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Filme zu Migrationsthemen 1919 – 2021

August 11, 2011
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Filmtitel, Land, Jahr, Regisseur, Schauspieler/innen (Inhalt)

Vor 1990

  • Gebrochene Blüten – Broken Blossoms, USA 1919, David Wark Griffith (im Londoner Limehouse-Viertel verliebt sich ein chines. Kaufmann in die Tochter eines Berufsboxers. die Romanze endet für alle Beteiligten tödlich; Stummfilm)
  • Toni, Frankreich 1935, Jean Renoir, Charles Blavette/ Jenny Hélia/ Celia Montalvan (wie viele andere Italiener auch, nimmt Toni einen Zug, um in der Provence zu arbeiten; die Jahre gehen vorüber, er lebt zwar mit Marie, seiner Wirtin zusammen, ist aber verliebt in Josefa, eine spanische Immigrantin, der allerdings auch sein Kfz-Meister den Hof macht…)
  • Die Frau am Weg, Österreich, 1948, Eduard von Borsody, Otto Woegerer/ Robert Freitag/ Brigitte Horney (Verfilmung des Stücks „Der Flüchtling“ von Fritz Hochwälder, das an einem ins Typische gehobenen Beispiel den fliehenden Menschen in unserer Zeit deutet: ein Mann auf der Flucht vor grausamen Gewalthabern wird von der Frau des ihn verfolgenden Grenzjägers in deren Schlafraum aufgenommen und geht schließlich mit ihr über die Grenze, während der Ehemann, ein bis dahin gefügiger Diener der Gewalt, erkennt, dass er der eigentliche Flüchtling ist, der sich entweder für die Barbarei oder die Menschlichkeit zu entscheiden hat)
  • Afrique sur Seine, Frankreich, 1957, Pauline Vieyra und Mamadou Sarr (Kurzfilm über das afrik. Studentenmilieu im Paris der 1950er-Jahre, gilt als Geburtsstunde des afrik. Kinos)
  • Déja s’envole la fleur maigre, Belgien 1960, Paul Meyer (der von einem belgischen Ministerium in Auftrag gegebene Film, der zeigen soll, wie gut man sich um Immigranten kümmert, zeigt den ersten Tag einer sizilianischen Familie in der belgischen Kohle-Region Borinage – Paul Meyer macht aus der Vorgabe in aller Freiheit, aber auch in ständiger Unklarheit über den nächsten Tag, einen hoch poetischen Spielfilm)
  • Emigranti, Italien 1963, Franco Piavoli (kalabrische Auswanderer kommen mit ihren schmalen Taschen am Mailänder Bahnhof an, um dort zu bleiben oder in andere Richtungen weiter zu fahren; ein Mann liegt dösend im Schatten, die Blicke der Reisenden wirken verloren und müde; die Sprache der anderen ist bereits unverständlich geworden: sie sind schon zu Fremden im eigenen Land geworden)
  • Zorba the Greek, USA, Griechenland 1964, Michael Cacoyannis, Anthony Quinn/ Alan Bates/ Irene Papas (der junge Engländer Basil kommt nach Kreta, um eine von seinem Vater geerbte Mine auf Vordermann zu bringen; er begegnet dem energiegeladenen Griechen Zorba, der ihm beibringt, die Welt mit anderen augen zu sehen)
  • Die Auswanderer (auch: Emigranten), Schweden, 1970/71, Vilhelm Moberg (zur schwedischen Auswanderung in die USA um 1850)
  • Petit à petit, Frankreich 1971, Jean Rouch, Damoouré Zika/ Lam Ibrahim Dia (ein Afrikaner entdeckt mit einem Landsmann in Paris die Grösse, aber auch die Absurdität der westlichen Grossstadt-Zivilisation und kehrt nach vielen Anbenteuern in Europa und Amerika voller Pläne wieder in seine Heimat zurück)
  • Das neue Land, Schweden, 1971/72, Jan Toell
  • Angst essen Seele auf, Deutschland 1973, Rainer Werner Fassbinder, Brigitte Mira/ El Hedi Ben Salem/ Walter Sedlmayer
  • Touki Bouki, Die Reise der Hyäne, Senegal, 1973, Djibril Diop Mambéty (Die jungen Senegalesen Mory und Anta, er Viehhirte, sie eine Studentin, beide am Rande der Gesellschaft,  träumen davon, nach Paris ins „verheissene Land“ zu gehen; ein witziger Film über die romantische und aufregende Jugend des Landes, v.a. aber auch eine polit. und sozial weitsichtige Reflektion über das Exil: Die Reise endet am Hafen von Dakar, aber Mory erkennt, dass die Annahme einer fremden Identität nie zu einer eigenen führen kann)
  • Eine Reise ins Licht – Despair, BRD/ Frankreich, 1977, Rainer Werner Fassbinder (Hermann, ein russ. Emigrant, der im Berlin der frühen 1930er-Jahre eine Schokoladenfabrik besitzt, sieht sich in seiner Phantasie von einem Doppelgänger beobachtet und verfolgt, woraufhin er einem Künstler, den er für sein Ebenbild hält, anbietet, die Identität zu tauschen. Kaum sind die Kleider gewechselt, erschiesst er ihn und flieht in die Schweiz, aber der Plan scheitert)
  • Scarface (auch: Scarface – Toni, das Narbengesicht), USA 1983, Brian De Palma, Al Pacino (sehr frei interpretierte Neuverfilmung des Originals von Howard Hawks von 1932: Die ursprünglich an Al Capones Aufstieg zum Gangsterboss angelehnte Geschichte wurde ins Miami der 1980er Jahre verlegt und zeigt den Aufstieg und Fall des kubanischen Einwanderers Tony Montana in der Welt der Gangsterbanden und des Kokainhandels)
  • Out of Africa (dtsch. Jenseits von Afrika), USA 1985, Sydney Pollack, Meryl Streep/ Robert Redford/ Klaus-Maria Brandauer (Film über die wahre, in vielen Details aber angepasste Geschichte von Karen Blixen, die durch die Heirat mit ihrem Cousin Baron Bror von Blixen-Finecke 1913 nach Kenia auswanderte)
  • Frauengeschichten – Fasia Jansen, Sängerin, Deutschland 1985 (Doku über Fasia Jansen, die 1929 als unehel. Tochtzer des liberianischen Generalkonsuls und eines deutschen Zimmermädchens geboren wurde, erlebt schon früh Mobbing, wurde als Jugendliche zum Zwangsdienst im KZ Neuengamme gezwungen, engagierte sich später als Sängerin u.a. bei den Ostermärschen der 1960er)
  • Black Mic Mac, Frankreich, 1986 (schildert die bedrohliche Situation von Sans papiers aus Zentral- und Westafrika in Paris, Musik wird als Ikone migrantischer Lebenswelt in den 1980er-Jahren präsentiert)

1990-2000

  • Drei Farben: Weiss, Frankreich/ Polen/ Schweiz 1993, Krzysztof Kieslowski (Gechichte rund um die Trennung einer Französin von ihrem polnischen Mann in Paris und dessen anschliessendem Versuch, als Verlierer nicht ganz unterzugehen)
  • Das Piano (Original: The Piano), Australien/ Neuseeland/ Frankreich 1993, Jane Campion, Holly Hunter/ Harvey Keitel/ Sam Neill (Filmdrama um die stumme Witwe Ada, die Mitte des 19. Jahrhunderts mit einem Klavier ihre Heimat Schottland verlässt, da ihr Vater sie mit einem in Neuseeland lebenden Briten verheiratet hat, angekommen in der damaligen Kolonie bleibt das Klavier am Strand)
  • Lamerica, Italien 1994, Gianni Amelio, Enrico Lo verso/ Michele Placido (sentimentales, realitätsnahes Roadmovie rund um einen Italiener, der nach Albanien geht, um dort zwecks Erschleichung von Fördergeldern eine Scheinfirma gründet, scheitert jedoch in einem zerstörten Land, aus dem die Menschen schließlich nach Italien fliehen – ein berührender Film über Menschen auf der Flucht, über Emigration als letzten Ausweg, über verlorene Träume und die Sehnsucht nach Freiheit, über Fremdsein und den Verlust der Heimat)
  • La Haine, Frankreich 1995, Mathieu Kassovitz, Vincent Cassel/ Hubert Koundé/ Saïd Taghmaoui (24 Stunden im trostlosen Leben dreier Vorstadtjungs, deren Welt von Gewalt, Drogen und Schikanen durch die Polizei geprägt ist, mehr dazu hier)
  • The Bridges of Madison County (dtsch.: Die Brücke am Fluß), USA 1995, Clint Eastwood, Meryl Streep (vor vielen Jahren hat die ital. Lehrerin Francesca in Neapel ihren Mann Richard kennengelernt, einen GI, dem sie auf seine Farm nach Iowa folgte, ohne genau zu wissen, was sie dort erwartet – inzwischen, im Jahr 1965, ist sie Mutter zweier herangewachsener Kinder und Richard erweist sich als grundsolider Ehemann -, doch ihre Träume und Sehnsüchte blieben unerfüllt)
  • Engelchen, Deutschland 1996, Helke Misselwitz, Susanne Lothar/ Cezary Pazura/ Sophie Reus (Leidensweg einer psych. gestörten Fabrikarbeiterin in Berlin, die mit einem Polen erstmals die Liebe erfährt)
  • Karim Traidia, Die polnische Braut, 1997, Jaap Spijkers/ Monic Hendrickx
  • Bye Bye Africa, Tschad 1999, Mahamat-Saleh Haroun (der Film vermischt Fiktion mit Realität und erzählt von einem Regisseur aus Tschad – von Haroun selbst gespielt -, der nach 15 Jahren in sein Heimatland zurückkehrt und auf der Suche nach geeigneten Schauplätzen für seinen nächsten Film ist)
  • Vivre au paradis, Frankreich/Belgien/Norwegen, 1999, Bourlem Guerdjou, Roschdy Zem/ Omar Benkhaled/ Hiam Abbass/ Farida Rahouadi
  • East is East, Großbritannien 1999, Damien O’Donnell, Om Puri/ Linda Bassett ( George Khan, ein mit einer Britin verheirateter pakistanischer Fish-and-chips-Verkäufer in Manchester, kommt in Konflikt mit seinen sehr brit. fühlenden Kindern, als er von ihnen das Befolgen pakist. Wertvorstellungen einfordert)
  • Hotel Belgrad, Schweiz 2000, Andrea Štaka
  • La faute à Voltaire, Frankreich 2000, Abdellatif Kechiche
  • Yugodivas, Schweiz 2000, Andrea Štaka
  • Last Resort, Großbritannien 2000, Pawel Pawlikowski, Dina Korzum/ Artiom Strelnikow/ Perry Benson/ Dave Bean

2001-2005

  • La fille de Keltoum, Frankreich 2001, Mehdi Charef, Cylia Malki/ Baya Belai/ Jean Roger Milo (Fallia, eine junge 19jährige, die al Kind von einem Schweizer Ehepaar adoptiert wurde, entschließt sich, in die Berge Algeriens zurück zu kehren, um ihre wirkliche Mutter zu finden)
  • Les chemins de l’oued, Frankreich 2002, Gael Morel, Nicolas Cazale/ Amira Casar/ Mohammed Madj (Der junge und etwas naive Samy wird in Frankreich in eine finstere Geschichte hineingezogen, aus der seine Mutter ihn nur herauszulösen weiß, indem sie ihn zu seinem Vater nach Algerien schickt, doch Samy will zurück nach Frankreich)
  • Ali G in da House, Großbritannien/ Deutschland 2002, Mark Mylod, Sascha Baron Cohen
  • Bend it like Beckham, Großbritannien 2002 (dtsch.: Kick it like Beckham), Gurinder Chadha, Parminder Nagra/ Keira Knightley, Jonathan Rhys Meyers (Komödie rund um ein fußballverrücktes Mädchen aus einer indischen Einwandererfamilie, die es trotz Fußballverbot schafft, ein Stipendium in den USA zu ergattern)
  • In this World, Großbritannien 2002, Michael Winterbottom, Jamal Udin Torab/ Enayatullah (halbdokumentarisches Flüchtlingsdrama rund um zwei afghanische Cousins, die vom pakist. Peschawar aus aufbrechen, um in London ihr Glück zu suchen; ihr Weg nach Europa gerät zu einer monatelangen Odyssee, u.a. überleben sie als einzige die Schiffsüberfahrt in einem Container)
  • Safar, Großbritannien 2002, Sandhya Suri (ein junger indischer Arzt will nur kurze Zeit nach England gehen, um sich weiter zu qualififzieren und beginnt dort, eine Art filmisches Tagebuch zu schreiben – das nun seit 40 Jahren besteht)
  • Anansi – Der Traum von Europa, Deutschland 2002, Fritz Baumann, George Quaye/ Naomie Harris/ Jimmy Akingbola (eine Gruppe westafrikanischer Flüchtlinge machen sich auf den Weg durch die Sahara zur Küste bei Gibraltar, um nach Europa zu gelangen – der Film schildert ungeschönt ihre Geschichten und Hoffnungen, fast beiläufig aber auch vom tödlichen Scheitern vieler)
  • L’Esquive, Frankreich 2003, Abdellatif Kechiche, (eine Liebesgeschichte – die Banlieue wird dermaßen stigmatisiert, dass es fast revolutionär erscheint, dort eine Geschichte anzusiedeln, bei der es nicht um Drogen, verschleierte Mädchen oder Zwangsheirat geht…)
  • Rabbit-Proof Fence, Australien 2002, Phillip Noyce, Evelyn Sampi/ Tianna Sansbury (bis in die 1970er-Jahre wurden in Australien Kinder von Aborigines ohne ihre Mütter an das andere Ende des Landes umgesiedelt und in Lagern aufgezogen, wo sie entwurzelt werden und als Arbeiter/innen bei Weissen arbeiten sollten; in diesem Kontext spielt die Geschichte von drei Kindern, die im Jahr 1931 versuchen, über 2000 km zu Fuss in die Heimat zurück zu kehren)
  • Hurensohn, Österreich 2003, Michael Sturminger, Chulpan Khamatova/ Miki Manojlovic/ Stanislav Lisnic/ Georg Friedrich
  • Politiki Kouzina (dt. Zimt und Koriander), Griechenland/ Türk. Rep. Zypern 2003, Tassos Boulmetis, Georges Corraface/ Ieraklis Michaelidis/ Rena Louizidou (Der Dachboden des Gewürzhändlers Vassilis wölbt sich wie ein firmament über die Welt des kleinen Fanis, der seinen Grossvater dabei beobachtet, wie er das Leben mit Hilfe der häuslichen Kochkunst erklärt; 1964 weist die türk. Republik wegen des Zypernkonflikts alle griech. Bürger des Landes aus und Fanis muss mit seinen eltern nach Athen übersiedeln, während Vassilis bleibt; seitdem verleihen Gewürze jedem Gericht den Geschmack der verlorenen Heimat)
  • Lichter, Deutschland 2003, Hans-Christian Schmid (Parallelmontage mehrerer, nur lose und zum Teil gar nicht miteinander verknüpfte Episoden, die in der Gegend von bzw. direkt im deutschen Frankfurt (Oder) und dem polnischen Słubice spielen, mehrfach wird der Grenzübergang thematisiert; die Geschichten spiegeln die alltäglichen Sorgen, aber zum Teil auch existentiellen Ängste der Menschen wider)
  • Struggle, Österreich 2003, Ruth Mader (Film über den alltäglichen Überlebenskampf einer jungen Polin, die mit ihrer Tochter der desolaten Situation in ihrer Heimat als illegale Einwanderin nach Österreich entflieht und dort von einem Job zum nächsten hastet; sie begegnet einem Immobilienmakler, der ähnlich zu kämpfen hat – aber nicht aus finanziellen Gründen; ihre Verzweiflung triebt sie zu noch größeren Extremen)
  • Heimkehr, Deutshland 2003, Damir Lukacevic (ein in den 60er-Jahren nach Deutschland gekommenes kroatisches Ehepaar hat verbissen für das materielle  Familienglück geschuftet, nun wollen sie mit dem Jüngsten in die Heimat zurückkehren, doch werden sie über schmerzhafte Wahrheit über ihre drei Söhne konfrontiert und sind gezwungen, sich den Ereignissen der Vergangenheit zu stellen)
  • Karamuk, Deutschland 2003, Verena S. Freytag aka Sülbiye Günar (Komödie rund um ein dickliches dtsch. Mädchen kurz vor dem Abitur, deren besonderes kreatives Talent als Schneiderin in ihr den Wunsch weckt, die Schule abzubrechen, um sich in Paris als Modedesignerin zu versuchen; fortan gibt es Kämpfe in der Familie, wie mit den Freund*innen, wobei sie erfährt, dass ihr biologischer Vater ein Türke ist, den sie nie gesehen hat; als sie, ohne ihm von ihrer Verwandtschaft zu erzählen, in seinem Restaurant zu arbeiten anfängt, lernt sie einiges über die türkische Kultur, aber v.a., dass ihr er und seine Tochter ein unbeschwerteres Leben führen als sie – sie möchte dazugehören, aber zunächst führt dieser Wunsch in ein Desaster)
  • Yugotrip, Deutschland 2003, Nadya Derado (ein bosnischer Flüchtling, der die Kriegsjahre als Jugendlicher erlebt hat und schwer traumatisiert ist, geht mit einer jungen, behütet aufgewachsenen Deutschen eine Liebesbeziehung ein, irgendwann muss er sich – für beide schmerzhaft – seinem Inneren stellen)
  • Boatpeople, Deutschland 2003, Martin Zawadzki (Doku über ein vietnamesisches Mädchen das mit ihrer Mutter aus dem Vietnam-Krieg nach Deutschland floh,  als Jugendliche mit der Kultur und den Traditionen der Eltern brach, ehe sie nach über 20 Jahren in die Heimat zu ihrem Vater und ihrer Schwester zurückkehrt – auf der Suche nach den vermeintlichen Bezügen zu Familie und Kultur)
  • leben 16, Deutschland 2003, Samir Nasr (Doku: Porträt von sieben 16jährigen Schüler+innen aus Stuttgart, darunter mehreren mit Migratonshintergrund)
  • Die grosse Reise, Frankreich/ Marokko 2004, Ismael Ferroukhi (der Vater einer arab. Migrantenfamilie will endlich die Pilgerfahrt nach Mekka antreten, seine Söhne sind sehr unterschiedlich, der eine ebenso traditionsverhaftet, der andere modern lebend. ausgerechnet letzterer soll den Vater auf dem Landweg nach Mekka fahren…)
  • Das Geschenk der Beate, Japan 2004, Tomoko Fujiwawa/ Ryôko Akamatsu/ Kimie Iwata (Dokumentarfilm über Beate Shirota-Gordon, die 1923 in Wien geboren wurde, in den 1920er-Jahren mit ihrem Vater nach Japan geht und dort aufwächst. Nach dem Studium in den USA kehrt sie zurück und ist u.a. daran beteiligt, einen Artikel für die neue japanische Verfassung zu entwerfen)
  • Eine andere Liga, Deutschland 2004, Buket Alakus, Ken Duken/ Karoline Herfurth (Film über die Fähigkeit, sich nicht unterkriegen zu lassen, rund um die fußballverrückte Hayat, die nach einer Operation sofort wieder beim chaotischen Multikulti-Mädchenfußballverein FC Schanze spielen will und sich dafür gegen ihr Schicksal auflehnt)
  • Das schlafende Kind, Belgien/Marokko, 2004, Yasmine Kassari, Mounia Osfour
  • Conversations on a Sunday Afternoon, Südafrika, 2005, Khalo Matabane
  • Die letzte Karawanserei, Frankreich, 2005, Ariane Mnouchkine (Theater-Verfilmung), Duccio Bellugi-Vannuccini/ Maurice Durozier/Virginie Colemyn
  • Geh und lebe (va, vie et deviens), Frankreich, Israel 2005, Radu Mihaileanu (Geschichte der Falaschen, der äthiopischen Juden, von denen während der Hungersnot 1984 Tausende erst in ein Flüchtlingslager in den Sudan kommen und dann heimlich nach Israel gebracht wurden, unter ihnen auch ein christl. Junge, der von seiner Mutter zu seiner Rettung als Jude ausgegeben wird und viele Jahre später als Arzt zurückkehrt)
  • L’Esquive (dt.:Nicht ja, nicht nein), Frankreich 2005, Abdellatif Kechiche, Osman Elkharraz/ Sara Forestier (Drama um eine Gruppe Jugendlicher in einer Vorstadt, die ein Theaterstück proben. Abdelkrim, der anfangs nicht beteiligt ist, verliebt sich in Lydia. Um ihr näher zu kommen, tauscht er mit Rachid einige seiner Habseligkeiten gegen die männliche Hauptrolle im Stück. Doch da er es nicht schafft, seiner schüchternen Natur zu entkommen, scheitert er auf peinliche Weise sowohl als Schauspieler als auch bei seinem Versuch, sich Lydia anzunähern)
  • Das Fräulein, Schweiz/ Deutschland 2005/06, Andrea Štaka, Mirjana Karanović/ Marija Škaričić/ Ljubica JovićKebab connection, Deutschland 2005, Anno Saul, Denis Moschitto/ Nora Tschirner (Komödie um einen jungen Türken und seiner Freundin im Hamburger Schanzenviertel; er will der ersten deutschen Kung-Fu Film drehen, während sie sich an einer Schauspielschule bewirbt)
  • Sie sind ein schöner Mann, Frankreich 2005, Isabelle Megault, Michel Balanc/ Medeea Marinescu/ Wladimir Yordanoff/ Eva Darlan
  • The New World, USA 2005, Terrence Malick, Q’orianka Kilcher/ Colin Farrell (von der Pocahontas-Legende inspirierter Abenteuerfilm: 1607 erreichen englische Schiffe die Ostküste Nordamerikas, im Auftrag der Virginia Company sollen sie  einen kulturellen, religiösen und wirtschaftlichen Stützpunkt gründen, die sie als Beginn der Neuen Welt sehen, unter Deck des Flaggschiffs befindet sich der rebellische John Smith, den nach Ankunft die Todesstrafe erwartet, der aber begnadigt wird. Die Siedler gründen die Siedlung Jamestown, entwickeln zunächst freundschaftliche Beziehungen zu den Ureinwohnern, doch Missverständnisse wegen der sprachlichen und kulturellen Barrieren lassen bald Spannungen aufkommen, die immer stärker werden und zu ersten Kämpfen führen. Smith entwickelt Kontakte zu den Ureinwohnern, lernt Pocahonta, die jüngste Tochter des Häuptlings kennen, er lernt daraufhin deren friedliche Lebensweise kennen und verbringt immer mehr Zeit mit Pocahontas, schließlich verlieben sich beide ineinander…)

2006 – 2009

  • La Fine del mare, Deutschland 2006, Nora Hoppe, Miki Manojlovic/ Diana Dobreva
  • Zemestan (engl.: It’s Winter), Iran 2006, Rafi Pitts (Ein Vater verlässt seine Familie in Teheran, um im Ausland Arbeit zu finden. Als Frau und Tochter monatelang nichts mehr von ihm hören, begegnet ihnen ein Mechaniker, der Arbeit und Anschluß sucht – Das neorealistisch gefilmte Drama erzählt vom Überlebenskampf einer Generation)
  • Juventude em marcha/ Colossal Youth, Portugal 2006, Pedro Costa (Ventura, ein älterer Einwanderer von den kapverdischen Inseln lebt in einem portugiesischen stadtteil, der abgerissen wird, woraufhin er zur Vaterfigur für viele entwurzelte Jugendliche wird)
  • Nuevemondo („Golden Door“), USA 2006, Emanuele Crialese, Charlotte Gainsbourg/ Vincenzo Amato (Leben italienischer Auswanderer in New York Anfang des 20. Jhs)
  • Borat – Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan, Großbritannien/USA, 2006, Larry Charles, Sacha Baron Cohen/ Ken Davitian/ Pamela Anderson
  • Möge Allah Dir verzeihen (Pour l’amour de Dieu), Frankreich 2006, Zakia Bouchaala/ Ahmed Bouchaala, Rachid Hami/ Leila Bekhtio
  • Saimir, Italien 2006, Francesco Munzi, Mishel Manoko/Lavinia Gugtielman/ Xhevdet Feri
  • Babel, USA 2006, Alejandro González Iñárritu, Brad Pitt/ Cate Blanchett/ Rinko Kikuchi/ Adriana Barraza/ Boubker Ait El Caid/ Gael García Bernal
  • Mein Tod ist nicht dein Tod, Deutschland 2006, Lars Barthel, … (Dokumentation)
  • Faustrecht, Schweiz 2006, Bernard Weber/ Robi Müller, … (Dokumentation)
  • Der Letzte macht das Licht aus!, Deutschland 2006, Clemens Schönborn, …
  • Exile Family Movie, Deutschland 2006, Arash Riahi
  • Die Flucht, Deutschland 2006, Kai Wessel, Maria Furtwängler (Dokumentation)
  • Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez, (***span./engl., Heidi Specogna, *** (Dokumentation)
  • The Namesake – Zwei Welten, eine Reise, USA 2006, Mira Nair, Kal Penn/ Irfan Khan/ Tabu
  • C’est mieux là bas, Frankreich 2006, R. Zouhair Chebbale
  • 1:1 (Eins zu Eins), Dänemark/ Großbritannien 2006, Anette K Olesen, Mohammed Ali Bakir/ Joy K. Petersen, Anette Stovelbaek, Kelle Hartz
  • Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez, Deutschland 2006, Heidi Specogna/ Erika Harzer
  • Valerie, Deutschland 2006, Birgit Möller, Agata Buzek/ Birol Ünel/ Anne Sarah Hartung/ David Striesow
  • Hippie Masala – Für immer in Indien, Schweiz 2006, Ulrich Grossenbacher und damaris Lüthi
  • Dol – Tal der Trommeln, Autonome Region Kurdistan/ Frankreich/ Deutschland 2006, Hiner Saleem, Nazmî Kirik/ Belçim Bilgin/ Omer Çiaw Sin/ Rojîn Ulker/ Abdullah Keskin
  • IvoEva, L 2006, Sandy Lorente, Vuk Kostic / Laura Lorente
  • Stessa luna, Italien 2006, Francoise Gallo (ein Jahrhundert trennt die tunesischen Schiffbrüchigen an der Küste Siziliens 2002 von sizilianischen Auswanderern, die 1902 in umgekehrter Richtung aufbrechen – der Dokumentarfilm zeigt, wie die kleinen, persönlichen Geschichten in der grosen Geschichte aufgehen)
  • La graine et le mulet – Couscous mit Fisch, Frankreich 2007, Abdellatif Kechiche, Habib Boufares/ Hafsia Herzi/ Farida Benkhetache (Slimane ist maghrebinischer Herkunft und arbeitet seit 35 Jahren auf einer südfrz. Werft, er ist geschieden und lebt im Hotel seiner Geliebten und ihrer Tochter, hält aber den Kontakt zu den aus der Ehe stammenden Kindern. Nachdem er entlassen wird, versucht er ein Couscous-Lokal auf einem Schiff aufzumachen)
  • Auf der anderen Seite, Deutschland/ Türkei 2007, Fatih Akin, Baki Davrak/ Tuncel Kurtiz/ Nursel Köse/ Nurgül Yesilcay
  • Du bist nicht allein, Deutschland 2007, Bernd Böhlich, Axel Prahl/ Katharina Thalbach/ Yekaterina Medvedeva
  • Import Export, Österreich 2007, Ulrich Seidl, Ekateryna Rak/ Paul Hofmann (Olga und Paul: zwei Schicksale in Österreich und der Ukraine, die ihr Glück durch „Import“ und „Export“ versuchen und sich darüber von Ost nach West und zurück begegnen – als Prostituierte und Freier)
  • Dschihad in der City / Britz – Part I (Sohail’s Story) und Part II (Nasima’s Story), Großbritannien 2007, Peter Kosminsky, Riz Ahmed (Die Geschwister Sohail und Nasima, Kinder einer pakistan. Einwandererfamilie, stehen im Klima der verschärften Anti-Terror-Gesetze und einer islamfeindl. Stimmung in Großbritannien vor der Frage: Bin ich Brite oder Muslim? Sohail, stolz darauf ein Brite zu sein, wird vom Inlandsgeheimdienst angeheuert und muss bald gegen seine eigenen Freunde ermitteln…)
  • Persepolis, Frankreich/ USA 2007, Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi (Verfilmung des Comic-Bestsellers von Marjane Satrapi über ihre Flucht aus dem Iran nach Österreich)
  • Couscous mit Fisch – La graine et le mulet, Frankreich 2007, Abdellatif Kechiche, Habib Boufares/ Hafsia Herzi/ Farida Benkhetache/ Abdelhamid Aktouche (eine aus Tunesien eingewanderte Großfamilie speist zusammen, alle reden durcheinander: überlappender Dialog als einzigartige Weise, Geschichten zu erzählen)
  • La Forteresse, Schweiz 2008, Fernand Melgar (Dokumentationsfilm über ein Schweizer Empfangzentrum für Asylbewerber)
  • Ein Augenblick Freiheit, Österreich/ Frankreich/ Türkei 2008, Arash T. Riah (wunderbar feinfühliger Flm mit lebensnahen humorigen und tragischen Szenen aus einem Hotel in Ankara, in dem sich die Wege dreier iranischer Flüchtlingsgruppen kreuzen, die hier auf ihr Visa für Westeuropa warten)
  • Entre les murs, Frankreich 2008 (dtsch.: Die Klasse), Laurent Cantet, Francois Bégaudeau/ Nassim Amrabt/ Laura Baquela (Film über den Schulalltag in einer von Zuwanderern geprägten Vorortschule aus der Sicht eines Lehrers, der bei aller Geduld in einem kurzen Moment die Kontrolle verliert – mit weit reichenden Folgen)
  • Football undercover, Deutschland 2008, Ajat Najafi, David Assmann/ Niloofar Basir/ Narmila Fathi/ Sanna El-Agha (Doku über eine Fussballerin bei einem kurdischen Frauenclub in Berlin, die den Filmemacher Ajat Najafi kennenlernt, der ihr von der iranischen Nationallmannschaft erzählt, die noch nie gegen ein gegnerisches Team gespielt haben. Sie beschliessen, ein Freundschaftsspiel zu organisieren)
  • Maria, ihm schmeckt’s nicht, Deutschland, Italien 2009, Neele Vollmar (Culture-Clash-Komödie um Jan, der seine Freundin Sara, eine Deutsche mit italienischem Vater, heiraten möchte;  ihr Vater Antonio war als Gastarbeiter in den 1960er Jahren nach Deutschland gekommen und heiratete Ursula; als er erfährt, dass das Paar die anstehende Hochzeit nur als standesamtliche Zeremonie plant, besteht er darauf, dass in Italien mit der kompletten Familie große Feierlichkeiten abgehalten werden; So muss das Paar nach Apulien, um die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen, doch offenbaren sich dort alte Konflikte innerhalb der Familie, die Situation eskaliert, als Jans Eltern eintreffen und überfordert von den anhaltenden Streitigkeiten von der Hochzeit abraten)

2010

  • Das Geschenk der Sprachen, Katalanische Länder 2010, Pierre-Oliver Francois und Christian Popp (Film rund um die Frage: Was ist der Unterschied zwischen jenen, die dank einer zweisprachigen Familie von der Wiege auf zwei Sprachen lernen und jenen, die nur in einer aufwachsen?)
  • Gurbet – Fremde Heimat, Deutschland/ Türkei 2010, Deniz Sözbir (Nach vielen Straftaten wird Metin aus Deutchland in die Türkei abgeschoben und lernt in Istanbul die andere, ihm fremde Hälfte seiner Herkunft kennen, gerät jedoch ins Rotlichtgeschäft)
  • Der Albaner, Deutschland 2010, Johannes Naber (Mit seinem Vater reist Arben regelmäßig aus den alban. Bergen als Gastarbeiter nach Griechenland, als seine Freundin schwanger wird, reist er illegal nach Deutschland, um Geld für die Hochzeit zu verdienen – doch das ist schwerer als gedacht, bis ihn ein Bekannter ins Schleppergeschäft einführt)
  • Hüllen, Schweiz 2010, Maria Müller (Doku über eine streng muslimisch in Deutschland aufgewachsene Irakerin, die den ersten islam. Kindergarten des Landes gründet, später einen islam. Frauensportverein, ehe sie sich zur Feministin wandelt und das Kopftuch ablegt, die Doku porträtiert drei Frauengenerationen und zeigt, wie die Befreiung eines einzelnen manchmal zur Belastung für die anderen werden kann)
  • Almanya – Willkommen in Deutschland, Deutschland 2010, Yasemin Samdereli (vier Jahrzehnte nach der Ankunft einer türkischen Migrantenfamilie fragt ein Enkel, ob er nun Deutscher oder Türke sei – Grund genug für den Opa, seine Familie in das Land ihrer Herkunft einzuladen)
  • Wie ein Fremder, Deutschland 2010, Lena Liberta (Eigentlich müsste dem jungen Azad die Welt offen stehen, doch als Geduldeter darf er in Deutschland nicht einmal die Stadt verlassen, wohnt in einer Flüchtlingsunterkunft und darf nicht arbeiten; als seine Freundin Lisa wegziehen will, muss er sich zwischen seiner Familie und der eigenen Freiheit entscheiden)
  • Anduni – Fremde Heimat, Deutschland 2010, Samira Radsi (Um den starren Konventionen ihrer in Deutschland lebenden armenischen Familie zu entfliehen, hat Belinda ein Studium begonnen, mit ihrem Freund Manuel möchte sie eine Familie gründen, doch dann stirbt plötzlich ihr Vater und sie beginnt sich mit ihrer Herkunft auseinander zu setzen, um ihren Weg zu finden)
  • Fernes Land, Deutschland 2010, Kanwal Sethi ( (Der in Leipzig lebende Mark ist ein Träumer, der aus seiner Wohnung eine Art asiatisches Refugium gemacht hat, als er nachts versehentlich einen jungen, illegalen Pakistaner anfährt, der in einer Schlachterei arbeitet, fährt er ihn dorthin – wo die Situation eskaliert, weil der Chef den jungen Schlachter nicht auszahlen will)
  • Das Schiff des Torjägers, Deutschland 2010, Heidi Specogna (Doku über die Hintergründe einer Meldung von 2001, als ein Schiff an der westafrikanischen Küste vor Gabun gestellt und nach Benin zurück geschickt wird, weil sich an Bord hunderte afrik. Kinder befanden, die von ihren Eltern zum Arbeiten verschickt worden waren ; die Frage, ob das Kinderhandel ist, wird mit großem Medienecho debattiert, weil der Besitzer des Schiffes ein berühmter, in Deutschland spielender Fußballer ist: Jonathan Akpoborie)

2011

  • Intouchables (dt.: Ziemlich beste Freunde), Frankreich 2011, Olivier Nakache und Éric Toledano, Omar Sy/ François Cluzet (Culture-Clash-Komödie)
  • Schlafkrankheit, Deutschland/ Kamerun 2011, Ulrich Köhler (dt. Entwicklungshelfer verliert sich in Kamerun zwischen der Heimat, in die er nicht mehr gehört und einem Kontinent, der ihm fremd bleibt)
  • Aujourd’hui (Tey), Senegal/ Frankreich 2011, Alain Gomis (Rückkehr eines senegalesischen Amerika-Auswanderers, am letzten Tag seines Lebens)
  • La Désintégration, Frankreich 2011, Philippe Faucon, Rashid Debbouze/ Yassine Azzouz/ Ymanol Perset (Ali, Nasser und Hamza aus einer Vorstadt von Lille lassen sich langsam von Djamel indoktrinieren)
  • Dreiviertelmond, Deutschland 2011, Christian Zübert, Elmar Wepper/ Mercan-Fatima Türkoglu/ Ivan Anderson/ Özay Fecht (eigenbrötlerisch-xenophober Taxifahrer begegnet mutterseelenallein in Nürnberg herum irrendem türkischem Mädchen
  • Bitte bleib!, Niederlande 2011, Lourens Blok (in diesem Spielfilm ab 8 Jahren wird aus dem ernsten Thema Abschiebung ein spannender Kinderfilm gemacht, in dem man immer wieder auch lachen kann: Ein kleines Mädchen kämpft gegen die Abschiebung der Familie eines Schulfreundes in den Iran)
  • Mama Illegal, Österreich 2011, Ed Moschitz (Film zu den Folgen der Arbeitsmigration moldawischer Mütter auf ihr Verhältnis zu den von ihnen zurückgelassenen Kindern)
  • Restless City, Nigeria/ USA 2011, Andrew Dosunmu, Sy Alassane (opernhaft tragische Liebesgeschichte eines Senegalesen, der sich in New York mit Jobs durchschlagen muss, statt seinen Musiker-Traum verwirklichen zu können)
  • Der Albaner, Deutschland/ Albanien 2011, Johannes Naber, Nik Xhelilaj/ Xhejlane Terbunja/ Stipe Erceg
  • Wilaya, Algerien 2011, Pedro Pérez Rosado, Nadhira Mohamed/ Memona Mohamed/ Aziza Brahim (16 Jahre lang hat Fatimetu, ein Kind einer Sahraui-Familie, in Spanien gelebt, nach dem Tod ihrer Mutter kehrt sie in das algerische Flüchtlingslager zurück – an das Leben in Spanien gewöhnt kommt sie in einen Konflikt, als ihr Bruder erwartet, dass sie sich nun um ihre gehbehinderte Schwester kümmert)
  • Vol Spécial, Schweiz 2011, Fernand Melgar (Dokumentarfilm über die helvetische Abschiebeanstalt Frambois, von der aus Flüchtlinge mit negativem Asylbescheid abgeschoben werden)
  • Best Exotic Marigold Hotel, USA 2011, John Madden, Maggie Smith/ Bill Nighy/ Tom Wilkinson (Als eine Gruppe britischer Pensinäre in Indien eintrifft, um dort den Lebensabend zu verbringen, erwartet sie eine Überraschung: Ihr Luxushotel ist ein etwas heruntergekommenes Entwicklungsprojekt, dessen erste Gäste sie sind. Eine Best-Ager-Tragikomödie auf Basis einer sich aus dem Culture-Clash ergebenen Situationskomik rund um die abenteuerlustigen Auswanderer-Rentner/innen)
  • Blutzbrüdaz, Deutschland 2011, Özgür Yıldırım (Mischung aus Komödie und Musikfilm, schildert authentisch die Entstehung der Berliner Hip-Hop-Szene in den 1990er-Jahren, indem mit sido und B-Tight zwei Protagonisten porträtiert werden, die sich im Erfolg entzweien)
  • Le Havre, Frankreich 2011, Aki Kaurismäki (der Möchtegern-Künstler Marcel ist von Paris in die französische Hafenstadt Le Havre gezogen, er verdient sich seinen Lebensunterhalt mehr schlecht als recht. Eines Tages trifft er zufällig auf Idrissa, der sich unter einem Pier im Wasser verschanzt hat. Der Junge aus Gabun ist illegal, in einem Container versteckt, nach Frankreich eingereist und vor den Behörden geflüchtet. Er wird von Marcel und seiner Frau aufgenommen)
  • Io sono Li (dtsch.: Venezianische Freundschaft), Italien 2011, Andrea Segre (neorealistisches Filmdrama über die massive Einwanderung von Chinesen in Padua und Prato, erzählt über die Romanze einer chinesischen Textilarbeiterin und eines alten, verbitterten ital. Fischers, die von den Angehörigen der jeweiligen Gemeinschaften brutal verhindert wird)

2012

  • Terra mia, terra nostra/ Italien, Luxemburg 2012, Donato Rotunno (Doku über die Familie des Regisseurs, die Auswanderung, Wurzeln und Identitätsfragen)
  • Drexciya, Deutschland/ Burkina Faso 2012, Simon Rittmaier (Thomas arbeitet als Schlepper für europ. Flüchtlinge, die sich ein besseres Leben in Afrika erhoffen – als sein Boot sinkt und er als einziger Überlebender an der afrik. Küste strandet, wird er an einer unüberwindbaren Mauer aus Licht von einer Gruppe junger Afrikaner aufgenommen, deren Mission auch keine gewöhnliche zu sein scheint)
  • Gnade, Deutschland/ Norwegen 2012, Matthias Glasner, Birgit Minischmayr/ Jürgen Vogel (dt. Auswanderer, die in der norwegischen Eislandschaft an einer schweren Schuld zu tragen haben und erlöst werden)
  • Eine respektable Familie, Iran/ Frankreich 2012 (Originaltitel: Yek khanévadéh-e Mohtaram), Massoud Bakshi, Babak Hamidian/ Mehrdad Serdighian/ Mehran Ahmadi (Rückkehr eines Dozenten für ein Semester in Schiraz, der den Iran vor 22 Jahren als 15-Jähriger verlassen hat, taucht ein in einen Strudel familiärer und finanzieller Intrigen – der Film erzählt davon, dass Widerstand bei kleinen Gesten der Unbeugsamkeit beginnt)
  • Drexciya, Deutschland/ Burkina Faso 2012, Simon Rittmaier, Alexander Beyer/ Josiane Hien Yeri/ Rodrigue Quattara (ein deutscher Schlepper für europäische Flüchtlinge, die sich in Afrika ein besseres Leben erhoffen strandet an der afrik. Küste…)
  • Les Kaïra, Frankreich 2012, Franck Gastambide, Medi Sadoun/ Jib Pocthier/ Franck Gastambide (Komödie rund um drei junge motivationslose Männer, die auf eine Annonce hin Pornodarsteller werden und glauben, dass sie es jetzt geschafft haben)
  • Dragan Wende – West Berlin, Deutschland 2012, Dragan von Petrovic (Geschichte des Vaters, der in Vor-Wendezeiten als jugoslawischer Schmuggler zwischen Ost- und West-Deutschland reich wurde, dann aber einen Abstieg erlebt)
  • Araf – Somewhere in between, Deutschland/ Türkei 2012, Yesim Ustaoglu, Neslihan Atagül/ Baris Hacihan/ Özcan Deniz (die 18jährigen Olgun und Zehra rackern auf einer dtsch. Autobahnraststätte, haben Tagträume von der Ferne und Freiheit; Zehra läßt sich auf einen Fernfahrer ein, erlebt in der Türkei aber einige Enttäuschungen)
  • Eden, USA 2012, Megan Griffiths, Jamie Chung/ Matt O’Leary/ Beau Bridges (halb dokumentarische Geschichte eines jungen koreanisch-amerik. Mädchens aus New Mexico, das in Las Vegas zur Prostitution gezwungen wird, sich in der Szene aber zu behaupten beginnt)
  • Kuma, Österreich, Türkei 2012, Umut Dağ (Kuma heißt auf türkisch „Nebenfrau“: Eine seit langem in Wien lebende Familie reist in die Heimat, um die Hochzeit ihres Sohnes mit der jungen Türkin Ayse zu feiern, doch diese ist nur auf dem Papier seine Frau, die Ehe wurde von der schwer kranken Mutter arrangiert, damit ihr Mann nach ihrem erwarteten Ableben eine Zweitfrau erhält; unerwarteterweise stirbt dann der Mann, nicht die Frau und die ohnehin schwierige Situation verschärft sich > mehr auf Wikipedia)

2013

  • Gold, Deutschland/ Kanada 2013, Thomas Arslan, Nina Hoss (dt. Pioniere und Goldsucher in Kanada Ende des 19.Jhs.)
  • Le passé (engl.: The past), Frankreich 2013, Asghar Farhadi, Berenice Bejo/ Tahar Rahim/ Ali Mosaffa (Beziehungsdrama um eine Französin, deren iranischer Mann in die Heimat zurück ging und nun für die endgültige Scheidung zurück kommt)
  • The Immigrant, USA 2013, James Gray/ Marion Cotillard (Melodrama um zwei polnische Einwanderinnen in New York 1921)
  • Der Imker, Schweiz 2013, Mano Khalil (Gefoltert und verfolgt flieht der kurdische Imker Ibrahim in die Schweiz, wo für ihn, in den Mühlen der Bürokratie angekommen, Versöhnlichkeit, Geduld und die liebevolle Pflege der Bienen der Weg ist, der Zerstörung seines Lebensglücks entgegen zu wirken)
  • La Marche, Frankreich 2013, Nabil Ben Yadir (Dokufiction über den Protestmarsch maghrebinischer Einwanderer von Marseill nach Paris 1983 gegen den Rassismus)
  • Le Tibet intérieur, Kanada und Indien 2013, Eva Cirnu (unabhängig produzierte Doku über die Versuche exilierter Tibeter, ihre Kultur und Identität zu bewahren)
  • Fack ju Göhte, Deutschland 2013, Bora Dagtekin, Elyas M’Barek/ Karoline Herfurth/ Katja Riemann (Kleinganove Zeki landet bei der Suche nach seiner Diebesbeute als Aushilfslehrer an einer Schule, wo er sich bei der Problemklasse der Schule sehr unkonventioneller Methoden bedient)
  • Paris um jeden Preis, Frankreich 2013, Reem Kherici, Cecile Casel/ Tarek Boudali/ Shirley Bousquet (die in Paris gut integrierte gebürtige Marokkanerin Maya wird ohne Vorwarnung in die Heimat abgeschoben – Komödie über ihre eigenen Vorurteile)
  • Des Étoiles – Unterm Sternenhimmel, Frankreich/ Senegal 2013, Dyana Gaye, Ralph Amoussou/ Marème Dembaly/ Souleymane Seye Ndiaye (zwischen Turin, Dakar und New York blickt der Film auf das Leben dreier Menschen im Exil, deren Wege sich kreuzen und wieder verlieren)
  • Lohnsklaven in Deutschland – Miese Jobs für billiges Fleisch, Deutschland 2013, Michael Nieber, Marius Meyer (Doku über Menschen aus Osteuropa, die mit dem Versprechen auf gut bezahlte Arbeit nach Deutschland kommen und im Münsterland bei einem der großen Fleischbetriebe landen)
  • Willkommen bei Habib. Oder Das Glück des Verlierens, Deutschland 2013, Michael Baumann, Burak Yigit/ Teresa Harder/ Vedat Erincin (vier ineinander verwobene Geschichten vom Stuttgarter Wilhelmsplatz, u.a. trifft Habib nach vielen Jahren seine Jugendliebe, die er damals in der Türkei zurückließ; alle vier Personen suchen ihre Identität und Frieden mit sich und der neuen/ alten Heimat)
  • Portugal, mon amour, Frankreich 2013, Ruben Alvez, Rita Blanco/ Joaquim de Almeida (Culture-Clash-Komödie um die portugiesische Familie Ribeiro, die in Paris lebt, aber von einer Rückkehr träumt)
  • The pain inside, Luxemburg 2013 (?), Charlotte Bruneau (Doku über Juden, die Israel wieder verlassen, mehr dazu hier)
  • Return to Morocco, Luxemburg 2013 (?), Charlotte Bruneau (Doku über die marokkanischen Juden: Ihre Auswanderung, aber auch ihre Rückkehr)
  • Neuland, Schweiz 2013, Anna Thommen (Dokumentarfilm, der junge Migranten während der zweijährigen Schulzeit in der Integrationsklasse Basel auf ihrem ungewissen Weg in die Zukunft begleitet)
  • La dune, Israel 2013, Yossi Aviram (Krimi rund um einen französischen Polizeikommissar und einem Auswanderer aus Israel, den er als seinen letzten Fall bewusstlos am Strand findet)
  • Fièvres, Marokko 2013, Hicham Ayouch, Didier Michon/ Slimane Dazi/ Farida Amrouche (Geschichte aus der Pariser Banlieue rund um einen 13-jährigen Sohn eines marokkanischen Lagerarbeiters, der nur mit dem in einem Bauwagen wohnenden Lebenskünstler Claude zurecht kommt)

2014

  • „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?“ (dt.: Monsieur Claude und seine vier Töchter), Frankreich 2014, Philippe de Chauveron, Frédéric Chau/ Ary Abittan/ Medi Sadoun (Cultur-Clash-Komödie um eine frz. Mutter mit vier Töchtern, die sich eine nach der anderen mit einem Mann aus einer anderen Ethnie und Religion verheiraten)
  • Manpower, Israel 2014, Noam Kaplan, Samuel Calderon/ Yossi Marshek/ Sun Intusap (wunderbar böses, aber zutiefst humanes Porträt u.a. eines Polizisten und eines Minibusfahrers in Israel, ein Film, der sich mit Ungleichheiten, Einwanderung und Fremdenfeindlichkeit beschäftigt)
  • Eau argentée (Ma’a al Fidda), Syrien 2014, Ossama Mohammed (Dokumentation über die Belagerung von Homs im syrischen Bürgerkrieg: Ein im Pariser Exil lebender syrischer Filmemacher wird von einer eingeschlossenen Frau kontaktiert, die dann beginnt, zu filmen, was sie erlebt. Sie stehen im ständigen Online-Dialog und unterstützen sich dabei gegenseitig in der Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse)
  • Judgment, Bulgarien 2014, Predrag Manojlovic, Hristo Mutafchiev/ Assen Blatechki (Drama um den Sohn eines Molkereibesitzers an der bulgarisch-türkischen Grenze, der aus der Not heraus zum Schleuser für syrische Flüchtlinge wird)
  • Bande de filles, Frankreich 2014, Céline Sciamma, Karidja Touré/ Assa Sylla (die 16jährige Marièeme und ihre schwarzen Freundinnen der Banlieue erleben ihr Leben als Abfolge von Verboten, der Unterdrückung durch Jungs und fehlender echter Bildungsaufstiegschancen – doch in der Gruppe können sie ihr Leben leben)
  • Am Kölnberg, Deutschland 2014, Laurentia Genske, Robin Humboldt (Doku über die Hochhaussiedlung „Am Kölnberg“ zwischen Köln und Bonn, in der Migranten und Randständige trotz vieler Probleme von einem erfüllten Leben träumen)
  • Lebach und ich warte immer noch, Deutschland 2014, Majid Kiasalar (Doku über die saarländische Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge)
  • Los Ángeles, Deutschland 2014, Damian John Harper, Mateo Bautista Matias/ Marcos Rodriguez Ruiz/ Lidia Garcia (ein mexikanischer Junge lässt sich nach Los Angeles schleusen, um seine Familie Finanz. unterstützen zu können, gerät aber in eine Gang)
  • Atlantic, Deutschland/ Biederlande/ Belgien/ Marokko 2014, Jan-Willem van Ewijk, Thekla Reuten/ Mohamed Majd (Geschichte eines jungen marokkanischen Surfers, der sich in die Freundin eines Surftouristen verliebt und nun versucht, mit dem Surfbrett über das Meer nach Europa zu kommen)
  • Nachspielzeit, Deutschland 2014, Andreas Pieper, Mehmet Atesci/ Friederike Becht, Frederick Lau/ Jacob Matschenz (Cem will seinen Berlin-Neuköllner Kiez gegen Nazis und Spekulanten verteidigen – Aber wer sind hier die wahren Gegner?)
  • Die Unsichtbaren, Deutschland 2014, Benjamin Kahlmeyer (Doku: Wer sich in Brandenburg als Asylsuchender zu erkennen gibt, landet in einer zentralen Aufnahmestelle in der Peripherie und muss sich durch einen langwierigen behördlichen Prozess quälen)
  • Nachspielzeit, Deutschland 2014, Andreas Pieper, Frederick Lau/ Friederike Becht/ Mehmet Atesci (die Berliner Cem und Roman und mit ihnen eine türkische Mittelstandsfamilie sowie eine ins rechte Milieu abgedrifteten Ex-Ossi-Familie sind die Kontrahenten in einem Film über Rassismus und nationale Identität)
  • Heute bin ich Samba, Frankreich 2014, Olivier Nakache, Eric Toledano/ Omar Sy/ Charlotte Gainsbourg/ Tahar Rahim (Tragikomödie um einen jungen Senegalesen, der vor zehn Jahren illegal aus dem Senegal nach Frankreich eingereist ist und sich seitdem mit Aushilfsjobs über Wasser hält, bis er durch einen dummen Zufall in Abschiebehaft gerät, wo ihm ausgerechnet eine Karrierefrau mit Burnout, die jetzt als Sozialarbeiterin arbeitet, hilft)
  • Man Power, Frankreich/ Israel 2014, Noam Kaplan (vier Geschichten von Migranten in Israel oder von Menschen, die entweder beruflich oder familiär mit dem Thema Migration in Israel zu tun haben: einem Polizisten, einem nigerianischen Einwanderer, einem Taxifahrer und einem Sohn einer Filipina; sie überschneiden sich)
  • Cavalo Dinheiro/ Horse Money, Portugal 2014, Pedro Costa (Drama, das von Menschen handelt, auf deren Schultern auch im realen Leben in Lissabon das koloniale Erbe lastet; eine Reise in das Unbewusste eines Mannes, in das Trauma von Ventura, der von den Kapverden stammt und sich wegen eines Nervenleidens in die Psychatrie einweisen lässt – eines seit seiner Geburt marginalisierten Menschen)
  • Fatima, Frankreich/ Kanada 2014, Philippe Faucon, Soria Zeroual/ Kenza Noah Aiche/ Zita Hanrot (Porträt einer algerischstämmigen Putzfrau in Frankreich, die nur schlecht Französisch spricht und zwei Mädchen allein aufzieht, von denen eine revoltiert, während die andere Medizin studiert)
  • Our terrible country, Libanon/ Syrien, Mohammad Ali Atassi (Dokumentarfilm in drei Akten: zunächst trifft die Hauptperson Ziad in der ersten im Bürgerkrieg befreiten Stadt Syriens auf einen Intellektuellen und beginnt ein Filmporträt, dann wird seine Heimatstadt vom IS eingenommen und er flieht mit seinem Bruder, schließlich wird er ins Exil nach Istanbul gezwungen und hofft, irgendwann zurückkehren zu können – ohne zu wissen, was dort dann zu tun wäre)
  • Der junge Siyar, Deutschland/ Norwegen/ Irak, Hisham Zaman (Odyssee einers kurdischen Jungen quer durch Europa, der durch den Mord an seiner Schwester die „Ehre“ der Familie wieder herstellen soll, dem sich aber auf der langen reise aus dem Nord-Irak unterwegs die Werte verschieben)
  • Not my life, 2014, Robert Bilheimer (in einem Dutzend Länder auf 5 Kontinenten gedrehte Doku über die Ausbeutung von Millionen Kindern durch unterschiedlichste Praktiken, darunter Menschenhandel, Zwangsarbeit, Prostitution und Sextourismus)
  • Der Koch, Deutschland/ Schweiz 2014, Ralf Huetter (ein junger tamilischer Asylbewerber ist ein hochbegabter Koch, der als Hilfskraft völlig unter Wert in einem Züricher Sternelokal arbeitet, nachdem er gekündigt bekommt, schliesst er sich mit einer ehemaligen Kollegin zusammen, um einen Catering-Service der ganz besonderen Art ins Leben zu rufen: Unter dem Namen „Love Food“ kochen sie für Paare, deren Liebesleben eine Auffrischung braucht – mit dem Erfolg kommen Anfragen aus allen Richtungen, auch unanständiger Art; was er nicht will, doch ist er auf das Geld angewiesen, um seine Familie zu unterstützen…)

2015

  • Dheepan, Frankreich 2015, Jacques Audiard, Jesuthasan Antonythasan/ Kalieaswari Srinivasan/ Claudine Vinasithamby (Thriller/ Drama um einen traumatisierten Flüchtling aus Sri Lanka, der als ehemaliger Kämpfer der „Tamil Tigers“ in der Pariser Banlieue ein neues Leben beginnt: er ist aufgrund gefälschter Pässe gezwungen, zum Schein mit einer femden Frau und ihrer Tochter zu leben)
  • Heimat ist kein Ort, Deutschland/ Polen 2015, Udo Witte, Marie Gruber/ Jörg Schüttauf (drei Geschwister, die nicht viel miteinander gemein haben, außer, dass sie sich alle auf die ein oder andere Art an den Rand der Gesellschaft gebracht haben, werden durch die Testamentseröffnung nach dem Tod ihres Vaters gezwungen, sich auf eine Reise in die Heimat ihres Vaters, Polen, zu begeben, sie erkennen, dass Familie und Heimat Begrifflichkeiten sind, die sich nur schwerlich verorten lassen)
  • Krügers Odyssee, Deutschland 2015, Marc Andreas Bochert, Horst Krause/ Fritz Roth (Paul Krüger freut sich darauf, seine Enkelin Anni zu ihrem Verlobten Deniz zum Altar zu führen, doch dann setzt sich Anni eine Idee in den Kopf, die alles durcheinanderbringt: sie besteht Anni darauf, dass ihr Vater Harald bei der Zeremonie dabei sein soll, doch lebt dieser irgendwo in Griechenland, wo sie ihn als Hochschwangere nicht selbst suchen kann, also nimmt das der Opa in die Hand und tritt die Odyssee mit zwei Boulefreunden an, doch die Zeit ist knapp, denn Anni steht kurz vor der Geburt und die türkische Familie ihres Verlobten droht, ihn zu verstoßen, wenn die beiden bei der Geburt nicht verheiratet sind)
  • En man som heter Ove/ A man called Ove, Hanes Holm, Schweden 2015 (Tragikomödie rund um Ove, einem einsamen alten Grantler, der jede Gelegenheit nutzt, bei Kontrollgängen in der Nachbarschaft seinen Zorn auf „die Idioten“ um ihn herum heraus zu lassen, die ihren Müll nicht richtig trennen oder falsch parken, was die kontaktfreudige und hochschwangere iranischstämmige Nachbarin Parvaneh nicht daran hindert, ständig bei ihm aufzutauchen – bevorzugt dann, wenn er gerade einen neuen Versuch unternimmt, sich das Leben zu nehmen)
  • Angelus Novus, Niederlande, Großbritannien, Afghanistan, Aboozar Amini (Kurzfilm über zwei afgh. Flüchtlinge, die als Flüchtlinge in die Türkei gekommen sind, ihr Einkommen als Schuhputzer ist sehr gering, die fragile Existenz stark gefährdet, als eines Tages ihr Arbeitsplatz besetzt wird)
  • Die Neue, Deutschland 2015, Buket Alakus, Iris Berben/ Ava Celik (TV-Film um die Begegnung einer Lehrerin, die sich in einer Lebenskrise befindet, mit einer Kopftuch tragenden Schülerin, die auf Ausübung ihrer Religion in der Schule besteht)
  • Der Kuaför aus der Keupstrasse, Deutschland 2015, Andreas Maus (Doku über einen Frisör und andere Opfer eines Anschlags in der türkisch geprägten Keupstrasse in Köln im Jahr 2004, die von der Polizei als potenzielle Täter kriminalisiert werden – bis später die NSU als Täter ermittelt wird)
  • Die Kinder des Fechters, Estland/ Deutschland 2015, Klaus Härö, Märt Avandi/ Ursula Ratasepp (Anfang der 1950er-Jahre ist ein junger russischer Fechter auf der Flucht vor Stalins Geheimpolizei und versteckt sich als Sportlehrer in Estland, wo er meist vaterlose und verängstigte Kinder unterrichtet und seine innere Berufung findet – als diese aber an einem Wettbewerb in Russland teilnehmen soll, muss er sich entscheiden zwischen deren Hoffnungen und seinem Verhaftungsrisiko)
  • The house in the envelope, Kurzfilm, Deutschland 2015, Sanela Salketic (Ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters entscheidet sich Leyla, mit den gleichen Fragen wie ihr Vater vor 30 Jahren, ihre Familie in Istanbul zu besuchen, doch will die Oma nicht über Familienprobleme reden und der Opa ist verschwunden)
  • Familie verpflichtet, Frankreich/ Schweiz 2015, Hanno Olderdissen (Das schwule Päarchen Khaled und David würde gerne heiraten, wären da nicht Khaleds homophober arabischstämmiger Vater und Davids neu religiöse jüdische Mutter. Und dann taucht noch eine Frau auf…)
  • Abseits, Deutschland 2015, Alexander Bambach (Kurzfilm um zwei Nachbarfamilien eines Asylbewerberheims, das erst bedrohlich wirkt, bis der Sohn ein verletztes Flüchtlingskind nach Hause bringt)
  • Riverbanks, Deutschland/ Türkei/ Griechenland 2015, Panos Karkanevatos, Diamantis Adamantidis/ Andreas Konstantinou/ Elena Mavridou/ Erik Schäffer (Erzählung von Flüchtlingen, ihrem Traum von einem besseren Leben und den Gefahren der Reise, die ihren Ausdruck findet im Erleben eines jungen griechischen Grenzsoldaten, der auf eine geschleuste Gruppe trifft)
  • Papa, Großbritannien 2015, Ashley Way, Samuel Norton/ Catrin Morgan/ Rhys Ap Trevor (Cai ist frustriert über seinen verändert von einem Kriegseinsatz zurück gekehrten Vater, Amir wünscht sich seinen Dad sehnsüchtig herbei, am Strand begegnen sie sich und zwei Welten prallen aufeinander)
  • Iraqi Odyssey, Schweiz 2015, Samir Jamal Aldin (Dokumentarfilm über verschiedene Mitglieder der Familie des Regisseurs, allesamt vom Schicksal herum getriebene, aus deren Schicksalen sich die jüngere irakische Geschichte destillieren läßt)
  • The long distance, Deutschland 2015, Daniel Sager (ein Athletenmanager bringt Menschen aus Afrika nach Deutschland und lässt sie bei Laufwettbewerben antreten, um Stars zu werden, was früher erfolgreich war – jetzt versucht er es mit zwei Kenianerinnen, die quasi um ihre Existenz laufen)
  • Babai, Deutschland/ Frankreich/ Kosovo/ Mazedonien 2015, Visar Morina (ein kosovarischer Junge will in den 1990er-Jahren seinen Vater von der Auswanderung abhalten, es kommt zu einem Unfall und als der Junge wieder heimkommt, ist der Vater verschwunden – er folgt ihm auf die gefährliche Reise)
  • Smajl, Deutschland 2015, Philipp Majer (Dokumentarfilm über einen Kosovo-Albaner, der 1970 eigentlich nur nach Deutschland geht, um ein Tonbandgerät zu kaufen und 40 Jahre später als Rentner in die Heimat zurückkehrt)
  • Fuocoammare (dtsch: Seefeuer), Italien/ Frankreich 2015, Gianfranco Rosi (Dokumentation des Alltags auf der Insel Lampedusa, über die in den vergangenen Jahren viele Hunderttausend Flüchtlinge angekommen sind, mit besonderem Fokus auf die Bewohner der Insel)
  • My name is salt, Indien 2015, Farida Pacha (Doku über eine von rund 40.000 Familien, die alljährlich ihre Dörfer verlassen, um acht Monate lang in der im indischen Bundesstaat Gujarat gelegenen Salzwüste Kleiner Rann von Kutch zu leben und in mühsamen Arbeitsschritten auf Salzfeldern Salz zu gewinnen)
  • Le chant des hommes, Belgien/ Luxemburg/ Frankreich 2015, Bénédicte Liénard und Mary Jimenez (Aus Verzweiflung über ihre aussichtslose juristische Situation besetzen „sans papiers“ 1996 eine Kirche in Paris, 2013 wiederholt sich das in Brüssel – der Film zeigt, was sich hinter den Nachrichtenbildern abspielt. Der Film ist keine doku, spielt aber die typ. Schicksale nach)
  • Continental Drift, Bangladesch/ Belgien 2015, Nyaeem Mahbub (Kurzfilm über einen Mann, der Zorn verspürt angesichts von Kriegserinnerungen, Gewalt, Asyl und den Schwierigkeiten der Integration in einem fremden Land – Zorn darüber, das alles ertragen zu haben für eine gute Zukunft seiner Familie, die auf dem Weg zu ihm auf See ertrank)
  • Mediterranea, Italien/ Frankreich/ Deutschland/ USA/ Katar 2015, Jonas Carpignano (filmische Aufarbeitung der Unruhen von Rosario 2010: Zwei Männer fliehen aus Burkina Faso nach Italien, erleben dort jedoch feindselige Übergriffe gegen Einwanderer und müssen evakuiert werden)
  • Superior orders, Ungarn/ Serbien 2015, Viktor Oszkar Nagy, Andras Petrik (Dokumentation über Flüchtlinge aus Asien und Afrika, die versuchen, die serbisch-ungarische Grenze zu überwinden)
  • Sonita, Deutschland/ Schweiz/ Indien 2015, Rokhsareh Ghaem Maghami (Dokumentarfilm über das aus Afghanistan stammende Mädchen Sonita, die in Teheran/ Iran lebt und sich wünscht sich, eine berühmte Rapperin zu werden, nicht zuletzt, um der Zwangsheirat mit einem Mann in Afghanistan zu entgehen, welche die Eltern für sie planen – gegen die Grundsätze einer Doku greift die Regisseurin ins Geschehen ein)
  • Hitzewelle, Frankreich, Griechenland 2015, Joyce Nashawati, Ziad Bakri (Mystik-Thriller um einen arabischen Migranten in einem Griechenland der nahen Zukunft mit Hitzewellen, er soll die Villa einer frz. Familie bewachen, fühlt sich aber beobachtet)
  • Eduard Zuckmayer – ein Musiker in der Türkei, Deutschland 2015, Barbara Trottnow (Doku über die Karriere des 1936 nach einem Berufsverbot nach Ankara emigrierten Musikers – Bruder des Schriststellers Carl Z. – , der dort die Musikausbildung aufbaute und bis zu seinem Tod als hoch geschätzter Mann blieb)
  • Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten, Großbritannien/ Irland/ Kanada 2015, John Crowley/ Saoirse Ronan, Fiona GlascottJim Broadbent, Emory Cohen (Anfang der 1950er Jahre wandert die junge Ellis von Irland nach Amerika aus, im New Yorker Stadtteil Brooklyn findet sie Arbeit und ein neues Zuhause, bald lernt sie den Italo-Amerikaner Tony kennen, der ihr den Hof macht und ihr über ihr anfängliches Heimweh hinweghilft; Wegen einer Familienangelegenheit muss sie jedoch nach Irland zurückkehren, wo sie ein attraktives Jobangebot bekommt, aber auch den charmanten Jim trifft – nun muss sie sich nicht nur zwischen zwei Männern, sondern auch zwischen zwei Ländern entscheiden)

2016

  • Silence of Colours, Deutschland/ Syrien 2015/16 (ein junger syrischer Flüchtling leidet in Beirut an den Folgen des Krieges, aber auch im Libanon muss er Arbeit finden und seine Homosexualität verstecken – so träumt er inmitten widriger Umstände von einem Leben ohne Angst)
  • Django – Ein Leben für die Musik, Frankreich 2016, Etienne Comer, Reda Kateb/ Cecile de France (biogr. Porträt des unkonventionellen und freigeistigen Gypsy-Jazzgitarristen Django reinhardt, der in Frankreich 1943 auf dem Gipfel seines Erfolges ist, er begeistert auch die dtsch. Besatzer; als diese ihn auf Tournee nach Deutschland schicken wollen, verweigert er sich und muss daraufhin versuchen, in die Schweiz zu fliehen, doch sind ihm die Nazis dicht auf den Fersen)
  • Boat people, Deutschland/ Österreich 2016, Paul Meschùh (auf seinem Weg von Somalia nach Europa wird ein Schiffbrüchiger von den Besitzern einer Luxusjacht gerettet, die nunmehr vor der Frage stehen, ob sie ihm helfen sollen, Europa zu erreichen oder nicht)
  • Vangelo, Italien 2016, Pippo Delbono (Pippo, ein Theaterregisseur, begibt sich in ein Flüchtlingsheim, deren Bewohner ihm ihre Geschichten erzählen)
  • At the end of the world, Deutschland/ Hongkong, 2016, Dieu Hao Do (Eine koreanische Kulturanthropologiestudentin reist nach Hongkong, wo sie auf einen jungen Deutschen trifft – sie verlieben sich)
  • Gestrandet, Deutschland 2016, Lisei Caspers (Doku über fünf eritreische Flüchtlinge, die unfreiwillig in die Leere Ostfrieslands verpflanzt werden, sie bekommen einen Job etc., aber da ist ein Damoklesschwert)
  • Samira, Deutschland 2016, Charlotte A. Rolfes (Kurzfilm um einen Dolmetscher, der zu einem Einsatz in den Hamburger Hafen gerufen wird, wo sich eine junge Afrikanerin auf einem Frachter verbarrikadiert hat und damit droht, sich umzubringen – um sie zur Aufgabe zu bringen, verspricht er ihr Hilfe, die jedoch weit über das hinausgeht, was er sich vorgestellt hat)
  • Die Bürgschaft, Deutschland 2016, Kerstin Höckel (Kurzfilm, der Schillers gleichnamige Ballade ins Heute übersetzt: In Berlin tauschen zwei Flüchtlingsmädchen ihre Identität, damit eine sich vor ihrer Abschiebung von ihrem Freund verabschieden kann, doch beinahe geht das schief)
  • Chocolat, Frankreich 2016, Roschdy Zem (beschreibt den Lebenslauf eines schwarzen Clowns im Frankreich der „Belle Époque“, der sich Stereotypen und Klischees anpasst, um zu réussieren, weil Widerstand nicht funktioniert – ein durchaus aktuelles Lehrstück über Rassismus)
  • Eldorado,  Luxemburg 2016,  Rui Abreu, Thierry Besseling und Loïc Tanson (Dokumentarfilm über vier portugiesische Einwanderer in Luxemburg, die drei Jahre lang bei ihren Integrationsbemühungen begleitet wurden)
  • Marseille, Frankreich 2016, Kad Merad, Kad Merad/Patrick Bosso (Sehr persönlich-volkstümliche Komödie als Hommage an die Stadt: Paolo hat Marseille vor Jahren verlassen und lebt glücklich in Kanada, als ihn sein Bruder wegen des vermeintlich bevorstehenden Todes des Vaters zurück ruft – eine Lüge, um ihn zurückkehren und die fröhliche Solidarität seiner Geburtsstadt wieder erleben zu lassen)
  • Eva Hesse, Deutschland/ USA 2016, Marcie Begleiter (Doku über die Künstlerin Eva Hesse, einem jüdischen Flüchtlingskind aus Hamburg, die in den USA ein Star ist, in Deutschland aber unbekannt geblieben ist)
  • Le Chant des Hommes, Belgien 2016,  Bénédicte Liénard und Mary Jiménez, Maryam Zaree/ Assaâd Bouab (Esma und Kader leben mit vielen anderen Flüchtlingen in einer Kirche, sie treten in Hungerstreik, um legale Papiere zu erhalten)
  • Marija, Deutschland/ Schweiz 2016, Michael Koch, Margarita Breitkreiz/ Georg Friedrich (Drama um eine junge ukrainische Einwanderin, die in Dortmund versucht, durch kleine Jobs genug Geld für einen eigenen Frisiersalon zusammen zu sparen, wobei sie einem Bauunternehmer begegnet, der bald mehr von ihr will)
  • Ernellaek farkasekanal (It’s Not The Time Of My Life), Ungarn 2016, Szabolcs Hajdu, Erika Tanko/ Orsolya Törék-Illyés (Eine ungarische Familie, die nach Schottland auszuwandern versucht hat, kehrt nach einem Jahr zurück und kommt zunächst bei einer Schwester unter: Wird das gutgehen?)
  • The History of Love, Kanada/ Frankreich/ Rumänien/ USA 2016, Radu Mihaileanu, Mark Rendall/ Sophie Melisse (ein junger Mann liebt eine junge Frau, doch dann naht der Krieg und sie flieht – als jüdische Frau – in die USA, während er in den polnischen Untergrund geht, den Krieg überlebt und sie viele Jahre später in New York wieder trifft)
  • Lion, USA, Großbritannien, Australien 2016, Garth Davis, Dev Patel/ Nicole Kidman (Ein fünfjähriger indischer Junge geht viele tausend Meilen von seinem Zuhause entfernt verloren, findet sich allein in der Großstadt Kalkutta wieder, meistert einige Herausforderungen und wird schließlich von einem australischen Ehepaar adoptiert – 20 Jahre später macht er auf eine abenteuerliche Reise, um seine verlorene Familie wiederzufinden : per Google Earth)
  • Toivon tuolla puolen (Die andere Seite der Hoffnung/ The othe side of hope), Finnland 2016, Akis Kaurismäki, Sherwan Hagi/ Sakari Kuosmanen (tragikomische, melancholische Geschichte syrischer Flüchtlinge in Finnland, mit z.T. dokumentarischen Porträts)
  • Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika, Deutschland/ Frankreich 2016, Maria Schrader, Josef Hader/ Barbara Sukowa (Film über Zweigs Exiljahre, der dessen Konfliktlage ab New York über Buenos Aires bis Petroplis nachzeichnet, ob und wie er sich zu den Entwicklungen in Deutschland äußern soll)
  • Ein Dorf sieht schwarz, Frankreich 2016, Julien Rambaldi, Marc Zinga/ Aïssa Maïga/ Bayron Lebli (1975 zieht der kongolesische Arzt Seyolo mit seiner Familie fort aus der Heimat, um in einem kleinen Dorf im Norden Frankreichs eine Praxis aufzubauen und einen Neuanfang in einem fremden Land zu wagen. Man hofft auf europäisches Großstadtleben, aber die Einwohner des Dorfes haben noch nie zuvor einen Afrikaner gesehen und sind anfangs wenig begeistert von ihrem neuen Arzt, machen ihm das Leben schwer, dann aber …)
  • Dil Leyla, Deutschland 2016, Asli Özarslan (Leyla, eine junge Frau aus Deutschland, wird mit 26 Jahren Bürgermeisterin in ihrem Geburtsort, der Kurdenhochburg Cizre, aus dem sie mit 5 Jahren fliehen musste, weil ihr Vater, ein PKK-Aktivist, ermordet wurde; nun will sie die im Bürgerkrieg gebeutelte Stadt wieder aufbauen; sie ist beliebt, aber vor den Wahlen spitzt sich die Lage radikal zu und Erinnerungen kommen hoch)
  • Layla M., Belgien/ Deutshland/ Jordanien/ Niederlande 2016, Mijke de Jong, Nora el Koussour (die 18-jährige Layla wurde in Amsterdam geboren und ist dort aufgewachsen,  die Eltern der klugen, dickköpfigen, launischen jungen Frau stammen aus Marokko, sie ist muslimisch und trägt ein Kopftuch und es stört sie, dass ihr und bärtigen Männer selben Glaubens mit Vorurteilen begegnet wird; so wächst ihr Frust, doch gleichzeitig auch ihr Glaube, also tritt sie einer Gruppe bei, die sich die islamische Freiheit auf die Fahnen geschrieben hat und auf die Opfer des Syrienkriegs aufmerksam macht; nachdem sie und ihr friedliebender Bruder verhaftet werden, sieht sie keinen anderen Weg, den Konflikt mit ihren Eltern zu verhindern, als abzuhauen: Sie heiratet Abdel und zieht mit ihm durchs Land – es geht den beiden darum, für ihren Glauben zu werben und Geld zu sammeln. Bis sie sich radikalisieren…)
  • Volt, Deutschland/ Frankreich 2016, Tarek Ehlail, Benno Fürmann/ Sacha Alexander Gersak/ Ayo/ Stipe Erceg (eine Art Science-Fiction rund um ein zukünftiges Deutschland, das an seinen Grenzen Transitzonen für Flüchtlinge errichtet hat, wo ein rechtsfreier Raum herrscht; in den Reihen der staatsübergreifenden Einsatzkommandos der Polizei steht auch Volt, der eine folgenschwere Tat begeht, die ihn in die Arme der Schwester eines von ihm ermordeten Flüchtlings treibt)
  • Pris de Court, Frankreich 2016, Emmanuelle Cuau, Virginia Efira/ Gilbert Melki (Drama rund um eine kanadische Frau, der man nach dem Tod ihres Mannes in Paris eine Arbeit bei einem Juwelier versprochen hat, dort aber mit ihren zwei Kindern angekommen, muß sie erfahren, dass die Stelle vergeben ist. Ihren Kindern sagt sie davon nichts, eine Lüge, der zwingend weitere folgen müssen, will sie ihre Kinder vor dem sozialen Absturz bewahren)
  • A United Kingdom, Grossbritannien 2016, Amma Asante, David Oyelowo/ Rosamund Pike (erzählt Kolonialgeschichte als Liebesdrama einer weissen Engländerin, die gegen alle Widerstände den in London lebenden Thronfolger von Bechuanaland, dem heutigen Botswana, heiratet; sie erleben Alltagsrassismus, aber auch Widerstand der brit. Regierung, weil das benachbarte Südafrika die Ehe mit dem Prinzen des 1947 noch unter brit. Protektorat stehenden Landes als diplomat. Affront auffasst; sie heiraten dennoch, ziehen in seine Heimat, setzen sich durch – eine wahre Geschichte)
  • Les Sauteurs, Dänemark 2016, Abou Bakar Sidibé (Film über Flüchtlinge, die an der marokkanischen Küste versuchen, die Zäune zur span. Enklave Melilla zu überwinden; eine faszinierende Gegenüberstellung zwischen dem abstrakt anonymen Wärmebild der Überwachungskamera und dem subjektiven Blick der Individuen)
  • Ya no es antes, Kuba 2016, Lester Hamlet (Als Jugendliche waren sie ein Paar, dann wurden sie durch ihre Auswanderung getrennt – nun treffen sie in Kuba das erste Mal seit 40 Jahren wieder aufeinander; beide sind desillusioniert von dem jeweiligen Land, in dem sie leben)
  • Un village de Calabre, Frankreich, Italien, Schweiz 2016, Shu Aiello, Catherine Catella (wie in so vielen vom ruralen Exodus im Süden Italiens betroffenen Dörfern erlöscht auch in Riace allmählich alles Leben – bis 1998 plötzlich ein Boot mit 300 Kurden auf den Strand trifft… Die Dorfbewohner helfen spontan, sanieren verlassene Häuser und machen Riace zu einem Musterbeispiel gelungener Integration. Doch es stehen Wahlen an und die Opposition will den Bürgermeister loswerden…)
  • My aunt in Sarajevo (Orig.: Min faster I Sarajevo), Schweden 2016, Goran Kapetanovic, Milan Dragisic/ Julia Ragnarsson/ Sadzida Setic (Zlatan, der vor über 20 Jahren als Kriegsflüchtling aus Sarajevo nach Schweden kam, kehrt mit seiner Tochter zurück, die etwas über ihre bosnischen Wurzeln und die Vergangenheit ihres Vaters erfahren will – eine sehr berührende und inspirierende Reflektion über die Folgen von Kriegen und die Notwendigkeit, sich ihnen zu stellen, um sich weiter zu entwickeln)
  • Watani: My Homeland, Großbritannien 2016, Marcel Mettelsiefen (Kurz-Doku über einen Zeitraum von drei Jahren über eine syrische Flüchtlingsfamilie, die in Deutschland ein neues Zuhause findet:  Nachdem der Vater vom IS gefangen genommen worden war, flieht die Mutter mit ihren vier Kindern von Aleppo nach Goslar)
  • Le ciel attendra, Frankreich 2016, Marie-Castille Mention-Schaar (dtsch.: Der Himmel wird warten: die 16-jährige Französin Mélanie geht gerne in die Schule, spielt Cello und will die Welt verbessern. Doch dann lernt sie über soziale Netzwerke einen Jungen kennen, der sie dazu bringt, sich zum Islam zu bekehren und nach Syrien aufzubrechen. Die 17-jährige Sonia ist bereits einen Schritt weiter: Sie wird zu Hause verhaftet, weil sie einen terroristischen Anschlag geplant haben soll – aus Liebe zu ihrer Familie. Die Mütter beider Mädchen setzen alles daran, ihre Töchter zur Vernunft zu bringen)

2017

  • Die Migrantigen, Österreich 2017, Arman T. Riahi (Zwei perfekt integrierte Wiener mit Migrationshintergrund führen das Leben von Bobos und haben kaum noch Bezug zu der Kultur und Herkunft ihrer Eltern, als sie von einem Fernsehteam angesprochen werden, das eine Dokumentations-Serie über einen sozialen Brennpunkt drehen möchte, geben sie vor, arbeitslose Kleinkriminelle zu sein, bis ihnen eines Tages das Ganze auf den Kopf fällt und sie die von ihnen geschaffene Wirklichkeit einholt)
  • Lignes de Partage – Gratlinien, Frankreich 2017, Thierry Menessier (Doku, die in kurzen Episoden in den Alltag einiger Migrant*innen in Grenoble/ Frankreich eintaucht, denen eine Aufenthaltsgenehmigung verweigert wurde oder die auf ihre Anerkennung warten – dabei verschiedene Facetten der Situationen und Reaktionen zeigend, wobei es meist um die elementaren Gesten und Wege des täglichen Lebens geht: wo man schlafen kann, wie man sich im Hier und Jetzt ernährt, wo man Französisch lernt oder medizinische Hilfe findet)
  • Club Europa, Deutschland 2017, Franziska M. Hoenisch (Aus dem Bedürfnis heraus, etwas Gutes zu tun, hat Martha ihren Mitbewohnern Yasmin und Jamie vorgeschlagen, einen Flüchtling in ihrer Kreuzberger WG aufzunehmen. Kurz darauf zieht Samuel bei ihnen ein. Das Zusammenleben ist geprägt von einem freundschaftlichen Miteinander, die vier wachsen mehr und mehr zusammen – bis die Lebenssituation ihres kamerunischen Mitbewohners eine dramatische Wendung nimmt und die drei anderen vor der Frage stehen, wie weit sie wirklich gehen wollen, um zu helfen)
  • Ein königlicher Tausch, Belgien, Frankreich 2017, Marc Dugain (Um Frieden mit Spanien zu schließen, hat der französische Regent Philipp von Orléans 1721 eine ganz besondere Idee: Der elfjährige Thronfolger Ludwig XV soll mit der gerade einmal vier Jahre alten Tochter des spanischen Königs, Maria Anna Victoria, verheiratet werden. Um den angestrebten Frieden zu gewährleisten, bietet der König außerdem an, seine 12-jährige Tochter, Mademoiselle de Montpensier mit dem Prinzen von Asturien vermählen zu lassen: beide Angebote werden angenommen, am Grenzfluss soll der Austausch stattfinden – doch was die königlichen Strategen nicht bedacht haben, ist, dass die Vermählten in spe ihren eigenen Willen durchsetzen wollen)
  • Happy End, Frankreich/ Deutschland/ Österreich 2017, Michael Haneke (Der Film zeigt eine Momentaufnahme einer bürgerlichen europ. Familie, deren Leben trotz Flüchtlingskrise unverändert weiter geht. Er erzählt in einer Mischung aus Drama und subtiler Satire genau davon: dem bevorstehenden Verkauf der vom alternden Georges aufgebauten Baufirma, den Affären des Sohnes etc. Nur nebenbei  erfährt man, dass die Familie in Calais lebt, jener Stadt, die zum Inbegriff für eine gescheiterte Politik im Umgang mit Flüchtlingen geworden ist. Erst in den letzten Filmminuten bringt Pierre, der rebellische Sohn, zum eleganten Hochzeitsdinner seiner Mutter Flüchtlinge mit, die wie Eindringlinge wirken, die Feiergemeinde aber daran erinnern, wie erfolgreich sie die Probleme der Welt draussen verdrängen)
  • Helle Nächte, Deutschland/ Norwegen 2017, Thomas Arslan (Ein aus Österreich stammender Berliner Bauingenieur erhält die Nachricht vom Tod seines Vaters, der seit Jahren in der Einsamkeit Norwegen lebte, zugleich geht seine Freundin in die USA. Zusammen mit seinem 14 jährigen Sohn Luis, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, reist er zum Begräbnis in die Welt der Mitternachtssonne, danach bleiben die beiden, sich fremden Menschen, noch eine Weile und versuchen sich näher zu kommen)
  • Il a déjà tes yeux (dtsch.: Zum Verwechseln ähnlich), Frankreich 2017, Lucien Jean-Baptiste (Ein aus dem Senegal stammendes frz. Paar adoptiert einen weißen Jungen – muss aber feststellen, dass der liberale Fortschritt der Welt dieser Art Patchworkfamilie sehr misstrauisch gegenüber steht)
  • Comment j’ai rencontré mon père, Frankreich 2017, Maxime Motte (Familienkomödie rund um ein von einer nordfranzösischen Familie adoptiertes Kind afrikanischer Herkunft, der eines Nachts einem jungen Mann aus Ghana begegnet, der auf dem Weg nach England ist – er glaubt in ihm seinen biologischen Vater zu erkennen und gibt ihm heimlich eine Unterkunft)
  • Daniel Hope – Der Klang des Lebens, Deutschland 2017, Nahuel Lopez (Porträt des südafrikanisch-britischen Geigers Daniel Hope, der in Südafrika geboren wurde und mütterlicherseits von jüd. Vorfahren abstammt, die vor dem Nazi-Regime flüchteten; da der Vater während der Apartheid auch Schriften schwarzer Autoren publizierte, musste die Familie nach England flüchten; er wurde 2016 Musikdirektor in Zürich; der Film ist eine Geschichte von Flucht und Vertreibung, aber auch von Heimatsuche und Identitätsfindung)
  • Birds Are Singing in Kigali, Polen 2017, Joanna Kos-Krauze (die polnische Ornithologin Anna befindet sich 1994 in Rwanda, als dort der Genozid der Hutu an den Tutsis stattfindet, es gelingt ihr, Claudine, die Tochter einer ermordeten Tutsi-Kollegin nach Polen zu retten – doch kommen beide traumatisierten Frauen dort nicht zur Ruhe und kehren nach Rwanda zurück)
  • Carne y Arena, Mexiko 2017, Alejandro González Iñárritu/ Emmanuel Lubezki (Virtual-Reality-Kurzfilm über die Erfahrungen einer Gruppe Immigranten beim Überqueren der Grenze zwischen Mexiko und den USA)
  • The Big Sick, USA 2017, Michael Showalter, Kumail Nanjiani/ Zoe Kazan/ Holly Hunter/ Ray Romano (Kumail verdient sein Geld damit, andere zum Lachen zu bringen, gerne mit Witzen über seine Familie, die in den USA lebt, als wäre sie noch in Pakistan oder über die potenziellen Ehefrauen, die ihm seine Mutter präsentiert – bis ihm die quirlige, blonde Frohnatur Emily begegnet)
  • La Mélodie, Frankreich 2017, Rachid Hami, Kad Merad/ Alfred Renely (Geschichte des Violinisten Simon, der fast an der Herausforderung zerbricht, eine Schulklasse in der Banlieue von Paris das Geigenspiel nahezubringen, doch auch in diesem rauen Umfeld trifft er auf unerwartete Talente)
  • Eine Braut kommt selten allein, Deutschland 2017, Buket Alakus, Paul Würdig/ Sido/ Michelle Barthel (Komödie um den gescheiterten DJ Johnny, der sich in die Romni Sophie verliet, aber sein Leben gerät kurz vor der Hochzeit völlig aus den Fugen, als sie aus Heimweh ihre Eltern und viele weitere Verwandten aus dem Balkan einlädt)
  • Die andere Seite der Hoffnung, Finnland/ Deutschland 2017, Aki Kaurismäki (eine mitunter märchenhaft anmutende Tragikomödie rund um einen junger Syrer, der als blinder Passagier nach Helsinki kam, um Asyl zu beantragen, was aber misslingt – er beschließt, illegal im Land zu bleiben und begegnet dem Inhaber eines Restaurants, der ihm eine Anstellung gibt, was erst gut geht, ehe…)
  • Wallay, Frankreich / Burkina Faso / Katar 2017, Berni Goldblat, Makan Nathan Diarra (durch die Augen des 13-jährigen Ady wird das alltägliche Leben in Burkina Faso porträtiert; Ady lebt eigentlich in Frankreich, sein Vater hat ihn auf die lange Reise zu Verwandten geschickt, der Junge hofft auf einen lässigen Urlaub im Herkunftsland seines Vaters und freut sich riesig – Doch endlich angekommen, bereitet ihm sein Onkel einen überaus kühlen Empfang, macht ihm heftige Vorwürfe und will aus ihm einen „echten Mann“ machen, während die anderen Familienmitglieder glücklich über den Besuch sind und zu vermitteln versuchen)
  • Facing Mecca, Schweiz 2017, Jan-Eric Mack (der syrische Flüchtling Farid möchte seine verstorbene Frau in der Schweiz nach muslimischem Brauch begraben, doch da die dortigen Gräber nicht nach Mekka ausgerichtet sind, kommt er auf eine kreative Idee)
  • Relativ eigenständig, Österreich 2017, Christin Veith (Doku auf der Basis von Videos, die von Jugendlichen genutzt werden und die grossen Unetrschiede zwischen dem Leben in einer privaten und einer öffentlichen Schule mit hohem Migrantenanteil zeigen)
  • Was werden die Leute sagen (Original: Hva vil folk si), Norwegen/ Deutschland/ Schweden, Iram Haq (die 15jährige Nisha lebt ein Doppelleben: Zuhause gehorcht sie strikt den Werte ihrer pakistanischen Familie, draußen mit ihren Freunden verhält sie sich wie ein ganz normaler norwegischer Teenager; doch als ihr Vater sie mit ihrem Freund erwischt, kollidieren beide Welten, nisha wird von den Eltern nach Pakistan gebracht, fühlt sich allein in der Fremde, entdeckt aber auch das Land und die Kultur ihrer Familie)
  • Le Brio, Frankreich 2017, Yvan Attal (als der renommierte Pariser Professor seine algerischstämmige Studentin in der Vorlesung verbal und auch rassistisch auseinander nimmt, filmen einige Kommilitoninnen den Vorfall, stellen ihn ins Internet – der Skandal ist perfekt; die Uni-Leitung verdonnert den Prof, die Studentin bis ins Finale eines Rhetorik-Wettbewerbs zu coachen, so nimmt eine charmante Komödie ihren Lauf)
  • Halaleluja – Iren sind menschlich, Irland/ Frankreich/ Deutschland 2017 (Komödie um einen jungen Pakistani, den es in eine westirische Küstenstadt verschlagen hat, wo er sich verliebt – doch dann hat seine Freundin eine Affäre mit einem Deutschen und plötzlich steht sein Vater vor der Tür, ihm eine stillgelegte Fabrik schenkend, in der nun „halal“ geschlachtet werden soll – das alles wird nett und unverbindlich gespielt, statt die inhärente Reibungsenergie tiefgründiger auszuloten)
  • Return to Afghanistan – Die vielen Gesichter von Flucht und Migration, Deutschland/ Afghanistan 2017, Mohammad Mehdi Zafari (die von der Friedrich-Ebert-Stiftung Kabul produzierte Doku begleitet sieben Geflüchtete, die in ihre von Konflikten und Gewalt geprägten Heimatländer zurückkehren – einige freiwillig, andere wurden abgeschoben;  mit welchen Realitäten sehen sie sich konfrontiert, zurück in dem Land, das sie gehofft hatten, für ein besseres Leben dauerhaft zu verlassen? Was sind ihre Pläne und Wünsche für die Zukunft?)
  • Zaun an Zaun, Deutschland 2017, Peter Gersina, Adnan Maral/ Esther Schweins/ Aram Arami (Culture-Clash-Komödie um den türkischstämmigen Witwer Kenan  und die Schriftstellerin Lissi, unterschiedlicher nicht sein können, aber als Vermieterin und Mieter zusammen in einer Doppelhaushälfte im Speckgürtel von München leben; während der spießige Kenan die Gesellschaft fremder Menschen eher meidet, ist Lissi offen, aber auch spontan und chaotisch; als ein Brand in ihrer Haushälfte Lissi für kurze Zeit obdachlos macht, bietet Kenan ihr trotz der vielen Differenzen Asyl auf der anderen Seite des Zaunes. Dabei hat er aber auch seinen eigenen Vorteil im Sinn)
  • Une saison en France (dtsch.: Hoffnung auf Heimat, Frankreich 2017, Mahamat-Saleh Haroun, Eriq Ebouaney/ Sandrine Bonnaire (Um den Krieg zu entkommen, floh Lehrer Abbas mit seinen Kindern aus der Zentralafrikanischen Republik nach Frankreich, wo der Witwer Asyl beantragt, einen (schlecht bezahlten) Job findet und eine Beziehung mit Carole beginnt. Doch seine Sorgen verhindern, dass er sich ganz auf sie einlässt. Denn nach zwei Jahren ist immer noch unklar, ob er bleiben darf… – die wahrhaftige Inszenierung entlarvt europäische Willkommenskultur als bloßes Lippenbekenntnis – und lässt zugleich wünschen, es möge anders werden)

2018

  • Transit, Deutschland/ Frankreich 2018, Christian Petzold, Franz Rogowski/ Paula Beer/ Lilien Batman (die deutschen Truppen stehen vor Paris, ein dtsch. Flüchtling entkommt im letzten Moment nach Marseille, im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft eines Schriftstellers, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat; in Marseille darf aber nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird, er nimmt die Identität des Schriftstellers an und taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits – Adaption des gleichnamigen Romans von Anna Seghers, mit Parallelen zu heute)
  • Astor Piazzolla. The years of the shark (Orig.: Piazzolla, los anos del Tiburon), Argentinien, Frankreich 2018, Daniel Rosenfeld (Dokumentation über den 1921 geborenen argentinischen Bandoneon-Spieler und Komponist, seine Auswanderung in die USA, Rückkehr und erneute Auswanderung nach Paris – und wie er nach seiner Rückkehr 1955 zum Begründer des Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des traditionellen Tango Argentino wurde)
  • Sandstern, Deutschland 2018, Yilmaz Arslan, Katharina Thalbach/ Roland Kagan Sommer (tragikomische Geschichte eines türk. Jungen und der Suche nach dem Glück: 1980 kommt der Junge nach Deutschland zu seinen ausgewanderten Eltern, weil sich seine Großmutter nicht mehr um ihn kümmern kann, doch können ihn seine Eltern nicht in seinen Problemen verstehen, so findet er eine ältere Nachbarin, die ihm Halt gibt und bei seiner Identitätssuche unterstützt)
  • Capernaum, Libanon/ Frankreich/ USA, 2018, Nadine Labaki, Zain Al Rafeea/ Yordanos Shiferaw (Drama rund um den 12-jährigen Zain, der in Beirut aufwächst und mit seinen Geschwistern von den Eltern auf die Straße zum Geld verdienen getrieben wird, klauen oder betteln. was ihm mit Witz gut gelingt – irgendwann aber kommt er aber davon ab und trifft eine Äthiopierin mit Säugling, die wie er und viele andere Arme und Flüchtlinge unter schlimmsten Bedingungen zu kämpfen hat  – sein Leben wendet sich)
  • Deckname Jenny, Deutschland 2018, Samira Fansa (Rechtsruck in Europa, die Grenzen werden dichtgemacht, Menschen auf der Flucht werden zum Spielball autoritärer Regime, wer es dennoch in die EU schafft, ist Neonazis ausgesetzt – doch Jenny’s Bande will da nicht mehr zusehen, sondern handeln: militant)
  • Mein liebster Stoff, Deutschland/ Frankreich/ Türk. Rep. Zypern (Damaskus im Frühjahr 2011: Während sich der arab. Frühling anbahnt, träumt eine junge Syrerin von einem anderen, selbstbestimmten Leben, das sich durch die geplante Hochzeit mit einem in die USA ausgewanderten Syrer zunächst zu verwirklichen scheint, doch dann bevorzugt er ihre gehorsamere Schwester …, da taucht eine geheimnisvolle Nachbarin auf – ein sinnlicher Film über die universelle Suche nach der eigenen Identität und die Frage weiblichen Begehrens)
  • Adam und Evelyn, Deutschland 2018, Andreas Goldstein, Florian Teichtmeister/ Anne Kanis/ Lena Lauzemis (Adam und Evelyn sitzen in ihrem Garten in der DDR. Dann fahren sie in den Urlaub nach Ungarn. Als sie ihn mit einer anderen erwischt, fährt sie ohne ihn nach Ungarn, um die Beziehung zu retten, folgt Adam, während plötzlich grade die Grenze geöffnet wird und sich alles ändert. Aber was machen die beiden jetzt? Abhauen? Zurück nach Hause? Wo sind ihre Wurzeln und sind sie tief genug für einen Neuanfang der Beziehung?)
  • Maria Stuart, Königin von Schottland, USA, Großbritannien 2018, Josie Rourke, Saoirse Ronan/ Margot Robbie/ Maria Dragus (Nach dem Tod ihres Ehemannes Franz II. beschließt die 18-jährige Maria Stuart 1561 von Frankreich nach Schottland zurückzukehren, um ihren rechtmäßigen Thron zu besteigen, doch dort herrscht mittlerweile Elisabeth I., die auch gleichzeitig die Königin von England ist – obwohl sie zunächst auf eine friedliche Herrschaft beider hofft, eskaliert die Rivalität zwischen den beiden Cousinen bald, die sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten müssen)
  • Yuli, Spanien, Großbritannien, Kuba 2018, Iciar Bollain (Yuli wächst in Havanna auf Kuba auf, lebt ziemlich undiszipliniert, seine Eltern sind geschieden, leben aber noch zusammen, die Familie hat wenig Geld – dann entdeckt der Vater Yulis‘ großes Talent fürs Tanzen und meldet ihn gegen dessen Willen bei einer Ballettschule an und sorgt mit harter Hand dafür, dass sein Sohn die Ausbildung beendet, zuletzt sogar fernab der Familie – Yuli lernt, mit der Einsamkeit zu leben, der Tanz wird vom Zwang zur Zuflucht und Yuli zum Star, der nach London geht, obwohl er das eigentlich nicht will. Nach einer schweren Verletzung treiben ihn Sehnsucht und Heimweh zurück)
  • Frühes Versprechen, Frankreich 2018 (Original: La Promesse de l’Aube), Eric Barbier, Pierre Niney/ Charlotte Gainsbourg (Ein Wunderkind sollte er werden und die Welt ihm zu Füßen liegen: das Biopic enthüllt das fabelhaft bunte Leben des berühmten, französischen Schriftstellers, Regisseurs und Diplomaten Romain Gary, von seiner schweren Kindheit in Polen über seine Jugend unter der Sonne von Nizza bis hin zu den Heldentaten seiner Flüge in Afrika während des Zweiten Weltkriegs. Er lebte ein außergewöhnliches Leben, das er auch der unerschütterlichen Liebe seiner liebenswerten wie exzentrischen Mutter verdankt, die ihn stets voranschreiten lässt und zu einem der größten Romanciers des zwanzigsten Jahrhunderts macht)
  • Fortuna, Schweiz 2018, Germinal Roaux, Kidist Siyum Beza/ Bruno Ganz (eine 14jährige Äthiopierin wird zusammen mit anderen Flüchtlingen von einem kath. Kloster in den Schweizer Alpen aufgenommen, dort lernt sie einen anderen jungen Afrikaner kennen und verliebt sich; Es ist Winter, und während der Schnee auf die Berge fällt, wird das Kloster zu ihrem Refugium und zugleich zum Schauplatz von Ereignissen, die das friedliche Leben der Chorherren erschüttern. Werden sie von ihrer traditionellen Gastfreundlichkeit abrücken? Wird es ihnen gelingen, das Mädchen in ihr neues Leben zu geleiten?)
  • Schöne heile Welt, Deutschland 2018, Gernot Krää, Richy Müller/ N’Tarila Kouka (Willi, ein Hartz-IV-Empfänger und Dauernörgler, ist der letzte Bewohner eines zum Abriss bestimmten Mietshauses, als er einem afrik. Flüchtling begegnet, der für seine von der Abschiebung bedrohte Familie eine Bleibe sucht, lässt sich sich der vereinsamte Mann Mitte 50 darauf ein, wenngleich er ihnen mit Argwohn begegnet, doch beginnt zwischen den beiden, die sich kaum verstehen, eine vorsichtige Freundschaft; im Zentrum steht nicht das Flüchtlingsthema, sondern die Geschichte einer schicksalhaften Begegnung zweier Verlierer unserer globalisierten Welt, die jeweils tiefe Verletzungen erfahren haben)
  • Bohemian Rhapsody, USA/ Großbritannien 2018 (biografisches Filmdrama, das die Geschichte Freddie Mercurys von der Gründung der Band Queen bis zum Auftritt bei Live Aid sechs Jahre vor seinem Tod behandelt und dabei neben der Homosexualität auch den Migrationshintergrund des musikbegeisterte Design-Studenten namens Farrokh Bulsara behandelt, der sich später umbenannte)
  • A Dysfunctional Cat  (dtsch.: Die defekte Katze), Deutschland 2018, Susan Gordanshekan, Pegah Ferydoni/ Hadi Khanjanpour (der in Deutschland lebende Kian und die im Iran lebende Mina werden durch traditionelle Heiratsvermittlung zum Paar, beide entschieden sich aus pragmatischen Gründen dafür: Er hat als Assistenzarzt einfach noch nicht de Richtige gefunden, sie ist eine schon ältere elektrotechnikerin mit liberalen Vorstellungen, beide sind hin und hergerissen zwischen der Sicherheit der iranischen Wurzeln und den Möglichkeiten der freien Selbstverwirklichung, aber reicht das? Da ist viel Distanz, es gelingt nicht, eine echte Beziehung aufzubauen. Als Mina eine Katze mit Gendefekt kauft, eskaliert die Situation)
  • Pour vivre heureux, Belgien/ Luxemburg 2018, Salima Sarah Glamine und Dimitri Linder (Romeo und Julia in Brüssel 2018: zwei junge Erwachsene sind unsterblich ineinander verliebt, aber er stammt aus Pakistan und sie hat algerische Wurzeln –  was plötzlich zum Problem wird, als seine pakist. Cousine in die Gegend zieht und die Eltern eine Hochzeit sinnvoll finden…, die Vorstellungen versch. Generationen prallen aufeinander)

2019

  • Refugee Hunter, Deutschland/ Serbien 2019, Muhanad Alhariri (Kurzfilm über einen jungen syrischen Flüchtling, der an der serbisch-ungarischen Grenze auf einen Polizisten trifft, der ihn mit der Pistole in der Hand überzeugen will, das Europa nicht die Erfüllung seiner Träume bedeutet)
  • Label Me, Deutschland 2019, Kai Kreuser (Das Verhältnis zwishen einem heterosexuellen geflüchteten Syrer und seinem deutschen Freier ist klar geregelt, aber dennoch wird ihre enger werdende Beziehung zu einer Gefahr für den Syrer)
  • The Wolves (Los Lobos/ Die Wölfe), Mexiko 2019, Samuel Kishi Leopo (bewegende und sehr zeitgemässe Familiengeschichte, in der sich zwei kleine Brüder mit ihrer Umwelt auseinandersetzen müssen, nachdem ihre Mutter mit ihnen illegal in die USA eingewandert ist – sie träumen von nach Disneyland, aber bis es soweit ist, müssen sie in der kargen Wohnung ausharren; während die Mutter nachts arbeitet und tagsüber schläft, sind die Brüder auf sich allein gestellt. Aus der Enge der vier Wände erschließen sie sich die Welt um sie herum. Ein stilles Drama über die Kraft der Fantasie und den starken, liebevollen Zusammenhalt einer Familie in einer schwierigen Lage)
  • Das süsse Ende des Tages (Orig. Slodki Koniec Dnia/ La dolce fine giornata), Polen/ Italien 2019, Jacek Borcuch (Maria, eine Dichterin polnisch-jüdischer Abstammung, lebt mit ihrem ital. Mann in idyllischer Stimmung in der Toskana – doch schlägt diese um, als sie erfährt, dass sie den Literatur-Nobelpreis gewonnen hat und zugleich ein Terrorangriff in rom erfolgt, wo sie eine Dankesrede halten soll – Der Film ist eine elegante Interpretation der europ. Flüchtlingskrise und der liberalen Nachkriegswerte)
  • Futur Drei, Deutschland 2019, Faraz Shariat (Coming-of-Age- und autobiografischer Spielfilm, der von Parvis, dem Sohn zweier Exil-Iraner, erzählt, der alles in Deutschland was seine Familie für ihn tut, für selbstverständlich erachtet und in einem Wohnprojekt für Flüchtlinge seine Sozialstunden ableisten muss – Dort lernt er die iranischen Geschwister Banafshe und Amon kennen und lernt, wie ungleich ihre Zukunft ist)
  • Roads, Deutschland, Frankreich 2019, Sebastian Schipper (Der 18-jährige Brite Gyllen klaut während eines Familienurlaubs in Marokko das luxuriöse Wohnmobil seines Stiefvaters, um nach Frankreich zu reisen und dort seinen echten Vater zu suchen, unterwegs sammelt er während der Flüchtlingskrise noch den gleichaltrigen Kongolesen William auf, der nach Europa flüchten will, um dort seinen verschwundenen Bruder aufzuspüren. Unterwegs freunden sich die beiden jungen Männer während ihrer Reise immer besser an und müssen sich schließlich einer Reihe von Entscheidungen stellen, die von großer Wichtigkeit für ihr weiteres Leben sein werden…)
  • Synonymes (dt.: Synonyme), Frankreich/ Deutschland/ Israel 2019, Nadav Lapid, Tom Mercier (Filmdrama über einen jungen Israeli in Paris  dem sein Leben im eigenen Land unerträglich und unmöglich geworden ist, er versucht, so schnell wie möglich seine Nationalität loszuwerden und seine Herkunft auszulöschen. Hierfür muss er den Einbürgerungstest bestehen. Sein Großvater war einst aus Litauen nach Palästina ausgewandert, fortan soll kein hebräisches Wort mehr über seine Lippen kommen, doch das Leben gestaltet sich schwierig, unwissentlich gelangt er auf Jobsuche an einen Pornoproduzenten und wird gedrängt, sich vor der Kamera den Finger in den Anus einzuführen und seine Muttersprache zu sprechen, er wird nervös und wechselt erstmals wieder ins Hebräische zurück…)
  • Nur eine Frau, Deutschland 2019, Sherry Horman, Almila Bagriacik/ Merve Aksoy/ Aram Arami (auf der wahren Geschichte von Hatun Sürücü basierendes Drama um einen sog. „Ehrenmord“ an einer in Berlin lebenden Tochter türkischer Eltern im Jahr 2005, die der Gewalt einer aufgezwungenen Ehe entflieht und deswegen von ihrem Bruder erschossen wird, um „die Familienehre zu retten“ – der Film porträtiert das Leben der jungen Frau, die darum kämpft, selbstbestimmt leben zu können eindringlich und emotional)
  • Jovens Polacas, Brasilien 2019, Alex Levy-Heller (nach monatelangen Recherchen steht ein junger Journalist am Ende seiner Doktorarbeit über weisse Sklaven in Rio de Janeiro, auch bekannt als Polacas – wenn es sich auch nicht nur um Polinnen handelt; die jungen Jüdinnen, die Anfang des 20.Jh. von Osteuropa nach Brasilien gebracht wurden, glaubten, sie würden heiraten – doch landen sie in Bordellen)
  • Zu weit weg, Deutschland 2019, Sarah Winkenstette (der elfjährige ben muss sein Zuhause verlassen, als der Braunkohle-Tagebau sein Dorf einnimmt; in der neuen Schule gibt es noch einen Neuling: den aus Syrien geflüchteten zwölfjährigen Tariq; beide würden ihre Gemeinsamkeit nie zugeben, doch verbindet sie die Freude am Fussball und aus Rivalen werden allmählich Freunde)
  • Es gilt nur das gesprochene Wort, Deutschland/ Frankreich 2019, Ilker Catak/ Anne Ratte-Polle, Arman Uslu, Godehard Giese, Özgür Karadeniz (ein junger Türke reist aus dem tiefsten Anatolien an die Küste in den Touristenort Marmaris, um Arbeit zu finden, er landet in einer Restaurantkühe und verdient sich schon bald – wie der Rest der Belegschaft – sein Zubrot mit sexuellen Dienstleistungen für westliche Touristinnen. Eine junge Pilotin widersteht seinen Avancen, doch als er sie kurz vor der Abreise bittet, ihn per Scheinehe nach Deutschland zu holen, willigt sie aus einem spontanen Impuls heraus ein. Der Film lotet die Liebes- und Machtverhältnisse der ungleichen Beziehung aus und dekonstruiert die Klischees von der taffen Karrierefrau wie des hilfsbedürftigen Migranten. Die beiden ringen darum, sich auf Augenhöhe zu begegnen)
  • Zombi Child, Frankreich 2019, Bertrand Bonello, Louise Labéque/ Wislanda Loui (1962 auf Haiti: Ein Mann bricht auf der Straße tot zusammen, wird begraben, erwacht aber wieder als Zombie, der dazu verdammt ist, auf einer Zuckerrohrplantage zu arbeiten. 55 Jahre später geht die Jugendliche Fanny auf ein renommiertes Internat in Saint-Denis am Stadtrand von Paris, sie ist ehrgeizig, nimmt aber auch an den nächtlichen Treffen der Kameradinnen im Kunstraum teil. Die Schülerinnen nehmen die kürzlich aus Haiti nach Frankreich gekommene Mélissa auf, die bei dem dortigen Erdbeben ihre Eltern verloren hat und die anderen in Voodoo-Rituale einführt, die in ihrer Familie seit Generationen gepflegt werden…)
  • Servus, Schwiegersohn, Deutschland 2019, Adnan Maral, Adnan Maral/ Jule Ronstedt/ Lena Meckel/ Aram Arami (Toni, ein Bayer aus ganzem Herzen, hat nach seiner Heirat mit Anne seine türkische Herkunft völlig verdrängt, für seine Tochter wünscht er sich den Dorfpolizisten als Mann, doch möchte diese ihre türkische Urlaubsbekanntschaft, einen charmanten IT-Studenten heiraten – Hilfe bekommt Toni von dessen Vater, der ebenfalls ganz andere Pläne für seinen Sohn hat)
  • Die Ungewollten – Die Irrfahrt der St. Louis, Deutschland 2019, Ben von Grafenstein, Ulrich Noethen/ Britta Hammelstein/ Johannes Kienast  (Voller Zuversicht verlassen 937 jüdische Flüchtlinge 1939 den Hamburger Hafen. Nazi-Deutschland hinter sich, die Freiheit vor sich. Ein Visum für Kuba verspricht ein Leben ohne Angst, doch Havanna verweigert die Einreise. Der Kapitän nimmt Kurs auf die USA, aber dort wird es der „St. Louis“ verweigert, einen sicheren Hafen anzulaufen. Als dann auch Kanada die Aufnahme verweigert, gerät die Fahrt in die Freiheit zur Odyssee auf dem Atlantik. An Bord machen die Worte Selbstmord und Meuterei die Runde. Knapp einen Monat nach Verlassen des Hamburger Hafens läuft die „St. Louis“ in Antwerpen ein. Nahezu ein Drittel der Passagiere ermorden die Nazis in den folgenden Jahren)
  • Der Club der singenden Metzger, Deutschland 2019, Uli Edel (Geschichte zweier Familien, die nach dem Ersten Weltkrieg zeitgleich aus Deutschland in die USA auswandern – zum einen der Metzgermeister Fidelis, der traumatisiert aus dem Krieg kam und den letzten Wunsch seines gefallenen Kameraden erfüllt, dessen hochschwangere Verlobte zu heiraten, zum anderen die Hamburger Zirkusartistin Delphine, beide begegnen sich, als er einen Gesangsverein gründet…)
  • Nur ein Augenblick, Deutschland 2019, Randa Shahout (ein junger Syrer und seine schwangere Freundin leben in Hamburg ein sorgenfreies Studentenleben, doch als sein geliebter Bruder in Syrien in ein Foltergefängnis verschleppt wird, beschließt er, ihn aus dem Kriegsgebiet zu retten, während sie besorgt und zunehmend verzweifelt zurück bleibt; ein Teufelskreis der Gewalt entsteht)
  • Ein bisschen bleiben wir noch, Österreich 2019, Arash T. Riahi, Leopold Pallua/ Rosa Zant (Der achtjährige Oskar und die 13-jährige Lilli sind zwei tschetschenische Flüchtlingskinder, die seit sechs Jahren mit ihrer Mutter in Österreich leben. Als die drei in Wien von der Polizei gefasst werden und abgeschoben werden sollen, versucht sich die kriegstraumatisierte Mutter das Leben zu nehmen – der Suizidversuch bewirkt einen Aufschub der Abschiebung, aber auch die Trennung der Kinder, die zu verschiedenen Pflegefamilien kommen, aber dennoch Kontakt halten und beschließen, ihre Mutter zu finden und gemeinsam zu fliehen)
  • I Will Cross Tomorrow (Demain, je traverse), Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Niederlande 2019, Sepideh Farsi, Hanna Issa/ Marisha Trianafyllidou (kurze, aber intensive Begegnung und Liebesgeschichte einer griechischen Polizistin und eines syrischen Flüchtlings auf der Insel Lesbos, deren individuelles Schicksal durch die geopolit. Aktualität schmerzhaft beeinflusst wird und die Weltanschauung der beiden nachhaltig verändert – dies wird nicht als Melodrama, sondern eher in dokumentarischer Sistanz erzählt und auch eine Identifikation wird Zuschauer*innen nicht leicht gemacht, denn jede*r steckt alllein in seiner Haut und muss individuell mit seinen Schmerzen und seiner Trauer umgehen)
  • Jiyan, Deutschland 2019, Süheyla Schwenk (Hayat ist mit ihrem Mann Harun nach Berlin gekommen, um ihrem ungeborenen Kind eine bessere Zukunft zu bieten; sie leben aus einem kleinen Koffer, aber die Integration wird dadurch erschwert, dass Hayat von Alpträumen ihres früheren Lebens in Syrien geplagt wird)
  • Ya no estoy aqui, Mexiko/ USA 2019, Fernando Frias, Juan Daniel Garcia Trevino (Film, der von der Musik lebt: seine Charaktere sind eine Bande junger Cumbia-Fans in knielangen Shirts und ausgefallenen Frisuren in Monterrey – eine Geschichte von Exil und Rückkehr, vom Aufbrechen und Zurücklassen, von der Sehnsucht nach Heimat, ein Blick zurück auf das Herkunftsland Mexiko, das seiner Jugend keine Zukunft zu bieten hat)
  • Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Deutschland 2019, Caroline Link (Familienfilm, der auf dem gleichnamigen Roman von Judith Kerr basiert: Im Berlin des Jahres 1933 ändert sich das Leben der neunjährigen Anna von Grund auf, als ihr Vater Arthur Kemper, ein bekannter jüdischer Journalist, vor den Nazis nach Zürich fliehen muss, seine Familie folgt ihm kurze Zeit später. Anna muss alles zurücklassen, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen. Der Film endet mit dem Umzug der exilierten Familie von Paris nach London im Herbst 1935)
  • Schwarze Milch (Khar Suu), Deutschland/ Mongolei 2019, Uisenma Borchu (Wessi kehrt nach Jahren in Deutschland zu ihrer nomadisch lebenden Schwester in die Mongolei zurück – wobei in der Schwebe bleibt, ob es eine Rückkehr für immer oder ein Besuch auf Zeit ist; der Film erzählt von Gemeinsamkeiten und den Unterschieden, vom Leben zwischen Konventionen und Freiheit und von Konflikten, die anfangs klein wirken, aber zu eskalieren drohen, als Wessi eine Beziehung zu einem eigenbrötlerischen älteren Mann aufzubauen beginnt – kann sich da ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit einstellen?)
  • Auf der Couch in Tunis, Frankreich/ Tunesien 2019, Manele Labidi, Golshifteh Farahani/ Majd Mastoura (Nach dem Sturz des Diktators Ben Ali kehrt Selma aus Frankreich in ihr Heimatland zurück und eröffnet eine Praxis für Psychotherapie, um die psychologische Verfassung der Anwohner zu untersuchen. Nach anfänglicher Skepsis einiger weniger ist der Redebedarf der Bevölkerung nach der Revolution erstaunlicherweise groß. Da die Räumlichkeiten für Selmas eigene Praxis weiterhin auf sich warten lassen, bleibt ihr fortan nichts anderes übrig, als ihre Patienten auf dem Dach eines Wohnhauses zu empfangen. Und dort besuchen sie bald die buntesten und chaotischsten Charaktere, die Tunis zu bieten hat. Doch nicht nur in den Sitzungen bekommt Selma einen Eindruck von den Menschen, auch im normalen Leben begegnet sie vielen Leuten, die ihr ihr Herz ausschütten)
  • Vitalina Varela, Portugal 2019, Pedro Costa (ästhetisch wunderbare Milieustudie, die das Leben der von den Kapverdischen Inseln stammenden Titelfigur Vitalina Varela im Slum Fontainhas in Lissabon aufzeichnet, wo ihr Mann gelebt hat, der vor vielen Jahrzehnten ausgewandert und kürzlich gestorben ist – der Grund ihrer Reise; aber nach der Ankunft will die stolze Frau wissen, wer er wirklich war und wie er in diesem Slum sein Schattendasein gelebt hat – eine sehr schmerzvolle, emotionale Suche)
  • Òlòturé, Nigeria 2019, Kenneth Gyang, Ada Ameh/ Beverly Osu/ Blossom Chukwujekwu (Tobore Ovuorie, eine junge nigerianische Journalistin recherchiert 2013 undercover, um die dunkle Unterwelt des Menschenhandels aufzudecken, nachdem eine Freundin dort ums Leben kam: Doch sie ist nicht an diese brutale Umgebung voller rücksichtsloser Menschenhändler und Zuhälter gewöhnt; der dokuähnliche Film schildert dieses Erlebnis; schließlich findet sie Anschluss bei den Prostituierten, lebt mit ihnen, freundet sich an, wird jedoch in ihren Lebensstil hineingezogen und findet es schwierig, damit umzugehen; zudem sehr viele in sklavenähnlichen Verhältnissen in Europa landen; auf ihrer Suche nach der Wahrheit zahlt sie den ultimativen Preis: Es könnte sein, dass sie nie wieder aus der Unterwelt herauskommt – die 39-jährige Journalistin, traumatisiert von der Erfahrung, möchte mit dem Film junge Mädchen in den Dörfern Nigerias warnen)

2020

  • Mein Onkel Archimedes, Deutschland, Frankreich, Tschechische Rep. 2020, Georges Agathonikiadis, Ondrej Vetchy/ Dana Cerna (Für Archimedes steht fest: Nur der Sozialismus ist eine gerechte, menschenwürdige Form des Zusammenlebens – so verlässt er 1949 seine Heimat Griechenland, um in der Tschechoslowakei ein neues Leben aufzubauen. Der Anfang ist hart, doch zu seinem Glück gibt es da noch seine Nachbarn, die ihm und seiner Frau hilfreich unter die Arme greifen und den einen oder anderen Trick zeigen, wie man in dem sozialistischen Land über die Runden kommt. Als der Exilant aber eines Tages von seiner kranken Mutter träumt und für sie schnell in die Heimat will, werden ihm die Grenzen seiner Möglichkeiten aufgezeigt …)
  • Gevar`s Land, Frankreich/ Katar 2020, Qutaiba Barhamji (Nach seiner Flucht aus Syrien lässt sich Gevar mit seiner Lebensgefährtin und seinem Sohn in einem Vorort von Reims/ Frankreich nieder und beschließt, eine Parzelle in einem Gemeinschaftsgarten zu mieten und dort einen Gemüsegarten anzulegen; auf dem kleinen Balkon seiner Wohnung zieht er sorgfältig Wassermelonen, Zucchini und Auberginen, die er dann in sein Gartenbeet verpflanzt. Über vier Jahreszeiten hinweg lernt Gevar, diesen Boden zu bewirtschaften, damit er und seine Pflanzen in dieser neuen Heimat Wurzeln schlagen können; die Doku ist eine mehr als offensichtliche Metapher für Verwurzelung)
  • Exil, Deutschland/ Belgien/ Kosovo 2020, Visar Morina, Sandra Hüller/ Mišel Matičević (Drama um einen aus dem Kosovo stammenden und in Deutschland lebenden Pharmaingenieur, der sich plötzlich von seinem Arbeitsumfeld gemobbt und schikaniert fühlt, nachdem er sich – mit deutscher Frau und Kindern – eigentlich gut integriert fühlte; doch dann hängt plötzlich eine tote Ratte am Gartentor und er sieht überall zunehmend Zeichen, ausgegrenzt und aus der deutschen Gemeinschaft ausgestoßen zu werden – alltägliche Mikroaggressionen; gerade weil er nicht als Sympathieträger angelegt gezeigt wird und sich dem pateralistischen Mitleidsblick entzieht, folgt man der Wahrnehmung – bis sich am Ende ein streitbares Wendemanöver ergibt…)
  • A black Jesus, Deutschland 2020, Luca Lucchesi (Doku über eine kleine Stadt an der südlichen Grenze Europas, in der die Menschen seit Jahrhunderten die Statue eines schwarzen Jesus verehren; als ein 19jähriger ghanaischer Flüchtling darum bittet, bei der jährlichen Prozession gemeinsam mit den Einheimischen die Ikone ihres Glaubens tragen zu dürfen, spaltet dieser Wunsch die Gemeinde und zwingt sie, sich mit ihrer eigenen Identität auseinander zu setzen)
  • Seepferdchen, Deutschland 2020, Nele Dehnenkamp (Doku über eine junge Jesidin, die über das Mittelmeer und voller Angst vor dem Ertrinken nach Deutschland kam – wo sie jetzt schwimmen lernen will, um ihr Trauma zu überwinden – doch im Wasser des Schwimmbads erwarten sie noch immer die dunklen Bilder des Meeres)
  • Rivale, Deutschland 2020, Marcus Lenz (Nach dem Tod seiner Oma ist der neunjährige Roman ganz auf sich allein gestellt, seine Mutter hat das ukrainische Dorf schon lange verlassen und arbeitet in Deutschland – Roman macht sich in einem Lastwagen versteckt auf den Weg zu ihr, doch sie lebt mit einem Witwer zusammen; als das Schicksal sie erneut trennt, findet er sich in einem abgelegenen Ort gefangen, abgeschnitten von der Zivilisation und völlig abhängig von seinem Rivalen um die Aufmerksamkeit seiner Mutter)
  • König Bansah und seine Tochter, Deutschland 2020, Agnes Lisa Wegner (Doku über Cephas Bansah, der in Ludwigshafen eine Kfz-Werkstatt betreibt, in Ghana aber König des kleinen Volks der Ewe ist – seine feministische und künstlerisch aktive Tochter Katharina begleitet ihn nach langer Zeit erstmals wieder nach Ghana, um herauszufinden, welche Rolle die ghanaische Seite in ihrem Leben spielt – und ob sie eines Tages den Thron übernehmen will)
  • Bicemo Najbolji (Wir werden die besten sein), Deutschland 2020, Jelena Vujović (Kurzfilm: Liebesgeschichte zwischen einer jungen Serbin und einem Albaner, deren gemeinsame Pläne 1998 vom Kosovokrieg durchkreuzt werden; als sie entdeckt, dass sie schwanger ist, haut sie zu ihrer Tante in die Schweiz ab, ihr Freund soll nachkommen, doch verschlimmert sich die Lage in der Heimat; ohne zu wissen, was mit ihm geschieht, setzen bei ihr die Wehen ein)
  • Sous les étoiles de Paris, Frankreich 2020, Claus Drexel, Catherine Frot/ Mahamadou Yaffa (die Story ist auf den ersten Blick simpel, fast banal: eine schon etwas ältere Frau begegnet in Paris einem verloren gegangenen achtjährigen Jungen und hilft ihm, seine Mutter wieder zu finden – natürlich gelingt das; allerdings handelt es sich bei ihr um eine Obdachlose und bei ihm um einen afrikanischen Flüchtling, der von Abschiebung bedroht ist und ebenfalls auf der Strasse gelandet ist – und es ist kein Märchen, das erzählt wird, sondern ein Drama, in dem sich zwei in Alter, Geschlecht und Herkunft völlig unterschiedliche Menschen begegnen, deren Alltag sie aber sich näher bringt)
  • Mein Vietnam, Deutschland 2020, Tim Ellrich, Thi Mhien Mai (das vietnamesische Ehepaar Bay und Tam lebt seit 30 Jahren in Deutschland, sie arbeiten abseits der dtsch. Gesellschaft in leeren Büroräumen als Putzkräfte, durch Skype und Online-Chatrooms haben sie ihre eigene virtuelle Version von Vietnam in ihrer Münchner Wohnung erschaffen. Doch die Begrenzungen dieser Blase zeigen sich, als ihr Haus in Vietnam durch einen Sturm zerstört wird und ein Familienmitglied in der ehemaligen Heimat auf dem Sterbebett liegt. Mehr und mehr müssen sich die beiden mit der Frage konfrontieren, ob sie in Deutschland jemals wirklich angekommen sind. Während Bays Zukunft klar in Deutschland liegt, wird es für Tam immer wichtiger, nach Vietnam zurückzukehren. Ist Heimat ein Ort oder vielmehr ein Gemütszustand? Ein Film über die Schwierigkeit, an zwei Orten gleichzeitig zu leben, und die Frage, welche Auswirkungen diese Dualität auf eine Ehe, Familie und das Gefühl von Zugehörigkeit hat)
  • Dominio Vigente – Der Wert der Erde, Chile 2020, Juan Mora Cid (nach dem Tod des Vaters kehrt Carlos Kindermann nach 47 Jahren aus der Schweiz nach Chile zurück, dem Land seiner Kindheit; selbst schwer erkrankt, will er vor Ort die geerbten 3000 Hektar Land schnell verkaufen, trifft bei einer Besichtigung aber auf die dort lebenden Ureinwohner, die Mapuche, welche für die Rückgabe ihres Mutterlands kämpfen – in einem gewalttätigen Konflikt zweier Weltanschauungen ist Kindermann plötzlich gezwungen, Position zu beziehen)
  • Persischstunden, Deutschland, Russland, Weissrussland 2020, Vadim Perelman (im von Deutschland besetzten Frankreich wird der Belgier Gilles zusammen mit anderen Juden gefangen genommen und in ein KZ geschickt; um dem Tode zu entkommen, behauptet er, gar kein Jude, sondern Perser zu sein – ein Lagerkommandant, der als Koch arbeitet, denkt an seinen grossen Traum, nach Kriegsende im Iran ein restaurant zu eröffnen, kann aber kein Persisch; so muss Gilles ihm nun die Sprache beibringen, ohne selbst ein einziges Wort Farsi zu beherrschen)
  • The secrets we keep (dtsch: Schatten der Vergangenheit, USA 2020, Yuval Adler, Noomi Rapace (Maja, eine aus Rumänien in die USA geflüchtete Frau lebt wie der Schweizer Thomas etwa Ende der 1950er-Jahre in einer amerik. Kleinstadt, beide sind verheiratet, kennen sich aber nicht – bis die von Vergewaltigungserfahrungen durch die SS traumatisierte Maja in ihm ihren Peiniger zu erkennen glaubt – sie setzt einen teuflischen Plan in Gang, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen, doch ihr Mann zweifelt daran, dass ihr dämonischer Hass sich auf das richtige Objekt richtet)

2021

  • Wir alle. Das Dorf, Deutschland 2021, Antonia Traulsen, Claire Roggan (Doku aus dem Wendland, wo Menschen ein Dorf für hundert Alte, hundert Geflüchtete und hundert Junge aufbauen wollen – ein riesiges Sozialexperiment, ein idealisiertes Utopia; es soll ein Prototyp für europäisches Leben auf dem Land werden. Alles ist möglich. Trotz bürokratischem Hindernislauf)
  • Ba Ham, Deutschland 2021, Shahab Habibi (Pouya, ein polit. Flüchtling aus dem Iran, versucht von Hamburg aus seine Frau Nikta in Sicherheit zu bringen, ohne das Regime auf ihre Fährte zu setzen – als dann ein Passagierflugzeug über Teheran abgeschossen wird und die polit. Situation eskaliert, muss er seine Paranoia überwinden und jemandem vertrauen, den er nicht kennt)
  • Jackfruit, Deutschland 2021, Thuy Trang Nguyen (für einen in Deutschland lebenden jungen Vietnamesen ist ein Leben zwischen zwei Kulturen und Welten nichts Neues, als er aber Lara kennen lernt und beginnt, sich von den Erwartungen seiner Mutter und Grossmutter zu lösen, wird bei letzterer Alzheimer festgestellt, wodurch ein Teil seiner vertrauten Welt wegzubrechen droht…, so muss er sich auf die Suche nach der Verbindung für seine zwei unvereinbar geglaubten Identitäten begeben)
  • Borga, Deutschland 2021, York-Fabian Raabe (Borga sind Ghanaer, die es im Ausland zu Wohlstand gebracht haben, zumindest behaupten sie das; auch Kojo, der auf einer Elektroschrott-Müllhalde aufwächst, möchte ein Borga werden und bricht zehn Jahre später nach Deutschland auf, wo freilich niemand auf ihn gewartet hat; um als gemachter Mann in seine Heimat zurückkehren zu können, muss er Entscheidungen treffen, die nicht immer die richtigen sind)
  • Die Frau ohne Eigenschaften, Deutschland 2021, Siwei Li (Kurzfilm: tagebuchartiges Erfahrungsprotokoll einer chinesischen Frau, die seit drei Jahren in Deutschland lebt; dabei taucht die Identitätsfrage auf, der sich die Erzählerin stellen muss; sie lernt: unsere echten Eigenschaften verstecken sich hinter den nationalen und kulturellen Merkmalen)

Filme zu Migrationsthemen © Ekkehart Schmidt

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