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Filme zu Migrationsthemen

August 11, 2011

Untitled 2

Filmtitel, Land, Jahr, Regisseur, Schauspieler (Inhalt)

Vor 1990

  • Gebrochene Blüten – Broken Blossoms, USA 1919, David Wark Griffith (im Londoner Limehouse-Viertel verliebt sich ein chines. Kaufmann in die Tochter eines Berufsboxers. die Romanze endet für alle Beteiligten tödlich; Stummfilm)
  • Toni, Frankreich 1935, Jean Renoir, Charles Blavette/ Jenny Hélia/ Celia Montalvan (wie viele andere Italiener auch, nimmt Toni einen Zug, um in der Provence zu arbeiten; die Jahre gehen vorüber, er lebt zwar mit Marie, seiner Wirtin zusammen, ist aber verliebt in Josefa, eine spanische Immigrantin, der allerdings auch sein Kfz-Meister den Hof macht…)
  • Die Frau am Weg, Österreich, 1948, Eduard von Borsody, Otto Woegerer/ Robert Freitag/ Brigitte Horney (Verfilmung des Stücks „Der Flüchtling“ von Fritz Hochwälder, das an einem ins Typische gehobenen Beispiel den fliehenden Menschen in unserer Zeit deutet: ein Mann auf der Flucht vor grausamen Gewalthabern wird von der Frau des ihn verfolgenden Grenzjägers in deren Schlafraum aufgenommen und geht schließlich mit ihr über die Grenze, während der Ehemann, ein bis dahin gefügiger Diener der Gewalt, erkennt, dass er der eigentliche Flüchtling ist, der sich entweder für die Barbarei oder die Menschlichkeit zu entscheiden hat)
  • Afrique sur Seine, Frankreich, 1957, Pauline Vieyra und Mamadou Sarr (Kurzfilm über das afrik. Studentenmilieu im Paris der 1950er-Jahre, gilt als Geburtsstunde des afrik. Kinos)
  • Déja s’envole la fleur maigre, Belgien 1960, Paul Meyer (der von einem belgischen Ministerium in Auftrag gegebene Film, der zeigen soll, wie gut man sich um Immigranten kümmert, zeigt den ersten Tag einer sizilianischen Familie in der belgischen Kohle-Region Borinage – Paul Meyer macht aus der Vorgabe in aller Freiheit, aber auch in ständiger Unklarheit über den nächsten Tag, einen hoch poetischen Spielfilm)
  • Emigranti, Italien 1963, Franco Piavoli (kalabrische Auswanderer kommen mit ihren schmalen Taschen am Mailänder Bahnhof an, um dort zu bleiben oder in andere Richtungen weiter zu fahren; ein Mann liegt dösend im Schatten, die Blicke der Reisenden wirken verloren und müde; die Sprache der anderen ist bereits unverständlich geworden: sie sind schon zu Fremden im eigenen Land geworden)
  • Die Auswanderer (auch: Emigranten), Schweden, 1970/71, Vilhelm Moberg (zur schwedischen Auswanderung in die USA um 1850)
  • Petit à petit, Frankreich 1971, Jean Rouch, Damoouré Zika/ Lam Ibrahim Dia (ein Afrikaner entdeckt mit einem Landsmann in Paris die Grösse, aber auch die Absurdität der westlichen Grossstadt-Zivilisation und kehrt nach vielen Anbenteuern in Europa und Amerika voller Pläne wieder in seine Heimat zurück)
  • Das neue Land, Schweden, 1971/72, Jan Toell
  • Angst essen Seele auf, Deutschland 1973, Rainer Werner Fassbinder, Brigitte Mira/ El Hedi Ben Salem/ Walter Sedlmayer
  • Touki Bouki, Die Reise der Hyäne, Senegal, 1973, Djibril Diop Mambéty (Die jungen Senegalesen Mory und Anta, er Viehhirte, sie eine Studentin, beide am Rande der Gesellschaft,  träumen davon, nach Paris ins „verheissene Land“ zu gehen; ein witziger Film über die romantische und aufregende Jugend des Landes, v.a. aber auch eine polit. und sozial weitsichtige Reflektion über das Exil: Die Reise endet am Hafen von Dakar, aber Mory erkennt, dass die Annahme einer fremden Identität nie zu einer eigenen führen kann)
  • Eine Reise ins Licht – Despair, BRD/ Frankreich, 1977, Rainer Werner Fassbinder (Hermann, ein russ. Emigrant, der im Berlin der frühen 1930er-Jahre eine Schokoladenfabrik besitzt, sieht sich in seiner Phantasie von einem Doppelgänger beobachtet und verfolgt, woraufhin er einem Künstler, den er für sein Ebenbild hält, anbietet, die Identität zu tauschen. Kaum sind die Kleider gewechselt, erschiesst er ihn und flieht in die Schweiz, aber der Plan scheitert)
  • Out of Africa (dtsch. Jenseits von Afrika), USA 1985, Sydney Pollack, Meryl Streep/ Robert Redford/ Klaus-Maria Brandauer (Film über die wahre, in vielen Details aber angepasste Geschichte von Karen Blixen, die durch die Heirat mit ihrem Cousin Baron Bror von Blixen-Finecke 1913 nach Kenia auswanderte)
  • Frauengeschichten – Fasia Jansen, Sängerin, Deutschland 1985 (Doku über Fasia Jansen, die 1929 als unehel. Tochtzer des liberianischen Generalkonsuls und eines deutschen Zimmermädchens geboren wurde, erlebt schon früh Mobbing, wurde als Jugendliche zum Zwangsdienst im KZ Neuengamme gezwungen, engagierte sich später als Sängerin u.a. bei den Ostermärschen der 1960er)
  • Black Mic Mac, Frankreich, 1986 (schildert die bedrohliche Situation von Sans papiers aus Zentral- und Westafrika in Paris, Musik wird als Ikone migrantischer Lebenswelt in den 1980er-Jahren präsentiert)

1990-2000

  • Drei Farben: Weiss, Frankreich/ Polen/ Schweiz 1993, Krzysztof Kieslowski (Gechichte rund um die Trennung einer Französin von ihrem polnischen Mann in Paris und dessen anschliessendem Versuch, als Verlierer nicht ganz unterzugehen)
  • Das Piano (Original: The Piano), Australien/ Neuseeland/ Frankreich 1993, Jane Campion, Holly Hunter/ Harvey Keitel/ Sam Neill (Filmdrama um die stumme Witwe Ada, die Mitte des 19. Jahrhunderts mit einem Klavier ihre Heimat Schottland verlässt, da ihr Vater sie mit einem in Neuseeland lebenden Briten verheiratet hat, angekommen in der damaligen Kolonie bleibt das Klavier am Strand)
  • Lamerica, Italien 1994, Gianni Amelio, Enrico Lo verso/ Michele Placido (sentimentales, realitätsnahes Roadmovie rund um einen Italiener, der nach Albanien geht, um dort zwecks Erschleichung von Fördergeldern eine Scheinfirma gründet, scheitert jedoch in einem zerstörten Land, aus dem die Menschen schließlich nach Italien fliehen – ein berührender Film über Menschen auf der Flucht, über Emigration als letzten Ausweg, über verlorene Träume und die Sehnsucht nach Freiheit, über Fremdsein und den Verlust der Heimat)
  • La Haine, Frankreich 1995, Mathieu Kassovitz, Vincent Cassel/ Hubert Koundé/ Saïd Taghmaoui (24 Stunden im trostlosen Leben dreier Vorstadtjungs, deren Welt von Gewalt, Drogen und Schikanen durch die Polizei geprägt ist, mehr dazu hier)
  • Engelchen, Deutschland 1996, Helke Misselwitz, Susanne Lothar/ Cezary Pazura/ Sophie Reus (Leidensweg einer psych. gestörten Fabrikarbeiterin in Berlin, die mit einem Polen erstmals die Liebe erfährt)
  • Karim Traidia, Die polnische Braut, 1997, Jaap Spijkers/ Monic Hendrickx
  • Vivre au paradis, Frankreich/Belgien/Norwegen, 1999, Bourlem Guerdjou, Roschdy Zem/ Omar Benkhaled/ Hiam Abbass/ Farida Rahouadi
  • East is East, Großbritannien 1999, Damien O’Donnell, Om Puri/ Linda Bassett ( George Khan, ein mit einer Britin verheirateter pakistanischer Fish-and-chips-Verkäufer in Manchester, kommt in Konflikt mit seinen sehr brit. fühlenden Kindern, als er von ihnen das Befolgen pakist. Wertvorstellungen einfordert)
  • Hotel Belgrad, Schweiz 2000, Andrea Štaka
  • La faute à Voltaire, Frankreich 2000, Abdellatif Kechiche
  • Yugodivas, Schweiz 2000, Andrea Štaka
  • Last Resort, Großbritannien 2000, Pawel Pawlikowski, Dina Korzum/ Artiom Strelnikow/ Perry Benson/ Dave Bean

2001-2005

  • La fille de Keltoum, Frankreich 2001, Mehdi Charef, Cylia Malki/ Baya Belai/ Jean Roger Milo (Fallia, eine junge 19jährige, die al Kind von einem Schweizer Ehepaar adoptiert wurde, entschließt sich, in die Berge Algeriens zurück zu kehren, um ihre wirkliche Mutter zu finden)
  • Les chemins de l’oued, Frankreich 2002, Gael Morel, Nicolas Cazale/ Amira Casar/ Mohammed Madj (Der junge und etwas naive Samy wird in Frankreich in eine finstere Geschichte hineingezogen, aus der seine Mutter ihn nur herauszulösen weiß, indem sie ihn zu seinem Vater nach Algerien schickt, doch Samy will zurück nach Frankreich)
  • Ali G in da House, Großbritannien/ Deutschland 2002, Mark Mylod, Sascha Baron Cohen
  • Bend it like Beckham, Großbritannien 2002 (dtsch.: Kick it like Beckham), Gurinder Chadha, Parminder Nagra/ Keira Knightley, Jonathan Rhys Meyers (Komödie rund um ein fußballverrücktes Mädchen aus einer indischen Einwandererfamilie, die es trotz Fußballverbot schafft, ein Stipendium in den USA zu ergattern)
  • In this World, Großbritannien 2002, Michael Winterbottom, Jamal Udin Torab/ Enayatullah (halbdokumentarisches Flüchtlingsdrama rund um zwei afghanische Cousins, die vom pakist. Peschawar aus aufbrechen, um in London ihr Glück zu suchen; ihr Weg nach Europa gerät zu einer monatelangen Odyssee, u.a. überleben sie als einzige die Schiffsüberfahrt in einem Container)
  • Safar, Großbritannien 2002, Sandhya Suri (ein junger indischer Arzt will nur kurze Zeit nach England gehen, um sich weiter zu qualififzieren und beginnt dort, eine Art filmisches Tagebuch zu schreiben – das nun seit 40 Jahren besteht)
  • Anansi – Der Traum von Europa, Deutschland 2002, Fritz Baumann, George Quaye/ Naomie Harris/ Jimmy Akingbola (eine Gruppe westafrikanischer Flüchtlinge machen sich auf den Weg durch die Sahara zur Küste bei Gibraltar, um nach Europa zu gelangen – der Film schildert ungeschönt ihre Geschichten und Hoffnungen, fast beiläufig aber auch vom tödlichen Scheitern vieler)
  • L’Esquive, Frankreich 2003, Abdellatif Kechiche, (eine Liebesgeschichte – die Banlieue wird dermaßen stigmatisiert, dass es fast revolutionär erscheint, dort eine Geschichte anzusiedeln, bei der es nicht um Drogen, verschleierte Mädchen oder Zwangsheirat geht…)
  • Rabbit-Proof Fence, Australien 2002, Phillip Noyce, Evelyn Sampi/ Tianna Sansbury (bis in die 1970er-Jahre wurden in Australien Kinder von Aborigines ohne ihre Mütter an das andere Ende des Landes umgesiedelt und in Lagern aufgezogen, wo sie entwurzelt werden und als Arbeiter/innen bei Weissen arbeiten sollten; in diesem Kontext spielt die Geschichte von drei Kindern, die im Jahr 1931 versuchen, über 2000 km zu Fuss in die Heimat zurück zu kehren)
  • Hurensohn, Österreich 2003, Michael Sturminger, Chulpan Khamatova/ Miki Manojlovic/ Stanislav Lisnic/ Georg Friedrich
  • Politiki Kouzina (dt. Zimt und Koriander), Griechenland/ Türk. Rep. Zypern 2003, Tassos Boulmetis, Georges Corraface/ Ieraklis Michaelidis/ Rena Louizidou (Der Dachboden des Gewürzhändlers Vassilis wölbt sich wie ein firmament über die Welt des kleinen Fanis, der seinen Grossvater dabei beobachtet, wie er das Leben mit Hilfe der häuslichen Kochkunst erklärt; 1964 weist die türk. Republik wegen des Zypernkonflikts alle griech. Bürger des Landes aus und Fanis muss mit seinen eltern nach Athen übersiedeln, während Vassilis bleibt; seitdem verleihen Gewürze jedem Gericht den Geschmack der verlorenen Heimat)
  • Lichter, Deutschland 2003, Hans-Christian Schmid (Parallelmontage mehrerer, nur lose und zum Teil gar nicht miteinander verknüpfte Episoden, die in der Gegend von bzw. direkt im deutschen Frankfurt (Oder) und dem polnischen Słubice spielen, mehrfach wird der Grenzübergang thematisiert; die Geschichten spiegeln die alltäglichen Sorgen, aber zum Teil auch existentiellen Ängste der Menschen wider)
  • Die grosse Reise, Frankreich/ Marokko 2004, Ismael Ferroukhi (der Vater einer arab. Migrantenfamilie will endlich die Pilgerfahrt nach Mekka antreten, seine Söhne sind sehr unterschiedlich, der eine ebenso traditionsverhaftet, der andere modern lebend. ausgerechnet letzterer soll den Vater auf dem Landweg nach Mekka fahren…)
  • Das Geschenk der Beate, Japan 2004, Tomoko Fujiwawa/ Ryôko Akamatsu/ Kimie Iwata (Dokumentarfilm über Beate Shirota-Gordon, die 1923 in Wien geboren wurde, in den 1920er-Jahren mit ihrem Vater nach Japan geht und dort aufwächst. Nach dem Studium in den USA kehrt sie zurück und ist u.a. daran beteiligt, einen Artikel für die neue japanische Verfassung zu entwerfen)
  • Eine andere Liga, Deutschland 2004, Buket Alakus, Ken Duken/ Karoline Herfurth (Film über die Fähigkeit, sich nicht unterkriegen zu lassen, rund um die fußballverrückte Hayat, die nach einer Operation sofort wieder beim chaotischen Multikulti-Mädchenfußballverein FC Schanze spielen will und sich dafür gegen ihr Schicksal auflehnt)
  • Das schlafende Kind, Belgien/Marokko, 2004, Yasmine Kassari, Mounia Osfour
  • Conversations on a Sunday Afternoon, Südafrika, 2005, Khalo Matabane
  • Die letzte Karawanserei, Frankreich, 2005, Ariane Mnouchkine (Theater-Verfilmung), Duccio Bellugi-Vannuccini/ Maurice Durozier/Virginie Colemyn
  • Geh und lebe (va, vie et deviens), Frankreich, Israel 2005, Radu Mihaileanu (Geschichte der Falaschen, der äthiopischen Juden, von denen während der Hungersnot 1984 Tausende erst in ein Flüchtlingslager in den Sudan kommen und dann heimlich nach Israel gebracht wurden, unter ihnen auch ein christl. Junge, der von seiner Mutter zu seiner Rettung als Jude ausgegeben wird und viele Jahre später als Arzt zurückkehrt)
  • L’Esquive (dt.:Nicht ja, nicht nein), Frankreich 2005, Abdellatif Kechiche, Osman Elkharraz/ Sara Forestier (Drama um eine Gruppe Jugendlicher in einer Vorstadt, die ein Theaterstück proben. Abdelkrim, der anfangs nicht beteiligt ist, verliebt sich in Lydia. Um ihr näher zu kommen, tauscht er mit Rachid einige seiner Habseligkeiten gegen die männliche Hauptrolle im Stück. Doch da er es nicht schafft, seiner schüchternen Natur zu entkommen, scheitert er auf peinliche Weise sowohl als Schauspieler als auch bei seinem Versuch, sich Lydia anzunähern)
  • Das Fräulein, Schweiz/ Deutschland 2005/06, Andrea Štaka, Mirjana Karanović/ Marija Škaričić/ Ljubica JovićKebab connection, Deutschland 2005, Anno Saul, Denis Moschitto/ Nora Tschirner (Komödie um einen jungen Türken und seiner Freundin im Hamburger Schanzenviertel; er will der ersten deutschen Kung-Fu Film drehen, während sie sich an einer Schauspielschule bewirbt)
  • Sie sind ein schöner Mann, Frankreich 2005, Isabelle Megault, Michel Balanc/ Medeea Marinescu/ Wladimir Yordanoff/ Eva Darlan

2006 – 2010

  • La Fine del mare, Deutschland 2006, Nora Hoppe, Miki Manojlovic/ Diana Dobreva
  • Zemestan (engl.: It’s Winter), Iran 2006, Rafi Pitts (Ein Vater verlässt seine Familie in Teheran, um im Ausland Arbeit zu finden. Als Frau und Tochter monatelang nichts mehr von ihm hören, begegnet ihnen ein Mechaniker, der Arbeit und Anschluß sucht – Das neorealistisch gefilmte Drama erzählt vom Überlebenskampf einer Generation)
  • Juventude em marcha/ Colossal Youth, Portugal 2006, Pedro Costa (Ventura, ein älterer Einwanderer von den kapverdischen Inseln lebt in einem portugiesischen stadtteil, der abgerissen wird, woraufhin er zur Vaterfigur für viele entwurzelte Jugendliche wird)
  • Nuevemondo („Golden Door“), USA 2006, Emanuele Crialese, Charlotte Gainsbourg/ Vincenzo Amato (Leben italienischer Auswanderer in New York Anfang des 20. Jhs)
  • Borat – Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan, Großbritannien/USA, 2006, Larry Charles, Sacha Baron Cohen/ Ken Davitian/ Pamela Anderson
  • Möge Allah Dir verzeihen (Pour l’amour de Dieu), Frankreich 2006, Zakia Bouchaala/ Ahmed Bouchaala, Rachid Hami/ Leila Bekhtio
  • Saimir, Italien 2006, Francesco Munzi, Mishel Manoko/Lavinia Gugtielman/ Xhevdet Feri
  • Babel, USA 2006, Alejandro González Iñárritu, Brad Pitt/ Cate Blanchett/ Rinko Kikuchi/ Adriana Barraza/ Boubker Ait El Caid/ Gael García Bernal
  • Mein Tod ist nicht dein Tod, Deutschland 2006, Lars Barthel, … (Dokumentation)
  • Faustrecht, Schweiz 2006, Bernard Weber/ Robi Müller, … (Dokumentation)
  • Der Letzte macht das Licht aus!, Deutschland 2006, Clemens Schönborn, …
  • Exile Family Movie, Deutschland 2006, Arash Riahi
  • Die Flucht, Deutschland 2006, Kai Wessel, Maria Furtwängler (Dokumentation)
  • Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez, (***span./engl., Heidi Specogna, *** (Dokumentation)
  • The Namesake – Zwei Welten, eine Reise, USA 2006, Mira Nair, Kal Penn/ Irfan Khan/ Tabu
  • C’est mieux là bas, Frankreich 2006, R. Zouhair Chebbale
  • 1:1 (Eins zu Eins), Dänemark/ Großbritannien 2006, Anette K Olesen, Mohammed Ali Bakir/ Joy K. Petersen, Anette Stovelbaek, Kelle Hartz
  • Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez, Deutschland 2006, Heidi Specogna/ Erika Harzer
  • Valerie, Deutschland 2006, Birgit Möller, Agata Buzek/ Birol Ünel/ Anne Sarah Hartung/ David Striesow
  • Hippie Masala – Für immer in Indien, Schweiz 2006, Ulrich Grossenbacher und damaris Lüthi
  • Dol – Tal der Trommeln, Autonome Region Kurdistan/ Frankreich/ Deutschland 2006, Hiner Saleem, Nazmî Kirik/ Belçim Bilgin/ Omer Çiaw Sin/ Rojîn Ulker/ Abdullah Keskin
  • IvoEva, L 2006, Sandy Lorente, Vuk Kostic / Laura Lorente
  • La graine et le mulet – Couscous mit Fisch, Frankreich 2007, Abdellatif Kechiche, Habib Boufares/ Hafsia Herzi/ Farida Benkhetache (Slimane ist maghrebinischer Herkunft und arbeitet seit 35 Jahren auf einer südfrz. Werft, er ist geschieden und lebt im Hotel seiner Geliebten und ihrer Tochter, hält aber den Kontakt zu den aus der Ehe stammenden Kindern. Nachdem er entlassen wird, versucht er ein Couscous-Lokal auf einem Schiff aufzumachen)
  • Auf der anderen Seite, Deutschland/ Türkei 2007, Fatih Akin, Baki Davrak/ Tuncel Kurtiz/ Nursel Köse/ Nurgül Yesilcay
  • Du bist nicht allein, Deutschland 2007, Bernd Böhlich, Axel Prahl/ Katharina Thalbach/ Yekaterina Medvedeva
  • Import Export, Österreich 2007, Ulrich Seidl, Ekateryna Rak/ Paul Hofmann (Olga und Paul: zwei Schicksale in Österreich und der Ukraine, die ihr Glück durch „Import“ und „Export“ versuchen und sich darüber von Ost nach West und zurück begegnen – als Prostituierte und Freier)
  • Dschihad in der City / Britz – Part I (Sohail’s Story) und Part II (Nasima’s Story), Großbritannien 2007, Peter Kosminsky, Riz Ahmed (Die Geschwister Sohail und Nasima, Kinder einer pakistan. Einwandererfamilie, stehen im Klima der verschärften Anti-Terror-Gesetze und einer islamfeindl. Stimmung in Großbritannien vor der Frage: Bin ich Brite oder Muslim? Sohail, stolz darauf ein Brite zu sein, wird vom Inlandsgeheimdienst angeheuert und muss bald gegen seine eigenen Freunde ermitteln…)
  • Persepolis, Frankreich/ USA 2007, Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi (Verfilmung des Comic-Bestsellers von Marjane Satrapi über ihre Flucht aus dem Iran nach Österreich)
  • Couscous mit Fisch – La graine et le mulet, Frankreich 2007, Abdellatif Kechiche, Habib Boufares/ Hafsia Herzi/ Farida Benkhetache/ Abdelhamid Aktouche (eine aus Tunesien eingewanderte Großfamilie speist zusammen, alle reden durcheinander: überlappender Dialog als einzigartige Weise, Geschichten zu erzählen)
  • La Forteresse, Schweiz 2008, Fernand Melgar (Dokumentationsfilm über ein Schweizer Empfangzentrum für Asylbewerber)
  • Ein Augenblick Freiheit, Österreich/ Frankreich/ Türkei 2008, Arash T. Riah (wunderbar feinfühliger Flm mit lebensnahen humorigen und tragischen Szenen aus einem Hotel in Ankara, in dem sich die Wege dreier iranischer Flüchtlingsgruppen kreuzen, die hier auf ihr Visa für Westeuropa warten)
  • Entre les murs, Frankreich 2008 (dtsch.: Die Klasse), Laurent Cantet, Francois Bégaudeau/ Nassim Amrabt/ Laura Baquela (Film über den Schulalltag in einer von Zuwanderern geprägten Vorortschule aus der Sicht eines Lehrers, der bei aller Geduld in einem kurzen Moment die Kontrolle verliert – mit weit reichenden Folgen)
  • Football undercover, Deutschland 2008, Ajat Najafi, David Assmann/ Niloofar Basir/ Narmila Fathi/ Sanna El-Agha (Doku über eine Fussballerin bei einem kurdischen Frauenclub in Berlin, die den Filmemacher Ajat Najafi kennenlernt, der ihr von der iranischen Nationallmannschaft erzählt, die noch nie gegen ein gegnerisches Team gespielt haben. Sie beschliessen, ein Freundschaftsspiel zu organisieren)
  • Das Geschenk der Sprachen, Katalanische Länder 2010, Pierre-Oliver Francois und Christian Popp (Film rund um die Frage: Was ist der Unterschied zwischen jenen, die dank einer zweisprachigen Familie von der Wiege auf zwei Sprachen lernen und jenen, die nur in einer aufwachsen?)
  • Almanya – Willkommen in Deutschland, Deutschland 2010, Yasemin Samdereli (vier Jahrzehnte nach der Ankunft einer türkischen Migrantenfamilie fragt ein Enkel, ob er nun Deutscher oder Türke sei – Grund genug für den Opa, seine Familie in das Land ihrer Herkunft einzuladen)

2011

  • Intouchables (dt.: Ziemlich beste Freunde), Frankreich 2011, Olivier Nakache und Éric Toledano, Omar Sy/ François Cluzet
  • Schlafkrankheit, Deutschland/ Kamerun 2011, Ulrich Köhler (dt. Entwicklungshelfer verliert sich in Kamerun zwischen der Heimat, in die er nicht mehr gehört und einem Kontinent, der ihm fremd bleibt)
  • Aujourd’hui (Tey), Senegal/ Frankreich 2011, Alain Gomis (Rückkehr eines senegalesischen Amerika-Auswanderers, am letzten Tag seines Lebens)
  • La Désintégration, Frankreich 2011, Philippe Faucon, Rashid Debbouze/ Yassine Azzouz/ Ymanol Perset (Ali, Nasser und Hamza aus einer Vorstadt von Lille lassen sich langsam von Djamel indoktrinieren)
  • Dreiviertelmond, Deutschland 2011, Christian Zübert, Elmar Wepper/ Mercan-Fatima Türkoglu/ Ivan Anderson/ Özay Fecht (eigenbrötlerisch-xenophober Taxifahrer begegnet mutterseelenallein in Nürnberg herum irrendem türkischem Mädchen
  • Bitte bleib!, Niederlande 2011, Lourens Blok (in diesem Spielfilm ab 8 Jahren wird aus dem ernsten Thema Abschiebung ein spannender Kinderfilm gemacht, in dem man immer wieder auch lachen kann: Ein kleines Mädchen kämpft gegen die Abschiebung der Familie eines Schulfreundes in den Iran)
  • Mama Illegal, Österreich 2011, Ed Moschitz (Film zu den Folgen der Arbeitsmigration moldawischer Mütter auf ihr Verhältnis zu den von ihnen zurückgelassenen Kindern)
  • Restless City, Nigeria/ USA 2011, Andrew Dosunmu, Sy Alassane (opernhaft tragische Liebesgeschichte eines Senegalesen, der sich in New York mit Jobs durchschlagen muss, statt seinen Musiker-Traum verwirklichen zu können)
  • Der Albaner, Deutschland/ Albanien 2011, Johannes Naber, Nik Xhelilaj/ Xhejlane Terbunja/ Stipe Erceg
  • Wilaya, Algerien 2011, Pedro Pérez Rosado, Nadhira Mohamed/ Memona Mohamed/ Aziza Brahim (16 Jahre lang hat Fatimetu, ein Kind einer Sahraui-Familie, in Spanien gelebt, nach dem Tod ihrer Mutter kehrt sie in das algerische Flüchtlingslager zurück – an das Leben in Spanien gewöhnt kommt sie in einen Konflikt, als ihr Bruder erwartet, dass sie sich nun um ihre gehbehinderte Schwester kümmert)
  • Vol Spécial, Schweiz 2011, Fernand Melgar (Dokumentarfilm über die helvetische Abschiebeanstalt Frambois, von der aus Flüchtlinge mit negativem Asylbescheid abgeschoben werden)
  • Best Exotic Marigold Hotel, USA 2011, John Madden, Maggie Smith/ Bill Nighy/ Tom Wilkinson (Als eine Gruppe britischer Pensinäre in Indien eintrifft, um dort den Lebensabend zu verbringen, erwartet sie eine Überraschung: Ihr Luxushotel ist ein etwas heruntergekommenes Entwicklungsprojekt, dessen erste Gäste sie sind. Eine Best-Ager-Tragikomödie auf Basis einer sich aus dem Culture-Clash ergebenen Situationskomik rund um die abenteuerlustigen Auswanderer-Rentner/innen)
  • Blutzbrüdaz, Deutschland 2011, Özgür Yıldırım (Mischung aus Komödie und Musikfilm, schildert authentisch die Entstehung der Berliner Hip-Hop-Szene in den 1990er-Jahren, indem mit sido und B-Tight zwei Protagonisten porträtiert werden, die sich im Erfolg entzweien)
  • Le Havre, Frankreich 2011, Aki Kaurismäki (der Möchtegern-Künstler Marcel ist von Paris in die französische Hafenstadt Le Havre gezogen, er verdient sich seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht. Eines Tages trifft er zufällig auf Idrissa, der sich unter einem Pier im Wasser verschanzt hat. Der Junge aus Gabun ist illegal, in einem Container versteckt, nach Frankreich eingereist und vor den Behörden geflüchtet. Er wird von Marcel und seiner Frau aufgenommen)
  • Io sono Li (dtsch.: Venezianische Freundschaft), Italien 2011, Andrea Segre (neorealistisches Filmdrama über die massive Einwanderung von Chinesen in Padua und Prato, erzählt über die Romanze einer chinesischen Textilarbeiterin und eines alten, verbitterten ital. Fischers, die von den Angehörigen der jeweiligen Gemeinschaften brutal verhindert wird)

2012

  • Terra mia, terra nostra/ Italien, Luxemburg 2012, Donato Rotunno (Doku über die Familie des Regisseurs, die Auswanderung, Wurzeln und Identitätsfragen)
  • Drexciya, Deutschland/ Burkina Faso 2012, Simon Rittmaier (Thomas arbeitet als Schlepper für europ. Flüchtlinge, die sich ein besseres Leben in Afrika erhoffen – als sein Boot sinkt und er als einziger Überlebender an der afrik. Küste strandet, wird er an einer unüberwindbaren Mauer aus Licht von einer Gruppe junger Afrikaner aufgenommen, deren Mission auch keine gewöhnliche zu sein scheint)
  • Gnade, Deutschland/ Norwegen 2012, Matthias Glasner, Birgit Minischmayr/ Jürgen Vogel (dt. Auswanderer, die in der norwegischen Eislandschaft an einer schweren Schuld zu tragen haben und erlöst werden)
  • Eine respektable Familie, Iran/ Frankreich 2012 (Originaltitel: Yek khanévadéh-e Mohtaram), Massoud Bakshi, Babak Hamidian/ Mehrdad Serdighian/ Mehran Ahmadi (Rückkehr eines Dozenten für ein Semester in Schiraz, der den Iran vor 22 Jahren als 15-Jähriger verlassen hat, taucht ein in einen Strudel familiärer und finanzieller Intrigen – der Film erzählt davon, dass Widerstand bei kleinen Gesten der Unbeugsamkeit beginnt)
  • Drexciya, Deutschland/ Burkina Faso 2012, Simon Rittmaier, Alexander Beyer/ Josiane Hien Yeri/ Rodrigue Quattara (ein deutscher Schlepper für europäische Flüchtlinge, die sich in Afrika ein besseres Leben erhoffen strandet an der afrik. Küste…)
  • Les Kaïra, Frankreich 2012, Franck Gastambide, Medi Sadoun/ Jib Pocthier/ Franck Gastambide (Komödie rund um drei junge motivationslose Männer, die auf eine Annonce hin Pornodarsteller werden und glauben, dass sie es jetzt geschafft haben)
  • Dragan Wende – West Berlin, Deutschland 2012, Dragan von Petrovic (Geschichte des Vaters, der in Vor-Wendezeiten als jugoslawischer Schmuggler zwischen Ost- und West-Deutschland reich wurde, dann aber einen Abstieg erlebt)
  • Araf – Somewhere in between, Deutschland/ Türkei 2012, Yesim Ustaoglu, Neslihan Atagül/ Baris Hacihan/ Özcan Deniz (die 18jährigen Olgun und Zehra rackern auf einer dtsch. Autobahnraststätte, haben Tagträume von der Ferne und Freiheit; Zehra läßt sich auf einen Fernfahrer ein, erlebt in der Türkei aber einige Enttäuschungen)
  • Eden, USA 2012, Megan Griffiths, Jamie Chung/ Matt O’Leary/ Beau Bridges (halb dokumentarische Geschichte eines jungen koreanisch-amerik. Mädchens aus New Mexico, das in Las Vegas zur Prostitution gezwungen wird, sich in der Szene aber zu behaupten beginnt)
  • Kuma, Österreich, Türkei 2012, Umut Dağ (Kuma heißt auf türkisch „Nebenfrau“: Eine seit langem in Wien lebende Familie reist in die Heimat, um die Hochzeit ihres Sohnes mit der jungen Türkin Ayse zu feiern, doch diese ist nur auf dem Papier seine Frau, die Ehe wurde von der schwer kranken Mutter arrangiert, damit ihr Mann nach ihrem erwarteten Ableben eine Zweitfrau erhält; unerwarteterweise stirbt dann der Mann, nicht die Frau und die ohnehin schwierige Situation verschärft sich > mehr auf Wikipedia)

2013

  • Gold, Deutschland/ Kanada 2013, Thomas Arslan, Nina Hoss (dt. Pioniere und Goldsucher in Kanada Ende des 19.Jhs.)
  • Le passé (engl.: The past), Frankreich 2013, Asghar Farhadi, Berenice Bejo/ Tahar Rahim/ Ali Mosaffa (Beziehungsdrama um eine Französin, deren iranischer Mann in die Heimat zurück ging und nun für die endgültige Scheidung zurück kommt)
  • The Immigrant, USA 2013, James Gray/ Marion Cotillard (Melodrama um zwei polnische Einwanderinnen in New York 1921)
  • Der Imker, Schweiz 2013, Mano Khalil (Gefoltert und verfolgt flieht der kurdische Imker Ibrahim in die Schweiz, wo für ihn, in den Mühlen der Bürokratie angekommen, Versöhnlichkeit, Geduld und die liebevolle Pflege der Bienen der Weg ist, der Zerstörung seines Lebensglücks entgegen zu wirken)
  • La Marche, Frankreich 2013, Nabil Ben Yadir (Dokufiction über den Protestmarsch maghrebinischer Einwanderer von Marseill nach Paris 1983 gegen den Rassismus)
  • Le Tibet intérieur, Kanada und Indien 2013, Eva Cirnu (unabhängig produzierte Doku über die Versuche exilierter Tibeter, ihre Kultur und Identität zu bewahren)
  • Fack ju Göhte, Deutschland 2013, Bora Dagtekin, Elyas M’Barek/ Karoline Herfurth/ Katja Riemann (Kleinganove Zeki landet bei der Suche nach seiner Diebesbeute als Aushilfslehrer an einer Schule, wo er sich bei der Problemklasse der Schule sehr unkonventioneller Methoden bedient)
  • Paris um jeden Preis, Frankreich 2013, Reem Kherici, Cecile Casel/ Tarek Boudali/ Shirley Bousquet (die in Paris gut integrierte gebürtige Marokkanerin Maya wird ohne Vorwarnung in die Heimat abgeschoben – Komödie über ihre eigenen Vorurteile)
  • Des Étoiles – Unterm Sternenhimmel, Frankreich/ Senegal 2013, Dyana Gaye, Ralph Amoussou/ Marème Dembaly/ Souleymane Seye Ndiaye (zwischen Turin, Dakar und New York blickt der Film auf das Leben dreier Menschen im Exil, deren Wege sich kreuzen und wieder verlieren)
  • Lohnsklaven in Deutschland – Miese Jobs für billiges Fleisch, Deutschland 2013, Michael Nieber, Marius Meyer (Doku über Menschen aus Osteuropa, die mit dem Versprechen auf gut bezahlte Arbeit nach Deutschland kommen und im Münsterland bei einem der großen Fleischbetriebe landen)
  • Willkommen bei Habib. Oder Das Glück des Verlierens, Deutschland 2013, Michael Baumann, Burak Yigit/ Teresa Harder/ Vedat Erincin (vier ineinander verwobene Geschichten vom Stuttgarter Wilhelmsplatz, u.a. trifft Habib nach vielen Jahren seine Jugendliebe, die er damals in der Türkei zurückließ; alle vier Personen suchen ihre Identität und Frieden mit sich und der neuen/ alten Heimat)
  • Portugal, mon amour, Frankreich 2013, Ruben Alvez, Rita Blanco/ Joaquim de Almeida (Culture-Clash-Komödie um die portugiesische Familie Ribeiro, die in Paris lebt, aber von einer Rückkehr träumt)
  • The pain inside, Luxemburg 2013 (?), Charlotte Bruneau (Doku über Juden, die Israel wieder verlassen, mehr dazu hier)
  • Return to Morocco, Luxemburg 2013 (?), Charlotte Bruneau (Doku über die marokkanischen Juden: Ihre Auswanderung, aber auch ihre Rückkehr)
  • Neuland, Schweiz 2013, Anna Thommen (Dokumentarfilm, der junge Migranten während der zweijährigen Schulzeit in der Integrationsklasse Basel auf ihrem ungewissen Weg in die Zukunft begleitet)
  • La dune, Israel 2013, Yossi Aviram (Krimi rund um einen französischen Polizeikommissar und einem Auswanderer aus Israel, den er als seinen letzten Fall bewusstlos am Strand findet)
  • Fièvres, Marokko 2013, Hicham Ayouch, Didier Michon/ Slimane Dazi/ Farida Amrouche (Geschichte aus der Pariser Banlieue rund um einen 13-jährigen Sohn eines marokkanischen Lagerarbeiters, der nur mit dem in einem Bauwagen wohnenden Lebenskünstler Claude zurecht kommt)

2014

  • „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?“ (dt.: Monsieur Claude und seine vier Töchter), Frankreich 2014, Philippe de Chauveron, Frédéric Chau/ Ary Abittan/ Medi Sadoun (Komödie um eine frz. Mutter mit vier Töchtern, die sich eine nach der anderen mit einem Mann aus einer anderen Ethnie und Religion verheiraten)
  • Manpower, Israel 2014, Noam Kaplan, Samuel Calderon/ Yossi Marshek/ Sun Intusap (wunderbar böses, aber zutiefst humanes Porträt u.a. eines Polizisten und eines Minibusfahrers in Israel, ein Film, der sich mit Ungleichheiten, Einwanderung und Fremdenfeindlichkeit beschäftigt)
  • Eau argentée (Ma’a al Fidda), Syrien 2014, Ossama Mohammed (Dokumentation über die Belagerung von Homs im syrischen Bürgerkrieg: Ein im Pariser Exil lebender syrischer Filmemacher wird von einer eingeschlossenen Frau kontaktiert, die dann beginnt, zu filmen, was sie erlebt. Sie stehen im ständigen Online-Dialog und unterstützen sich dabei gegenseitig in der Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse)
  • Judgment, Bulgarien 2014, Predrag Manojlovic, Hristo Mutafchiev/ Assen Blatechki (Drama um den Sohn eines Molkereibesitzers an der bulgarisch-türkischen Grenze, der aus der Not heraus zum Schleuser für syrische Flüchtlinge wird)
  • Bande de filles, Frankreich 2014, Céline Sciamma, Karidja Touré/ Assa Sylla (die 16jährige Marièeme und ihre schwarzen Freundinnen der Banlieue erleben ihr Leben als Abfolge von Verboten, der Unterdrückung durch Jungs und fehlender echter Bildungsaufstiegschancen – doch in der Gruppe können sie ihr Leben leben)
  • Am Kölnberg, Deutschland 2014, Laurentia Genske, Robin Humboldt (Doku über die Hochhaussiedlung „Am Kölnberg“ zwischen Köln und Bonn, in der Migranten und Randständige trotz vieler Probleme von einem erfüllten Leben träumen)
  • Lebach und ich warte immer noch, Deutschland 2014, Majid Kiasalar (Doku über die saarländische Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge)
  • Los Ángeles, Deutschland 2014, Damian John Harper, Mateo Bautista Matias/ Marcos Rodriguez Ruiz/ Lidia Garcia (ein mexikanischer Junge lässt sich nach Los Angeles schleusen, um seine Familie Finanz. unterstützen zu können, gerät aber in eine Gang)
  • Atlantic, Deutschland/ Biederlande/ Belgien/ Marokko 2014, Jan-Willem van Ewijk, Thekla Reuten/ Mohamed Majd (Geschichte eines jungen marokkanischen Surfers, der sich in die Freundin eines Surftouristen verliebt und nun versucht, mit dem Surfbrett über das Meer nach Europa zu kommen)
  • Nachspielzeit, Deutschland 2014, Andreas Pieper, Mehmet Atesci/ Friederike Becht, Frederick Lau/ Jacob Matschenz (Cem will seinen Berlin-Neuköllner Kiez gegen Nazis und Spekulanten verteidigen – Aber wer sind hier die wahren Gegner?)
  • Die Unsichtbaren, Deutschland 2014, Benjamin Kahlmeyer (Doku: Wer sich in Brandenburg als Asylsuchender zu erkennen gibt, landet in einer zentralen Aufnahmestelle in der Peripherie und muss sich durch einen langwierigen behördlichen Prozess quälen)
  • Nachspielzeit, Deutschland 2014, Andreas Pieper, Frederick Lau/ Friederike Becht/ Mehmet Atesci (die Berliner Cem und Roman und mit ihnen eine türkische Mittelstandsfamilie sowie eine ins rechte Milieu abgedrifteten Ex-Ossi-Familie sind die Kontrahenten in einem Film über Rassismus und nationale Identität)
  • Heute bin ich Samba, Frankreich 2014, Olivier Nakache, Eric Toledano/ Omar Sy/ Charlotte Gainsbourg/ Tahar Rahim (Tragikomödie um einen jungen Senegalesen, der vor zehn Jahren illegal aus dem Senegal nach Frankreich eingereist ist und sich seitdem mit Aushilfsjobs über Wasser hält, bis er durch einen dummen Zufall in Abschiebehaft gerät, wo ihm ausgerechnet eine Karrierefrau mit Burnout, die jetzt als Sozialarbeiterin arbeitet, hilft)
  • Man Power, Frankreich/ Israel 2014, Noam Kaplan (vier Geschichten von Migranten in Israel oder von Menschen, die entweder beruflich oder familiär mit dem Thema Migration in Israel zu tun haben: einem Polizisten, einem nigerianischen Einwanderer, einem Taxifahrer und einem Sohn einer Filipina; sie überschneiden sich)
  • Fatima, Frankreich/ Kanada 2014, Philippe Faucon, Soria Zeroual/ Kenza Noah Aiche/ Zita Hanrot (Porträt einer algerischstämmigen Putzfrau in Frankreich, die nur schlecht Französisch spricht und zwei Mädchen allein aufzieht, von denen eine revoltiert, während die andere Medizin studiert)
  • Our terrible country, Libanon/ Syrien, Mohammad Ali Atassi (Dokumentarfilm in drei Akten: zunächst trifft die Hauptperson Ziad in der ersten im Bürgerkrieg befreiten Stadt Syriens auf einen Intellektuellen und beginnt ein Filmporträt, dann wird seine Heimatstadt vom IS eingenommen und er flieht mit seinem Bruder, schließlich wird er ins Exil nach Istanbul gezwungen und hofft, irgendwann zurückkehren zu können – ohne zu wissen, was dort dann zu tun wäre)
  • Der junge Siyar, Deutschland/ Norwegen/ Irak, Hisham Zaman (Odyssee einers kurdischen Jungen quer durch Europa, der durch den Mord an seiner Schwester die „Ehre“ der Familie wieder herstellen soll, dem sich aber auf der langen reise aus dem Nord-Irak unterwegs die Werte verschieben)
  • Not my life, 2014, Robert Bilheimer (in einem Dutzend Länder auf 5 Kontinenten gedrehte Doku über die Ausbeutung von Millionen Kindern durch unterschiedlichste Praktiken, darunter Menschenhandel, Zwangsarbeit, Prostitution und Sextourismus)

2015

  • Dheepan, Frankreich 2015, Jacques Audiard, Jesuthasan Antonythasan/ Kalieaswari Srinivasan/ Claudine Vinasithamby (Thriller/ Drama um einen traumatisierten Flüchtling aus Sri Lanka, der als ehemaliger Kämpfer der „Tamil Tigers“ in der Pariser Banlieue ein neues Leben beginnt: er ist aufgrund gefälschter Pässe gezwungen, zum Schein mit einer femden Frau und ihrer Tochter zu leben)
  • En man som heter Ove/ A man called Ove, Hanes Holm, Schweden 2015 (Tragikomödie rund um Ove, einem einsamen alten Grantler, der jede Gelegenheit nutzt, bei Kontrollgängen in der Nachbarschaft seinen Zorn auf „die Idioten“ um ihn herum heraus zu lassen, die ihren Müll nicht richtig trennen oder falsch parken, was die kontaktfreudige und hochschwangere iranischstämmige Nachbarin Parvaneh nicht daran hindert, ständig bei ihm aufzutauchen – bevorzugt dann, wenn er gerade einen neuen Versuch unternimmt, sich das Leben zu nehmen)
  • Angelus Novus, Niederlande, Großbritannien, Afghanistan, Aboozar Amini (Kurzfilm über zwei afgh. Flüchtlinge, die als Flüchtlinge in die Türkei gekommen sind, ihr Einkommen als Schuhputzer ist sehr gering, die fragile Existenz stark gefährdet, als eines Tages ihr Arbeitsplatz besetzt wird)
  • Die Neue, Deutschland 2015, Buket Alakus, Iris Berben/ Ava Celik (TV-Film um die Begegnung einer Lehrerin, die sich in einer Lebenskrise befindet, mit einer Kopftuch tragenden Schülerin, die auf Ausübung ihrer Religion in der Schule besteht)
  • Der Kuaför aus der Keupstrasse, Deutschland 2015, Andreas Maus (Doku über einen Frisör und andere Opfer eines Anschlags in der türkisch geprägten Keupstrasse in Köln im Jahr 2004, die von der Polizei als potenzielle Täter kriminalisiert werden – bis später die NSU als Täter ermittelt wird)
  • Die Kinder des Fechters, Estland/ Deutschland 2015, Klaus Härö, Märt Avandi/ Ursula Ratasepp (Anfang der 1950er-Jahre ist ein junger russischer Fechter auf der Flucht vor Stalins Geheimpolizei und versteckt sich als Sportlehrer in Estland, wo er meist vaterlose und verängstigte Kinder unterrichtet und seine innere Berufung findet – als diese aber an einem Wettbewerb in Russland teilnehmen soll, muss er sich entscheiden zwischen deren Hoffnungen und seinem Verhaftungsrisiko)
  • The house in the envelope, Kurzfilm, Deutschland 2015, Sanela Salketic (Ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters entscheidet sich Leyla, mit den gleichen Fragen wie ihr Vater vor 30 Jahren, ihre Familie in Istanbul zu besuchen, doch will die Oma nicht über Familienprobleme reden und der Opa ist verschwunden)
  • Familie verpflichtet, Frankreich/ Schweiz 2015, Hanno Olderdissen (Das schwule Päarchen Khaled und David würde gerne heiraten, wären da nicht Khaleds homophober arabischstämmiger Vater und Davids neu religiöse jüdische Mutter. Und dann taucht noch eine Frau auf…)
  • Abseits, Deutschland 2015, Alexander Bambach (Kurzfilm um zwei Nachbarfamilien eines Asylbewerberheims, das erst bedrohlich wirkt, bis der Sohn ein verletztes Flüchtlingskind nach Hause bringt)
  • Riverbanks, Deutschland/ Türkei/ Griechenland 2015, Panos Karkanevatos, Diamantis Adamantidis/ Andreas Konstantinou/ Elena Mavridou/ Erik Schäffer (Erzählung von Flüchtlingen, ihrem Traum von einem besseren Leben und den Gefahren der Reise, die ihren Ausdruck findet im Erleben eines jungen griechischen Grenzsoldaten, der auf eine geschleuste Gruppe trifft)
  • Papa, Großbritannien 2015, Ashley Way, Samuel Norton/ Catrin Morgan/ Rhys Ap Trevor (Cai ist frustriert über seinen verändert von einem Kriegseinsatz zurück gekehrten Vater, Amir wünscht sich seinen Dad sehnsüchtig herbei, am Strand begegnen sie sich und zwei Welten prallen aufeinander)
  • Iraqi Odyssey, Schweiz 2015, Samir Jamal Aldin (Dokumentarfilm über verschiedene Mitglieder der Familie des Regisseurs, allesamt vom Schicksal herum getriebene, aus deren Schicksalen sich die jüngere irakische Geschichte destillieren läßt)
  • The long distance, Deutschland 2015, Daniel Sager (ein Athletenmanager bringt Menschen aus Afrika nach Deutschland und lässt sie bei Laufwettbewerben antreten, um Stars zu werden, was früher erfolgreich war – jetzt versucht er es mit zwei Kenianerinnen, die quasi um ihre Existenz laufen)
  • Babai, Deutschland/ Frankreich/ Kosovo/ Mazedonien 2015, Visar Morina (ein kosovarischer Junge will in den 1990er-Jahren seinen Vater von der Auswanderung abhalten, es kommt zu einem Unfall und als der Junge wieder heimkommt, ist der Vater verschwunden – er folgt ihm auf die gefährliche Reise)
  • Smajl, Deutschland 2015, Philipp Majer (Dokumentarfilm über einen Kosovo-Albaner, der 1970 eigentlich nur nach Deutschland geht, um ein Tonbandgerät zu kaufen und 40 Jahre später als Rentner in die Heimat zurückkehrt)
  • Fuocoammare (dtsch: Seefeuer), Italien/ Frankreich 2015, Gianfranco Rosi (Dokumentation des Alltags auf der Insel Lampedusa, über die in den vergangenen Jahren viele Hunderttausend Flüchtlinge angekommen sind, mit besonderem Fokus auf die Bewohner der Insel)
  • My name is salt, Indien 2015, Farida Pacha (Doku über eine von rund 40.000 Familien, die alljährlich ihre Dörfer verlassen, um acht Monate lang in der im indischen Bundesstaat Gujarat gelegenen Salzwüste Kleiner Rann von Kutch zu leben und in mühsamen Arbeitsschritten auf Salzfeldern Salz zu gewinnen)
  • Le chant des hommes, Belgien/ Luxemburg/ Frankreich 2015, Bénédicte Liénard und Mary Jimenez (Aus Verzweiflung über ihre aussichtslose juristische Situation besetzen „sans papiers“ 1996 eine Kirche in Paris, 2013 wiederholt sich das in Brüssel – der Film zeigt, was sich hinter den Nachrichtenbildern abspielt. Der Film ist keine doku, spielt aber die typ. Schicksale nach)
  • Continental Drift, Bangladesch/ Belgien 2015, Nyaeem Mahbub (Kurzfilm über einen Mann, der Zorn verspürt angesichts von Kriegserinnerungen, Gewalt, Asyl und den Schwierigkeiten der Integration in einem fremden Land – Zorn darüber, das alles ertragen zu haben für eine gute Zukunft seiner Familie, die auf dem Weg zu ihm auf See ertrank)
  • Mediterranea, Italien/ Frankreich/ Deutschland/ USA/ Katar 2015, Jonas Carpignano (filmische Aufarbeitung der Unruhen von Rosario 2010: Zwei Männer fliehen aus Burkina Faso nach Italien, erleben dort jedoch feindselige Übergriffe gegen Einwanderer und müssen evakuiert werden)
  • Superior orders, Ungarn/ Serbien 2015, Viktor Oszkar Nagy, Andras Petrik (Dokumentation über Flüchtlinge aus Asien und Afrika, die versuchen, die serbisch-ungarische Grenze zu überwinden)
  • Sonita, Deutschland/ Schweiz/ Indien 2015, Rokhsareh Ghaem Maghami (Sonita stammt aus Afghanistan und lebt in Teheran/ Iran, sie wünscht sich, eine berühmte Rapperin zu werden, ist aber durch die Flucht traumatisiert, zudem wollen ihre Eltern sie nach Afghanistan zwangsverheiraten)
  • Hitzewelle, Frankreich, Griechenland 2015, Joyce Nashawati, Ziad Bakri (Mystik-Thriller um einen arabischen Migranten in einem Griechenland der nahen Zukunft mit Hitzewellen, er soll die Villa einer frz. Familie bewachen, fühlt sich aber beobachtet)
  • Eduard Zuckmayer – ein Musiker in der Türkei, Deutschland 2015, Barbara Trottnow (Doku über die Karriere des 1936 nach einem Berufsverbot nach Ankara emigrierten Musikers – Bruder des Schriststellers Carl Z. – , der dort die Musikausbildung aufbaute und bis zu seinem Tod als hoch geschätzter Mann blieb)

2016

  • Silence of Colours, Deutschland/ Syrien 2015/16 (ein junger syrischer Flüchtling leidet in Beirut an den Folgen des Krieges, aber auch im Libanon muss er Arbeit finden und seine Homosexualität verstecken – so träumt er inmitten widriger Umstände von einem Leben ohne Angst)
  • Django – Ein Leben für die Musik, Frankreich 2016, Etienne Comer, Reda Kateb/ Cecile de France (biogr. Porträt des unkonventionellen und freigeistigen Gypsy-Jazzgitarristen Django reinhardt, der in Frankreich 1943 auf dem Gipfel seines Erfolges ist, er begeistert auch die dtsch. Besatzer; als diese ihn auf Tournee nach Deutschland schicken wollen, verweigert er sich und muss daraufhin versuchen, in die Schweiz zu fliehen, doch sind ihm die Nazis dicht auf den Fersen)
  • Boat people, Deutschland/ Österreich 2016, Paul Meschùh (auf seinem Weg von Somalia nach Europa wird ein Schiffbrüchiger von den Besitzern einer Luxusjacht gerettet, die nunmehr vor der Frage stehen, ob sie ihm helfen sollen, Europa zu erreichen oder nicht)
  • Vangelo, Italien 2016, Pippo Delbono (Pippo, ein Theaterregisseur, begibt sich in ein Flüchtlingsheim, deren Bewohner ihm ihre Geschichten erzählen)
  • At the end of the world, Deutschland/ Hongkong, 2016, Dieu Hao Do (Eine koreanische Kulturanthropologiestudentin reist nach Hongkong, wo sie auf einen jungen Deutschen trifft – sie verlieben sich)
  • Gestrandet, Deutschland 2016, Lisei Caspers (Doku über fünf eritreische Flüchtlinge, die unfreiwillig in die Leere Ostfrieslands verpflanzt werden, sie bekommen einen Job etc., aber da ist ein Damoklesschwert)
  • Samira, Deutschland 2016, Charlotte A. Rolfes (Kurzfilm um einen Dolmetscher, der zu einem Einsatz in den Hamburger Hafen gerufen wird, wo sich eine junge Afrikanerin auf einem Frachter verbarrikadiert hat und damit droht, sich umzubringen – um sie zur Aufgabe zu bringen, verspricht er ihr Hilfe, die jedoch weit über das hinausgeht, was er sich vorgestellt hat)
  • Die Bürgschaft, Deutschland 2016, Kerstin Höckel (Kurzfilm, der Schillers gleichnamige Ballade ins Heute übersetzt: In Berlin tauschen zwei Flüchtlingsmädchen ihre Identität, damit eine sich vor ihrer Abschiebung von ihrem Freund verabschieden kann, doch beinahe geht das schief)
  • Chocolat, Frankreich 2016, Roschdy Zem (beschreibt den Lebenslauf eines schwarzen Clowns im Frankreich der „Belle Époque“, der sich Stereotypen und Klischees anpasst, um zu réussieren, weil Widerstand nicht funktioniert – ein durchaus aktuelles Lehrstück über Rassismus)
  • Eldorado,  Luxemburg 2016,  Rui Abreu, Thierry Besseling und Loïc Tanson (Dokumentarfilm über vier portugiesische Einwanderer in Luxemburg, die drei Jahre lang bei ihren Integrationsbemühungen begleitet wurden)
  • Marseille, Frankreich 2016, Kad Merad, Kad Merad/Patrick Bosso (Sehr persönlich-volkstümliche Komödie als Hommage an die Stadt: Paolo hat Marseille vor Jahren verlassen und lebt glücklich in Kanada, als ihn sein Bruder wegen des vermeintlich bevorstehenden Todes des Vaters zurück ruft – eine Lüge, um ihn zurückkehren und die fröhliche Solidarität seiner Geburtsstadt wieder erleben zu lassen)
  • Eva Hesse, Deutschland/ USA 2016, Marcie Begleiter (Doku über die Künstlerin Eva Hesse, einem jüdischen Flüchtlingskind aus Hamburg, die in den USA ein Star ist, in Deutschland aber unbekannt geblieben ist)
  • Le Chant des Hommes, Belgien 2016,  Bénédicte Liénard und Mary Jiménez, Maryam Zaree/ Assaâd Bouab (Esma und Kader leben mit vielen anderen Flüchtlingen in einer Kirche, sie treten in Hungerstreik, um legale Papiere zu erhalten)
  • Marija, Deutschland/ Schweiz 2016, Michael Koch, Margarita Breitkreiz/ Georg Friedrich (Drama um eine junge ukrainische Einwanderin, die in Dortmund versucht, durch kleine Jobs genug Geld für einen eigenen Frisiersalon zusammen zu sparen, wobei sie einem Bauunternehmer begegnet, der bald mehr von ihr will)
  • Ernellaek farkasekanal (It’s Not The Time Of My Life), Ungarn 2016, Szabolcs Hajdu, Erika Tanko/ Orsolya Törék-Illyés (Eine ungarische Familie, die nach Schottland auszuwandern versucht hat, kehrt nach einem Jahr zurück und kommt zunächst bei einer Schwester unter: Wird das gutgehen?)
  • The History of Love, Kanada/ Frankreich/ Rumänien/ USA 2016, Radu Mihaileanu, Mark Rendall/ Sophie Melisse (ein junger Mann liebt eine junge Frau, doch dann naht der Krieg und sie flieht – als jüdische Frau – in die USA, während er in den polnischen Untergrund geht, den Krieg überlebt und sie viele Jahre später in New York wieder trifft)
  • Lion, USA, Großbritannien, Australien 2016, Garth Davis, Dev Patel/ Nicole Kidman (Ein fünfjähriger indischer Junge geht viele tausend Meilen von seinem Zuhause entfernt verloren, findet sich allein in der Großstadt Kalkutta wieder, meistert einige Herausforderungen und wird schließlich von einem australischen Ehepaar adoptiert – 20 Jahre später macht er auf eine abenteuerliche Reise, um seine verlorene Familie wiederzufinden : per Google Earth)
  • Toivon tuolla puolen (Die andere Seite der Hoffnung/ The othe side of hope), Finnland 2016, Akis Kaurismäki, Sherwan Hagi/ Sakari Kuosmanen (tragikomische, melancholische Geschichte syrischer Flüchtlinge in Finnland, mit z.T. dokumentarischen Porträts)
  • Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika, Deutschland/ Frankreich 2016, Maria Schrader, Josef Hader/ Barbara Sukowa (Film über Zweigs Exiljahre, der dessen Konfliktlage ab New York über Buenos Aires bis Petroplis nachzeichnet, ob und wie er sich zu den Entwicklungen in Deutschland äußern soll)
  • Ein Dorf sieht schwarz, Frankreich 2016, Julien Rambaldi, Marc Zinga/ Aïssa Maïga/ Bayron Lebli (1975 zieht der kongolesische Arzt Seyolo mit seiner Familie fort aus der Heimat, um in einem kleinen Dorf im Norden Frankreichs eine Praxis aufzubauen und einen Neuanfang in einem fremden Land zu wagen. Man hofft auf europäisches Großstadtleben, aber die Einwohner des Dorfes haben noch nie zuvor einen Afrikaner gesehen und sind anfangs wenig begeistert von ihrem neuen Arzt, machen ihm das Leben schwer, dann aber …)
  • Dil Leyla, Deutschland 2016, Asli Özarslan (Leyla, eine junge Frau aus Deutschland, wird mit 26 Jahren Bürgermeisterin in ihrem Geburtsort, der Kurdenhochburg Cizre, aus dem sie mit 5 Jahren fliehen musste, weil ihr Vater, ein PKK-Aktivist, ermordet wurde; nun will sie die im Bürgerkrieg gebeutelte Stadt wieder aufbauen; sie ist beliebt, aber vor den Wahlen spitzt sich die Lage radikal zu und Erinnerungen kommen hoch)
  • Volt, Deutschland/ Frankreich 2016, Tarek Ehlail, Benno Fürmann/ Sacha Alexander Gersak/ Ayo/ Stipe Erceg (eine Art Science-Fiction rund um ein zukünftiges Deutschland, das an seinen Grenzen Transitzonen für Flüchtlinge errichtet hat, wo ein rechtsfreier Raum herrscht; in den Reihen der staatsübergreifenden Einsatzkommandos der Polizei steht auch Volt, der eine folgenschwere Tat begeht, die ihn in die Arme der Schwester eines von ihm ermordeten Flüchtlings treibt)
  • Pris de Court, Frankreich 2016, Emmanuelle Cuau, Virginia Efira/ Gilbert Melki (Drama rund um eine kanadische Frau, der man nach dem Tod ihres Mannes in Paris eine Arbeit bei einem Juwelier versprochen hat, dort aber mit ihren zwei Kindern angekommen, muß sie erfahren, dass die Stelle vergeben ist. Ihren Kindern sagt sie davon nichts, eine Lüge, der zwingend weitere folgen müssen, will sie ihre Kinder vor dem sozialen Absturz bewahren)
  • A United Kingdom, Grossbritannien 2016, Amma Asante, David Oyelowo/ Rosamund Pike (erzählt Kolonialgeschichte als Liebesdrama einer weissen Engländerin, die gegen alle Widerstände den in London lebenden Thronfolger von Bechuanaland, dem heutigen Botswana, heiratet; sie erleben Alltagsrassismus, aber auch Widerstand der brit. Regierung, weil das benachbarte Südafrika die Ehe mit dem Prinzen des 1947 noch unter brit. Protektorat stehenden Landes als diplomat. Affront auffasst; sie heiraten dennoch, ziehen in seine Heimat, setzen sich durch – eine wahre Geschichte)
  • Les Sauteurs, Dänemark 2016, Abou Bakar Sidibé (Film über Flüchtlinge, die an der marokkanischen Küste versuchen, die Zäune zur span. Enklave Melilla zu überwinden; eine faszinierende Gegenüberstellung zwischen dem abstrakt anonymen Wärmebild der Überwachungskamera und dem subjektiven Blick der Individuen)
  • Ya no es antes, Kuba 2016, Lester Hamlet (Als Jugendliche waren sie ein Paar, dann wurden sie durch ihre Auswanderung getrennt – nun treffen sie in Kuba das erste Mal seit 40 Jahren wieder aufeinander; beide sind desillusioniert von dem jeweiligen Land, in dem sie leben)
  • Un village de Calabre, Frankreich, Italien, Schweiz 2016, Shu Aiello, Catherine Catella (wie in so vielen vom ruralen Exodus im Süden Italiens betroffenen Dörfern erlöscht auch in Riace allmählich alles Leben – bis 1998 plötzlich ein Boot mit 300 Kurden auf den Strand trifft… Die Dorfbewohner helfen spontan, sanieren verlassene Häuser und machen Riace zu einem Musterbeispiel gelungener Integration. Doch es stehen Wahlen an und die Opposition will den Bürgermeister loswerden…)

2017

  • Die Migrantigen, Österreich 2017, Arman T. Riahi (Zwei perfekt integrierte Wiener mit Migrationshintergrund führen das Leben von Bobos und haben kaum noch Bezug zu der Kultur und Herkunft ihrer Eltern, als sie von einem Fernsehteam angesprochen werden, das eine Dokumentations-Serie über einen sozialen Brennpunkt drehen möchte, geben sie vor, arbeitslose Kleinkriminelle zu sein, bis ihnen eines Tages das Ganze auf den Kopf fällt und sie die von ihnen geschaffene Wirklichkeit einholt)
  • Club Europa, Deutschland 2017, Franziska M. Hoenisch (Aus dem Bedürfnis heraus, etwas Gutes zu tun, hat Martha ihren Mitbewohnern Yasmin und Jamie vorgeschlagen, einen Flüchtling in ihrer Kreuzberger WG aufzunehmen. Kurz darauf zieht Samuel bei ihnen ein. Das Zusammenleben ist geprägt von einem freundschaftlichen Miteinander, die vier wachsen mehr und mehr zusammen – bis die Lebenssituation ihres kamerunischen Mitbewohners eine dramatische Wendung nimmt und die drei anderen vor der Frage stehen, wie weit sie wirklich gehen wollen, um zu helfen)
  • Happy End, Frankreich/ Deutschland/ Österreich 2017, Michael Haneke (Der Film zeigt eine Momentaufnahme einer bürgerlichen europ. Familie, deren Leben trotz Flüchtlingskrise unverändert weiter geht. Er erzählt in einer Mischung aus Drama und subtiler Satire genau davon: dem bevorstehenden Verkauf der vom alternden Georges aufgebauten Baufirma, den Affären des Sohnes etc. Nur nebenbei  erfährt man, dass die Familie in Calais lebt, jener Stadt, die zum Inbegriff für eine gescheiterte Politik im Umgang mit Flüchtlingen geworden ist. Erst in den letzten Filmminuten bringt Pierre, der rebellische Sohn, zum eleganten Hochzeitsdinner seiner Mutter Flüchtlinge mit, die wie Eindringlinge wirken, die Feiergemeinde aber daran erinnern, wie erfolgreich sie die Probleme der Welt draussen verdrängen)
  • Helle Nächte, Deutschland/ Norwegen 2017, Thomas Arslan (Ein aus Österreich stammender Berliner Bauingenieur erhält die Nachricht vom Tod seines Vaters, der seit Jahren in der Einsamkeit Norwegen lebte, zugleich geht seine Freundin in die USA. Zusammen mit seinem 14 jährigen Sohn Luis, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, reist er zum Begräbnis in die Welt der Mitternachtssonne, danach bleiben die beiden, sich fremden Menschen, noch eine Weile und versuchen sich näher zu kommen)
  • Il a déjà tes yeux (dtsch.: Zum Verwechseln ähnlich), Frankreich 2017, Lucien Jean-Baptiste (Ein aus dem Senegal stammendes frz. Paar adoptiert einen weißen Jungen – muss aber feststellen, dass der liberale Fortschritt der Welt dieser Art Patchworkfamilie sehr misstrauisch gegenüber steht)
  • Comment j’ai rencontré mon père, Frankreich 2017, Maxime Motte (Familienkomödie rund um ein von einer nordfranzösischen Familie adoptiertes Kind afrikanischer Herkunft, der eines Nachts einem jungen Mann aus Ghana begegnet, der auf dem Weg nach England ist – er glaubt in ihm seinen biologischen Vater zu erkennen und gibt ihm heimlich eine Unterkunft)
  • Daniel Hope – Der Klang des Lebens, Deutschland 2017, Nahuel Lopez (Porträt des südafrikanisch-britischen Geigers Daniel Hope, der in Südafrika geboren wurde und mütterlicherseits von jüd. Vorfahren abstammt, die vor dem Nazi-Regime flüchteten; da der Vater während der Apartheid auch Schriften schwarzer Autoren publizierte, musste die Familie nach England flüchten; er wurde 2016 Musikdirektor in Zürich; der Film ist eine Geschichte von Flucht und Vertreibung, aber auch von Heimatsuche und Identitätsfindung)
  • Birds Are Singing in Kigali, Polen 2017, Joanna Kos-Krauze (die polnische Ornithologin Anna befindet sich 1994 in Rwanda, als dort der Genozid der Hutu an den Tutsis stattfindet, es gelingt ihr, Claudine, die Tochter einer ermordeten Tutsi-Kollegin nach Polen zu retten – doch kommen beide traumatisierten Frauen dort nicht zur Ruhe und kehren nach Rwanda zurück)

Filme zu Migrationsthemen © Ekkehart Schmidt

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