Eltern in Berlin, 1892-93 Studium in Paris, 1893 Rückkehr nach Berlin (mit häufigen Paris-Aufenthalten), 1919 Umzug nach Weimar (Beschäftigung am Bauhaus), 1926 nach Dessau, 1933 nach Berlin, 1937 zurück nach New York in die USA, starb dort, Stadtansichten von Halle
  • Alphonse de Chateaubriand (1872-1951), frz. Schriftsteller, der mit dem Nationalsozialismus sympathisierte und als Kollaborateur 1945 nach Kitzbühel/ Österreich gehen musste, starb dort
  • Chaim Nachman Bialik (hebräisch חיים נחמן ביאליק, 1873-1934), jüdischer Dichter, Autor und Journalist, der auf Hebräisch und Jiddisch schrieb, geb. im Dorf Radi bei Schitomir/ Russisches Kaiserreich, zog 1900 nach Odessa, wo er bis 1921 lebte, durfte unter Mithilfe von Maxim Gorki 1922 Sowjetrussland verlassen, zog von Odessa über Polen und die Türkei nach Berlin, wo er den hebräischen Verlag Dwir gründete, aber kurz darauf auf Anraten seines Arztes nach Bad Homburg vor der Höhe zog, wo er etwa zwei Jahre wohnte, wanderte 1924 in das damals britische Mandatsgebiet Palästina ein und ließ sich in Tel Aviv nieder, starb nach einer Operation in Wien
  • Rainer Maria Rilke (eigentl. René M. R., 1875 – 1926), österreichischer Dichter, geb. in Prag, zog nach dem Studium in Prag und München und einer Reise durch Russland 1901 in die Künstlerkolonie Worpswede, 1902 – 1906 in Paris, lebte nach 1918 in der Schweiz, starb in Val-Mont bei Montreux/ Schweiz, Das Stundenbuch / Das Buch der Bilder / Duineser Elegien / Die Sonette an Orpheus
  • Mata Hari (Künstlername der niederländ. Tänzerin Margaretha Geertruida Zelle) (1876 – 1917), geb. in Leeuwarden, war in der Zeit vor und während des 1. Weltkrieges als exotische Nackttänzerin und exzentrische Künstlerin berühmt, daneben gilt sie als bekannteste Spionin aller Zeiten (für den dtsch. Geheimdienst), wurde  wegen Doppelspionage und Hochverrats von den Richtern eines frz. Militärgerichts zum Tode verurteilt und in Vincennes hingerichtet
  • Pablo Casals (1876 – 1973), Komponist und Cellist, geb. im katalanischen Dorf El Vendrell, 1896 in Paris, dann bis 1899 in Barcelona, 1900-14 in Auteil bei Paris, ließ sich währende des spanischen Bürgerkriegs (in dem er sich auf Seiten der Republikaner gestellt hatte) 1937 im Exil in Prades in den frz. Pyrenäen nieder und begründete 1950 die dortigen Festspiele, starb in San Juan de Puerto Rico
  • Hermann Hesse (1877-1962), dtsch.sprachiger Schriftsteller und Maler (1946 Nobelpreis für Literatur), geb. in Calw/ Deutsches Reich als Sohn eines deutsch-baltischen Missionars (dadurch durch Geburt russischer Staatsangehöriger), lebte 1895-99 in Tübingen, 1899-1904 in Basel und zog schliesslich 1919 nach Montagnola/ Schweiz, starb dort
  • Charles-Ferdinand Ramuz (1878-1947), Schweizer Schriftsteller, Lyriker und Essayist, geb. in Lausanne, ging 1904 nach Paris, zog 1914 mit seiner Familie zurück ins schweizerische Lausanne, starb in Pully
  • Edward Jean Steichen (1879-1973), US-amerikanischer Fotograf luxemburgischer Herkunft, geb. in Bivange/ Luxemburg, Auswanderung der Familie 1880/81 in die USA, lebte in Milwaukee, starb in West Redding, The family of man
  • Guillaume Apollinaire (eigentl. Wilhelm Albert Włodzimierz Apolinary de Wąż-Kostrowicki,1880-1918), frz. Dichter, geb. in Rom als Enkel eines polnischen Adligen und einer Dame baltischer Herkunft, ging 1885 nach Monaco, 1899 nach Paris, 1901-02 als Hauslehrer im Rheinland, dann Rückkehr nach Paris, starb dort
  • Wladimir Zeev Jabotinsky (hebräisch: זאב ולדימיר ז’בוטינסקי, russ.: Владимир (Зеев) Евгеньевич Жаботинский, [vɫɐˈdʲiˑmʲɪr ʒəbɐˈtʲiˑnskʲɪj], 1880-1940), russ. Zionist und Schriftsteller aschkenasischer Abstammung, geb. in Odessa, Studium in Rom, ging zurück nach Odessa, kam 1909 erstmals nach Palästina, blieb bis 1929, diverse Aufenthaltsorte, ging 1940 in die USA, starb in Hunter/ USA, Die Fünf/ Philister über Dir, Simson/ Samson der Nasiräer
  • Robert Musil (1880-1942), Schriftsteller, geb. in Klagenfurt/ aufgewachsen in Steyr und Brünn/ später Wien, 1903-… und 1931-1933 in Berlin, 1938 Emigration in die Schweiz, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß/ Der Mann ohne Eigenschaften
  • Pablo Picasso (1881-1973), geb. in Malaga/Spanien, Maler, Graphiker und Bildhauer, 1904 Übersiedlung von Barcelona nach Paris (Frankreich), nach 1945 nach Süd-Frankreich, Kind mit Taube/ Guernica/ Das Leben/ Les Demoiselles d’Avignon
  • Béla Bartók (1881-1945), ungarischer Komponist und Pianist, war Professor in Budapest, emigrierte 1940 in die USA, wo er in New York starb
  • James Joyce (1882-1941), irischer Schriftsteller, siedelte 1902 nach Paris über und lebte später in Pula, Triest, Zürich und London, starb in Zürich
  • Aleksandra Ekster (1882-1949), russ. Malerin, geb. in Belostok/ Russ. Reich, ab 1907 Studium in Kiew, zog 1912 nach St. Petersburg, viele Reisen, emigrierte 1924 nach Paris/ Frankreich, starb in fontenay-aux-Roses
  • Sylvia Pankhurst (1882-1960), brit. Aktivistin der Suffragetten-Bewegung für Frauenrechte, geb. in Manchester, engagierte sich für den Kommunismus und gegen den Kolonialismus, zog 1956 nach Addis Ababa/ Äthiopien und begründete dort die Zeitung „Ethiopia Observer“, starb dort
  • Amedeo Modigliani (1884-1920), Maler und Bildhauer, geb. in Livorno (Italien)/ seit 1906 vorwiegend in Paris lebend, Porträt Max Jacob/ Großer Akt/ Sitzender weiblicher Akt
  • Jules Supervieille (1884-1960), frz. und -span.sprachiger Schriftsteller, geb. in Montevideo/ Uruguay als Sohn baskischer Eltern, die nach Uruguay ausgewandert waren, um dort eine Bank zu gründen, acht Monate nach seiner Geburt sterben beide während eines Besuches im heimatlichen Bearn, weshalb er unwissentlich als Waise bei Onkel und Tante aufwuchs, ging mit zehn auf eine frz. Schule nach Frankreich, Rückkehr nach Uruguay, starb in Paris
  • Max Brod (1884-1968), Prager Literat und Kritiker, geb. in Prag, 1939 Emigration nach Palästina, Die Höhe des Gefühls/ Franz Kafka (Biografie), Streitbares Leben (Autobiografie)
  • Jules Pascin (eigentl. Julius Pinkas, 1885-1930), expressionist. Maler und Graphiker, geb. in Widin/ Bulgarien als Kind eines span. Juden und einer Italienerin, aufgewachsen in Bukarest, 1902-05 Studium in Budapest, Wien, München und Berlin, ab 1905 in Paris, dann Brüssel und London, 1915-20 in den USA, Rückkehr nach Paris, starb dort durch Suizid
  • Ezra Pound (1885-1972), Schriftsteller, geb. in Idaho/USA, lebte 1922-1945 in Rapallo/Italien, wurde dann in einem amerikanischen Militärlager interniert, später in eine Nervenheilanstalt in Washington überführt, ab 1958 wieder in Italien, Cantos, ABC des Lebens
  • Felix Braun (1885-1973), österr. Schriftsteller, geb. in Wien als Kind einer jüd. Familie, Studium dort, dann Berlin, 1928-39 Privatdozent in Palermo und Padua/ Italien, 1939 Emigration nach Großbritannien, 1951 Rückkehr nach Wien, starb in Klosterneuburg
  • Diego Rivera (1886-1957), mexikanischer Maler, geb. in Guanajuato, arbeitete von 1907-1921 in Europa (zunächst in Spanien, dann in Paris), trat 1922 der KP Mexikos bei, setzte sich für eine Aufnahme Trotzkys ein und gab ihm persönlich Asyl, heiratete 1929 Frida Kahlo (s.u.), arbeitete 1930-33 und USA, starb in Mexiko-Stadt, große Wandgemälde
  • Blaise Cendrars (1887-1961, eigentl. Frédéric-Louis Sauser), frz.-spr. Schweizer Schriftsteller und Abenteurer, geb. in La Chaux-de-Fonds/ Schweiz, lief nach der Schulzeit von zu Hause weg, seine Reisen führten ihn mehrfach um die Erde, bis er in Bern studierte, kam 1910 erstmals nach Paris, diente in der Fremdenlegion, ab 1950 lebte er in Paris, wo er 1961 starb
  • Marc Chagall (eigentl. Moishe Zakharovich Shagalov) (1887-1985), Maler, geb. in Weißrussland, emigrierte 1910 nach Paris/ Frankreich und 1941 in die USA, Rückkehr nach Orgeval/ Frankreich 1948, Der Engelssturz/ Der Geiger/ Kirchenfenster
  • Alexander Archipenko (1887-1964), Bildhauer, geb. in Kiew/ Ukraine, ließ sich 1909 in Paris nieder, lebte danach in Berlin und wanderte nach USA aus, starb in New York
  • Marcel Duchamp (1887-1968), frz.-us-amerik. Maler, Ready-made- und Objektkünstler, geb. in Blainville-Crevon, ging 1915 nach New York/USA, 1918 nach Buenos Aires/ Argentinien und kehrte 1919 nach Paris zurück, erneute Emigration in die USA 1942 aufgrund des 2. Weltkrieges, blieb dort bis kurz vor seinem Tod, starb in Neuilly-sur-Seine
  • Saint-John Perse (1887-1975), frz. Diplomat und Dichter, geb. auf Guadeloupe, verbrachte seine Kindheit auf den frz. Antillen, ging 1899 mit seiner Familie nach Frankreich, 1940 ins frw. Exil in die USA, 1958 Rückkehr nach Frankreich, 1960 Nobelpreis für Literatur
  • Max Picard (1888-1965), Schweizer Arzt und Kulturphilosoph, geb. in Schopfheim/ Deutsches Reich, Studium in Freiburg, Berlin und München, Arzt in Heidelberg, ging 1918 als freier Schriftsteller nach Brisago/ Tessin, starb in Neggio bei Lugano
  • Thomas Stearns Eliot (1888- 1965), engl.sprachiger Lyriker, Dramatiker und Kritiker, geb. in St. Louis/ USA, studierte in Harvard, verbrachte ein Studienjahr in Paris, wanderte zu Beginn des 1. Weltkriegs nach London aus, lebte fortan überwiegend dort, auch wenn er in den 1920er-Jahren viel Zeit in Paris verbrachte und ebenfalls als Dozent in die USA zurückkehrte, wurde 1927 offiziell brit. Staatsbürger, Nobelpreis für Literatur 1948, starb in London
  • Alfons Freiherr von Czibulka, Pseudonym A. von Birnitz (1888-1969), österr.-dtsch. Schriftsteller und Maler, geb.  auf Schloss Radborsch bei Kolin, Böhmen, wuchs in Budapest, Prag und Wien auf, Studium in Breslau, nach 1918 ließ er sich in München nieder, starb dort
  • Samuel Joseph Agnon (hebräisch ‏שמואל יוסף עגנון‎ Schemu’el Josef Agnon, auch Shai Agnon, eigentlich Samuel Josef Czaczkes; 1888-1970), gilt als einer der wichtigsten hebräischen Schriftsteller des 20. Jhs., geb. in Buczacz, Galizien/ heute Ukraine, ging mit 18 nach Lemberg und dann über Krakau und Wien 1908 als Teilnehmer der 2. jüd. Immigrationswelle (Alija) nach Jaffa/ Palästina, ging 1913-21 nach Berlin und Bad Homburg/ Deutschland, ehe er nach Jerusalem zurückkehrte, erhielt 1966 zus. mit Nelly Sachs den Nobelpreis für Literatur, starb in in Rechowot bei Tel Aviv
  • Mark Lazarewitsch Levi (Pseudonym: M. Agejew, 1898-1973), russ. Autor, über den wenig Gesichertes bekannt ist (evtl. aufgrund einer Tätigkeit für den russ. Geheimdienst), geb. in Moskau als Sohn wohlhabender jüd. Kaufleute, emigrierte über Deutschland und Frankreich in die Türkei, veröffentlichte 1934 in einer russ. Exilzeitschrift den „Roman  mit Kokain“, kehrte evtl. 1942 in die Sowjetunion zurück und starb in Eriwan/Armenien oder starb bereits in den 1930er-Jahren in der Türkei
  • Bohuslav Martinu (1890 – 1959), tschechischer Komponist, geb. in Pelicka (Böhmen und Mähren), ging 1923 nach Paris, 1955 dann in die USA (war schon seit 1953 amerik. Staatsbürger), starb in Liestal bei Basel
  • Victor Serge, bürgerl.: Wiktor Lwowitsch Kibaltschitsch (1890-1947), russ. Schriftsteller und Revolutionär, geb. in Brüssel als Sohn russ. polit. Flüchtlinge, siedelte mit 19 Jahren nach Paris über, schloss sich dort der anarchist. Szene, 1912 Verurteilung zu fünf Jahren Haft, nach der Entlassung 1917 siedelte er nach Barcelona über (hier nahm er den Namen Serge an), als er vom Ausbruch der russ. Revolution erfuhr, versuchte er, nach Russland zu gelangen, wurde aber über 1 Jahr in Frankreich inhaftiert, 1919 in Russland angekommen, schloss er sich der KP an, um die Revolution zu unterstützen, ging 1923 für einige Monate für die Komintern nach Deutschland, verliess als Gegener des Stalinismus 1936 die Sowjetunion, Asyl in Belgien, von dort nach Frankreich, floh vor den Nazis nach Marseille und 1941 nach Mexiko, starb dort 1947
  • Licco Amar, (1891-1950), ungar. Violonist, geb. in Budapest als Kind eines mazedonischen Kaufmanns, ging 1911 zum Studium nach Berlin, war 1916-1920 Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, 1933 konnte er aus rassistischen Gründen in Dtschl. nicht mehr arbeiten, emigrierte nach Frankreich und von dort 1934 in die Türkei, arbeitete ab 1935 am Konservatorium in Ankara, erhielt 1957 einen Ruf nach Freiburg i. Br., starb dort
  • John Knittel (1891-1970, eigentlich Hermann Emanuel Knittel), schweizer Schriftsteller, geb. als Sohn eines Missionars in Dharwar/ Indien, kam mit 5 Jahren nach Basel, ging mit 19 nach London, ließ sich 1921 am Genfer See nieder, danach lange Aufenthalte/ Reisen in Ägypten, Algerien und Tunesien, seit 1938 in Maienfeld in Graubünden, starb dort, El Hakim/ Abd-el-Kader, Via Mala
  • Joachim Stutschewsky (1891-1982), Violoncellist und Schriftsteller, geb. als Kind einer Familie jüdischer Spielleute in Romny/ Ukraine, 1809-12 Studium in Leipzig, dann bis 1914 in Jena, bis 1924 in Zürich, 1924-38 in Wien, dann Auswanderung nach Tel Aviv/ Israel, starb dort
  • Clifford Holmead Phillips (1889-1975), US-amerik. Maler, geb. in Shippensburg/ USA, verbrachte bei seiner ersten Europareise im Alter von 21 mehrere Monate in Frankreich, vor allem in Paris, Italien, Deutschland und England, reiste 1924 wieder nach Europa, wo er nun einen jahrelangen Aufenthalt geplant hatte und bis 1931 vorwiegend in Brügge/ Belgien lebte und von dort aus viele Reisen in andere Länder unterrnahm, besonders oft besuchte er Paris, während er die Wintermonate meist in New York verbrachte, 1933 lebte er in München, reiste 1936 und 1937 erneut nach Europa, ließ sich zunächst in Stockholm, dann in Amsterdam und Den Haag nieder, ehe er 1938 nach Brüssel/ Belgien übersiedelte, starb dort
  • John Ronald Reuel Tolkien (1892-1973), brit. Schriftsteller und Philologe, geb. in Bloemfontein, Oranje-Freistaat als Sohn englischer Eltern, ging 1895 mit seiner das dortige Klima nicht vertragenden Mutter nach Birmingham/ England, wo sie im folgenden Jahr die Nachricht vom Tod des Vaters erreichte, bekam 1910 ein Schulstipendium in Oxford, nahm am 1. Weltkrieg teil, wurde 1925 Professor für englische Sprache an der Universität Oxford, zog in den letzten Jahren nach Bournemouth, starb dort, Der kleine Hobbit/ Der Herr der Ringe
  • Freya Stark (1893-1993), englische Forschungsreisende und Reiseschriftstellerin, geb. in Paris als Tochter eines engl. Malers und einer Italienerin dtsch.-poln. Abstammung, Studium in London, im 1. Weltkrieg in Italien, bereiste zwischen 1927 und 1979 vorwiegend den Nahen Osten und verfasste mehrere Bücher über ihre Reisen, lebte in Asolo/ Italien, starb dort
  • Moses Joseph Roth (1894-1939), österr. Schriftsteller und Journalist, geb. in Brody, Ostgalizien (damals Österr.-Ungarn), machte seine schwäbisch-jüdische Herkunft zum Gegenstand vielfacher Verschleierungen und Mystifikationen, v.a. die Person seines Vaters erschien in mehrfachen schillernden Umgestaltungen: Er sei der außereheliche Sohn eines österreichischen Offiziers, eines polnischen Grafen, eines Wiener Munitionsfabrikanten…, Studium in Lemberg und Wien, Journalist in Wien und ab 1920 in Berlin, ging 1933 einen Tag von Hitlers Ernennung zum Reichskanzler ins Exil nach Paris, hielt sich aber im Laufe der folgenden Jahre nicht durchgängig in Frankreich auf, sondern unternahm diverse, teils mehrmonatige Reisen, u.a. in die Niederlande, nach Österreich und nach Polen, starb in Paris, Radetzkymarsch/ Die Legende vom heiligen Trinker
  • László Moholy-Nagy (1895-1946),  ungar. Maler, Designer und Fotograf, geb. in Bácsborsód/ Ungarn, 1919 Übersiedelung nach Wien, 1920 nach Berlin, wurde 1923 Nachfolger von Johannes Itten und Assistenz von Walter Gropius am Bauhaus in Weimar, gründete 1928 in Berlin ein eigenes Atelier, emigrierte ein Jahr nach Hitlers Machtergreifung zunächst nach Amsterdam, dann nach England (1935–1937) und später in die USA, wo er das New Bauhaus in Chicago gründete und leitete. 1938 gründete er die „School of Design“, † 1946 in Chicago
  • Paul William Gallico (1897-1976), US-amerik. Schriftsteller, geb. in New York als Sohn eines ital. Pianisten und einer österr. Geigerin, die 1895 in die USA ausgewandert waren, arbeitete von 1943-1946 als Kriegsberichterstatter, um den Rest seines Lebens danach als freier Schriftsteller zu verbringen, der abwechselnd in Großbritannien, Mexiko, Liechtenstein und Monaco lebte, starb in Antibes/ Frankreich, Die Liebe der kleinen Mouche
  • Peggy (Marguerite) Guggenheim (1899-1979), amerikanische Kunstsammlerin, baute eine der bedeutendsten Privatsammlungen moderner Plastik und Malerei auf, siedelte 1947 mit der Sammlung nach Venedig um, starb dort
  • Gustav Regler (1898-1963), linker Intellektueller der Weimarer Republik, geb. im Saarland, Flucht nach dem Reichtagsbrand nach Paris, drei Jahre später Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg, danach viele Reisen nach Russland, USA, Algerien, Libanon, Mexiko und Indien
  • Ari Leschnikow (1897-1978), bulgarischer Tenorsänger, geb. in Chaskowo, ab 1922 Studium in Berlin, Gründungsmitglied der Comedian Harmonists (die Gruppe zerfiel 1935, weil die Nazis drei jüd. Sänger zur Emigration zwangen), 1940 Rückkehr  nach Sofia, starb dort verarmt
  • Alfred Margul Sperber (1898-1967), deutschsprachiger rumänischer Schriftsteller, geb. in Storozynetz, Bukowina/ Rumänien  als Sohn einer deutsch assimilierten jüdischen Familie, Schulbesuch in Czernowitz und Wien, kämpfte als Soldat an der Ostfront, 1918 Rückkehr in die Heimat, ging jedoch schon 1920 nach Paris, lebte von 1921-1924 in New York, kehrte zurück und ging 1940 nach Bukarest, starb dort
  • Ernest Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Journalist und Schriftsteller, geb. bei Chicago, Teilnahme am 1. Weltkrieg in Italien 1918-1919, Reisen durch Europa ab 1921, 1928 Rückkehr in die USA, 1937 Kriegsberichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg, 1939 lässt er sich auf Kuba nieder, 1942-1944 Teilnahme am 2. Weltkrieg u.a. in Frankreich, Afrikareise 1953-1954, Aufenthalt in Spanien 1958-1959, Rückkehr nach Kuba 1959, The Old Man And the Sea/ A Farewell to Arms/ Fiesta/ To Whom the Bell Tolls (Nobelpreis für Literatur 1954)
  • Alfred Hitchcock (1899-1980), britischer Filmregisseur, geb. in Leytonstone/London, wanderte 1939 in die USA aus und nahm 1955 (zusätzl.) die amerikanische Staatsbürgerschaft an, starb in Los Angeles, Die Vögel/ Bei Anruf Mord/ Rebecca
  • Nathalie Sarraute (1900-99, geb. als als Natascha Tscherniak), frz. Schriftstellerin, geb. in Iwanowo bei Moskau, lebte nach der baldigen Trennung ihrer Eltern ab 1902 in Paris, jeweils einen Monat im Jahr verbrachte sie bei ihrem Vater in Russland oder der Schweiz, 1906–09 lebte sie mit Mutter und Stiefvater in Sankt Petersburg, blieb ab 1909 in Paris, starb dort
  • Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), frz. Pilot und Schriftsteller, lebte 1927/28 für seine Fluggesellschaft in Span.-Marokko, dann ab 1929 in Argentinien, ab 1931 wieder in West-Afrika, ging 1940 in die USA und 1943 nach Algerien, Der kleine Prinz/ Terre des hommes/ Vol de nuit

Geburtsjahrgänge 1901 bis 1925

  • György Lehoczky (1901-79), ungarisch-deutscher Architekt und Kirchenfenstermaler, geb. als Kind ungarischer Eltern in in Vihnyepeszerény/ Österreich-Ungarn (heutige Slowakei) die Familie übersiedelte zuerst 1910/11 in die Freistadt Fiume (heute:Rijeka), danach nach Zagreb, wo sie bis zum Zusammenbruch der Donaumonarchie verblieb, nach der Flucht nach Ungarn studierte er 1921-27 in Budapest Architektur, arbeitete bis 1945 selbstständig, dann Flucht nach Vorarlberg, 1947 nach Saarbrücken, Arbeit als freier Künstler, starb dort
  • Sadegh Hedayat (1901-1951), iranischer Schriftsteller (Surrealist), geb. in Teheran, Studium 1925-29 in Paris, Rückkehr in den Iran, Aufenthalt in Indien 1936, Suizid in Paris 1951, Die blinde Eule
  • Alberto Giacometti (1901-66), ital. Maler, geb. im Val Bregaglia/ Italien, Kunstausbildung in Genf/ Schweiz, wandert 1922 nach Paris/ Frankreich aus, stirbt dort
  • Rose Ausländer (1901-88 geborene Rosalie Beatrice Scherzer), deutsch- und engl.sprachige Lyrikerin aus der Bukowina, geb. in Czernowitz, 1916 Flucht nach Budapest und Wien, 1920 Rückkehr, 1921 Auswanderung nach New York, 1931 Rückkehr nach Czernowitz, 1939 für 1 Jahr wieder in New York, Rückkehr zur Pflege der Mutter, Verhaftung und Leben im Ghetto, ging 1944 wieder nach New York, lebte in Paris, zog 1964 nach Wien um und 1965 nach Düsseldorf, starb dort
  • Cyril Lionel Robert James (1901-1989), Kulturkritiker, Journalist und wichtiger sozialistischer Theoretiker und Schriftsteller, geb. in Tunapuna/ Trinidad, zog 1933 nach London, ging 1938 in die USA, wurde 1952 ausgewiesen, durfte 1970 zurück, ehe er wieder nach London ging, starb dort, Minty Alley/ The Black Jacobins: Toussaint L’Ouverture and the San Domingo Revolution
  • John Steinbeck (1902-1968), US-amerik. Schriftsteller, geb. in Salinas, Kalifornien/ USA als Kind eines deutschstämmigen Vaters und einer irischstämmigen Mutter, Nobelpreis für Literatur 1962, siedelte mehrfach nach New York um, kehrte nach Kalifornien zurück, starb in New York, Früchte des Zorns/ Jenseits von Eden/ Von Mäusen und Menschen
  • Mark Rothko (1903-1970), amerik. Maler des abstrakten Expressionismus, geb. als Marcus Rothkowitz in Dünaburg/ Lettland (damals Russland), Auswanderung der Familie nach Portland/ USA 1913, Studium in New York, starb dort
  • Isaac Bashevis Singer (1902-1991), geb. in Leoncin/ heute Polen; polnisch-US-amerikanischer jiddischer Schriftsteller, zog als Kind nach Warschau, dann nach Lublin, folgte 1935 seinem Bruder nach New York/ USA, erhielt 1943 die amerikanische Staatsbürgerschaft, 1978 den Nobelpreis für Literatur, starb in Surfside/ USA, Feinde – Die Geschichte einer Liebe/ Zlateh, die Geiß
  • Georgi Iwanowitsch („Gaito“) Gadanow (1903-1971), russ. Exilautor, geb. in St. Petersburg als Kind von Osseten aus dem Kaukasus, floh als Soldat im russ. Bürgerkrieg bei Gallipoli nach Istanbul, besuchte erst dort, dann in Schumen/Bulg. ein russ. Gymnasium, ging 1923 nach Paris und blieb dort, starb in München, Das Phantom des Alexander Wolf/ Der nächtliche Reisegefährte/ Der Irrtum
  • Gregor Piatigorsky (1903-76), russischer Cellist, geb. in Dnjepropetrowsk, wurde mit 15 Solocellist an der Oper in Moskau, verließ Russland nach der Revolution 1921, ging an die Philharmonie in Berlin (bis 1929) und nach Leipzig, in den 1930er-Jahren nach Los Angeles/ USA, starb dort
  • Georges Simenon (1903-1989), belgischer Schriftsteller, geb. in Lüttich/ Belgien als Sohn eines Belgiers und einer Tochter eines Preußen und einer Niederländerin, die in Belgien als Ausländerin galt, ging nach ersten Jahren als Journalist von 1922-32 nach Paris, wo er zum Trivialschriftsteller wurde, danach häufig auf Reisen, wurde dann bekannt als Autor von insg. 75 Kriminalromanen um die Figur des Kommissars Maigret, lebte 1932-34 in der Nähe von La Rochelle, dann in der Nähe von Orléans, 1935 in Neuilly-sur-Seine, 1938 Rückkehr nach Nieul-sur-Mer bei La Rochelle, ging 1945 über New York nach Kanada, ließ sich in Sainte-Marguerite-du-Lac-Masson, nordwestlich von Montreal nieder, zog 1949 nach Lakeville, Connecticut/ USA, 1955 Rückkehr nach Europa, erst nach Cannes/ Frankreich, 1957 dann endgültig in die Schweiz, starb in Lausanne
  • Vladimir Horowitz (1903-89), russischer Pianist jüdischer Herkunft, geb. in Kiew oder einem ukrainischen Dorf, 1925 ging er nach Berlin und Hamburg, Konzertreisen, dann 1928 Emigration in die USA, starb in New York
  • Marguerite Yourcenar (eigentl.: Marguerite Antoinette Jeanne Marie Ghislaine Cleenewerck de Crayencour, 1903-1987), belgisch-amerikanische Schriftstellerin, geb. in Brüssel/ Belgien als Tochter einer Belgierin und eines Franzosen, ging 1939 in die USA, starb in Bar Harbor/ USA, Alexis oder Der vergebliche Kampf/ Feuer/ Fangschuss/ Ich zähmte die Wölfin
  • Johannes Heesters (1903-2011), niederl. Schauspieler und Sänger, geb. in Amersfoort/NL, sprach fließend Deutsch, da er schon früh mehrere Jahre im Haus eines dtsch. Großonkels verbrachte, als er 1935 nach Deutschland ging, wo er seitdem bis zu seinem Tod auftrat, auch unter den Nazis und vor Soldaten, weshalb er seit den 1970ern sehr kritisch rezipiert wird
  • Joseph Schmidt (1904-1942), Tenor, geb. als Sohn dtsch.sprachiger orthodoxer Juden in Dawideny (damals österr. Kronland Bukowina, heute Ukraine), wuchs in Czernowitz auf,  studierte ab 1925 in Berlin, verliess Deutschland 1933, ging nach Wien, dann USA, Belgien, Frankreich, schliesslich 1942 in die Schweiz, starb dort im Internierungslager Girenbad, Ein Lied geht um die Welt
  • Pablo Neruda (1904-1973), chilenischer Dichter und Schriftsteller, Nobelpreis für Literatur 1971, geb. in Parral/Chile, ab 1927 im diplomat. Dienst (u.a. Süostasien, 1934 in Spanien), floh 1936 nach Paris, Rückkehr nach Chile 1938, Generalkonsul in Mexiko 1940-43, Abgeordneter der komm. Partei in Chile, 1946 Flucht über Argentinien nach Paris, Rückkehr 1952, 1970 Botschafter in Paris, starb in Santiago de Chile
  • Graham Greene (1904-91), brit. Schriftsteller, geb. in Berhamsted/ Großbritannien, ab 1925 in Oxford, weite Reisetätigeit, verließ das Land 1966, zog nach Antibes/ Frankreich und in seinen letzten Lebensjahren nach Vevey am Genfer See/ Schweiz, starb dort
  • Willem de Kooning (1904-1997), Maler (abstrakter Expressionismus), geb. in den Niederlanden, 1926 illegale Einwanderung in die USA, „Seated Woman“/ „24 Drawings With Eyes Closed“
  • Ernest Mancoba (1904-2002), südafrik. Künstler, der als erster professioneller schwarzafrik. Künstler gilt, geb. in Johannesburg/ Süd Afrka, ging 1938 nach Paris/ Frankreich, während des 2. Weltkriegs in Dänemark interniert, blieb dort, in den 1950er-Jahren Rückkehr nach Paris, starb dort
  • Greta Garbo (1905-1990, eigentl. Greta Lovisa Gustafsson), schwedische Filmschauspielerin, geb. in Stockholm/ Schweden, ging 1925 nach Hollywood/ USA, lebte nach ihrem Karriereende 1942 abwechselnd in ihrer New Yorker Wohnung sowie in Klosters/ Schweiz, starb in New York
  • Manès Sperber (1905-84), geb. in Zablotow/ Ostgalizien (damals Österreich, heute Ukraine), österr. Schriftsteller, Jugend und Studium in Wien, 1927-1933 in Berlin, 1933-34 Emigration über Jugoslawien nach Paris, starb dort, Wie eine Träne im Ozean
  • Georges Schehadé (1905-89) libanesischer Dichter und Dramatiker, geb. in Alexandria/ Ägypten als Kind einer christl. Familie, Umzug nach Beirut, ließ sich 1977 wegen des Krieges im Libanon nach vielen vorherigen Afenthalten endgültig in Paris nieder, starb dort
  • Elias Canetti (1905-1994), geb. in Russe/Bulgarien, Schriftsteller, Sohn spanisch-jüdischer Eltern, studierte in Wien, emigrierte 1938 und lebte seit 1939 v.a. in London, Die Blendung/ Die Hochzeit/ Masse und Macht (1981: Nobelpreis für Literatur)
  • Missak Manouchian (armenisch: Միսաք Մանուշյան (1906-1944), armenischer Lyriker, Journalist und Kämpfer der Résistance, geb. in Adıyaman/ Osmanisches Reich, v or den Verfolgungen seitens türkischer Nationalisten floh er mit seinen Geschwistern erst nach Syrien, dann 1925 zu Verwandten nach Frankreich, wurde Fabrikarbeiter und communist. Partisan, der noch die Zeit fand, eine armenische Lyrikzeitschrift zu gründen, wurde 1943 verhaftet und zum Tode verurteilt, erschossen in Paris
  • Marie-Louise von Motesiczky (1906-1996), geb. in Wien, Malerin, die Tochter einer jüdischen Aristokratenfamilie besuchte 1927/28 Max Beckmanns Meisterklasse an der Städel-Schule in Frankfurt, verließ 1938 nach dem „Anschluss“ Österreichs Wien und flieht über die Niederlande nach London
  • Josephine Baker (1906-1975), Sängerin und Tänzerin, geb. in St.Louis/USA, kam 1925 nach Frankreich, starb in Paris
  • Billy Wilder (1906-2002, geb. als Samuel Wilder), österreichischer Filmjournalist und –regisseur, geb. als Kind jüd. Eltern in Sucha/ Galizien (damals Österr.-Ungarn, heute Polen), die Familie zog im 1. Weltkrieg nach Wien, ging 1927 für 1,5 Jahre nach Berlin, 1933 Emigration nach Paris/ Frankreich und 1934 in die USA, starb in Los Angeles
  • Samuel Beckett (1906-1989), Schriftsteller, lebte seit 1937 in Frankreich, Warten auf Godot
  • Frida Kahlo (ursprüngl. in dt. Schreibung: Frieda, 1907-1954), Malerin, Tochter von Carl Wilhelm (Guillermo) Kahlo, einem 1871 in Pforzheim (nicht: Baden-Baden) geborenen Deutschen ohne elterlichen Migrationshintergrund (nicht, wie in vielen Biografien aufgrund falscher Angaben von F.K.: Sohn ungarischer Einwanderer), der 1890 als Kaufmann nach Mexiko auswanderte, dort als Fotograf arbeitete und in 2. Ehe mit einer Mexikanerin Vater von F.K. wurde
  • Jacques Tati (bürgerl. Jacques Tatischef, 1907-1982), frz. Schauspieler und Regisseur, geb. in Le Pecq bei Paris als Enkel eines russ. Grafen und damaligen Militärattachées an der russ. Botschaft sowie einer niederl. Mutter, starb in Paris, Tati’s Schützenfest/ Die Ferien des Monsieur Hulot/ Mein Onkel
  • Andreas Walser (1908-30), schweizer Maler, geb. in Chur, ging 1928 Paris, starb vermutl. an einer Überdosis Drogen
  • Arthur Adamov (1908-70), frz. Autor des absurden Theaters, geb. in Kislowodsk/ Armenien als Sohn armenischer Industrieller, war bei Kriegsausbruch in Deutschland, emigrierte 1914 in die Schweiz und 1924 nach Paris, starb dort
  • William Saroyan (1908-81), US-amerik. Drehbuch- und Theaterautor, geb. in Fresno als Sohn armenischer Einwanderer aus Bitlis/Türkei, starb in Fresno, The Human Comedy/ The Time of Your Life/ My Name Is Aram/ My Heart’s in the Highlands
  • Juan Carlos Onetti (1909-1994), uruguayischer Schriftsteller, geb. in Montevideo/ Uruguay, siedelte 1930 nach Buenos Aires über, kehrte 1934 zurück, lebte von 1941-1955 wieder in Buenos Aires und kehrte nach Montevideo zurück, ging nach einem Gefängnisaufenthalt während der Militärdiktatur 1975 ins Exil nach Spanien, starb in Madrid, Für diese Nacht/ Der Tod und das Mädchen/ So traurig wie sie
  • Eugène Ionesco (1909-1994), frz.-rumänischer Autor, geb. in Slatina/ Rumänien, ging mit den Eltern 1913 nach Paris, 1925 Rückkehr nach Bukarest, ab 1938-40 wieder in Frankreich, Rückkehr und ab 1943 wieder in Paris, starb dort
  • Paul Bowles (1910-1999), US-amerikanischer Schriftsteller und Komponist, wanderte 1947 nach Tanger/ Marokko aus
  • Lew Tarassow, Pseudonym: Henri Troyat (1911-2007), französischer Schriftsteller, geboren in Moskau, kam mit seiner vor der Revolution fliehenden Familie sechsjährig nach Paris, studierte dort Jura
  • Fritz Hochwälder (1911-85), österr. Dramatiker, geb. in Wien, 1938 floh er als Jude und bekennender Linker nach Zürich/ Schweiz, starb dort
  • Émile M(ichel) Cioran (eigentlich Emil Cioran, 1911-1995), rumänischer Philosoph, geb. in Răşinari bei Sibiu (Hermannstadt), lebte seit 1937 in Paris, wo er den Rest seines Lebens verbrachte
  • Lawrence Durrell (1912-1990), Schriftsteller, geb. in Indien als Sohn eines in brit. Kolonialdiensten stehenden Iren, besuchte in England die Schule (lebte aber insges. nur 8 Jahre n England), lebte lange in Paris, Athen, auf Korfu, in Ägypten etc., starb in Frankreich, Alexandria-Quartett (Justine, Clea, Balthazar, Mountolive)
  • Heinrich Harrer (1912-2006), österr. Bergsteiger, Forschungsreisender und Autor, geb. in Obergossen/ Österreich, ab 1933 Studium in Graz und SA-Mitglied, wurde 1939 während einer Nanga Parbat-Expedition vom Ausbruch des 2. Weltkriegs überrascht und von den Engländern in Indien interniert, floh 2100 km zu Fuß durch Tibet, blieb dort bis 1951, nach der Rückkehr nach Europa viele Expeditionen weltweit, starb in Friesach/Österreich, Sieben Jahre in Tibet
  • Albert Camus (1913-1960), Schriftsteller, geb. in Mondovi/Algerien als Sohn einer Spanierin und eines Algeriers (nicht, wie oft kolportiert, eines Elsässers), der wenig später in der Marne-Schlacht fiel, wurde 1940 wegen seiner Kritik an der sozialen Lage des Landes verwiesen und ging als Journalist nach Paris, Nobelpreis für Literatur 1958
  • Vivien Leigh (1913-1967, gebürtig: Vivian Mary Hartley), brit. Schauspielerin, geb.  und aufgewachsen in Darjeeling/ Indien als Tochter eines Börsenmaklers, Rückkehr der Familie nach England 1920, neben ihrer Theaterarbeit erschien sie ab Mitte der 1930er Jahre in 20 Film- und Fernsehproduktionen, ging 1938 nach Hollywood/ USA, kehrte ca. 1942/43 zurück,Oscar-Preisträgerin 1939, starb in London, Vom Winde verweht
  • Claude Simon (1913-2005), frz. Schriftsteller, geb. in Tananarive/ Madagaskar (damals frz. Kolonie), 1914 Rückkehr der Familie nach Frankreich, aufgewachsen in Perpignan und ab 1924 Paris, Nobelpreis für Literatur 1985, starb in Paris
  • Romain Gary (eigentl. Roman Kacew oder Katsev, 1914-1980), französischer Schriftsteller, Pilot, Regisseur, Übersetzer und Diplomat, geb. in Vilnius/ UdSSR, heute Litauen, wuchs in Vilnius und später in Warschau/ Polen als Sohn einer jüdischen Familie auf, zog 1928 mit seiner Mutter nach Nizza/ Frankreich, wo er das Gymnasium abschloss, Jura-Studium in Aix-en-Provence und Paris, ging 1938 zur frz. Luftwaffe, floh 1940 nach England, trat der Luftwaffe von France libre unter Charles de Gaulle bei und kämpfte in England, Afrika, Äthiopien, Libyen und in der Normandie, von 1952 bis 1956 Sprecher bei der UNO, wurde danach zum Bolivien-Beauftragten ernannt und Generalkonsul in Los Angeles/ USA, erschoss sich in Paris, Les racines du ciel (dt. Die Wurzeln des Himmels)/ La Vie devant soi (dt. Du hast das Leben noch vor dir)
  • Julio Florencio Cortázar (1914-84) , argentinisch-frz. Schriftsteller und Intellektueller, geb. in Brüssel als Sohn des argent. Handelattachées an der dortigen Botschaft, die Familie zog 1916 in die Schweiz, dann nach Barcelona und kehrte schließlich nach Ende des 1. Weltkriegs, als Julio vier Jahre alt war, in einen Vorort von Buenos Aires zurück, Studium, Ende der 1940er-Jahre Professor in Mendoza,  1951 emigrierte er in Opposition zum Péron-Regime nach Frankreich, wo er bis zu seinem Tod lebte, starb in Paris
  • Paul Tortelier (1914-90), frz. Cellist und Komponist, geb. in Paris, 1935-37 in Monte Carlo, dann  Solocellist in Boston/ USA, 1956-66 in Paris, ging 1969-75 nach Essen, dann in Nizza, starb bei Paris
  • Saul Steinberg (1914-1999), geb. in Bukarest als Sohn eines jüdischen Buchbinders, Studierte u.a. Architektur in Mailand/Italien, erste flucht in die Dominikanische Republik scheiterte in Lissabon, zurückgeschickt nach Italien (dort interniert), Flucht nach Barcelona und erneut Lissabon, sowie via Ellis Island nach Santo Domingo, 1942 schließlich in die USA
  • Marguerite Duras (1914-1996), Schriftstellerin und Filmregisseurin, geb. in Vietnam als Tichter von Kolonialfranzosen, ging 1932 mit 17 nach Frankreich, studierte in Paris, Hiroshima, mon amour/ Zerstören, sagt sie/ Der Liebhaber
  • George Tabori, ursprüngl.: György Tábori (1914-2007), Drehbuchautor, Schauspieler, Schriftsteller, Übersetzer, Dramatiker und Theaterregisseur jüd. ungarischer Herkunft mit brit. Pass, geb. in Budapest, ging 1932 nach Berlin, kehrte 1933 zurück, zog 1935 nach London, arbeitete 1941 – 43 als Auslandskorrespondent in Sofia und Istanbul, kehrte 1943 nach London zurück, blieb bis 1947, ging dann in die USA, kehrte 1971 nach Mitteleuropa zurück, arbeitete ab 1986 in Wien und seit 1999 in Berlin, starb dort
  • Saul Bellow (1915-2005), Schriftsteller, 1913 zogen seine russisch-jüdischen Eltern von St.Petersburg nach Montréal/ Kanada, wo B. zwei Jahre später geboren wird; als er 9 Jahre alt ist, zieht die Familie nach Chicago/ USA, Nobelpreis für Literatur 1976, Die Abenteuer des Augie March/ Herzog
  • Chano Pozo/ Luciano Pozo y Gonzales (1915-1948), kubanischer Sänger, Tänzer und Percussionist, geb. in Havanna, kam 1946 nach New York/ USA, spielte dort mit Dizzy Gillespie, starb in New York
  • Vintila Horia (1915-92), rumänischer Dichter, der in Französisch schrieb, geb. in Segarcea/ Rumänien, arbeitete al Dipolmat in Rom, wurde im 2. Weltkrieg interniert, blieb in Italien, emigrierte 1948 nach Argentinien, zog 1953 nach Spanien, starb in Collado Villalba/ Spanien
  • Adolfo Sánchez Vázquez (1915-2011), span.-mexik. Schriftsteller, Literaturkritiker und Philosoph, ging zum ende des span. Bürgerkriegs 1938/39 ins Exil nach Mexiko-Stadt, starb dort
  • Eli Herschel Wallach (1915-2014), US-amerik. Schauspieler, geb. in New York City als Sohn polnisch-jüdischen Einwanderer, Die glorreichen Sieben, Zwei glorreiche Halunken, Vier für ein Ave Maria/ Misfits – Nicht gesellschaftsfähig
  • Roald Dahl (1916-90), brit. Schriftsteller, geb. in Llandaff bei Cardiff, Wales als Sohn norwegischer Einwanderer, war ab 1936 für Shell in Daressalam tätig, kämpfte in Afrika für die Briten, kehrte nach dem 2. Weltkrieg nach England zurück, wurde jedoch nach Washington, D.C / USA versetzt, starb in Great Missenden/England, Die Gremlins/ Charlie und die Schokoladenfabrik
  • Olivia Mary de Havilland (geb. 1916), britisch-US-amerikanische Filmschauspielerin, geb. in Tokio/Japan als Kind brit. Eltern, kam nach der Trennung der Eltern mit ihrer Mutter 1919 nach Saratoga/ Kalifornien, begann dort mit 19 eine Filmschauspielkarriere, erhielt 1946 den ersten von zwei Oskars, Vom Winde verweht/ Mutterherz/ Die Erbin
  • Kirk Douglas (geb. 1916 als Issur Danielowitsch Demsky), US-amerik. Filmschauspieler und Regisseur, geb. als Sohn jüd. russ. Einwanderer aus Weißrussland in Amsterdam/ US-Staat New York, schauspielerte am Broadway, ehe er nach Kalifornien ging, Champion/ The Bad and The Beautiful/ Lust for Life/ Spartacus/ Scalawag
  • Tsa Tsa Gabor, eigentl. Sári Gábor (1917-2016), US-amerik.-ungar. Filmschauspielerin, geb. in Budapest, Ausbildung in Wien, folgte 1941 ihrer Schwester Eva nach Hollywood/ USA, starb in Los Angeles
  • Ieoh Ming Pei (geb. 1917) US-amerik. Architekt, geb. in Guangzhou/ china, wuchs in Hongkong und Shanghai auf, zog mit 17 Jahren in die USA, Studium an der University of Pennsylvania, dem MIT und in Harvard, blieb in den USA, weil der 2. Weltkrieg und der innerchinesische Bürgerkrieg seine rückkehr nach China verhinderte, arbeitete in Boston, New York und Los Angeles, wurde 1955 eingebürgert, kehrte ende der 1970er Jahre für einige Jahre nach China zurück
  • Alexander Issajewitsch Solschenizyn (1918-2008), Nobelpreis für Literatur 1970, russischer Schriftsteller, Dramatiker, geb. in der UdSSR/ lebte nch deutscher Gefangenschaft 1945 – 1953 im Arbeitslager, bis 1956 nach Mittelasien verbannt, 1974 ausgewiesen, kam nach Deutschland, lebte in Zürich und ging 1976 in die USA, lebte seit 1994 wieder in Moskau, starb dort, Krebsstation/ Der erste Kreis der Hölle/ Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch/ Der Archipel GULAG
  • Leonard Rose (1918-84), US-amerik. Cellist, geb. in Washington d.C. als Sohn aus Russland emigrierter Eltern, wuchs in Florida auf, ging mit 21 Jahren nach Cleveland und nach 4 weiteren Jahren nach New York, starb dort
  • Antonio Janigro (1918-89), ital. Cellist, geb. in Mailand, ab 1929 Studium in Paris, ging 1933 nach Zagreb/ Kroatien, blieb dort bis 1965, ehe er nach Mailand zurückkehrte
  • Bebo Valdés/ Dionisio Ramón Emilio Valdés Amaro (1918-2013), kubanischer Musiker und Komponist, geb. in Quivicán, begann als Pianist in Nachtbars in Havanna, emigrierte 1960 nach Schweden, nachdem Jazz als „imperialistische Musik“ verboten worden war, während seine Familie in Kuba blieb, Comeback 1994, lebte ab 2007 in Málaga/ Spanien, starb in Stockholm, Lágrimas negras
  • Isaac Asimov (1919-92, eigentl. Исаáк Ю́дович Ози́мов), russisch-amerik. Biochemiker, Sachbuchautor und Science-Fiction-Schriftsteller, geb. in Petrowitschi/UdSSR (heute Russ. Föderation) , seine jüdischen Eltern wanderten 1923 in die USA aus, er wuchs in Brooklyn/New York auf, ab 1949 Dozent für Biochemie an die medizinische Fakultät der Universität Boston, starb in New York
  • Doris Lessing (geb. 1919), Schriftstellerin, geb. als Tochter eines Briten in Persien/ wuchs in Rhodesien auf/ kam 1949 nach London, Nobelpreis für Literatur 2007, Afrikanische Tragödie/ Das goldene Notizbuch
  • Chavela Vargas (1919-2012), mexik. Sängerin, geb. in San Joaquin de Flores/ Costa Rica, wanderte mit 17 nach Mexiko aus, weil sie die ultrakonservative Gesellschaft des Landes nicht ertrug und ihre Homosexualität nicht leben konnte, spielte in 50 Jahren über 80 Platten ein, starb in Mexiko, La Llorona/ Piensa en mi/ El ultimo rago
  • Paul Celan (1920-1970), dt.-sprachiger Lyriker, geb. in Czernowitz/ damals Rumänien, heute Ukraine als Kind einer jüd. Familie, studierte 1938 in Tours/ Frankreich, kehrte aber bald nach Rumänien zurück, 1942 Deportation in ein Lager in Transnistrien, 1944 Rückkehr als Waise nach Czernowitz, 1945 Übersiedlung nach Bukarest, 1947 Flucht über Ungarn nach Wien, ab 1948 in Paris, wurde 1950 Franzose, Suizid in Paris, Der Sand aus den Urnen/ Todesfuge
  • Maurice Gendron (1920 -90), frz. Cellist, geb. in Nizza, Studium in Paris, weltweite Konzerttätigkeit, 1954-71 lehrte er an der Musikhochschule Saarbrücken, seit 1970 wieder in Paris, starb in Grez-sur-Loing
  • Charles Bukowsky (1920-94), US-amerik. Dichter und Schriftsteller, geb. in Andernach/ Deutsches Reich als Sohn eines US-amerik. Besatzungssoldaten und einer Deutschen, 1923 zog die Familie nach Los Angeles, die Geburtsstadt des Vaters, kehrte nach Wanderjahren 1947 nach L.A. zurück, schrieb über Menschen auf der Schattenseite des „american dream“, starb in San Pedro bei L.A.
  • Zao Wou-Ki (1920-2013), französisch-chinesischer Maler, geb. in Peking/ China, studierte in Hangzou, ging 1947 nach Paris, erhielt 1964 die frz. Staatsbürgerschaft, lebte seit 2011 in der Schweiz, starb in Nyon/ Schweiz
  • Ilse Aichinger (geb. 1921), geb. in Wien als Kind einer jüd. Mutter, Flucht nach Großbritannien, lebte 1950-51 in Ulm, dann in Lenggries und am Chiemsee, 1981-88 in Frankfurt/M., danach wieder in Wien
  • Erich Fried (1921-1988), Dichter, geb. in Wien/ 1938 Flucht nach Großbritannien, Liebesgedichte/ Lebensschatten
  • Lew Sinowjewitsch Kopelew (1921-1997), russischer Germanist und Schriftsteller, geb. in Kiew, setzte sich seit Mitte der 1960er-Jahre zunehmend für Andersdenkende wie Andrei Sacharow und Alexander Solschenizyn sowie für den Prager Frühling ein, wodurch er in immer stärkere Opposition zu dem sich wieder verhärtenden Regime geriet, reiste 1980 zu Heinrich Böll nach Köln, wurde 1981 ausgebürgert und starb nachdem zwei Heimatreisen in den 1990er-Jahren möglich wurden, in Köln
  • Hans Carl Artmann (1921-2000), österr. Lyriker, Schriftsteller und Übersetzer, geb. in Wien, lebte 1961–65 in Malmö/ Schweden, danach bis 1969 in Berlin, 1972-95 in Salzburg, dann Wien, starb dort
  • Jack Kerouac (eigentl. Jean Louis Lebris de Kerouac, 1922-69), US-amerik. Schriftsteller, geb. in Lowell, Massachussets/ USA als Kind einer franko-kanadischen Familie, in welcher der französische Dialekt Joual gesprochen wurde, erst mit seiner Einschulung lernte er Englisch, Studium in New York, Seereisen und Trips durch Mexiko, Nordafrika und Europa, wurde zur zentralen Figur der Beat Generation, starb in Florida, On the road/ The Town and the City/ The Dharma Bums
  • Ava Gardner (1922-1990), US-amerik. Filmschauspielerin, geb.  in Smithfield/ USA, zog nach Los Angeles, lebte seit 1960 in Spanien, starb in London, Rächer der Unterwelt/ Schnee am Kilimandscharo
  • Joannis Avramidis (1922-2016), griech.-österr. abstrakter Bildhauer, geb. als Sohn pontischer Griechen in Batumi/ Georgien, kam 1943 als Fremdarbeiter nach Wien, starb dort
  • Álvaro Mutis (1923-2013), kolumbianischer Dichter und Schriftsteller, geb. in Bogota/ Kolumbien, aufgewachsen in Brüssel und Paris, wohin ihn der Diplomatenater brachte, seit 1956 im mexikanischen Exil, starb in Mexiko-Stadt
  • Nadine Gordimer (1923-2014), südafrikanische Schriftstellerin, Nobelpreis für Literatur 1991, geb. in Springs/ Südafrika als Kind eines jüdischer Juweliers, der als 13jähriger aus Litauen emigrierte und einer Engländerin, lebte seit 1948 in Johannesburg, starb dort
  • Charles Aznavour (eigentl. Shahnour Varenagh Aznavourian), geb. 1924 in Paris als Kind armenischer Eltern, Autor/ Komponist und Interpret von Chansons sowie Schauspieler, Chansons: Je m´voyais déjà/ Les Comédiens, Schauspieler u.a. in Die Blechtrommel
  • Maria Callas (eigentl.: Cecilia Sophia Anna Maria Kalogeropoulos, 1923-1977), griechische Sopranistin, die trotz ihrer vergleichsweise kurzen Karriere als eine der bedeutendsten Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts gilt, geb. in New York wenige Monate nach der Einwanderung ihrer griechischen Eltern, ihr Vater nimmt den in Amerika leichter auszusprechenden Namen Callas an, kehrte mit ihrer Mutter nach Scheitern der Ehe 1937 nach Athen zurück, wo sie Gesang studiert; 1949 heiratete sie einen italienischen Unternehmer und nahm die italienische Staatsbürgerschaft an; später kehrte sie nach New York zurück, wo sie auch starb
  • Milo Dor (1923-2005, eigentl. Milutin Doroslovac), österr. Schriftsteller serbischer Herkunft, geb. in Budapest als Sohn serbischer Eltern, aufgewachsen in Belgrad, 1943 Zwangsarbeiter, ging dann nach Wien, starb dort
  • François Cavanna (1923-2014), frz. Journalist und Schriftsteller, geb. in Paris als Sohn eines ital. Maurers, der 1939 die frz. Staatsbürgerschaft verliehen bekam, und einer Französin, wuchs in Nogent-sur-Marne auf, wo zahlreiche ital. Einwanderer lebten, wurde 1943 als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich deportiert, musste in versch. Rüstungsbetrieben arbeiten und wurde bei Bergungs- und Aufräumarbeiten nach Luftangriffen auf Berlin eingesetzt, nach der Befreiung und Rückkehr nach Frankreich begann er 1945 journalist. zu arbeiten, wirkte ab 1949 auch als Karikaturist, war ab 1960 Herausgeber der Satirezeitschrift Hara-Kiri und ab 1970 der Charlie Hebdo, starb in Créteil, Les Russkoffs
  • Paula Fox (1923-2017), US-amerik. Schriftstellerin, geb. in New York als Kind eines Vaters irischer abstamung und einer Kubanerin, die sie in einem Findelhaus abgeben, ehe sie ihre kubanische Oma im alter von 8 Jahren heraus holt und aufzieht, u.a. bis 1933 in Kuba auf einer Zuckerplantage, ging dann nach Kalifornien, Schulbesuch u.a. in Neuengland und Kanada, wurde Lehrerin, wurde in den 1970er-Jahren erfolgreich, starb in New York, Desperate characters (Was am ende bleibt6)
  • Sir Eduardo Luigi Paolozzi (1924-2005), schottischer Graphiker und Bildhauer (Pop-Art), geb. als Sohn ital. Immigranten in Leith, Edinburgh, studierte 1945-47 in London, dann 2 Jahre in Paris, Rückkehr nach London, starb dort
  • Ephraim Kishon (hebräisch ‏אפרים קישון‎) (1924-2005) israelischer Satiriker ungarischer Herkunft, der im deutschsprachigen Raum als einer der erfolgreichsten Satiriker des 20. Jhs. gilt, geb. in Budapest/ Ungarn unter dem Namen Ferenc Hoffmann als Sohn einer ungarisch-jüdischen Familie geboren, 1944 Deportation in die Slowakei, 1945 in den Gulag, konnte fliehen, wanderte 1949 über Italien mit einem Flüchtlingsschiff nach Israel aus, Anfang der 1980er Jahre ließ er sich in der Schweiz nieder und lebte abwechselnd in Appenzell und in Tel Aviv, starb in Meistersrüte/ Schweiz, Drehn Sie sich um, Frau Lot!/ Der Fuchs im Hühnerstall
  • Lauren Bacall (1924-2014, geb. als Betty Joan Perske), US-amerik. Schauspielerin, geb. in New York als Tochter jüdischer Emigranten (der Vater aus Rumänien, die Mutter deutschstämmig), starb in New York, Ehefrau von Humphrey Bogart, How to marry a millionaire/ Mord im Orientexpress/ Dogville/ Tote schlafen fest
  • Frederic Morton (eigentl. Fritz Mandelbaum, 1924-2015), US-amerik. Schriftsteller österr. Herkunft, geb. in Wien als Sohn einer jüd. Industriellenfamilie, floh 1939 vor den Nazis nach England, 1940 nach New York/ USA, kam nach 1951 als Journalist zeitweilig nach Wien zurück, starb dort, Die Rothschilds/ Crosstown Sabbath – Über den Zwang zur Unrast/ Ewigkeitsgasse
  • Christian Lattier (1925-78), Skulpteur und Bildhauer, geb. in Grand Lahou/ Elfenbeinküste, kam als Kind nach Frankreich, mit 10 Jahren bei der Marist Bruderschaft in Saint-Chamond-sur-Loire, Studium mit 21 Jahren in Saint-Etienne, mit 22 ging er nach Paris an die École des Beaux-Arts, 1962 Rückkehr in die Elfenbeinküste, starb in Abidjan
  • Bob Kaufman (1925-1986), US-amerik. Dichter der Beat Generation, geb. in New Orleans als Sohn eines dtsch. orthod. Juden und einer afroamerik. Katholikin aus Martinique, ging mit 13 Jahren zur Handelsmarine und reiste in den folgenden 20 Jahren neun Mal um die Erde, bis er sich 1954 in San Francisco niederließ, starb dort
  • Tony Curtis (eigentl. Bernard Schwartz, 1925-2010), US-amerik. Filmschauspieler, Maler, und Autor, geb. in New York als Sohn einer eingewanderten jüdischen  Schneiderfamilie aus Ungarn, sein Künstlername ist abgeleitet vom Mädchennamen seiner Mutter, Kertesz, starb in Nevada, Trapez/ Manche mögen’s heiß/ Operation Pettycoat/ Spartacus
  • Etel Adnan (geb. 1925), libanesische Malerin und Schriftstellerin, geb. in Beirut als Tochter einer Griechin und eines Syrers, lehrte von 1958 – 1972 Geisteswissenschaften und Philosophie in Kalifornien, kehrte 1972 zurück, ging dann wieder nach Kalifornien
  • Ernesto Cardenal Martínez (geb. 1925), nicaraguanischer suspendierter kath. Priester, sozialist. Politiker und Dichter, geb. in Granada/ Nicaragua als Kind einer reichen Familie span. Herkunft, 1942-46 Studium in Mexiko-Stadt, dann bis 1949 in New York, Reisen durch Europa, nach Kampf gegen die Diktatur Somozas musste er 1956 das Land verlassen, ging 2 Jahre in ein Kloster in die USA, Studium in Mexiko und Kolumbien wurde zu einem der bekanntesten Vertreter der Befreiungstheologie, ging 1977 nach Costa Rica ins Exil, 1979 nach Sturz Sonmozas Rückkehr und bis 1987 Kulturminister der Sandinisten, Psalmen/ Gesänge des Universums
  • Peter Brook (geb. 1925), brit. Regisseur und Theaterintendant, geb. in London Kind jüd. Wissenschaftler russ. Abstammung, seit 1970 in Paris Leiter der Théâtres des bouffes du Nord

Geburtsjahrgänge 1926 bis 1950

  • Iachngeborg Bachmann (1926-73), österr. Schriftstellerin, geb. in Klagenfurt/ Österreich, Studium in Innsbruck, Graz und Wien, lebte seit 1953 in Italien, 1963-65 in Berlin, danach Rückkehr nach Rom starb dort
  • John Berger (1926-2017), brit. Schriftsteller, Maler und Kunstkritiker, geb. in Stoke Newington/ Grossbritannien, seine Vorfahren waren zum Teil jüdischer Abstammung und kamen aus Italien, Galizien und Böhmen, er hatte bereits in den 1960er Jahren für Recherchen zeitweilig in der West-Schweiz gelebt, 1973/1974 verließ er England endgültig und zog in das Bergdorf Quincy/ Frankreich, s eine letzten Lebensjahre verbrachte er im Pariser Vorort Antony, starb dort
  • Driss Chraïbi (1926-2007) frz.-sprachiger marokkanischer Schriftsteller, geb. in El Jadida/ Marokko, ging 1945 nach Paris, um Chemie und Neuropsychiatrie zu studieren, brach 1952 sein Studium ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen, starb in Crest/ Frankreich, Le passé simple/ Die Sündenböcke/ Die Zivilisation, Mutter!/ Ermittlungen im Landesinnern/ Inspektor Ali im Trinity College
  • Ingeborg Bachmann (1926-73), österr. Dichterin und Hörspielautorin, geb. in Klagenfurt, zog 1953 nach Ischia, dann Neapel und Rom/It., lebte 1958-62 mit Max Frisch in Zürich, 1963-65 in Berlin, zog 1965 zurück nach Rom, starb dort, Anrufung des Großen Bären/ Die gestundete Zeit/ Das dreißigste Jahr
  • Al Martino (1927 – 2009), us-amerik. Sänger, geb. in Philadelphia als Sohn ital. Einwanderer, nachdem aufgrund von Welterfolgen die us-amerik. Cosa Nostra auf ihn aufmerksam wurde und ihn unter Druck setzte, kaufte er sich frei, ging aber 1952 für 7 Jahre nach England, starb 1952 in Springfield
  • Robert Hossein (geb. 1927 als Robert Hosseinhoff), frz. Schauspieler und Filmregisseur, geb. in Paris als Sohn eines iran. Komponisten und einer russ. Mutter, Der Abbé und die Liebe/ Der Profi/ Les salauds vont en enfer/ Le vice et la vertu
  • Tzvi Avni (geb. 1927), israelischer E-Musik-Komponist, geb. als Sohn polnischer Juden in Saarbrücken, emigrierte 1935 nach Haifa in Palästina, lebt in Tel Aviv
  • Giwi Margwelaschwili (geb. 1927), dt.-georgischer Schriftsteller und Philosoph, geb. in Berlin als Kind georg. Eltern, die vor der Besetzung Georgiens durch die rote Armee nach Deutschland geflohen waren, floh 1944 mit seinem Vater zunächst nach Italien, dann nach Salzburg, kehrte nach Ost-Berlin zurück, dort Verhaftung von Vater und Sohn, Verschleppung des Vaters nach Tiflis/ Georgien, wo er erschossen wurde, während der Sohn in Sachsenhausen interniert wurde, nach 18 Monaten frei kam, mußte zu Verwandten nach Tiflis gehen, studierte und lebte dort bis 1993, als er nach Berlin zurücksiedelte, Kapitän Wakusch/ Officer Pembry
  • Sir Sidney Poitiers (geb. 1927), US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur, geb. in Miami/ Florida, wo seine Eltern zufällig gerade als Verkäufer zu Besuch waren, verbrachte seine Kindheit auf den Bahamas, wurde mit 15 Jahren zu seinem Bruder nach Miami geschickt, kam mit 18 nach New York, war der erste afroamerikanische Schauspieler, der einen Oscar für eine Hauptrolle (1964) und für sein Lebenwerk (2002) bekam, Cry, the Beloved Country/ Porgy and Bess/ Lilies of the Field
  • Juliette Greco  (geb. 1927), französische Sängerin, geb. in Montpellier, lebt heute in den USA
  • Harry Belafonte (geb. 1927), US-amerik. Sänger, Schauspieler und Entertainer, geb. als eines Matrosen aus Martinique und einer Hilfsarbeiterin aus Jamaika in New York, wo die Familie ohne gültige Papiere im Schwarzenghetto lebte, ehe er 1935 auf einem Bananendampfer mit seiner Mutter und seinen beiden älteren Brüdern in deren Heimatland Jamaika zurückkehrte und in großer Armut bei seiner Großmutter lebte, 1939 kehrte die Familie nach New York zurück, etablierte sich ab 1954 als Filmstar und Musiker und wurde weltberühmt, Banana Boat Song/ La Bamba
  • Andy Warhol (eigentl. Andrew Warhola, 1928-1987), US-amerikanischer Grafiker, Künstler, Filmemacher und Verleger, geb. als Kind slowakischer Eltern, die Anfang des 20. Jh. nach Pittsburgh auswanderten
  • Iba N’Diaye (1928-2008), frz. Maler, geb. in Saint Louis/Sénégal, reist 1948 nach Paris und hält sich bis 1959 in Europa auf, kehrt nach der Unabhängigkeit in den Senegal zurück, lebte auch in Paris, starb dort
  • Georges-Arthur Goldschmidt (geb. 1928), frz.-dtsch. Schriftsteller, Essayist und Übersetzer, geb. in Reinbek bei Hamburg, das angespannte Klima veranlasste die Eltern aufgrund jüd. Ahnen, ihre Söhne 1938 nach Florenz zu schicken, 1939 flüchteten sie Brüder weiter ins frz. Savoyen, verbrachte die ersten Jahre nach der Befreiung in einem jüdischen Waisenhaus in Pontoise bei Paris, 1949 wurde er frz. Staatsbürger, lebt seitdem in Paris, La joie du passeur
  • Andy Warhol (1928-87, eigentl. Andrej Warhola), US-amerik. Künstler, geb. in Pittsburgh als jüngster von drei Söhnen einer armen Bauernfamilie mit lemko-ruthenischen (genauer: russinischen) Wurzeln in der heutigen Slowakei, zog 1949 nach New York, starb dort
  • Tom Sharpe (1928-2013), brit. Satire-Schriftsteller, geb. in Großbritannien, studiert in Cambridge, zieht 1951 nach Südafrika, starb in Spanien
  • Elie Wiesel (1928-2016), rumän.-amerik. Schriftsteller und Hochschullehrer, geb. in Sighetu Marmatiei/ Rumänien als Kind einer chassidisch-jüd. Familie, wurde 1944 nach Ausschwitz deportiert, überlebte und ging mit der Familie nach dem Ende des 2. Weltkriegs erst nach Straßburg, dann nach Paris, ab 1956 als Journalist in New York/ USA, siedelte 1966 komplett um,  erhielt die amerik. Staatsbürgerschaft, starb in New York
  • William Peter Blatty (1928-2017), US-amerikanischer Autor und Regisseur,  geb. in New York City/ USA als Sohn libanesischer Eltern, erhielt 1974 einen Oscar, lebte lange in Hollywood and Aspen, zog dann 2000 nach Bethesda/ Maryland, starb dort, Der Exorzist
  • Jeanne Moreau (geb. 1928), frz. Schauspielerin, Filmregisseurin und Sängerin, geb. in Paris als Tochter einer britischen Tänzerin und eines frz. Gastronomen, Fahrstuhl zum Schafott/ die Liebenden/ Die Braut trug Schwarz/ Querelle/ Bis ans Ende der Welt
  • John Christopher „Chris“ Howland (1928-2013), britischer Schlagersänger, Radio- und Fernsehmoderator, Schauspieler und Buchautor, geb. in London, kam als Radio-DJ 1948 zur britischen Armee, wurde 1952 Mitarbeiter des NWDR in Hamburg, später des BFN in Köln, spielte in zahlreichen Kinofilmen, 1959-61 kurzzeitige Rückkehr nach England, ab 1961 Moderator der TV-Sendung „Vorsicht Kamera“, machte parallel als Sänger Karriere, 1970-75 auf Mallorca, starb in Rösrath
  • Elliott Erwitt (geb. 1928), Fotograf bei Magnum, geb. als Sohn russischer Eltern in Paris, aufgewachsen in Mailand, New York und Hollywood, seit 1953 bei der Fotoagentur Magnum
  • Eric Carle (geb. 1929), US-amerik. Kinderbuchautor, geb. in Syracuse als Sohn deutsche Auswanderer, die 1935 mit ihm nach Deutschland zurückkehrten, von 1935 bis 1952 lebte er in Stuttgart, dann Rückkehr nach New York, Die kleine Raupe Nimmersatt
  • Grace Patricia Kelly (1929-1982) US-amerikanische Filmschauspielerin, geb. in Philadelphia/ USA als Kind eines aus Irland stammenden Bauunternehmers und einer Mutter mit dtsch. Vorfahren, lebte in Hollywood und New York, zog 1956 nach Monaco, infolge der Hochzeit mit Fürst Rainier III. von Monaco im gleichen Jahr änderte sich ihr Name mit dem neuen Titel in Fürstin Gracia Patricia von Monaco, starb in Monaco, 12 Uhr mittags/ Das Fenster zum Hof/ Bei Anruf Mord
  • Kateb Yacine (1929-1989), algerischer Schriftsteller, geb. in Constantine/ Algerien, kämpft gegen die Kolonialmacht, geht 1959 nach Paris, kehrt 1962 zurück, lebt ab 1988 in Vercheny/ Frankreich, starb in Grenoble, Nedjma
  • Imre Kertész (1929-2016), ungarischer Schriftsteller jüdischer Abstammung, geb. in Budapest, überlebte die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald, arbeitete als Schrifsteller in Budapest, lebte 2001-13 in Berlin, erhielt 2002 den Nobelpreis für Literatur, starb in Budapest
  • Paul Nizon (geb. 1929), Schweizer Kunsthistoriker und Schriftsteller, geb. in Bern als Sohn eines Russen und einer Schweizerin, lebt seit 1977 in Paris
  • Tajjib Salih (geb. 1929), Schriftsteller und Journalist, geb. im Sudan, ging 1953 nach London (Studium und Arbeit für die BBC), ab 1974 in Katar, lebt heute wieder in London, Zeit der Nordwanderung
  • Milan Kundera (geb. 1929), Schriftsteller, geb. in der Tschechei, 1975 Emigration nach Frankreich, Der Scherz/ Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins/ Die Identität
  • Bibi Johns (geb. 1929; bürgerl. Gun Birgit Johnson) schwedische Schlagersängerin und Schauspielerin, heute auch als Malerin bekannt, geb. in Arboga/ Schweden, lebte 1951-53 in New York/ USA, Rückkehr nach Schweden, zog von dort nach Deutschland, Bella Bimba/ Aber nachts in der Bar/ Zwei Herzen im Mai
  • Max von Sydow ( gebürtig Carl Adolf von Sydow, geb. 1929), schwedischer Schauspieler mit dtsch-pommerscher Abstammung und seit 2002 frz. Staatsangehörigkeit, geb. in Lund/ Schweden, Schauspielausb. in Stockholm, lernte in Malmö Ingmar Bergmann kennen, lebte in den 1970er-Jahren in Los Angeles/ USA, danach in Rom/ Italien, heute in Paris, Das siebente Siegel, Die zehn Gebote, Der Exorzist, Conan der Barbar
  • Claes Oldenburg (geb. 1929), US-amerik. Pop-Art Künstler, geb. in Stockholm, wuchs von 1930-33 in New York und Rye/USA auf, danach bis 1936 in Oslo, von 1936-1946 in Chicago, wo er seinen Abschluss machte, lebt heute in New York
  • Carlo Pedersoli alias Bud Spencer (1929-2016) geb. in Neapel als Sohn eines Industriellen,1940 zog die Familie nach Rom, wo Pedersoli, nachdem er zwei Schulklassen übersprungen hatte, 1946 ein Studium begann, das er abrechen mußte, da seine Familie 1947 nach Südamerika umzog, dort war er Fließbandarbeiter in Rio de Janeiro, Bibliothekar in Buenos Aires und Sekretär in der ital.Botschaft in Uruguay, Rückkehr 1948, nahm als Schwimmer an den Olympiaden 1952 und 1956 teil, beendete sein Studium 1957, kehrte dann nach Südamerika zurück, war Vorarbeiter im Fuhrpark beim Bau der Panamericana, anschließend in Caracas, 1960 Rükkehr nach Rom, in 1960er- 80er-Jahren Karriere im Filmgeschäft (Italo Western) an der Seite von Terence Hill, starb in Rom, Vier Fäuste für ein Hallelujah
  • Adonis (Ali Ahmad Said Esber, geb. 1930), syrischer Dichter frz. Staatsangehörigkeit, geb. in einem Dorf nahe Lattakia, ab 1950 Studium in Damaskus, ging 1956 nach Beirut/ Libanon, lebt seit 1975 in Paris im Exil
  • Jacques (eigentl.Jackie) Derrida (1930-2004),  frz.Philosoph, der als Begründer und Hauptvertreter der Dekonstruktion gilt, geb. in El Biar/ Algerien als Sohn einer sephardisch-jüd. Familie, ging 1949 nach Frankreich, lebte und starb in Paris, Die Stimme und das Phänomen/ Grammatologie/ Die Schrift und die Differenz/  Randgänge der Philosophie
  • Niki de Saint Phalle (1930-2002), Malerin und Aktionskünstlerin, geb. als Tochter französisch-amerikanischer Eltern in Paris/ ging 1933 nach New York/ kehrte 1952 nach Paris zurück und verbrachte ihren Lebensabend ab 1994 wieder in den USA, „Nanas“
  • Carlos Kleiber (1930-2004; eigentl. Karl Ludwig Bonifacius Kleiber), Dirigent österr.-amerik. Abstammung, geb. in Berlin als Sohn eines Österreichers und einer jüd. Amerik. Mutter, wuchs bis 1935 in Berlin, dann in Österreich, der Schweiz, kurz in Frankreich und ab 1940 in Südamerika auf: nach wenigen Monaten in Buenos Aires /Argentinien besuchte er mehrere Jahre ein Internat in Chile, Studium 1949-50 in Zürich/ Schweiz, weitere Stationen waren Kuba, New York und Buenos Aires, war zunächst und ab 1980 wieder österr. (zw.durch argentinischer) Staatsbürger, lebte ab 1953 erneut in Deutschland, blieb in München, starb in seinem Ferienhaus in Litija/ Slowenien
  • Sławomir Mrożek (1930-2013), polnischer Schriftsteller und Dramatiker, geb. in Borzecin bei Krakau/ Polen, ging 1963 als „Exilant auf Zeit“ nach Chiavari/ Italien, beantragte als Reaktion auf die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 politisches Asyl in Frankreich, wo er sich auch vorläufig niederließ, vor seiner Rückkehr nach Krakau 1996 verbrachte er noch sechs Jahre in Mexiko, lebte seit 2008 neuerlich in Südfrankreich, starb in Nizza
  • Lorin Varencove Maazel (1930-2014), US-amerik. Dirigent und Komponist, geb. in Neuilly-sur-Seine/Frankreich als Kind US-amerikanischer Staatsbürger, die aus Russland eingewanderten Familien stammten, studierte 1946-50 in Pittsburgh/ USA, 1952 in Italien, 1964-75 Chefdirigent in Berlin, Engagements auch in London, Wien und bis zu seinem Tod in München, starb in Castleton/ USA
  • Rodney Sturt „Rod“ Taylor (1930-2015), australischer Schauspieler, geb. in Sydney, ging 1950 nach Hollywood/ USA, starb in Los Angeles, Die Vögel/ Die Zeitmaschine/ Inglourious Basterds
  • Guy Béart (1930-2015), frz. Sänger, geb. in Kairo als Sohn eines Wirtschaftsprüfers, verbrachte seine Kindheit in Frankreich, Griechenland, Mexiko und Ägypten, zwischen seinem 10. und 17. Lebensjahr hielt sich seine Familie im Libanon auf, ab 1947 in Paris, starb in Garches
  • Oleg Konstantinowitsch Popow (1930-2016), russ. Clown und Pantomime, geb. in Wirubowo bei Moskau/ UdSSR, 1955 erstes Engagement am Moskauer Staatszirkus, wurde weltberühmt, zog 1991 mit seiner 2. Frau, einer Deutschen, nach Egloffstein/ Deutschland und verbrachte dort seine letzten 25 Lebensjahre, starb bei einer Tournee in Rostow am Don/ Russland
  • Frank McCourt (geb. 1930), Lehrer und Schriftsteller, geb. in New York, Auswanderung nach Irland, 1949 Rückkehr, Die Asche meiner Mutter
  • Maria Sol „Marisol“ Escobar (als Künstlerin auch Escobar Marisol) (geb. 1930), US-amerik. Bildhauerin, Malerin und Objektkünstlerin venezolanischer Herkunft, geb. in Paris, während des 2. Weltkriegs führten die Kinder mit dem Vater ein Nomadendasein mit wechselnden Aufenthalten in Paris, Los Angeles und Caracas, zog 1950 nach New York/ USA.
  • Rada Biller (geb. 1930, Mädchenname Tschachmachtschowa), aserbaidschanische Literatin, geb. in Amiradshany bei Baku/ Sowjetunion als Kind einer jüd. Mutter und eines armenischen Vaters, 1943 in Stalingrad, ging 1954 nach Prag/ CSSR, 1970 Flucht nach Deutschland, lebt in Hamburg, Lina und die anderen/Melonenschale
  • Adonis (geb. 1930 als Ali Ahmad Esber), syrischer Lyriker, geb. in Qassabin bei Lattakia/ Syrien, ging nach einem Gefängnisaufenthalt 1956 nach Beirut/ Libanon, emigrierte während des Bürgerkriegs 1980 nach Paris, lebt dort
  • Ivan Rebroff (eigentlich Hans-Rolf Rippert), (geb. 1931), Sänger, geb. in Berlin, lebt seit einigen Jahren in Griechenland und ist griechischer Staatsbürger, weltweit 49 goldene Schallplatten
  • Anita Ekberg (1931-2014), schwedische Schauspielerin und Fotomodell, geb. in Malmö/ Schweden, lebte seit dem Erfolg des Films „La dolce vita“ 1959 in Rom/ Italien, starb dort
  • Thomas Bernhard (1931-89), österr. Schriftsteller, geb. in Heerlen/ Niederlande, wo seine Mutter als Haushaltshilfe arbeitete, im gleichen Jahr Umzug nach Wien, dann Seekirchen Am Wallersee und Salzburg
  • Ronald Brooks Kitaj (1932-2007) US-amerikanischer Maler, Grafiker und Zeichner, der zu den wichtigsten Vertretern der brit. Pop-Art zählt, geb. in Chagrin Falls bei Cleveland/ USA als einziger Sohn eines Ungarn und einer russ.-jüd. Emigrantentochter (der Vater verließ die Familie kurz nach der Geburt, die Ehe wurde 1934 geschieden und die Mutter heiratete 1941 einen Einwanderer aus Österreich, dessen Nachnamen Kitaj der junge Ronald erhielt), mit 17 Jahren heuerte er als Matrose auf einem norwegischen Frachter an, fuhr bis 1954 zur See und Begann 1951 ein Studium in New York, wurde zur Armee eingezogen und in Darmstadt/ Deutschland und Fontainebleau/ Frankreich stationiert, kam 1957 mit einem Stipendium nach England, unterrichtete bis 1965 in London, dann Rückkehr in die USA, 1969 Rückkehr nach England, ab 1970 pendelte er zw. England und den USA, starb 2007 in Los Angeles
  • Andrei Tarkovski (1932-1986), russischer Filmregisseur, geb. in Zavraje, aufgewachsen in Moskau, siedelte 1982 nach Italien über, lebte in Schweden und Frankreich, starb in Neuilly-sur-Seine bei Paris, Die Kindheit von Iwan (Goldener Löwe in Venedig 1962)/ Andrei Roublev/ Nostalghia (Grand Prix in Cannes 1983)
  • Jewgeni Jewtuschenko (1932-2017), russ. Dichter, geb. in Sima/ Sibirien als Sohn eines Baltendeutschen und einer Ukrainerin, mit 12 Jahren ersetzte die Mutter aus Angst vor Repressionen den Namen des Vaters – Gangnus – mit ihrem Mädchennamen, 1947 Umzug nmach Moskau, Studium und erste Erfolge als Dichter, wurde nach dem Tod von Stalin zum Symbol der Tauwetterperiode, verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Tulsa, Oklahoma/ US, Astarb dort
  • V. S. Naipaul TC (geb. 1932 als Vidiadhar Surajprasad Naipaul), geb. in Chaguanas/ Trinidad und Tobago, seine indische Vorfahren waren als Vertragsarbeiter auf die Insel gekommen, ging 1950 mit einem Stipendium nach England und studierte in Oxford, danach ab Mitte der 50er-Jahre freier Mitarbeiter der BBC, ehe er sich ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit widnmete, erhielt 2001 den Nobelpreis für Literatur, lebt in Wiltshire
  • Max Gallo, (geb. 1932), französischer Historiker, Biograph, Intellektueller und Politiker, Sohn italienischer Einwanderer, Mitglied der „Académie Francaise“ (seit 2007)
  • Erró (geb. 1932; eigentl. Guðmundur Guðmundsson), isländ. Maler, geb. in Ólafsvík/Island, studierte 1952-1954 in Reykjavík und Oslo/ Norwegen, ging bis 1958 nach Florenz/ Italien, zog dann nach Paris um
  • Michel Jean Legrand (geb. 1932), frz. Komponist, Pianist, Sänger und Arrangeur armenischer Herkunft, geb. in Paris, erhielt Oskars für die Filmsongs zu „Thomas Crown ist nicht zu fassen, Windmills of your Mind“ (1968) und die Soundtracks zu den Filmen „Sommer ’42“ (1971) und „Yentl“ (1983)
  • Guillermo Mordillo (geb. 1932), argentinischer humoristischer Zeichner, geb. in Buenos Aires, 1955 ging er als Werbegrafiker nach Lima/ Peru und 1960 nach New York, wo er sich verstärkt dem Trickfilm widmete, 1963 siedelte er nach Paris über, lebte von 1980 – 97 auf Mallorca, seitdem in Monaco
  • Miloš Forman (geb. 1932; bürgerlich Jan Tomáš Forman), tschechisch-US-amerikanischer Filmregisseur, geb. in  in Čáslav, Tschechoslowakei, erlebte die Verhaftung seiner Eltern, die dann im KZ ermordet wurden, Studium an der Filmhochschule Prag, wurde ein wichtiger Vertreter der „Neuen Welle“, als der Prager Frühling 1968 niedergeschlagen wurde, war er gerade in Paris, sein tschechisches Studio behauptete, er habe das Land illegal verlassen und zwang ihn so zur Emigration, er ging nach Connecticut/USA, hatte jahrelang für einen festen Aufenthaltsstatus zu kämpfen, schaffte den internationalen Durchbruch und konnte 1975 die amerikanische Staatsbürgerschaft annehmen, Einer flog über das Kuckucksnest/ Amadeus/ Ragtime
  • Costa Gavras (griech. Κωνσταντίνος Γαβράς oder Konstantínos Gavrás, geb. 1933), griechisch-französischer Filmregisseur und Drehbuchautor, geb. in in Loutra Iraias/ Griechenland, wanderte 1954 nach Frankreich aus, nachdem er in seiner Heimat keinen Studienplatz erhalten hatte, 1956 erhielt er die frz. Staatsangehörigkeit , Der unsichtbare Aufstand / Z / Vermißt / Der Stellvertreter
  • Dalida (eigentl. Yolanda Christina Gigliotti) (1933-1987), geb. in Kairo/ Ägypten, frz. Sängerin und Schauspielerin ital. Abstammung, die ihre Kindheit und Jugend vorwiegend in Ägypten verbrachte, da ihr Vater als erster Geiger am Opernhaus in Kairo engagiert war, wurde 1954 zur Miss Ägypten gewählt, ging nach Paris und wurde zu einer der erfolgreichsten frz. Sängerinnen des 20.Jhs., nahm sich dort das Leben, Bambino/ Ciao, ciao, Bambina/ Am Tag als der Regen kam
  • On Kawara (1933-2014), japanischer Konzeptkünstler, geb. in Kariya/ Japan, ging nach Tokio und reiste als junger Mann durch Mexiko und europa, siedelte sich Mitte der 1960er-Jahre in New York/ USA an, starb dort, One Million Years/ May 1, 1987
  • Luca Ronconi (1933-2015), ital. Theater- und Opernregisseur, geb. in Sousse/ Tunesien, wo seine Mutter als Lehrerin Literatur unterrichtete, verbrachte dort seine Jugend, ging nach Rom, arbeitete u.a. an der Scala in Mailand, starb dort
  • Richard Rogers (geb. 1933), britischer Architekt, geb. in Florenz/ Italien als Kind anglo-ital. Eltern, kam im Alter von 6 Jahren nach England, Studium in Yale/ USA, konzipierte gem. mit Renzo Piano das Centre Pompidou in Paris sowie alleine u.a. den Millenium Dome
  • Gene Wilder (1933-2016), US-amerik. Filmschauspieler und Komiker, geb. in Milwaukee/ USA als Jerome Silberman (Sohn russ. Einwanderer), lernte die Schauspielerei in New York, starb in Stamford, Bonnie & Clyde/ Frankenstein Junior/ Was Sie schon immer über Sex wissen wollten…/ See No Evil, Hear No Evil
  • Yoko Ono (geb. 1933),  japanisch-amerikanische Künstlerin, Filmemacherin und Komponistin, geb. in Tokio, lebte mit der Familie bereits 1935-38 in den USA, folgte ihrer Familie 1952 wieder in die USA, lebt in New York
  • Faiza Ahmed (1934-83), ägypt. Sängerin und Filmschauspielerin liban. Herkunft, geb. in Saida/ Libanon als Kind eines syrischen Vaters und einer liban. Mutter, begann sehr früh zu singen, wurde mit 13 verheiratet, zog 1954 nach Kairo/ Ägypten, singt dort v.a. für das Radio, starb dort, Set El Habayeb Yahabieba/ Ta’ala ve shuf
  • Georges Moustaki (eigentl. Yussef/ Giuseppe Mustacchi, 1934-2013),  frz. Sänger, Komponist und Lyriker, geb. als Sohn eines sephardischen jüdisch-griechischen Buchhändlers und dessen Frau in Alexandria/ Ägypten, besuchte dort eine frz. Schule und ging nach dem Abitur 1951 nach Paris, starb in Nizza, Milord/ Ma liberté/ Le métèque/ Ma solitude/ En Mediterranée/  Hiroshima/ Nadjejda
  • Roman Polański (geb. 1933, eigentlich Rajmund Roman Liebling), polnischer  Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, geb. in Paris als Kind polnischer Juden, die mit ihm 1936 nach Polen zurückkehrten, nach einem Aufenthalt in England übersiedelte er 1968 in die USA, floh 1978 wg. drohender Strafverfolgung nach London, dann nach Paris, Rosemaries Baby / Der Pianist / Der Ghostwriter / Der Gott des Gemetzels
  • Udo Jürgens (eigentl. Jürgen Udo Bockelmann) (1934-2015), österreichischer Komponist und Sänger, geb. in Klagenfurt. Seine deutsche Mutter stammt aus Schleswig Holstein, seit Vater wurde als Sohn eines deutschen Auswanderers in Moskau geboren – er flüchtete nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit seinen Eltern in das neutrale Schweden. Nach dem Krieg ließen sich Jürgens’ Eltern auf einem Gut in Kärnten nieder; Jürgens lebt seit 1998 in der Schweiz, Im Februar 2007 erhielt er die schweizerische Staatsbürgerschaft und wurde österreichisch-schweizerischer Doppelbürger, starb bei einem Spaziergang in der Schweiz
  • Leonard Cohen (1934-2016), kanadischer Singer-Songwriter, geb. in Montréal/ Kanada als Kind einer wohlhabenden jüd. Familie, sein Urgroßvater väterlicherseits stammte aus Litauen, seine Mutter war die Tochter eines russ. Einwanderers, Studium in Montréal und New York, geht 1963 für 7 Jahre auf die griech. Insel Hydra, 1969 nach New York/ USA, lebt über 2 Jahre in einem buddh. Kloster in Kalifornien, stirbt in Los Angeles
  • Nana Mouskouri (griech. Νάνα Μούσχουρη, eigentl. Ioanna Mouskhouri, geb. 1934), griech. Sängerin und Politikerin, geb. in Chania auf Kreta, Ausbildung und Studium in Athen, ging zur Zeit der Militärdiktatur 20 Jahre ins Exil nach Genf/ Schweiz, lebt heute abwechselnd in Genf und Athen, Weiße Rosen aus Athen/ Only Love
  • Danilo Kiš (1935-1989), jugosl. Schriftsteller, geb. in Subotica/ heute Serbien als Sohn einer Montenegrinerin und eines ungarischen Juden, der im KZ Auschwitz-Birkenau starb, seine Mutter floh mit Danilo, den die Eltern vorsorglich 1939 taufen ließen, in den Vorkriegsteil von Ungarn, wo die beiden das Ende des Krieges erlebten, danach zogen sie  zu einem Onkel nach Cetinje/ heute Montenegro, Studium und Arbeit in Belgrad und Novi Sad, 1979 Umsiedelung nach Frankreich, starb in Paris, Enzyklopädie der Toten/ Sanduhr
  • Mercedes Sosa (1935 – 2009), argentinische Folksängerin, geb. in der argentinischen Provinz Tucuman, ging sie 1978 unter dem Militärregime ins Exil nach Spanien (Madrid), kehrte nach dem Ende der Diktatur 1982 zurück, starb in Buenos Aires
  • Michael Ballhaus (geb. 1935), deutscher Kameramann, geb. in Berlin, ging Anfang der 1980er-Jahre nach Hollywood, kehrte 2007 zurück
  • Christo (eigentl. Christo Wladimirow Jawaschew, geb. 1935) Verhüllungskünstler, geb. in Gabrowo/ Bulgarien, Studium in Wien, Genf und ab 1958 in Paris, ging 1965 nach New York
  • Ousmane Sow (1935-2016), senegalesischer Bildhauer, geb. in Dakar, ging 1957 nach Frankreich, kehrt 1965 zurück, geht 1968 wieder nach Paris, um 1985 erneut in den Senegal zu gehen, starb in Dakar
  • Raduan Nasser (geb. 1935), brasilianischer Schriftsteller mit libanesischen Wurzeln, geb. in Pindoramo, Sao Paulo/ Brasilien als Kind eines griech.-orthod. Vaters und einer protest. Mutter, die 1920 aus dem südlichen Libanon nach Brasilien emigrierten
  • Ben Vautier (geb. 1935, auch bekannt nur als „Ben“, eigentlich Benjamin Vautier), frz. Künstler (Fluxus-Bewegung)  schweizerischer Herkunft, geb. in Neapel/ Italien, seine Familie zog in seinen ersten Jahren oft zwischen mehreren Ländern umher und zog schließlich 1949 nach Nizza, wo er noch heute lebt
  • Juan Goytisolo (1935-2017), spanischer Schriftsteller, geb. in Barcelona, zog 1957 nach Paris, reiste von 1961-64 viel umher, so z.B. nach Nordafrika, Kuba und in den Nahen Osten, unterrichtete zwischen 1969 und 1975 Literatur an der Universität von Kalifornien, in Boston und New York, zog später nach Marrakesch/ Marokko, starb dort
  • Georges Perec (1936-1982), frz. Schriftsteller und Filmemacher, geb. als Kind polnischstämmiger Juden, die in den 1920er-Jahren nach Frankreich ausgewandert waren in Ivry-sur-Seine, starb in Paris, Das Leben Gebrauchsanweisung, Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen
  • Assia Djebar (bürgerlich Fatima-Zohra Imalayène, 1936-2015), algerische Schriftstellerin, geb. in Cherchell bei Algier, studierte ab 1955 als erste Algerierin in Paris, ging 1958 nach Tunis/ Tunesien, 1959 nach Rabat/ Marokko, 1962 nach Algier, 1965-74 in Paris, dann Rückkehr nach Algier, lebte ab 1980 wieder überwiegend in Paris, starb dort, La Soif/ Die Frauen von Algier/ Nirgendwo im Haus meines Vaters/ Weißes Algerien
  • Lars Gustafsson (1936-2016), schwedischer Schriftsteller, geb. in Västeras/ Schweden, studierte Literatur, Philosophie und Soziologie an den Universitäten von Uppsala/Schweden und Oxford, lebte 1972-73 in West-Berlin, 1983-2006 Professor in Austin, Texas/ USA, 2006 Rückkehr nach Södermalm/ Schweden, starb dort
  • Jannis Kounellis (griech.: Γιάννης Κουνέλλης, 1936-2017) ein in Italien lebender griechischer Künstler und Mitbegründer der Arte Povera, geb. in Piräus, Studium in Athen, wechselte 1956 an die Academia di Belle Arti nach Rom, lebte und arbeitet dort,
    starb dort
  • Ismail Kadare (geb. 1936), albanischer Schriftsteller, geb. in Gjirokastra, etwa 1956-60 Studium in Moskau, aus Protest gegen die Verschleppung der Demokratisierung 1990 suchte und fand er im Oktober 1990 mit seiner Familie polit. Asyl in Frankreich, wo er sich schon zuvor mehrmals aufgehalten hatte, 1999 Rückkehr, Der General der toten Armee/ Die Schleierkarawane/ Chronik in Stein
  • Donald Richard „Don“ DeLillo (geb. 1936), US-amerik. Schriftsteller, geb. in der New Yorker Bronx als Sohn italienischer Einwanderer, Unterwelt/ Americana/ Zero K./ Wisses Rauschen/ Mao II
  • André Glucksmann (1937-2015), frz. Philosoph und Essayist, geb. in Boulogne-Billancourt/ Frankreich als Kind von Eltern, die dem osteuropäischen Judentum entstammten: der Vater kam aus der Bukowina, die Mutter aus Prag, beide gingen in den 1920er Jahren nach Palästina und lernten einander dort kennen, 1930 ging die Familie nach Deutschland, wo sich die Eltern ab 1933 dem antifaschistischen Widerstand anschlossen, 1937 flüchteten sie nach Frankreich, starb in Paris
  • Shirley Bassey (geb. 1937), Sängerin, geb. in Cardiff/Wales als jüngste von 7 Kindern eines nigerianischen Matrosen und einer Engländerin; als sie 2 Jahre alt war, kehrte der Vater nach Nigeria zurück /Big Spender/“Goldfinger“ und zwei andere Titelsongs von James Bond Filmen
  • Luis Camnitzer (geb. 1937), uruguayischer zeitgenössischer Künstler, Kunsttheoretiker, Hochschullehrer und Kurator, geb. in Lübeck, 1939 Auswanderung der Familie nach Montevideo/ Uruguay, studierte dort, setzte das Studium ab 1962 in München fort, ging 1964 in die USA, lebt in New York
  • Yılmaz Güney (eigentl. Yılmaz Pütün,  1937-1984), kurdisch-türkischer Schauspieler und Regisseur, geb. in Adana, wurde mehrfach auf Grund seiner sozialistischen Gesinnung verhaftet, wurde wegen wegen angeblichen Totschlags zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt, floh 1981 von der Gefängnisinsel İmralı nach Paris/ Frankreich, wo er den Rest seines Lebens verbrachte, Umut – Die Hoffnung/ Yol – Der Weg/ Sürü – Die Herde
  • Rudolf Nurejew (1938-1993), russ. Balletttänzer, geb. nahe Irkutsk/ UdSSR, nutzte 1961 einen Auftritt in Paris zur Flucht, lebte 1964-82 in Wien, erhielt die österr. Staatsbürgerschaft, ging 1983 wieder nach Paris, starb dort in der Banlieue
  • Claudia Cardinale (geb. 1938), ital. Schauspielerin, geb. in Tunis/ Tunesien als Kind sizilianischer Auswanderer, zog 1957 nach Rom, Senilità/ Rocco und seine Brüder/ Achteinhalb
  • Josef Koudelka (geb.1938), tschechischer Fotograf,  geb. in Boskovice/ CSSR, zog 1970 nach London/ GB und lebt seitdem ein Wanderleben
  • Rocco Granata (geb. 1938), italienischstämmiger Schlagersänger, Entertainer und Schauspieler, geb. in Figline Vegliaturo/ Italien, seine Eltern zogen aus Kalabrien ins belgische Kohlerevier nach Genk, wo er zunächst als Automechaniker arbeitete, für den die Musik nur ein Hobby war, was sich mit seinem Welthit “Marina” 1959 änderte, lebt heute in Antwerpen
  • Warda al-Dschaza’iriya (arab. وردة الجزائرية / Warda „die Algerierin“, eigentl. Warda Fatouki, 1939-2012), algerische Sängerin und Schauspielerin, geb. in Puteaux bei Paris als Tochter eines Algeriers und einer Libanesin, die nach Frankreich emigriert waren, emigrierte 1972 nach Kairo/ Ägypten, starb in Kairo
  • Jean-Claude Pirotte (1939-2014), belgischer Schriftsteller, geb. in Namur, floh 1975 nach Frankreich, weil ihm als Rechtsanwalt unterstellt wurde, er habe einem Klienten zur Flucht verholfen, lebte in Katalanien und später in Carcassonne
  • Edgardo Cozatinsky (geb. 1939), argentinischer Autor und Filmemacher russischer Herkunft, geboren in Buenos-Aires, ging 1974 ins Exil nach Frankreich, lebt heute in Buenos Aires und Paris
  • Harvey Keitel (geb. 1939), US-amerik. Filmschauspieler, geb. als Sohn jüdischer Emigranten – sein Vater kam aus Polen, seine Mutter aus Rumänien – in Brighton Beach, Brooklyn/USA, Taxi Driver/ Reservoir Dogs/ Die letzte Versuchung Christi/ Das Piano/ Pulp Fiction/ Smoke
  • Tina Turner, eigentl. Anna-Mae Bullock (geb. 1939), Sängerin, geb. in Brownsville/ Tennessee, lebt mit ihrem dtsch. Lebensgefährten Erwin Bach seit etwa 1992 in Küsnacht/ Schweiz und in Villefranche-sur-Mer/ Frankreich, erhielt 2013 die schweizer Staatsbürgerschaft
  • Francis Ford Coppola (geb. 1939), US-amerikanischer Regisseur und Produzent, geb. in Detroit/USA als Sohn einer ital. Schauspielerin und eines US-amerik. Musikers mit ital. Wurzeln, als Baby Umzug nach New York, Studium in Los Angeles, Der Pate/ Apocalypse Now
  • Terence Hill (eigentl. Mario Girotti, geb. 1939), ital. Schauspieler, geb. in Venedig als Sohn eines Italieners und einer Deutschen aus Dresden, die Familie zog 1943 nach Lommatzsch bei Dresden, wo der Vater als Chemiker arbeitete, blieb bis 1945, 1947 zog die Familie nach Amelia/Italien, sprach bis zu seinem 6. Lebensjahr ausschließl. deutsch und bezeichnet Deutsch als seine Muttersprache, spricht die Sprache bis heute fließend, lebt seit 4 Jahrzehnten mit einer Amerikanerin aus Bayern in Massachussets/ USA, Vier Fäuste für ein Halleluja/ Die rechte und die linke Hand des Teufels/ Zwei wie Pech und Schwefel
  • John Lennon (1940-80), brit. Musiker und Friedensaktivist, geb. in Liverpool, Mitbegründer der Beatles 1960, mehrmonatige Aufenthalte in Hamburg bis 1962, ging 1971 nach New York/ USA, wurde dort ermordet
  • Freddy Mercury (eigentlich Farrokh Bulsara) (1940–1991), geb. auf Sansibar/Sohn iranischer Eltern, Rocksänger und Komponist („Queen“), besuchte ab 1954 eine Schule in Indien, kam dann mit den Eltern nach Großbritannien
  • Tony Sheridan (eigentl. Anthony Esmond Sheridan McGinnity, 1940-2013), britischer Musiker, geb. in Norwich als Sohn eines Iren und einer Engländerin, wanderte 1960 nach Hamburg/ Deutschland aus, wo er mit den Beatles auftrat, starb dort
  • Eduardo Galeano (1940-2015), uruguayischer Schriftsteller und Journalist, geb. in Montevideo, 1973 wurde er verhaftet und musste nach Argentinien emigrieren, wo er Chefredakteur der Zeitschrift Crisis wurde, als auch dort die Militärs die Macht ergriffen, ging er 1976 ins spanische Exil, blieb dort bis zum Ende der zivil-militär. Diktatur in Uruguay 1985, Rückkehr nach Uruguay, starb in Montevideo
  • Macha Méril (geb. 1940; gebürtig Marie-Madeleine Gagarine), frz. Schauspielerin, geb. in Rabat/ Marokko als Tochter des exilrussischen Fürsten Wladimir Gagarine, kam nach dem Tod ihres Vaters nach Paris, studierte dort und 1960-63 in New York, lebt in Frankreich, Vogelfrei/ Belle de Jour/ Eine verheiratete Frau
  • Alfredo James „Al“ Pacino (geb. 1940), US-amerikanischer Schauspieler, Filmregisseur, -produzent und Oscar-Preisträger ital. Abstammung, geb. in New York als Sohn eines ital. Einwanderers und einer dort geborenen Mutter mit Eltern ital. Herkunft, Der Pate/ Hundstage
  • Jean-Marie Gustave Le Clézio (geb. 1940), frz.-mauritianischer Schriftsteller, geb. in Nizza als Sohn eines in Nigeria und Kamerun arbeitenden englischen Arztes sowie einer Mutter mit Vorfahren aus der Bretagne und Maurizius, Nobelpreis für Literatur 2008, Le Procès-verbal/ Wüste/ Mondo/ Der Goldsucher/ Der Afrikaner
  • Jimmie Durham (geb. 1940), US-amerikanischer Künstler und Bürgerrechtsaktivist, geb. in Arkansas/USA, aus dem Indianervolk der Cherokee stammend, studierte von 1968-73 in Genf, danach wieder in den USA, zog 1987 nach Cuernavaca/ Mexiko, lebt seit 1994 in Berlin und Rom
  • Alzek Misheff (geb. 1940), ital. Künstler, geb. in Dupnica/ Bulgarien, ging 1971 nach Mailand/ Italien
  • Gao Xingjiang (geb. 1940), chinesischstämmiger Erzähler, Übersetzer, Dramatiker, Regisseur, Kritiker und Künstler, geb. in Ganzhou/ China, ging 1986 für 6 Monate nach Berlin und von dort 1987 über Freiburg nach Paris ins französische Exil, frz. Staatsangehörigkeit 1998, Nobelpreis für Literatur 2000, Der Berg der Seele
  • Andrey Lekarski (geb. 1940), bulg. Künstler, geb. in Sofia, 1954-59 Studium in Moskau, lebte von 1962-69 in Paris, ging dann nach Mexiko, lebt seit 1989 in Paris und Bulgarien
  • Tom Jones (bürgerl. Sir Thomas John Woodward, geb. 1940), brit. Popsänger, geb. in Trefforest/ Wales, zog 1974 nach Las Vegas und später nach Los Angeles/ USA, Delilah/ She’s A Lady/ Reload/ Mama Told Me Not To Come/ Sex Bomb/ Give a Little Love
  • Frank Farian (geb. 1941 als Franz Reuther), dtsch. Musikproduzent, Komponist und Sänger, geb. in Kirn, wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg in Saarbrücken-Altenkessel auf, arbeitete zunächst als Koch und verbrachte seine musikalischen Anfangsjahre in Elversberg, ist seit Mitte der 1970er Jahre ist Produzent von Popmusik, er gründete weltweit erfolgreiche Gruppen wie Boney M. und Milli Vanilli, große Stars wie Stevie Wonder produzierten in seinem Studio in Rosbach bei Frankfurt, lebt seit vielen Jahren zugleich in und Miami/ USA
  • Bruno Ganz (geb. 1941), Schweizer Schauspieler, geb. in Zürich  als Sohn eines Schweizer Fabrikarbeiters und einer Italienerin, ging 1962 nach Göttingen, dann nach Bremen, ab 1970 an der Berliner Schaubühne, danach Filmschauspieler, lebt heute am Zürichsee
  • Bob Dylan (geb. 1941) US-amerikanischer Folk- und Rockmusiker und Lyriker , geb. als Robert Allen Zimmerman in Duluth/ USA als Sohn einer Familie mit deutsch- und ukrainisch-jüdischen Wurzeln, die 1905 aus Odessa in die USA übergesiedelt war, 2016 Nobelpreis für Literatur, Blowin‘ In The Wind/ Like a Rolling Stone/ Visions of Joanna
  • Raoul Ruiz (1941-2011), franko-chilenischer Filmemacher, geb. in Chile, ging 1973 nach Frankreich ins Exil, starb in Paris am 29.8.2011 / „Mystères de Lisbonne“, „Trois vies et une seule mort“
  • Daliah Lavi (hebräisch דליה לביא, geb. Daliah Levenbuch; 1942-2017), israelische Filmschauspielerin und Sängerinin, geb. in Schawe Zion, Völkerbundsmandat für Palästina als Kind einer deutsch-jüd. Mutter und eines russisch-jüd. Vaters, machte zunächst Karriere im Film, dann ab 1968 als Sängerin, lebte ab 1992 in Asheville/ USA, starb dort
  • Sixto Díaz Rodríguez (geb. 1942), amerik. Folk-Musiker, geb. in Detroit als Sohn mexik. Einwanderer
  • Barbra Streisand (geb. 1942), US-amerik. Sängerin und Filmschauspielerin, geb. in Brooklyn als Kind zweier jüdischer Eltern, deren Familien beide aus Österreich stammen (der Großvater väterlicherseits stammt aus Galizien)
  • Isabel Allende (geb. 1942), chilenische Schriftstellerin, geb. in Lima/ Peru als Tochter eines chilenischen Diplomaten (ihr Onkel war der 1973 von General Pinochet gestürzte Salvador Allende), lebte bis zum Alter von 9 Jahren in Chile, zog dann mit der Familie nach Bolivien und mit 11 Jahren in den Libanon, 1958 Rückkehr nach Chile, ab 1960 Arbeit als Journalistin, ging 1973 ins Exil nach Spanien, 1975 nach Venezuela, lebt seit 1987 mit ihrem US-amerikanischen Mann in Kalifornien, Das Geisterhaus / Von Liebe und Schatten / Paula / Mein erfundenes Leben
  • Daniel Barenboim (geb. 1942), argetinisch-israelisch-palästinensischer Dirigent, geb. in Buenos Aires/ Argentinien als Sohn jüdischer Eltern, kam 1963 nach Deutschland, gab 1967 in London sein Debüt als Dirigent mit dem Philharmonia Orchestra, dirigierte danach bei vielen führenden Orchestern: von 1975-89 beim Orchestre de Paris, zw. 1981 und 1999 bei den Bayreuther Festspielen, stand von 1991-2006 am Pult des Chicago Symphony Orchestra, seit 1992 bei der Berliner Staatsoper, seit 2011 auch an der Scala in Mailand
  • John McLaughlin (geb. 1942), britischer Musiker, der sich als Jazz- und Rockgitarrist sowie als Komponist betätigt, geb. in in Kirk Sandall in Yorkshire/ England, zog etwa 1964 nach London und etwa 1969 nach New York, lebt mindestens seit 1988 in Monaco
  • Donna Leon (geb. 1942), US-amerik. Schriftstellerin, geb. in Montclair/USA, lehrte engl. Literatur in amerik. Schulen in der Schweiz, dem Iran (bis 1979), China, Saudi-Arabien und Vicenza bei Venedig, wo sie seit 1981 lebt, Kriminalromane über den venezian. Polizisten Commissario Guido Brunetti
  • Daliah Lavi (geb. 1942), israelische Filmschauspielerin und Sängerin, geb. in Schawei Zion nahe Haifa/ Völkerbundsmandat für Palästina (heute Israel) als Tochter einer dtsch. Mutter und eines russ. Vaters, ging zur Ausbildung nach Stockholm/ Schweden, machte in den 1950ern und 1960ern Karriere im Film, danach als Sängerin, Im Stahlnetz des Dr. Mabuse/ Il Demonio/ Zwei Wochen in einer anderen Stadt/ Old Shatterhand/ Casino Royale
  • Peter Handke (geb. 1942) österreichischer Schriftsteller und Übersetzer, geboren in Altenmarkt/ Südkärnten, seine Mutter Maria Handke, geborene Siutz (slowenisch Sivec), war eine Kärntner Slowenin, sein leiblicher Vater ein deutscher Bankangestellter, 1945-1948 Aufenthalt in Berlin, dann Rückkehr nach Griffen, 1961 bis 1965 Studium in Graz, danach lebte er in Düsseldorf (bis 1968) und Berlin (bis 1970), Paris, Kronberg im Taunus, in den USA (1978-79), Salzburg (1979-88) und seit 1991 in Chaville bei Paris/ Frankreich und zeitweise in Salzburg
  • Michael Ondaatje (geb. 1943), kanadischer Schriftsteller holländisch-tamilisch-singhalesischer Herkunft; geboren in Colombo (Sri Lanka) zog er 1954 mit seiner Mutter nach England und 1962 nach Kanada, wo er später die kanadische Staatsbürgerschaft annahm, Der englische Patient/ Divisadero/ In der Haut eines Löwen
  • Lester Errol Brown (1943-2015), jamaikanisch-britischer Popsänger, geb. in Kingston/ Jamaika, war 1969 in London einer der Begründer der Band Hot Chocolate, blieb dort bis Mitte der 1980er Jahre als Sänger und Songwriter, zog auf die Bahamas, starb dort
  • Josef Bulva (geb. 1943), tschechisch-luxemburgischer Pianist, geb. in Brünn/ CSSR, gefeiert als Wunderkind wurde er mit 21 zwecks staatl. Repräsentanz nach außen zum „Staatssolisten“ der CSSR, nutzte 1972 eine Auslandstournee zur Emigration nach Luxemburg, wurde dort eingebürgert
  • Mulatu Astatke (geb. 1943), äthiopischer Musiker, als „Vater des Ethiojazz“ bekannt, geb. in Jimma, ging 1956 zur Schulausbildung nach Großbritannien, studierte auch in Boston/ USA, ging 1969 zurück nach Addis Abeba/Äthiopien, lebt dort
  • John Robert „Joe“ Cocker (1944-2014) britischer Rock- und Blues-Sänger , geb . in Sheffield/ England, lebte mind. seit 1987 in Crawford, Colorado/ USA, starb dort, With a little help from my friends/ Unchain My Heart/ You can leave your hat on/ Unchain My Heart
  • Arnold Schwarzenegger (geb. 1944), Gouverneur von Kalifornien/USA (2003-2011), geb. in Thal bei Graz (Österreich), wanderte 1968 in die USA aus, besitzt seit 1983 sowohl die österreichische, als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft, Terminator etc.
  • Souleymane Koly Kourouma (1944-2014), Produzent, Regisseur, Musiker, Choreograph und Pädagoge, geb. in N’Zérékoré/ Guinea, studierte in den 1960er-Jahren in Frankreich, zog 1971 nach Abidjan/ Elfenbeinküste, lebte seit 2011 im Wechsel zwischen Conakry/ Guinea und Abidjan, starb in Conakry
  • Cornelia „Cox“ Habbema (1944-2016), niederländische Schauspielerin, Regisseurin und Theaterleiterin, geb. in Amsterdam, lebte und arbeitete ab 1969 bis Mitte der 1980er Jahre größtenteils in der DDR, wo sie fest am Ost-Berliner Deutschen Theater als Darstellerin und Regisseurin engagiert war, daneben aber auch als Gast an niederländischen Bühnen und als Film- und Fernsehschauspielerin in den Niederlanden und Belgien arbeitete, starb in Amsterdam, Wie heiratet man einen König?/ Leben mit Uwe/ Die Beunruhigung/ Die unverbesserliche Barbara/ Die Stille um Christine M.
  • Sylvie Vartan (eigentl. Sylvia Vartanian/Wartanjan, geb. 1944), frz. Chanson- und Pop-Sängerin sowie Schauspielerin bulg.-armen. und ungar. Herkunft, geb. in Iskrez  bei Sofia/Bulgarien, kam 1952 mit ihren Eltern nach Paris
  • Tahar Ben Jelloun (geb. 1944), Schriftsteller, geb. in Fes/ Marokko, Studium in Paris, seit 1971 in Frankreich
  • Luis Fayad (geb. 1945), kolumbianischer Schriftsteller mit arabischen Wurzeln, geb. in Bogota/ Kolumbien, Los parientes de Ester
  • Patrick Modiano (geb. 1945), frz. Schriftsteller, dessen erste Sprache Flämisch ist, Nobelpreis für Literatur 2014, geb. in Boulogne-Billancourt bei Paris als Sohn eines italienisch-jüdischernKaufmanns mit sephardischen Wurzeln in Thessaloniki und einer flämischen Schauspielerin, die sich in Paris während der deutschen Besatzungszeit kennenlernten, Du plus loin de l’oubli/ Accident nocturne/ La Place de l’Etoile/ L’Horizon
  • Charlotte Rampling (geb. 1946), brit. Schauspielerin, geb. in Sturmer/ UK, Mitte der 1970er Jahre ließ sie sich in Frankreich nieder, lebt in Paris, Stardust Memories/ Melancholia/ Sous le sable
  • Gianni Versace (1946-1997), ital. Modedesigner, geb. in Reggio di Calabria, zog 1972 nach Mailand, 1992 nach Beach/ USA, dort erschossen
  • Cherilyn Sarkisian La Pierre (bekannt unter dem Namen Cher, geb. 1946), US-amerik. Sängerin und Schauspielerin, geb. in El Centro/ Kalifornien als Kind eines eingewanderten Armeniers und einer Mutter mit frz., irischen und Cherokee-Wurzeln
  • Marianne Faithful (geb. 1946), brit. Sängerin und Schauspielerin, geb. in Hampstead/ England, hat durch ihre Mutter österr.-ungar. Wurzeln, längere Aufenthalte in Paris, zog nach Dublin/ Irland und 2004 von dort nach Paris, As Tears Go By/ This Little Bird/ Summer Night/ Sister Morphine/ Broken English/ The Ballad of Lucy Jordan
  • Marina Abramovic (geb. 1946), Performance-Künstlerin, geb. in Belgrad, lebt seit 1975 in Amsterdam
  • Daniel Libeskind (geb. 1946), Architekt, geb. in Lodz/ Polen, wandert 1959 mit seinen Eltern nach New York aus, wird 1965 US-Amerikaner, Jüdisches Museum in Berlin, Freedom Tower in New York
  • Edita  Gruberová (geb. 1946), slowakische Opernsängerin, geb.in Bratislava/ Tschechoslowakei als Tochter einer ungarischen Mutter und eines deutschstämmigen Vaters, 1 Jahr nach ihrem Debüt an der Wiener Staatsoper verließ sie 1971 die Tschechoslowakei und ging nach Wien, seitdem ist sie in den bedeutendsten Opernhäusern der Welt zu Hause
  • David Bowie, bürgerlich David Robert Jones (1947-2016), brit. Sänger, Musiker, Produzent und Schauspieler, geb. in Brixton, London, ging 1975 nach New York, lebte dann 1976-78 in Berlin, zog von dort nach Montreux/ Schweiz, seit 1999 in New York, starb dort
  • Salman Rushdie (geb. 1947), indisch-britischer Schriftsteller (magischer Realismus), geb. in Mumbai/Indien, vom Vater im Alter von 14 Jahren nach England geschickt, Studium in Cambridge, seit der Fatwa von Ajatollah Khomeini gegen ihn (1989) versteckt an wechselnden Wohnorten lebend, Mitternachtskinder/ Die satanischen Verse/ Harun und das Meer der Geschichten
  • Martin Walker (geb. 1947), schottischer Journalist und Schriftsteller, geb. in Schottland, Studium in Oxford und Harvard/ USA, lebt in Washington und dem Périgord/ Frankreich, Bruno-Zyklus
  • Art Spiegelmann (geb. 1948), Illustrator, geb. in Stockholm als Sohn geflüchteter  polnischer Juden, die später in die USA auswanderten, lebt in New York, u.a. als Illustrator für den „New Yorker“, Maus. Die Geschichte eines Überlebenden/ Und hier begann mein Unglück
  • Nick Drake (1948-1974), brit. Musiker, geb. in Rangun/ Burma (heute Myanmar) als Sohn eines Ingenieurs, der in den frühen 1930er-Jahren nach Rangun gekommen war, sowie einer im indischen Civil Service arbeitenden Mutter, die 1950 nach England zurückkehrten, um in Tanworth-in-Arden bei Birmingham zu leben, Studium in Cambridge, starb an einer Überdosis Antidepressiva, Five Leaves Left/ Pink Moon
  • Henning Mankell (1948-2015), Schriftsteller und Regisseur, geb. in Schweden, seit den 1980er Jahren verlegte er seine Wirkungsstätte immer mehr nach Mosambik, starb in Göteborg, Die Hunde von Riga/ Die weiße Löwin/ Die fünfte Frau
  • Cat Stevens (eigentlich Steven Demetre Georgiou; nach seiner Konvertierung zum Islam 1978: Yusuf Islam), Musiker, geb.1948 in London/ Großbritannien als Sohn eines griechischen Vaters aus Zypern und einer schwedischen Mutter, lebt mit seiner Familie zeitweise in London und in Dubai, Morning has broken/ Tea for the Tillerman/ An Other Cup
  • Swetlana Alexijewitsch (geb. 1948), weißruss. Schriftstellerin, geb. in einem ukrainischen Dorf als Tochter einer Ukrainerin und eines weißruss. Vaters, zog nach Minsk, ging etwa 1992 ins frw. Exil nach Italien, Paris, Stockholm, Berlin und München, kehrte 2011 nach Minsk/ Weißrussland zurück, Tschernobyl – Eine Chronik der Zukunft/ Second-hand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus/ Der Krieg hat kein weibliches Gesicht
  • Joe Fiorito (geb. 1948), italo-kanadischer Journalist und Schriftsteller, geb. als Enkel ital. Einwanderer in Thunder Bay/ Kanada, lebt in Toronto, Die Stimmen meines Vaters“
  • Salif Keita (geb. 1949), int. bekannter Sänger und Songschreiber afrikanischer Pop-Musik, geb. in Djoliba/ Mali, zog Mitte der 1970er-Jahre nach Abidjan/ Elfenbeinküste und 1984 nach Paris/ Frankreich
  • Mark Freuder Knopfler (geb. 1949), brit. Musiker, geb. in Glasgow als Sohn eines aus Ungarn geflohenen Juden und einer Britin, ging nach Newcastle, war 1977-91 Kopf und Gründer der Rockgruppe Dire Straits, mit der er weltweite Bekanntheit erlangte, später Solokarriere, lebt in London
  • Zaha Hadid (1950-2016), Architektin, geb. und aufgewachsen in Bagdad als Tochter des Mitbegründers der Iraqi Democratic Party und späteren Leiters der Progressive Democratic Party, bis 1971 Studium in Beirut/ Libanon, dann Emigration der Familie nach Machtübernahme von Saddam Hussein über Jordanien nach London, Studium von 1972-77, danach Eröffnung eines Architekturbüros, gilt als Erfinderin des Post-Konstruktivismus, starb dort
  • Naceur Charles Aceval (geb. in den 1950er-Jahren), geb. als Kind einer Nomadin und eines baskischstämmigen Siedlers in Südwestalgerien, ging als frz. Staatsbürger nach Frankreich und später nach Deutschland, lebt in Weil am Schönbuch
  • Joan Armatrading (geb. 1950), Musikerin, geb. auf St.Kitts/West Indies, kam 1958 mit den Eltern nach England, über ein Dutzend LPs seit 1969
  • Chantal Akerman (geb. 1950), belgische Filmemacherin, geb. in Brüssel/ Belgien als Tochter von Holocaust-Überlebenden aus Polen, ging 168 zum Studium nach Paris, lebt dort
  • Mory Kanté (geb. 1950) guineischer Griot-Musiker, geb. in Albadania/ Guinea, zog 1978 nach Abidjan/ Elfenbeinküste, 1984 nach Paris/ Frankreich, Yé ké yé ké
  • Marcel Khalife (geb. 1950), libanesischer Musiker und Komponist, geb. in Amchit/ Libanon, lebt heute in Frankreich
  • Zaha Hadid (geb. 1950), Architektin, geb. im Irak/ verbrachte ihre Kinder- und Jugendjahre auf europäischen Internaten/ Studium und Arbeit in Großbritannien
  • Jean Portante (geb. 1950), luxemburg. Schriftsteller, geb. als Sohn ital. Einwanderer in Differdingen/ Luxemburg, studierte in Nancy/ Frankreich, war erst Lehrer, ließ sich 1983 als freier Schriftsteller in Paris nieder und lebt seither abwechselnd dort und in Luxemburg, Erinnerungen eines Wals
  • Googoosh (bürgerl. Faegheh Atashin, geb. 1950), iranische Sängerin und Schauspielerin, geb. in Teheran/Iran als Tochter aserbeidschanischer Einwanderer, konnte nach der islam. Rev. nicht mehr öff. singen, blieb dennoch im Land, lebt seit 2000 in Kalifornien/ USA

Geburtsjahrgänge 1951 bis 1975

  • Shumona Sinha (geb. 1973), indische Autorin französischer Sprache, geb. in Kalkutta/ Indien, ging 2001 nach Paris, tätig als Dolmetscherin bei einer Asylbehörde, schrieb über ihre Erfahrungen das Buch „Erschlagt die Armen!“
  • Habib Selmi (geb. 1951), tunesischer Literat, ging 1982 nach Paris
  • Jane Seymour (geb. 1951), brit.-amerik. Filmschauspielerin, geb. in Hayes/ England als Tochter eines Briten und einer Niederländerin, Bond-girl in „Leben und sterben lassen“, lebt etwa seit den 1990er-Jahren in den USA
  • Weschdi Raschidow (geb. 1951), geb. als Kind einer türkischstämmigen Familie in in Dimitrowgrad/ Bulgarien, Bildhauer und Politiker
  • Kent Nagano (geb. 1951), US-amerikanischer Dirigent mit japanischen Wurzeln, geb. als Enkel japanischer Einwanderer in Berkeley/ Kalifornien, nach dem Studium dirigierte er in Boston, wechselte von 1989 bis 1998 zur Opera National nach Lyon/ Frankreich und 2000 nach Berlin zum Deutschen Symphonie Orchester, seit 2006 dirigiert er an der Bayrischen Staatsoper in München und wird 2015 zur Hamburger Staatsoper wechseln
  • Paul Stanley (geb. 1952, eigentlich Stanley Bert Eisen), US-amerikanischer Gitarrist, Sänger und Musikproduzent, geb. in Bronx, New York als Kind einer aus Berlin vor den Nazis geflohenen Mutter und eines aus Polen stammenden Vaters, gründete 1973 die Band „Kiss“, I was made for lovin‘ you
  • Rohinton Mistry (geb. 1952), kanadischer Künstler indischer Herkunft, geb. in Mumbai als Kind einer parsischen Familie, ging 1975 nach Toronto/ Kanada
  • Huda Barakat (geb. 1952), libanesische Schriftstellerin, geb. in Beirut, 1989 Flucht vor dem Bürgerkrieg nach Paris, Der Stein des Lachens/ Leute der Leidenschaft/ Der die Wasser pflügt/ Mein Gebieter, mein Geliebter/ Die Briefe der Freuden (alle noch nicht ins Deutsche übersetzt)
  • Mohammad Abi Samra (geb. 1953), libanesischer Schriftsteller, emigrierte 1985 wegen des Bürgerkriegs nach Lyon, kehrte später in den Libanon zurück
  • Touhami Ennadre (geb. 1953), franz. Fotograf mit marokkanischen Wurzeln, der an der documenta 11 teilgenommen hat.
  • Geoffrey Oryema (geb. 1954), ugandischer Musiker, geb. in Soroti/ Uganda, zog mit der Familie nach Kampala, wo sein Vater später Minister unter Idi Amin wurde, aber 1977 unter mysteriösen Umständen starb, woraufhin Oryema über Kenia nach Paris floh, wo er bis heute lebt
  • Celso Machado (geb, 1953), brasilianischer Gitarrist und Komponist, geb. in Ribeiro Preto, 1982 lernte er den frz. Gitarristen Thierry Rougier kennen, der ihn nach Frankreich einlud, wo Machado von 1984 bis 1990 lebte, zog danach nach Vancouver/Kanada
  • Pierre Assouline (geb. 1953), frz. Journalist, Kritiker, Biograph und Schriftsteller, geb. in Casablanca/ Marokko, wechselte für die höhere Schule nach Frankreich, lebt in Paris
  • Dany Lafferière (geb. 1953), haitianischer Schriftsteller, geb. in Port-au-Prince/ Haiti, Arbeit als Journalist, 1976 Auswanderung nach Montréal/ Kanada nach der Machtergreifung des Diktators Duvalier, lebt zwischen Montréal und Miami, wurde 2015 in die Académie francaise aufgenommen, Coment faire l’amour avec un nègre sans se fatiguer/ L’énigme du retour/ Tout bouge autour de moi
  • Alpha Blondy (eigentl. Seydou Koné, geb. 1953), ivorischer Reggae-Musiker, geb. in Dimbokro/ Elfenbeinküste, singt seit seiner Übersiedlung 1973 nach Liberia überwiegend auf Englisch, reiste 1976 in die USA und studierte dort, 1981 Rückkehr nach Abidjan/ Elfenbeinküste, lebte und arbeitet danach bis 1988 in Paris und auf Jamaika
  • John Travolta (geb. 1954), US-amerik. Schauspieler, Sänger und Produzent, geb. als jüngstes von sechs Geschwistern eines italienischstämmigen Vaters und einer irischstämmigen Mutter in Englewood, Grease/ Saturday Night Fever/ Pulp Fiction
  • Lawrence Carroll (geb. 1954), australischer Maler, geb. in Melbourne als Kind einer australisch-irischen Familie, wuchs ab 1958 in Kalifornien/ USA auf, zog 1984 nach New York, lebt in Bozen/ Italien und USA
  • Mohamed al-Sghaier Oulde Ahmed (1955-2016), tunesischer Dichter, geb. in Sidi Bouzid, musste in den 1990er-Jahren ins Exil nach Paris gehen, Rückkehr 1993, starb in Tunis
  • Abraham Verghese (geb. 1955), wurde als Sohn indischer Eltern in Äthiopien geboren, wuchs in der Nähe von Addis Abeba auf und studierte Medizin. Nach seiner Übersiedlung in die USA arbeitete er als Arzt, seit 2007 Professor für Theorie und Praxis der Medizin an der Stanford University, lebt in Palo Alto, Kalifornien, My Own Country. A Doctor’s Story/ Cutting for Stone (Rückkehr nach Missing)
  • Isabelle Adjani (geb. 1955), frz. Filmschauspielerin, geb. in Paris als Tochter eines algerischen Vaters, der im 2. Weltkrieg in der frz. Armee diente und einer deutschen Mutter, Die Geschichte der Adèle H./ Der Mieter/ Barocco/ Nosferatu – Phantom der Nacht/ Die Bartolomäusnacht/ Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
  • Angus Young (geb. 1955), schottisch-australischer Leadgitarrist, Songwriter und mit seinem Bruder Malcolm Mitgründer der australischen Hardrock-Band AC/DC, geb. in in Glasgow/Grossbritannien, Auswanderung der zehnköpfigen Familie nach Sydney/Australien, als der Vater keine Stelle mehr fand, mit der er genug verdiente, lebt sowohl in Sydney als auch in Aalten/Niederlanden
  • Walter Bruce Willis (geb. 1955), US-amerikanischer Schauspieler, Filmproduzent, Musiker/Komponist und Drehbuchautor mit deutschen Wurzeln, geb. in Idar-Oberstein/ Deutschland als Sohn eines dort stationierten US-amerikanischen Soldaten und einer deutschen Mutter, ging mit den Eltern im Alter von 2 Jahren in die USA
  • August Zirner (geb. 1956), US-amerik. –österr. Schauspieler, der in über 120 Filmproduktionen mitgewirkt hat, geb. in in Urbana, Illinois/USA als Kind österr. Emigranten jüd. Herkunft, lebt seit 1973 in Europa, Ausbildung in Wien, Café Europa/ Homo Faber/ Die Fälscher
  • Nigel Kennedy (geb. 1956), brit. Violonist, hat seit einigen Jahren seinen Wohnsitz abwechselnd in London, Malvern/GB und Krakau/ Polen
  • Amitav Ghosh (geb. 1956), indischer Schriftsteller, geb. in Kolkata (Kalkutta)/ Indien, verbrachte seine Kindheit in Dhaka/ Bangladesch, Colombo/ Sri Lanka und Nordindien, studierte in Delhi Geschichte, promovierte in Oxford und lehrte danach selbst an einer Universität in Delhi, lebt heute in New York/ USA
  • John Joseph Lydon (Künstlername Johnny Rotten, geb. 1956), brit. Musiker und Sänger, geb. in London als Kind irischer Einwanderer, wurde ab 1976 als Sänger der Punk-Band „Sex Pistols“ bekannt, sowie später der Band „Publik Image Ltd“
  • Michel Houellebecq (geb. 1956 oder 1958, eigentl. Michel Thoma), frz. Schriftsteller, geb. auf Réunion, wurde früh von den Eltern zur Großmutter nach Algerien geschickt, kehrte mit 6 Jahren nach Meaux/Frankreich zurück, ging in Reaktion auf Anfeindungen nach Veröff. seines Romans „Elementarteilchen“ 1998 nach Irland, lebt auch in Almeria und auf Lanzarote/ Spanien, Ausweitung der Kampfzone/ Elementarteilchen/ Plattform/ Die Möglichkeit einer Insel
  • Shirin Neshat (geb. 1957), Künstlerin, Filmemacherin und Fotografin, geb. in Qazwin/Iran, ging 1979 zum Kunststudium nach San Francisco/ USA, kehrte 11 Jahre später (1990) erstmals in den Iran zurück, mehrere Aufenthalte bis 1996, Teilnahme an der d11, lebt in New York City, Women of Allah/ Women Without Men
  • Dani Levy (geb. 1957), schweizerischer Filmregisseur, geb. in Basel als Sohn einer 1939 aus Deutschland ins schweizerische Exil geflohenen jüdischen Familie, kam Anfang der 1980er-Jahre nach Deutschland, lebt in Berlin, Du mich auch/ Meschugge/ Alles auf Zucker/…
  • Quattara Watts (geb. 1957), ivorischer Maler, der in New York lebt, geb. in Abidjan/ Elfenbeinküste, ging 1976 zum Studium nach Paris/ Frankreich, blieb dort und ging später in die USA
  • Edo Popovic (geb. 1957), kroatischer Journalist und Schriftsteller, geb. in Livno/Bosnien-Herzegowina, seit 1968 in Zagreb/Kroatien, arbeitete ab etwa 1981 beim Bau und in einem Sägewerk in Deutschland sowie als Reiseführer in Spanien und Griechenland, lebt heute in Zagreb, Pono´cni boogie (Midnight Boogie), Izlez Zagreb jug (Exit Zagreb Süd), Under the Rainbow
  • Ai Weiwei (chin. 艾未未, Pinyin Ài Wèiwèi, geb. 1957), chinesischer Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator, geb. in Peking, seine Familie wurde wegen des Vaters, einem regimekritischen Schritsteller, bis zu seinem 17. Lebensjahr mehrfach zwangsumgesiedelt, lebte von 1981-93 in New York, kehrte wegen seines erkrankten Vaters nach China zurück, wurde wegen seiner regimekritischen Arbeiten 2011 inhaftiert und hatte bis 2015 Ausreiseverbot, seitdem Gastprofessor in Berlin, Sunflower Seeds/ F Lotus
  • Aki Kaurismäki (geb. 1957), finnischer Filmemacher, geb. in Orimatilla/ Finnland,  Studium in Tampere, emigrierte 1989 nach Portugal, Lichter der Vorstadt/ Leningrad Cowboys go America/ Le Havre
  • Madonna (eigentl.: M. Louise Veronica Ciccone) (geb. 1958), Popsängerin und Songschreiberin, geb. in Michigan/USA als Tochter italienischer und frankokanadischer Einwanderer (die Großeltern väterlicherseits waren von Italien nach Amerika ausgewandert, die Mutter war eine Frankokanadierin)
  • Frida - Sabrina OuazaniRadu Mihăileanu (geb. 1958), rumänisch-frz. Filmregisseur, geb. in Bukarest, aufgewachsen als Kind von Schoa-Überlebenden im kommunistischen Rumänien, floh 1980 und lebte einige Jahre in Israel, bevor er sich in Frankreich niederließ, Filmstudium in Paris, Zug des Lebens/ Geh und lebe/ Das Konzert/ The History of Love
  • Rachid Taha (geb. 1958), Chaabi-Musiker und Punkrocker, geb. in Sig/ Provinz Mouaskar in Algerien, zog 1968 mit seinen Eltern nach Lyon/ Frankreich, wo sein Vater als Textilarbeiter arbeitete, ging 1989 nach Paris, Carte de Séjour (dt.: Aufenthaltsberechtigung) / Diwan/ Medina
  • Liao Yiwu (chin. 廖亦武, geb. 1958, auch bekannt als Lao Wei), chin. Schriftsteller, Dichter und Musiker, geb. in Yanting/ China, geriet wegen regimekritischer Gedichte unter Druck und in Haft, floh im Sommer 2011 über Vietnam nach Deutschland, lebt seitdem im Exil in Berlin
  • Bei Ling (geb. 1959), chinesischer Schriftsteller, geb. in Schanghai, verbrachte nach Begegnungen mit der literarischen Zeitschriften-Untergrundszene der 1980er-Jahre einige Jahre in New York, wurde nach der Rückkehr und dem Versuch, eine zuerst im Exil verlegte literarische Zeitschrift zu verlegen, verhaftet und später in die USA abgeschoben, „Ausgewiesen“ Über China“ (2012 bei Suhrkamp)
  • Abdellatif Kechiche (geb. 1960), tunesisch-frz. Schausspieler und Filmregisseur, geb. in Tunis, wächst nach der Auswanderung der Eltern ab 1966 in Nizza auf, La faute à Voltaire/ L’Esquive/ La vie d’AdèleFrida - Sabrina Ouazani
  • Brigitte Giraud (geb. 1960), Schriftstellerin, geb. in Algerien, aufgewachsen in Lyon/Frankreich, Das Leben der Wörter
  • Renèe Levi (geb. 1960), schweizer Künstlerin, geb. in Istanbul, 1964 „Immigration in die Schweiz“, lebte in Zürich, heute Prof. in Basel
  • Cheb Khaled (geb. 1960 als Hadj Brahim Khaled), Sänger („König des Rai“), geb. in Oran/Algerien, musste das Land 1986 verlassen und ging nach Frankreich, Didi/ Aïcha
  • Brigitte Giraud (geb. 1960), frz. Schriftstellerin, geb. in Sidi bel Abbès/ Algerien, Kindheit und Jugend mit den Eltern in der Banlieu von Lyon, lebt in Lyon, Das Leben der Wörter
  • Angélique Kidjo (geb. 1960), beninisch-französische Musikerin, Choreografin, Sängerin, Komponistin und Songpoetin, geb. in in Ouidah/ Benin, ging 1982 nach Frankreich ins Exil, studierte dort, lebt seit Mitte der 1990er-Jahre in New York, Djin Djin/ Eve
  • Yōko Tawada (jap. 多和田 葉子, geb. 1960), japanische Schriftstellerin, die in jap. und dtsch. Sprache schreibt, geb. in Tokio, kam 1979 nach Deutschland, lebte ab 1982 in Hamburg, nun in Berlin, Etüden im Schnee/ Das Bad
  • Viktor Lazlo (geb. 1960, eigentl. Sonia Dronier), frz.-belg. Pop-Sängerin und Roman-Autorin,  geb. in Lorient/ Frankreich als Tochter karibischer Eltern geboren (Mutter aus Grenada, Vater aus Martinique), ging zum Studium nach Belgien, Breathless/ Das erste Mal tat’s noch weh
  • Sofka Zinovieff (geb. 1961), brit. Schriftstellerin, geb. in London als Tochter 1917 zugewanderter russischer Großeltern, Die rote Prinzessin/ Athen, Paradiesstraße (Original: The house on Paradise Street)/ Eurydice Street : a place in Athens
  • Abderrahmane Sissako (geb. 1961), Filmregisseur, geb. in Kiffa/ Mauretanien, aufgewachsen in Mali, Filmstudium in Marokko, lebt in Frankreich und macht in Afrika Filme, Bamako/ Timbuktu
  • Anthony McCarten (geb. 1961), Romanautor, Theaterschriftsteller und Filmemacher, geb. in New Plymouth/ Neuseeland, lebt in Los Angeles, London und München, Funny Girl
  • Fernand Melgar (geb. 1961), Schweizer Filmregisseur, geb. in Tanger/ Marokko als Sohn spanischer Einwanderer, die 1963 nach Lausanne/ Schweiz auswandern
  • Julie Otsuka (geb. 1962), US-amerik. Schriftstellerin, geb. in Palo Alto als Kind japanischer Einwanderer, When the Emperor Was Divine/ The Buddha in the Attic
  • Parastou Forouhar (geb. 1962), iranische Konzeptkünstlerin, geb. in Teheran als Tochter prominenter Politiker, zog nach Abschluß ihres Kunststudiums 1991 nach Deutschland, lebt seit 1992 in Offenbach
  • Gabriel Orozco (geb. 1962), mexikanischer Konzeptkünstler, geb. in Xalapa/ Mexiko, ging 1986 nach Madrid/ Spanien, lebt seit 1991 mit seiner Familie als Wanderer zwischen Paris, New York und Mexiko-Stadt
  • George Michael, eigentl. Georgios Kyriakos Panagiotou (1963-2016), brit. Popmusiker, geb. als Sohn einer brit. Mutter und eines griech.-Zypriot. Einwanderers, der in den 1950er-Jahren nach London kam und dort ein Restaurant betrieb, gründete 1981 das Duo Wham!, starb in Oxfordshire, Whake Me Up, Before You Go-Go/ LAst Christmas
  • Seal (eigentl. Seal Henry Olusegun Olumide Adeola Samuel, geb. 1963) britischer Sänger nigerianischer und brasilianischer Abstammung, geb. in London, wuchs in einem Heim auf, nachdem seine Mutter nach Nigeria abgeschoben wurde, Killer, Crazy, Kiss of a Rose
  • Nari Ward (geb. 1963), jamaikanischer Künstler, geb. in  St. Andrews/ Jamaika, ging etwa 1991 nach New York
  • Gaspar Noé (geb. 1963), argentinischer Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann und Filmproduzent, geb. in Buenos Aires, verbrachte seine Kindheit dort und in New York, bevor er im Alter von 12 Jahren mit seiner Familie nach Frankreich zog, Studium in Paris, Menschenfeind/ Irreversibel/ Love
  • Eyal Sivan (geb. 1964), israelischer Filmemacher und Kritiker der Reg.politik, geb. in Haifa, ging in Jerusalem zur Schule, fand Arbeit als Modefotograf in Tel Aviv, ging 1985 nach Paris, da er dort ein toleranteres Umfeld für seine Ansichten fand
  • Rawi Hage (geb. 1964), liban.-kanad. Autor, geb. in Beirut, wuchs im bürgerkriegsgeplagten Libanon als Sohn eines Maroniten und einer griechisch-orthodoxen Mutter französisch- und arabischsprachig auf, wandert als Erwachsener traumatisiert aus und arbeitete mehrere Jahre in New York als Hilfsarbeiter, Kellner und Taxifahrer, bis er zufällig merkt, dass er ein guter Fotograf ist und deswegen nach Montreal/ Kanada auswandert
  • Natascha Atlas (geb. 1964), belgische Musikerin, geb. in Brüssel, ihre familiären Wurzeln reichen von Ägypten über Marokko (Vater), Palästina bis nach Großbritannien (Mutter), ging nach der Trennung der Eltern nach Northhampton/ Großbritannien, kehrte mit 24 nach Brüssel zurück, reist die meiste Zeit ihres Lebens um die ganze Welt, u.a. mit Wohnsitzen in Griechenland und Ägypten
  • Kad Merad (eigentl. Kaddour Merad, geb. 1964), frz.-algerischer Filmschauspieler und Drehbuchautor, geb. in Sidi bel Abbès/ Algerien als Kind eines algerischen Vaters und einer frz. Mutter, lebt in Paris, Die Kinder des Monsieur Mathieu/ Keine Sorge, mir geht’s gut / Willkommen bei den Sch’tis (Bienvenue chez les Ch’tis)
  • Roschdy Zem (geb. 1965), frz. Schauspieler und Regisseur, geb. in Gennevilliers bei Paris als Sohn marokkanischer Einwanderer
  • Abdourahman A. Waberi (geb. 1965), dschibutischer Schriftsteller, geb. in Dschibuti-Stadt im damaligen Französisch-Somaliland, ging 1985 nach Frankreich, um in Caen und Dijon zu studieren, lebt in Caen, Le Pays sans ombre/ Cahier nomade/ Balbala
  • Fiona Tan (geb. 1966), Film-, Video- und Photokünstlerin, geb. in Pekan Baru/ Indonesien, wuchs als Kind eines Chinesen und einer Australierin in Melbourne/ Australien auf, zog 1988 in die Niederlande, lebt in Amsterdam und Berlin Video, Installationen, Fotografie, Dokumentationen
  • Kamel Yahiaoui (geb. 1966), algerischer Künstler, geb. in Algiers, ging 1989 nach Nantes/ Frankreich und lebt seitdem in Paris
  • Alain Mabanckou (geb. 1966), afrikanischer Schriftsteller und Literaturprofessor, der in frz. Sprache publiziert,  geb. in Pointe Noire/ Rep. Kongo, ging 1989 zum Studium nach Paris, wurde 2002 Professor in Ann Arbor/USA und 2007 in Los Angeles, lebt heute in Paris und Santa Monica, Et Dieu seul sait comment je dors/ Les Petit-Fils nègres de Vercingétorix/ African Psycho/ Memoires de porc-epic/  Verre cassé (dt.: Zerbrochenes Glas)/ Black Bazar
  • Marguerite Donlon (geb. 1966), Tanztheater-Choreografin und Chefin des Balletts des Saarländischen Staatstheaters, geboren in Longford/Irland, ging 1986 nach London, 1990 nach Berlin/ Deutschland , 2001 nach Saarbrücken, Giselle – reloaded/ Poesie des Körpers/ Casa Azul
  • Michel Majerus (1967-2002), luxemburgischer Maler und Bildhauer, geb. in Esch-sur-Alzette/ Luxemburg, studierte 1986-92 in Stuttgart, zog dann nach Berlin, wo er – unterbrochen durch einen einjährigen Aufenthalt in Los Angeles im Jahr 2001 – lebte und arbeitete, starb bei einem Flugzeugabsturz in Niederanven/ Luxemburg
  • Marie NDiaye (geb. 1967, auch N’Diaye), frz. Schriftstellerin, geb. in Pithiviers/ Frankreich als Tochter einer frz. Mutter und eines senegalesischen Vaters, ihr Vater verließ die Familie und wenig später Frankreich, als Marie noch im Säuglingsalter war, mit ihrem Ehemann und ihren Kindern wechselte sie viele Male den Wohnsitz: Von Frankreich nach Spanien, von dort nach Italien, in die Niederlande und zurück nach Frankreich, seit 2007 in Berlin, Rosie Carpe/ Trois femmes puissantes/ Ladivine/ La Cheffe
  • Michel Hazanavicius (geb. 1967), frz. Filmregisseur, geb. in Paris als Kind einer jüdischen Familie mit litauischen Großeltern, Oscar für „The Artist“
  • Proschat Madani (geb. 1967), österreichische Schauspielerin, geb. in Täbris/ Iran, kam mit 4 Jahren nach Wien, lebt heute in Berlin
  • Barthélémy Togue (geb. 1967), kamerunischer Künstler, geb. in Kamerun, Studium in Abidjan/ Elfenbeinküste, Grenoble/ Frankreich und Düsseldorf, lebt wechselweise in Paris und Bandjoun
  • Catalin Dorian Floresco (geb.1967), rumän. Schriftsteller, geb. in Timisoara/Rumänien, 1976 erste Ausreise mit seinem Vater nach Italien und in die USA, dann Rückkehr nach Rumänien, 1982 erneute Ausreise, mit beiden Eltern, in den Westen, seitdem wohnhaft in Zürich/ Schweiz, Wunderzeit/ Der kurze Weg nach Hause/ Der blinde Masseur/ Der Mann, der das Glück bringt
  • Nicole Mary Kidman (geb. 1967), US-amerik.-austral. Schauspielerin und Filmproduzentin, geb. in Honolulu, Hawaii/ USA als Tochter austral. Eltern, die nach einem weiteren aufenthalt in Washington D.C. 1970 nach Sydney ins heimatliche Australien zurückkehrten, erste Filmerfolge ab 1983, ging nach Hollywood, war mit Tom Crise verheiratet, Oscar-Preisträgerin
  • Monica Ali (geb. 1967), brit. Schriftstellerin, geb. in Dhaka/ Bangladesch als Tochter eines bengalischen Vaters und einer englischen Mutter, im alter von 3 Jahren ziehen sie nach Bolton/ Großbritannien, Brick Lane/ Hotel Imperial
  • Lahiri, Jhumpa (geb. 1967, bengalisch: ঝুম্পা লাহিড়ী), US-amerik. Autorin indischer Abstammung, geb. in London, wuchs in South Kingstown/USA auf, Studium in Boston, lebt in Brooklyn, viele ihrer Kurzgeschichten haben Leben und Probleme von Indo-Amerikanern, insbesondere Bengalen zum Thema
  • Wajdi Mouawad (geb. 1968), libanesisch-kanadischer Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur, geb. im Libanon als Kind einer maronitischen Familie, die 1976 zunächst nach Frankreich und 1983 nach Kanada auswanderte
  • Melinda Nadj Abonji (geb. 1968), ungarisch-schweizerische Schriftstellerin und Musikerin, geb. in Bečej/ Serbien als Kind einer zur ungarischen Minderheit gehörenden Familie, die 1973 in die Schweiz auswanderte, lebt in Zürich, Tauben fliegen auf
  • Atil Kutoglu (geb. 1968), türkischer Modeschöpfer, Wien
  • Hedi Slimane (geb. 1968), frz.  Modedesigner, Künstler und Fotograf, geb. in Paris als Sohn eines Tunesiers und einer Italienerin,  studierte zunächst Journalismus, dann Politik und Kunstgeschichte in Paris, arbeitete von 1989 bis 1992 als freiberuflicher Art Director und als Modelscou, dann bei Louis Vuitton und von 1996-1999 Chefdesigner bei Yves Saint Laurent, ging für zwei Jahre nach Berlin, danach 2000 – 2007 Chefdesigner bei Dior, zog sich dann nach Los Angeles zurück und betätigte sich als Fotograf, ehe er im März 2012 die kreative Leitung sowohl für die Herren- als auch für die Damenkollektionen bei Yves Saint Laurent übernahm,  für ihn wurde ein Designbüro in Los Angeles eingerichtet, lebt dort und in Paris
  • Peta Devlin (geb. um 1968) brit. Musikerin und Musikproduzentin, geb. in London, lebt seit mindestens 1990 in Hamburg
  • Izabella Dorota Scorupco (geb. 1970), polnisch-schwedische Schauspielerin, Model und Sängerin, geb. in Białystok/ Polen, 1978 Auswanderung mit ihrer Mutter nach Schweden, 2003 in die USA, Bond-Girl im Film GoldenEye
  • Fazıl Say (geb. 1970), türkischer Pianist und Komponist, geb. in Ankara/Türkei, studierte von 1987 bis 1995 in Düsseldorf und Berlin, spielte mit den weltweit renommiertesten Orchestern, kündigte im April 2012 (wie schon 1997) an, aufgrund eines empfundenen Erstarkens konservativer islamistischer Kräfte, ins Exil nach Japan zu gehen
  • Shilpi Somaya Gowda (geb. 1970), indisch-kanadische Autorin, geb. in Toronto als Kind von indischen Eltern, die aus Mumbai eingewandert waren, lebt jetzt in San Francicso, Secret Daughter/ The golden son
  • Xavier Kurt Naidoo (geb. 1971), dt. Soul und R&B-Sänger, geb. in Mannheim als Sohn eines Tamilen aus Sri Lanka, der zunächst in England arbeitete, und einer Südafrikanerin arab. Herkunft
  • Elif Şafak bzw. Shafak (geb. 1971 geboren als Elif Bilgin), türkische Schriftstellerin, geb. in Straßburg/ Frankreich als Tochter einer Diplomatin und eines Professors, wuchs sie u.a. in Amman und Madrid auf, Studium in Ankara, ab 2006 Gastdozentin in Tucson/ USA, forscht und arbeitet derzeit in London und Istabul, Die 40 Geheimnisse der Liebe/ Der Bastard von Istanbul/ Der Architekt des Sultans
  • Tarkan Tevetoglu (geb. 1972), türk. Popmusiker, geb. im rheinhess. Alzey/ Deutschland als Sohn türk. Arbeitsmigranten, Rückkehr 1986 als 15jähriger in die Türkei, studierte dort klass. Musik, 1991 jedoch zurück nach Deutschland, nach 1994 war er zwei Jahre zum Studium in den USA, lebt in New York und Istanbul, Hepsi senim mi?/ Sikidim
  • Gary Shteyngart (geb. 1972 als Igor Semyonowitsch Shteyngart), US-amerik. Kulturjournalist und Schriftsteller russischer Herkunft, geb. in Leneningrad,  emigrierte mit seinen jüd.-russ.Eltern im Alter von 7 Jahren nach New York City, verbrachte in den frühen 1990er-Jahren einige Zeit in Prag, dann rückkehr nach New York, Super Sad True Love Story/ Little Failure. A Memoir
  • Chilly Gonzales (eigentlich Jason Charles Beck; geb. 1972), kanadischer Musiker, geb. in Montreal, ging 1998 nach Berlin, lebte zeitweise auch in Paris, ab etwa 2012 in Köln
  • Villazón, Rolando (geb. 1972), mexik.-frz. Opernsänger, Regisseur und Schriftsteller mit österr. Vorfahren, geb. in Mexiko-Stadt als Sohn eines Managers bei einer Plattenfirma sowie einer jüd. Großmutter aus Wien, Besuch der deutschen Schule, zog nach Paris, gilt seit etwa 2005 als „Star-Tenor“, lebt heute in Neuilly-sur-Seine
  • David Bezmozgis (geb. 1973), kanadischer Schriftsteller und Filmemacher, geb. in Riga/ Lettische SSR, wanderte 1979 mit seiner Familie über Rom nach Kanada aus
  • Said Taghmaoui (geb. 1973), frz.-US-amerik. Schauspieler, geb. in Villepinte/ Frankreich als Kind marokkanischer Einwanderer, wuchs in der Pariser Banlieu auf, Co-Autor und Darsteller im Film „La Haine“ (1995), wanderte nach Los Angeles/ USA aus
  • Leonara Miano (geb. 1973), kamerunische Schriftstellerin, geb. in Douala/ Kamerun, zog 1991 zog nach Frankreich, um in Valenciennes und später in Nanterre Amerikanische Literatur zu studieren, La saison de l’ombre
  • Hassan Blasim (geb. 1973), irakischer Filmemacher und Autor, geb. in Bagdad, floh 1998 zuerst in den kurdischen Norden des Landes, dann ab 2000 über mehrere Stationen nach Finnland, wo er 2004 ankommt, The Wounded Camera/ The Madman of Freedom Square/ The Iraqi Christ
  • Rokia Traoré (geb. 1974), malische Sängerin, geb. in Kolokani/ Mali, floh nach unbestätigten Angaben 2012 nach Belgien
  • Christian Bale (geb. 1974), brit.-amerik. Schauspieler, geb. in Wales, Scheidungskind, zog mit dem Vater nach Los Angeles/ USA, schon als Teenager Auftritte in Werbespots und Filmen, Oscar 2013, Das Reich der Sonne/ American Psycho/ The Fighter/ American Hustle/ Batman/ The Big Short
  • Kool Savas (bürgerl.: Savaş Yurder, geb. 1975), dtsch. Rapper und Schauspieler, geb. in Aachen als Sohn einer Deutschen und eines türken, ging mit 1 Jahr mit seiner Familie in die Türkei zurück, doch zog die Familie aufgrund einer polit. motibvierten Verhaftung des Vaters zurück nach Aachen, 1987 nach Berlin, Der beste Tag meines Lebens/ Tot oder lebendig/ Aura
  • Teju Cole (geb. 1975, eigentl. Obayemi Babajide Adetokunbo Onafuwa), US-amerik. Schriftsteller, geb. in Kalamazoo/ USA als Sohn nigerianischer Einwanderer, verbringt seine Schulzeit in Lagos/ Nigeria, kehrt mit 17 Jahren in die USA zurück, studiert in Kalamazoo, London und New York, lebt in Brooklyn, Open City/ Der Tag gehört dem Dieb
  • Shahyar Mazgani (geb. 1975), iranisch-portugiesischer Musiker, geb. in Teheran, seine Familie zog als Angehörige der Bahai-Religion nach der Islam. Rev. 1979 nach Setubal/ Portugal

Geburtsjahrgänge ab 1976

  • Malik Bendjelloul (1977-2014) schwedischer Dokumentarfilmer, ehem. Kinderdarsteller sowie Oscar-Preisträger, geb. in Ystad/ Schweden als Sohn eines algerischstämmigen schwed. Physikers und einer schwed. Malerin, starb in Stockholm, Searching for Sugar Man
  • G.M.B. Akash, Fotograf (geb. 1977), aufgewachsen nahe Dhaka/Banladesch, nach Studium ab 1996 Fotograf, 2005 Flucht nach Deutschland, lebt in Hamburg
  • Taiye Selasi (gibt ihr Geburtsdatum nicht an), Schriftstellerin und Fotografin, geb. n London als Kind einer nigerianisch-schottischen Mutter und eines ghanaischen Vaters, wuchs in Massachussets/ USA auf, lebt in New York und Rom, The Sex Lives of African Girls/ Die Dinge geschehen nicht einfach so
  • Nelly Furtado (geb. 1978), Musikerin, in Kanada geborene Tochter portugiesischer Einwanderer
  • Raphaël Nadjari (geb. 1971), französischer Filmregisseur, geboren in Marseille, 1996 Auswanderung in die USA, 2003 nach Israel, The shade/ Tehilim/ I am Josh Polonski’s Brother
  • Marsha Mehran (1977-2014), iran.-amerik. Schriftstellerin, geb. in Teheran/ Iran, floh mit der Familie kurz vor der Revolution 1979 nach Buenos Aires/ Argentinien, lebte in den USA und Australien, ging mit ihrem irischen Mann nach Lecanvay/ Irland, wurde in ihrer Wohnung tot aufgefunden, Pomegranate Soup (Das persische Café)/ Rosewater and Soda Bread
  • Chimamanda Ngozi Adichie (geb. 1977), nigerianische Autorin, geb. in Enugu/ Nigeria, zog mit 19 zum Studium nach Phildelphia/ USA, studierte in Yale und Princeton, lebt in den USA, Americanah
  • Reda Kateb (geb. 1977), frz. Schauspieler, geb. in Ivry-sur-Seine/ Frankreich als Kind eines algerischen Einwanderers und dessen tschechisch-italienischer Frau, Un prophète/ Zero Dark Thirty
  • Ali Eskandarian (1978-2013), Schriftsteller und Musiker, geb. in Pensacola, Florida/ USA als Kind iranischer Emigranten, wuchs in Teheran auf, ehe die Familie nach der islam. Revolution nach Deutschland floh und von dort nach Texas/ USA kam, wurde Singer/ Songwriter der Band „Yellow Dogs“, ermordet in New York, Die goldenen Jahre
  • Zahia Ziouani (geb. 1978), frz. Dirigentin, geb. als Kind  algerischer Eltern, Studium in Paris sowie von 1996 bis 1997 bei Sergiu Celibidache in München, seitdem musikalische Direktorin  des Symphonieorchesters Diversimento
  • Charlotte Roche (geb. 1978), britische Moderatorin, Produzentin, Schauspielerin, Hörspielsprecherin und Autorin, geb in High Wycombe/Grossbritannien, kam im Alter von 1 Jahr aus London über die Niederlande nach Deutschland, lebt in Köln, Feuchtgebiete/ Schossgebete
  • Yael Naim (geb. 1978), frz.-israelische Sängerin und Songschreiberin, geb. in Paris als Tochter tunesisch-jüdischer Eltern, zog im Alter von 4 Jahren mit ihrer Familie nach Ramat ha Scharon/ Israel, wo sie aufwuchs
  • Norah Jones (geb. 1979, eigentlich Geetali Norah Jones Shankar), US-amerikanische Soul- und Jazz-Sängerin, Pianistin, Songwriterin, Schauspielerin, geb. in New York City als Tochter des indischen Musikers Ravi Shankar und einer Amerikanerin, Feels Like Home/ Come Away With Me/ Not Too Late/Little Broken Hearts
  • Samira El Ayachi (geb. 1979), französische Schriftstellerin, geb. in Lens als Kind marokkanischer Eltern, lebt in Lille, La vie rêvée de Mademoiselle S., Sarbacane/ Lettre à un professeur qui a marqué votre vie/ Quarante jours après ma mort
  • Dina Nayeri (geb. ca. 1979), geb. im Iran, ging mit 10 Jahren in die USA, lebt seit 2008 in Amsterdam, A Teaspoon of Earth and Sea
  • Taiye Selasi (geb. 1979), brit. Schriftstellerin und Fotografin, geb. in London als Tochter einer nigerianisch-schottischen Mutter und eines ghanaischen Vaters, wuchs in Massachusetts/ USA auf, studierte in Yale und Oxford, lebt in New York und Rom, Bye-Bye, Babar/ Diese Dinge geschehen nicht einfach so (engl. Originaltitel: Ghana Must Go)/ Le Ravissement des Innocents
  • Benjamin (“Benji”) Levi Madden (geb. 1979), Gitarrist der Gruppe Good Charlotte, geb. in Waldorf/ USA als Eohn einer irisch-amerik. Einwandererfamilie
  • Wally de Backer, Künstlername „Gotye“ (geb. 1980), australischer Musiker, geb. in Brügge/ Begien, wanderte mit den Eltern im Alter von 2 Jahren nach Australien aus, wo diese eine Farm betrieben, lebt in Melbourne, Somebody That I Used To Know
  • Shahin Najazi (geb. 1980), iranischer Sänger, Songwriter und Aktivist, geb. in Bandar-e Anzali/Iran, ging 2005 nach Deutschland
  • Kaan Müjdeci (geb. 1980), türkischer Filmregisseur, geb. In Yozgat/ Türkei, ging 2003 zum Studium nach Berlin, später nach New York, kehrte aber nach Berlin zurück, Sivas
  • Ana Lily Amirpour (geb. 1980), US-amerik. Filmregisseurin und Schauspielerin mit persischen Wurzeln, geb. in London , zog als Kind mit ihren Eltern nach Miami/ USA und später nach Bakersfield, A Girl Walks Home Alone at Night/ The Bad Batch
  • Nneka Egbuna (geb. 1980), nigerianische HipHop- und Soul-Sängerin, geb. in Warri/ Nigeria als Tochter eines Nigerianers und einer Deutschen, siedelte im Alter von 18 Jahren nach Deutschland über, lebt seitdem in Hamburg, Heartbeat
  • Bulawayo, NoViolet (geb. 1981), simbabwische Schriftstellerin, geb. in Tsholotsho/ Simbabwe, emigrierte mit 18 nach Detroit / USA, We Need new names
  • Natalie Portman (geb. 1981, hebräisch ‏נטלי פורטמן‎, eigentl. Natalie Hershlag, hebräisch נטלי הרשלג) , israelisch-US-amerikanische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin,  geb. in Jerusalem als Tochter eines isr. Vaters und einer US-amerik. Mutter, die Familie zog in die USA, als sie 3 Jahre alt war, lebt seit 2014 in Paris, Black Swan
  • Fiston Mwanza Mujila (geb. 1981), kongolesischer Schriftsteller, geb. in Lubumbashi/ D.R. Kongo, kam etwa 2007 nach Österreich, 2008/09 lebte er mit einem Stipendium in Langenbroich/ Deutschland, dann zum Studium nach Graz, 2009 gewann er an den Frankofonie-Festspielen in Beirut die Goldmedaille für Literatur,  2010 war er Stadtschreiber in Graz, Gott ist ein Deutscher/ Der Fluss im Bauch/ Tram 83
  • Omer Meir Wellber (geb. 1981), israel. Dirigent, geb. in Beer Sheva, 2008-10 Assistent von D. Barenboim in Berlin, 2011-14 Musikdirektor in Valencia/ Spanien
  • Leïla Slimani (geb. 1981), frz.-marokk. Schriftstellerin, geb. in Rabat/ Marokko, ging 1999 zum Studium nach Paris, zunächst Arbeit als Journalistin, Dans le jardin de l’ogre/ Chanson douce
  • Elyas M’Barek (geb. 1982), v.a. in Deutschland tätiger österr. Schauspieler, geb. in München als Kind einer Österreicherin und eines Tunesiers, Türkisch für Anfänger/ Die Welle/ Fack ju Göthe
  • Irina Lazareanu (geb. 1982), Model und Musikerin, in Rumänien geboren und in Quebec/ Kanada aufgewachsen, wohin ihre Eltern aus politischen Gründen geflohen sind, ging mit 13 nach London, studierte dort, tourte mit Pete Dohertys Band Babyshambles, wird 2005 Top-Model der französischen „Vogue“, lebt in Paris und New York
  • Gaël Faye (geb. 1982), geb. als Kind einer ruandischen Mutter und eines frz. Vaters, ging nach Bürgerkrieg und Genozid 1995 in das Department Yvelines bei Paris/ Frankreich, Arbeit als Investmentbanker, dann erste Erfolge als Rapper und später als Romancier, Petit Pays
  • Sophie Hunger (eigentl. Emilie Jeanne-Sophie Welti, geb. 1983), Schweizer Sängerin und Filmkomponistin, geb. in Bern, lebte als Diplomatentochter in London und Teheran, ab 13 in Bonn, kehrte mit 16 nach Zürich/ Schweiz zurück, Monday’s Ghost/ The danger of light
  • Reem Kherici (geb. 1983), franz. Schauspielerin und Regisseurin, geb. in Neuilly-s-Seine/ Frankreich als Kind eines tunesischen Vaters und einer italienischen Mutter, lebt in Paris, Rio ne repond plus/ Colombiana/ Paris um jeden Preis
  • Golshifteh Farahani (geb. 1983), iranische Schauspielerin mit iran. Und frz. Pass, geb. in Teheran, lebt seit 2008 in Paris, Deux Anges (Do fereshteh)/ Body of Lies
  • Katie Melua (geb. 1984), georgisch-britische Sängerin und Songwriterin, geb. in Kutaissi, Georgische Sozialistische Sowjetrepublik/ Sowjetunion, heute Georgien, wuchs als Tochter eines Chirurgen in Tiflis auf, dann bis zum Alter von 4 Jahren mit den Eltern in Moskau, zurück nach Georgien (Batumi), als sie 9 Jahre alt war, bekam ihr Vater eine Stelle in Belfast/ Nord-Irland, 5 Jahre später Umzug nach London, wo sie erste Gesangserfahrungen machte und mit dem Album „Call Off The Search“ einen Welterfolg landete, seit 2005 doppelte Statsbürgerschaft
  • Stromae (bürgerl. Paul Van Haver, geb. 1985), belgisch-ruandischer Rapper und Musikproduzent (New Beat, Hip-Hop- und Electro-Musik), geb. in Brüssel als Sohn einer belgischen Mutter und eines ruandischen Vaters, Alors on dance/ Papaoutai
  • Carey Hannah Mulligan (geb. 1985), britische Schauspielerin, geb. in London, als sie 3 Jahre alt war, zog ihre Familie nach Düsseldorf/ Deutschland, wo sie 5 Jahre blieb, ehe sie nach England zurückkehrte, Der große Gatsby/ Wall Street: Geld schläft nicht
  • Irma (bürgerl. Irma Pany, geb. 1988), in Frankreich lebende kamerunische Sängerin und Songschreiberin, geb. in Douala/ Kamerun, ging mit 15 auf ein Gymnasium in Paris um ihre Schulbildung zu verbessern, Letter to the Lord/ I know
  • Yahia Hassan (geb. 1995), in Aarhus/ Dänemark als Sohn paläst. flüchtlinge geborener Lyriker, dessen unverblümtes Erstlingswerk eine heftige Kontroverse erzeugte

Quellen: Diverse Tageszeitungen, Wikipedia sowie Bächi, Julius: Berühmte Cellisten, Mainz und Zürich, 5. Aufl. 1998; Casali, Dimitri/ Schäfer, Liesel: Ces immigrés qui ont fait la France, Genf 2007;

Copyright Fotos: Ekkehart Schmidt

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