Skip to content

Ausgewählte Belletristik zu Migrationsthemen

August 11, 2011

Untitled 6

Autor/in: Titel, (erster) Verlag, Erscheinungsort, Datum (Kurzbeschreibung)

Chronologische Ordnung (WORK IN PROGRESS)

a) deutschsprachige Literatur

  • Thieß, Frank: Die Verdammten, 1922 (balladenhafte Erzählung der tragischen Liebe eines verheirateten Amerika-Heimkehrers zu seiner Schwester)
  • Traven, B.: Das Totenschiff, 1926 (eine von grimmigem Humor und bissigem Sarkasmus erfüllte „Geschichte eines amerikanischen Seemanns“, dem in Antwerpen das Schiff mit seinen Ausweispapieren davonfährt, woraufhin er als Namenloser von Staat zu Staat gehetzt wird, bis er unter Gestrandeten aus aller Welt die Höllenfahrt auf dem morschen Totenschiff unternimmt, das mit hochversicherter, aber wertloser Fracht von vornherein zum Untergang verdammt ist – so Franz Lennartz; mehr bei Wikipedia)
  • Edschmid, Kasimir: Deutsches Schicksal, 1932 (Roman über sechs dtsch. Auswanderer, die in südamerikanischen Armeen gegeneinander kämpfen müssen, nur einer überlebt und kehrt heim)
  • Vegesack, Siegfried: Das fressende Haus, 1932 (Roman über einen baltischen Emigranten, der einen alten Turm im Bayrischen Wald erwirbt, jedoch in allen anderen Unternehmungen scheitert, alles Erworbene, sogar die geliebte Frau im Kindbett, verliert und begreift, dass man nur das, „was man im Herzen bewahrt, wirklich besitzt“)
  • Huelsenbeck, Richard: Der Traum vom großen Glück, 1933 (Roman über den Lebenskampf eines deutschen Mädchens, das mit seiner Mutter von Thüringen nach New York auswandert)
  • Augustiny, Waldemar: Der Fischer von Jarsholm, 1934 (Schilderung des notvollen Alltagslebens der Ostsee-Heringsfischer, die von einem Amerika-Heimkehrer unter Einsatz seines Lebens vor dem wirtschftl. Ruin bewahrt werden)
  • Knittel, John: El Hakim, 1936 und 1950 (Schilderung des dornenreichen Aufstiegs eines armen koptischen Jungen zum Arzt und Vorkämpfer seines Landes, der erfolgreich in England praktiziert und schließlich als berühmter Arzt in die ägypt. Heimat zurückkehrt)
  • Keun, Irmgard: Kind aller Länder, Amsterdam 1938 (beschreibt z.T. autobiographisch aus der Sicht eines kleinen Mädchens das zermürbende Leben einer deutschen Emigrantenfamilie)
  • Helwig, Werner: Raubfischer in Hellas, 1939 (Geschichte eines zivilisationsmüden Deutschen, einem Freund des Erzählers, der als Rudersklave unter die Dynamitfischer und Schmuggler in den griech. Meeren gerät und sie versucht, zum weidgerechten Jagen zurück zu führen)
  • Schnabel, Ernst: Die Reise nach Savannah, 1939 (Abenteuerromanze um einen Offizier auf dem Auswandererschiff „Fortuna“ im Jahr 1869, das später untergeht)
  • Fussenegger, Gertrud: Die Leute auf Falbeson, 1940 (Schilderung von Tirol zur Zeit der Gegenreformation und des Auswanderns um des Glaubens Willen)
  • Feuchtwanger, Lion: Unholdes Frankreich, 1942 (autobiogr. Tatsachenbuch über die Flucht des Autors vor der Gestapo in Frankreich und die Auswanderung in die USA)
  • Gut, Sybille (Hg.): Wir sind nicht allein. Kleine Anthologie deutschsprachiger Emigrantenlyrik in der Schweiz. Nach dem Manuskript der 1943 von der Kulturgemeinschaft der Emigranten in Zürich geplanten Publikation, Strauhof, Zürich 2003
  • Seghers, Anna: Transit, Little, Brown & Co., Boston 1944 (Roman über die Angst der in Marseille festsitzenden deutschen Flüchtlinge vor den Nazis, im kafkaesken Bemühen, ein Ausreisevisum zu erhalten; „Dieses Gleichnis für das vor der Krise fliehende europ. Menschentum überhaupt, führt in die Leidensgemeinschaft deutscher Flüchtlinge 1940/41, die in den Schlupfwinkeln von Marseille, von Registrierung zu Registrierung getrieben, monatelang auf das rettende Schiff warten“, schreibt Franz Lennartz)
  • Feuchtwanger, Lion: Der Teufel in Frankreich, 1942 (autobiogr. Tatsachenbuch über die Flucht des Autors vor der Gestapo in Frankreich und die Auswanderung in die USA)
  • Hochwälder, Fritz: Der Flüchtling, 1945, verfilmt als „Die Frau am Weg“ 1948 (Theaterstück, das an einem ins Typische gehobenen Beispiel den fliehenden Menschen in unserer Zeit deutet: ein Mann auf der Flucht vor grausamen Gewalthabern wird von der Frau des ihn verfolgenden Grenzjägers in deren Schlafraum aufgenommen und geht schließlich mit ihr über die Grenze, während der Ehemann, ein bis dahin gefügiger Diener der Gewalt, erkennt, dass er der eigentliche Flüchtling ist, der sich entweder für die Barbarei oder die Menschlichkeit zu entscheiden hat)
  • de Mendelssohn, Peter: Das zweite Leben, ursprüngl. „All that matters“, dtsch 1948 (Bekenntnisroman eines „vierteljüdischen“ Schriftstellers, der 1933 aus Deutschland nach Frankreich entkommt)
  • Becher, Ulrich: Samba, 1951 (Theaterstück, das mehr in Form einer Zustandsbeschreibung, denn einer Handlung, europäische Emigranten der Jahre 1941-43 in dramatischen Bildern vor wildbewegtem karnevalistischem Hintergrund in einem brasilianischen Urwaldhotel Revue passieren lässt, vorwiegend „abstürzende“ Typen)
  • Harrer, Heinrich: 7 Jahre in Tibet, 1952 (spannender, autobiografischer Bericht über die Flucht zu Fuß aus einem engl. Kriegsgefangenenlager in Indien 2000 km nach Lhasa in Tibet und dem Aufenthalt dort mit einem Schicksalsgenossen, mit vielen Detailschilderungen des Landes und des Aufenthaltes als Fremde)
  • Hoerschelmann, Fred von: Das Schiff Esperanza, 1953 (eines der erfolgreichsten deutschen Hörspiele, in dem ein Menschenschmuggler illegale Auswanderer um ihr Geld prellt und auf einer Land vortäuschenden Sandbank dem Tod preisgibt, nicht ahnend, dass sich unter den Opfern auch sein Sohn befindet)
  • Krieger, Arnold: Zwei zogen aus, 1953 (autobiograf. Bericht über das Leben des Autors im Ausland, v.a. im Tessin)
  • Peter Hirche: Die Heimkehr, 1954 (Hörspiel über eine sterbende Frau, einem Flüchtling, die träumend in die schlesische Heimat zurück kehrt
  • Cramer, Heinz: San Silverio, 1955 (Roman über eine 70jährige Italienerin, die in Amerika Witwe wird und auf die heimatl. Insel zurückkehrt, wo sie die ihr fremd gewordenen Bewohner bald zu Schuldnern herabwürdigt, weil sie das Geld für die Überführung ihres Gatten gewinnen will)
  • Becher, Ulrich: Der schwarze Hut, 1957 (Novelle, die einen jüdischen Emigranten aus Deutschland in den Tagen des deutschen Zusammenbruchs ironisch mit dem US-Kapitalismus konfrontiert)
  • Oskar Maria Graf: Die Flucht ins Mittelmäßige, 1959 (ein New Yorker Roman, der das Elend der Emigranten des Hitlerstaates schildert)
  • Krieger, Arnold: Liza Jukunda oder das dunkle Verlangen, 1959 (erzählt die Odyssee einer schwarzen Fürstentochter aus Mittelafrika, die als 12jährige geraubt, Sklavin, „Suria“ eines arab. Großgrundbesitzers und Mutter wird, mit der Tochter nach Sansibar entkommt, aber bald wieder auf die Landstraße getrieben wird, ein weiteres Kind bekomm, das man ihr raubt und nach der unglücklichen Rückkehr in die Heimat den Freitod wählt)
  • Remarque, Erich Maria: Die Nacht von Lissabon, Kiepenheuer & Witsch 1961/62
  • Brecht, Bertolt: Flüchtlingsgespräche, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1961 (Der Alltag der während der Zeit des Nationalsozialismus aus Deutschland vertriebenen Menschen)
  • Weiss, Peter: Fluchtpunkt, 1962 (autobiogr. Beschreibung des Lebens von 1940-47 in Schweden, als eine Art Rechenschaft, hin zur inneren Befreiung anlässlich eines Besuchs in Paris, Bericht eines „Fremden“, keinem Volk, keinem Ideal mehr angehörig, stark nur in der „Losgelöstheit“, fruchtbar nur im „Niemandsland des Künstlers“, sich der „Schuld“ des Ausschwitz Überlebenden ebenso bewusst, wie der Kraft seiner Sprache)
  • Weiss, Peter: Meine Ortschaft, 1965 (bis auf den „Ort“ Auschwitz, dem der Autor „entkommen“ ist, sind für den „Außenseiter“, als der sich der Autor v.a. als Emigrant fühlt, geogr. Stationen „Durchgangsstellen“, „leere Flecken“ geblieben)
  • Becher, Ulrich: Murmeljagd, Rowohlt, 1969 (autobiogr. geprägter Roman, in welchem Becher die vermeintliche und tatsächliche Bedrohung, die Einsamkeit und Verlassenheit eines nach 1938 politisch in Österreich verfolgten in die Schweiz exilierten Journalisten thematisch verarbeitet)
  • Frischmuth, Barbara: Das Verschwinden des Schattens in der Sonne, Residenz Verlag, Salzburg und Wien, 1996 (Erstauflage 1973)
  • Rosendorfer, Herbert: Briefe in die chinesische Vergangenheit, dtv-Verlag, München 1986 (kein klass. Migrantenroman, sondern Fiktion eines chinesischen Mandarins aus dem 10. Jahrhundert, der per Zeitmaschine in das heutige München gelangt und sich mit dem völlig anderen Leben der „Ba Yan“ und ihren kulturellen und technischen Errungenschaften konfrontiert sieht, worüber er seinem Freund in der Heimat Briefe schreibt – interkulturell höchst vergnüglich)
  • Spiel, Hilde: Lisas Zimmer, Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin, 1996 (Emigranten im New York der 1940er-Jahre)
  • Engel, Elmar: Wer zuletzt lacht… Ein saarländischer Heimatkrimi, St. Ingbert 1996 (Geschichte der Rückkehr eines für 13 Jahre nach Amerika ausgewanderten Mannes, der vor dem ersten Weltkrieg mit einem geheimnisvollen Koffer in sein Heimatdorf zurückkehrt; mit vielen Reflexionen über das Heimatgefühl)
  • Zaimoglu, Feridun: Abschaum. Die wahre Geschichte des Ertan Ongun, Rotbuch, Hamburg 1997
  • Muszer, Dariusz: Die Freiheit riecht nach Vanille, München 1999 (Geschichte eines poln. Auswanderers)
  • Zacharieva, Rumjana: Bärenfell, Horlemann-Verlag, Unkel am Rhein 1999 (eine bulgarische Schriftstellerin kehrt  nach 20 Jahren in Deutschland in ihre Heimat zurück)
  • Senocak, Zafer: Der Erottomane, Babel Verlag, München 1999
  • Fatma B.: Hennamond, Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1999 (authentische Geschichte eines türkischstämmigen Mädchens im Kampf für ihre persönliche Freiheit in Deutschland)
  • Kaminer, Wladimir: Russendisko, Goldmann Verlag, München, 2000 (amüsante Geschichten eines Russen in Berlin)
  • Wagner, Richard: Miss Bukarest, Aufbau Verlag, Leipzig 2001 (Detektivroman über den rumänischen Geheimdienst Securitate und wie die Emigranten in Deutschland nach Jahren die Vergangenheit einholt)
  • Grass, Günter: Im Krebsgang, Göttingen 2002 (Zum Thema der Wirkung der Vergangenheit auf die Gegenwart und deren Verarbeitung flicht Grass in diesem Text verschiedene Handlungsstränge – u.a. das Thema Vertreibung – ineinander und verknüpft dabei Realität und Fiktion: Während die Ermordung von Wilhelm Gustloff durch David Frankfurter und der Untergang des Schiffes Wilhelm Gustloff reale Ereignisse sind, übertragen die fiktionalen Mitglieder der Familie Pokriefke den Untergang in die heutige Zeit)
  • Greder, Armin: Die Insel. eine tägliche Geschichte, Sauerländer, Aarau, Frankfurt am Main 2002, Neuauflage mit Zeichnungen 2014 (Ein Mann landet auf einer Insel, mit einem Boot ist er über’s Meer gekommen und taucht einfach auf im Leben der Inselbewohner, die ihn zwar aufnehmen, aber auch vor sich hertreiben und so von sich fern halten; Gerüchte verwandeln sich in Tatsachen, bis der Mann ohne eigenes Zutun vom Fremden zur Gefahr wird)
  • Aref, Mohammad et al: Feuer, Lebenslust! Erzählungen deutscher Einwanderer, Klett-Cotta, Stuttgart, 2003 (zehn Erzählungen deutschsprachiger Einwanderer mit Wurzeln u.a. in Russland, Kroatien, Polen, der Türkei und den USA, dazu Unterhaltungen der Autoren)
  • Krämer, Manfred H.: Tod im Saukopftunnel, 2003 (Krimi um den Fund eines Dutzend Leichen beim Bau eines Tunnels, die sich zum Teil als Flüchtlinge herausstellen, mehr dazu hier)
  • Kempowski, Walter: Alles umsonst, Knaus Verlag, München, 2006 (Geschichte der Verblendungen einer ostpreußischen Familie im Jahr 1945 und der Flucht in den Westen)
  • Stanisic, Sasa (Wippe über 2. und letztem s): Wie der Soldat das Grammofon repariert, Luchterhand Verlag, München, 2006 (Geschichte einer Kindheit in Bosnien, der Flucht nach Deutschland und der Versuche, die Vergangenheit festzuhalten)
  • Rinscheid, Hülya: Lebe – Yascha!, Edition Fischer, 2005
  • Akgün, Hatice: Einmal Hans mit scharfer Soße, Goldmann Verlag, 2005 (autobiografischer Roman aus dem Leben einer zugewanderten Türkin)
  • Karahasan, Dzevad: Der nächtliche Rat, Insel Verlag, 2006
  • Bečejac, Brankica: „Ich bin so wenig von hier wie von dort“, Hamburg, Edition Nautilus 2006
  • Krechel, Ursula: Shanghai fern von wo, Salzburg, Jung und Jung Verlag, 2008
  • Engin, Osman: Tote essen keinen Döner. Don Osmans erster Fall, dtv, München 2008 (satirischer Krimi mit einem türkischstämmigem, selbsternanntem Sherlock Holmes)
  • Sherko Fatah: Das dunkle Schiff, Salzburg 2008 (Geschichte eines irakischen Kochs, der sich auf die beschwerliche und gefährliche Reise nach Europa macht. Von früh an der Idee verfallen, sich zu verwandeln, hat er noch andere Gründe für seine Flucht, war er doch unter die Gotteskrieger geraten, bevor er sich von ihrem Weg der Gewalt lossagte. Die Vergangenheit kann er in Deutschland jedoch, trotz aller Mühen, ein neues Leben zu beginnen, nicht abschütteln)
  • Akgün, Hatice: Ali zum Dessert, Goldmann Verlag, 2008 (Fortsetzung von „Einmal Hans mit scharfer Soße“, Beschreibung des Lebens einer deutsch-türkischen Mutter)
  • Niavarani, Michael: Vater Morgana. Eine persische Familiengeschichte, Amalthea Signum Verlag, Wien 2009 (köstlich komische, aber niemals platte Geschichte einer über Amerika und Europa versprengten Auswandererfamilie, in der viel persische Kultur vermittelt wird)
  • Tabatabai, Jasmin: Rosenjahre. Meine Familie zwischen Persien und Deutschland, Ullstein Verlag, Berlin 2010 (autobiogr. Erzählung der bekannten Schauspielerin über das Leben ihrer deutschen Mutter im Iran sowie ihr eigenes Leben zwischen zwei Welten)
  • Herrndorf, Wolfgang: Tschick, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 2010 (Jugendroman, von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem 14-Jährigen aus bürgerlichen Verhältnissen und einem verwahrlosten, jugendlichen Spätaussiedler aus Russland handelnd)
  • Kopetzki, Mathias: Teheran im Bauch. Wie meines Vaters Land mich fand, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2011 (autobiogr. Geschichte eines von dtsch. Adoptiveletrn aufgenommenen bekannten Schauspielers, der sich entschließt, seine leibliche Familie im Iran kennen zu lernen)
  • Ruge, Eugen: In Zeiten abnehmenden Lichts, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2011 (Roman über drei Generationen einer deutschen Familie von den 50er-Jahren über das Wendejahr bis zu Beginn des neuen Jahrtausends: Die Grosseltern, die aus dem mexikanischen Exil in die junge DDR heimkehren, ihr nach Moskau emigrierter Sohn, der mit seiner russischen Frau zurückkehrt und der Enkel, der in denWesten geht)
  • Krechel, Ursula: Landgericht, Salzburg, Jung und Jung Verlag, 2012
  • Federico, Carla: Die Rosen von Montevideo, Knaur, München 2013 (Roman über die Liebe eines dt. Bankierssohns und Auswanderers und einer jungen Uruguayerin in Montevideo, -mitte des 19.Jh.)
  • Akgün, Hatice: Ich küss dich, Kismet, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2013 (humorvolle Beschreibung der Eindrücke einer Deutschtürkin in Istanbul, die merkt, dass sie weniger türkisch ist, als die dtsch. Gesellschaft ihr stets vermittelt hat)
  • Gorelik, Lena: Die Listensammlerin, Rowohlt, 2013 (eine deutsch-russische Familiengeschichte rund um eine chaotische Heldin, die ihr Leben mit Listen in den Griff zu bekommen versucht, bis sie eine kyrillisch geschriebene Liste eines Onkels entdeckt)
  • Geitner, Rita Maria: Afrikanischer Mond , 2014 (Krimigeschichte rund um einen toten Schlepper und eine eritreische Flüchtlingsfrau in Bayern, mehr dazu hier)
  • Mbolela, Emmanuel: Mein Weg vom Kongo nach Europa. Zwischen Widerstand, Flucht und Exil, Mandelbaum Verlag Wien 2014 (autobiographische Erzählung über die politische Aktivität des Autors im Kongo und die brutale Repression staatlicher Sicherheitsorgane, die ihn in die Emigration zwingt; er berichtet auf eindrückliche Weise von der Gewalt und Ausbeutung während der Flucht, quer durch die Sahara gelangt er bis nach Marokko, wo er eine Organisation kongolesischer Flüchtlinge mitbegründet, kann nach vier Jahren in die Niederlande ausreisen, wo sich als neue Erfahrung die dortigen extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen erweisen, denen vor allem migrantische Arbeitskräfte unterliegen)
  • Peter, Maria W.: Die Küste der Freiheit, Bastei-Lübbe, 2014 (breit angelegtes Historienbild der deutschen Auswanderung nach Amerika Ende des 18. Jahrhunderts)
  • Erpenbeck, Jenny: Gehen, ging, gegangen, Knaus Verlag, 2015 (Roman über die neuen Nachbarschaften von Flüchtlingen und Altansässigen mitten im alten Europa, hier in Berlin: der emeritierte Altphilologe Richard begibt sich auf seine eigene Odyssee, um Antworten auf seine Fragen an die Zuwanderer zu bekommen: „Warum sind Sie weggegangen? Wie sah Ihre damalige Wohnung aus? Wie verbringen Sie hier Ihre Tage?“ etc.)
  • Bolt, Britta: Das Büro der einsamen Toten, Frankfurt/M. 2015 (Pieter Posthumus hat keinen alltäglichen Job: Er arbeitet für die Stadt Amsterdam und soll Toten ohne Angehörigen ein menschenwürdiges Begräbnis organisieren, wobei er sich in die Vergangenheit so einiger „Kunden“ vertieft – was man ihm nicht immer dankt. Krimi, bei dem ein Großteil der Handlung in den Einwanderervierteln der Stadt spielt)
  • Kröger, Merle: Havarie, Hamburg 2015 (Thriller um vier Flüchtlingsschiffe auf dem Mittelmeer, die von Algerien aus Spanien zu erreichen versuchen)
  • Peters, Christoph: Der Arm des Kraken, Luchterhand, München 2015 (Krimi im Milieu der vietnamesischen und japanischen mafiösen Parallelwelten in Berlin, spannend durch den Kontrast der Kulturen zwischen einem japanischen Killer und einer chaotischen deutschen Polizistin)
  • Zervakis, Linda:. Geschichten aus dem Kiosk, Rowohlt Polaris 2015 (die Journalistin und Tagesschau-Sprecherin erzählt über ihre Erlebnisse im Hamburger Kiosk der aus Griechenland zugewanderten Eltern, in dem sie bis zu ihrem 30. Lebensjahr regelmäßig hinter der Theke stand)
  • Djan, Hassan Ali: Afghanistan. München. Ich. Meine Flucht in ein besseres Leben, München 2015 (autobiografische Geschichte eines jungen Afghanen, der mit 16 die Flucht ins Ungewisse wagt, zufällig in Deutschland strandet, in ein Auffanglager in München gebracht wird: Ein Wirtschaftsflüchtling aus Afghanistan ohne Deutschkenntnisse und ohne Perspektiven. Heute hat er die Mittlere Reife, eine abgeschlossene Lehre, eine eigene Wohnung und eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung)
  • Hansen, Dörte: Altes Land, Albrecht Knaus Verlag, 2015 (spielt in einem Bauernhaus in der titelgebenden Elbmarsch südlich von Hamburg. Das zugige Haus mit Reetdach bildet den Kristallisationspunkt für mehrere Flüchtlingsschicksale. Nach dem Zweiten Weltkrieg strandet dort u.a. eine ostpreußische Adelige, die bei der Kirschernte hilft, ohne je an Haltung einzubüßen. Vor irgendetwas fliehen alle Personen, die diesen Roman bevölkern. Die Frage, die die AAutorin umtreibt, ist aber eher, ob sie nach der Flucht auch ankommen. Es ist jedoch eher kein Vertriebenenroman, sondern ein Heimatroman)
  • Khider, Abbas: Ohrfeige, München 2016 (Roman über Flüchtlinge in Deutschland, der tieftraurig und witzig zugleich das Selbstverständnis einer offenen Gesellschaft in Frage stellt und sich zugleich fragt, was es für einen Menschen bedeutet, wenn er weder in der Heimat noch in der Fremde leben darf)
  • Köhlmeier, Michael: Das Mädchen mit dem Fingerhut, 2016 (Ein sechsjähriges, elternloses Mädchen geht in einer fremden Stadt irgendwo in Westeuropa verloren. Bislang hat sie immer ein „Onkel“ zum Betteln gebracht, jetzt ist er verschwunden. Sie kann sich niemandem mitteilen, denn es spricht eine unbekannte Sprache. Bei winterlichen Minusgraden beginnt es seinen Überlebenskampf)
  • Salzmann, Sasha Marianna: Ausser sich, Berlin 2017 (ein sich über ein Jahrzehnt erstreckender Roman über eine jüdisch-russische Familie, der zwischen der Sowjetunion, dem Deutschland nach der Wende sowie der Türkei der Gegenwart hin und her pendelt)
  • Aydemir, Fatma: Ellbogen, München 2017 (die in Berlin geborene Hazal könnte eine ganz gewöhnliche Erwachsene werden, würden sich ihre aus der Türkei zugewanderten Eltern nicht in Deutschland fremd fühlen und hätte sie auf der Suche nach Heimat nicht einen fatalen Fehler begangen…)
  • Hein, Christoph: Trutz, Frankfurt/M 2017 (objektive und zugleich einfühlende Chronik der Lebensläufe zweier Familien im Berlin der 1920er bis 40er-Jahre, die als Kinder eines erst in die Sowjetunion emigrierten, dort dann aber deportierten Vaters zu Flüchtlingen wurden, in der ostdeutschen Heimat nun aber wieder zu Verfolgten werden)
  • Grjasnowa, Olga: Gott ist nicht schüchtern, Berlin 2017 (die Schauspielerin Amal träumt von der großen Karriere, verliert aber auf der Flucht alles bei der Flucht nach Deutschland; auch Hammoudi stammt aus Syrien, inzwischen ist ihm in Paris die Anstellung als Schönheitschirurg in einem der besten Krankenhäuser der Metropole sicher, doch er muss noch mal ein paar Tage nach Syrien, um seinen Pass verlängern zu lassen: Voraussetzung für die Aufenthaltsgenehmigung und Einstieg in einen beklemmend realistischen Roman, der Fluchtgeschichten aus der Hölle des Bürgerkrieges schildert)

b) englischsprachige Literatur

Naipaul , V.S.:The Enigma of Arrival, 1987 (dtsch.: Das Rätsel der Ankunft) (beschreibt die Geschichte seiner Selbstbehauptung im postkolonialen Großbritannien)

  • Defoe, Daniel: Robinson Crusoe, London 1719 (Die berühmte Geschichte eines gestrandeten Seefahrers beginnt mit Angaben zu Robinson: „Ich bin geboren zu York im Jahre 1632, als Kind angesehener Leute, die ursprünglich nicht aus jener Gegend stammten. Mein Vater, ein Ausländer, aus Bremen gebürtig, hatte sich zuerst in Hull niedergelassen, war dort als Kaufmann zu hübschem Vermögen gekommen und dann, nachdem er sein Geschäft aufgegeben hatte, nach York gezogen. Hier heirathete er meine Mutter, eine geborene Robinson)
  • James, Henry: The Europeans, 1878 (Komödie um zwei junge adlige Bohemiens, die aus Deutschland nach Neu-England reisen, um die Verwandschaft zu besuchen und auf Brautschau zu gehen, in wechselnden Paarungen konkurrieren Temperamente und Vorstellungen der Alten Welt mit Werten und Moral der Neuen: während die beiden „Europäer“ als weltläufige Menschen, deren Eleganz und raffinierte Konversation die Amerikaner bezaubert und verwirrt, dargestellt werden, wirken ihre Gegenüber arg puritanisch. Aus der Begegnung dieser beiden äußerst unterschiedlichen Kulturen schlägt Henry James herrliche Funken; kein Migrationsroman im engeren Sinne)
  • Kipling, Rudyard: Baa Baa, Black Sheep, 1888 (autobiogr. Kurzgeschichte über das Schicksal eines Kindes einer in Malaysia lebenden brit. Kolonialfamilie, das – wie es damals üblich war – „zurück“ in die Heimat zu Pflegeeltern geschickt wurde)
  • Kipling, Rudyard: The Light That Failed, 1890 (ähnlicher Inhalt wie die oben genannte Kurzgeschichte von 1888)
  • London, Jack: The People of the Abyss, Macmillan, London/ New York, 1903
  • Bowles, Paul: ***?
  • Durrell, Lawrence: Alexandria-Quartett (Balthazar, Mountolive, Clea, Justine)
  • Steinbeck, John: The Grapes of Wrath, 1939 (dt. 1939: Früchte des Zorns: schildert das Schicksal einer Familie auf Wanderschaft, die durch die Große Depression von 1929 gezwungen ist, im Westen der USA ihr Glück zu suchen)
  • Habe, Hans: A Thousand shall fall, USA, 1941 – dtsch. 1947: Ob Tausend fallen; Schilderung der Erlebnisse als dtsch. Freiwilliger der französischen Armee, Gefangenschaft und Flucht in die USA)
  • Bellow, Saul: Die Abenteuer des Augie March, 1953
  • Kerouac, Jack: On the road, New York 1955 (dt. Unterwegs, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1968: rauschhaft geschriebener Roman über Trampfahrten durch die USA, eine Hymne auf das freie Leben)
  • Kerouac, Jack: Lonesome Traveller, McGraw, New York 1960 (dt. bei Rowohlt, 1981, acht Skizzen über das stetige Leben unterwegs, in wechselnden Jobs und Landschaften von New York über Mexiko bis Europa)
  • Kerouac, Jack: Satori in Paris (dt. bei dtv, 1971, Bericht über die Suche des amerik. Autors franko-kanadischer Herkunft nach seinen bretonischen Wurzeln in Paris und der Bretagne)
  • Michener, James: The drifters, 1971 (dt. 1971: Die Kinder von Torremolinos: an der span. Südküste treffen sich junge Amerikaner und Europäer, Hippies und Aussteiger, die ihr Land aus ganz unterschiedl. Gründen verlasen haben)
  • Singer, Isaac B.: Enemies, a Love Story,1972 (dt. 1976 bei dtv: Feinde, die Geschichte einer Liebe; pessimistisch-abgründige Leidensgeschichte eines jüd. Flüchtlings in New York, den seine Vergangenheit in Gestalt seiner im KZ ermordet geglaubten, nun aber plötzlich auftauchenden Frau einholt)
  • Emecheta, Buchi: In the ditch (1972), in: Die Geschichte der Adah
  • Emecheta, Buchi: Second Class Citizen (1974), in: Die Geschichte der Adah
  • Berger, John/ Mohr/ Jean: A Seventh Man, 1975 (beschreibt die Lage des Träumers als poetischem Analogon des Aufenthalts in der Fremde)
  • Naipaul, V.S.: A Bend in the River, 1979 (dtsch.: An der Biegung des großen Flusses), (beschreibt in Romanform die Erlebnisse eines Inders um 1970 im von der Kolonialherrschaft „befreiten“ Kongo, ein in Afrika umstrittener Roman)
  • Naipaul , V.S.:The Enigma of Arrival, 1987 (dtsch.: Das Rätsel der Ankunft) (der spätere Nobelpreisträger beschreibt die Geschichte seiner Selbstbehauptung im postkolonialen Großbritannien)
  • Azadi, Sousan und Ferrante, Angela: Out of Iran, Irwin Publishing, Toronto 1987 (dt.: Flucht aus dem Iran. Eine Frau entrinnt den Ayatollahs, Heyne Verlag, München 1989; Familiengeschichte und Schilderung der Lebensumstände, die 1982 zur Flucht aus dem Iran führen)
  • Kureishi, Hanif: Das schwarze Album, Kindler, München 1995
  • Emecheta, Buchi: Kehindé, Knaur 1996
  • Epstein, Helen: Where she came from (dtsch: Dreifach heimatlos, München 1997), (Roman über die bewegende Geschichte der eigenen Familie mit jüdischen Wurzeln, von 1844/45 im dtsch. Iglau über Wien, Prag und Konzentrationslager bis in die USA der heutigen Tage – mit eingeflochtenen Erzählungen über Bräuche und das Alltagsleben, die eindrücklich verdeutlichen, welchen Verlust Europa durch das Verschwinden der jüd. Kultur erlitten hat)
  • Bandele-Thomas, Biyi: In London keine Regenzeit, dipa Verlag 1997
  • Dirie, Waris: Desert Flower, New York City, USA 1998 (dtsch.: Wüstenblume, München 1998) (Autobiographie des somalischen Models und der Aktivistin gegen Frauenbeschneidung, ihre Auswanderung aus Somalia nach London beschreibend, vom vier Jahre langen Leben als isolierter Haushälterin eines Botschafters bis hin zu ihrer privaten und beruflichen Befreiung in Londion und New York)
  • Markus, Werner: Der ägyptische Heinrich, Salzburg 1999 (Romanrecherche des Schweizer Autors über seinen Ururgrossvater Heinrich Bluntschli, der sich nach versch. missglückten Betriebsgründungen nach Ägypten einschifft, wo er erst eine weitere, ebenfalls scheiternde Existenzgründung versucht, ehe er beim Staat beschäftigt wird und u.a. die Aufsicht über die Suezkanal-Post innehatte – dies alles in einer dessen Leben rekonstruierenden Annäherung des späten Nachfahren geschildert)
  • Bandele, Biyi: SW2 – Willkommen in Brixton, dipa 1999
  • Lahiri, Jhumpa: Interpreter of Maladies, 1999 (dtsch.: Melancholie der Ankunft) (Sammlung von 9 Kurzgeschichten, die sich mit Eheproblemen, Fehlgeburt und der Entfremdung zwischen indischen Einwanderern in den USA der 1. und 2. Generation beschäftigt; die Geschichten spielen im Nordosten der USA und in Indien, insbes. in Kolkata)
  • Darko, Amma: Der verkaufte Traum, dtv
  • Smith, Zadie: Zähne zeigen, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main/ Wien/ Zürich, 2000
  • Lahiri Jhumpa: The Namesake, 2003 (die fiktionalen Familie Ganguli stammt aus Kolkata, beide Eltern wanderten als junge Erwachsene in die USA ein, ihre Kinder Gogol und Sonia wuchsen dort auf; die aus dem kulturellen Konflikt zwischen Eltern und Kindern erwachsenden Spannungen sind Thema des Buches)
  • Mankell, Henning: Tea Bag, 2001 (dtsch.: 2003) (Tea-Bag ist ein schwarzes Flüchtlingsmädchen aus dem Sudan, die in Schweden gemeinsam mit ihren russischen und iranischen Freundinnen Schriftstellerin werden will und dazu bei einem Erfolgsautor in die Lehre geht. Nach und nach erfährt er ihre Geschichten)
  • Dirie, Waris: Desert Dawn, 2001 (dtsch.: Nomadentochter, München 2002) (autobiographische Erzählung über eine Reise nach Somalia zur Nomadenfamilie ihrer Herkunft, die sie vor 20 Jahren verlassen hatte, vermischt mit Kindheitserinnerungen)
  • Nazer, Mende, Lewis, Damien: Sklavin,  Schneekluth, München 2002 (engl. 2005 I am a slave)
  • Reng, Ronald: Mein Leben als Engländer, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2003
  • Reng, Ronald: Gebrauchsanweisung für London, Piper, München 2004
  • Aslam, Nadeem: Maps For Lost Lovers, Faber & Faber, London, 2004 (deutsch: Atlas für verschollene Liebende, Rowohlt, Reinbek, 2005: Klage über den Zusammenprall der Kulturen, exemplarisch im Aufeinandertreffen von westlicher Moderne und islamischen Traditionen in einem pakistanischen Viertel einer englischen Kleinstadt)
  • Ronald Reng: Fremdgänger, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005
  • Ali, Monica: Brick Lane, 2002 (dtsch. bei Droemer, München 2005) (Roman, der in London mitten im Viertel der bengalischen Einwanderer spielt und die Geschichte von Nazneen erzählt, einer jungen Frau aus Bangladesh, die 1985 mit 18in die Stadt kommt und mit dem 20 Jahre älteren Chanu verheiratet wird. Ihr ist es kaum möglich, die winzige Wohnung zu verlassen, Ihr wird keine Bildung zuteil, ebenso ist es ihr unmöglich, das Land kennenzulernen. Zunächst fügt sie sich in ihre Rolle)
  • Hall, Tarquin: Salaam Brick Lane. A year in the New East End, John Murray, London 2005
  • Kureishi, Hanif: Der Buddha aus der Vorstadt, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2005
  • Lewycka, Marina: A Short History of Tractors in Ukrainian, Viking, London 2005 (dt.: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch, dtv, München 2006: Roman über eine ukrainische Einwandererfamilie in England)
  • Krauss, Nicole: The History of Love, 2005 (ein junger Mann liebt eine junge Frau, doch dann naht der Krieg und sie flieht – als jüdische Frau – in die USA, während er in den polnischen Untergrund geht, den Krieg überlebt und sie viele Jahre später in New York wieder trifft)
  • Marsha Mehran: Pomegranate Soup, Random House, New York 2005 (dt.: Das persische Café) amüsanter Roman um drei persische Schwestern, die in einem irischen Provinznest ein Restaurant eröffnen und anfangs ausgegrenzt werden, erst bei einem gemeinsamen Gastmahl werden aus Fremden Freunde und Liebende; Fortsetzung Rosewater and Soda Bread, 2008
  • Zadie Smith: Von der Schönheit, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2006
  • Layla Shah: brit and brown, Arche Verlag, Zürich 2006
  • Desai, Kiran: Erbin des verlorenen Landes, Berlin Verlag, Berlin, 2006 (Roman um die Angst eines zur Schulausbildung in die USA geschickten Inders, der scheitert, vor der Rückkehr zum Vater in Darjeeling)
  • Nazer, Mende/Lewis, Damien: Befreit. Die Heimkehr der Sklavin. Droemer/Knaur, München 2007
  • Cleave, Chris: The Other Hand (Originaltitel in GB, Titel in USA und Kanada 2009: Little Bee), Sceptre, 2008 (über eine nigerianische Asylbewerberin, inspiriert von der Kindheit des Autors in West-Afrika)
  • Verghese, Abraham: Cutting for Stone, Random House, New York 2009 (dt.: Rückkehr nach Missing, Insel Verlag, Frankfurt am Main 2011: Familienepos um eine britisch-indische Ärztefamilie in Äthiopien)
  • Monica Ali: In The Kitchen, 2009 (dtsch. Hotel Imperial, Droemer, München 2009) (Spiegelung der multikulturellen britischen Welt in der Küche eines Luxusrestaurants, in dem Liberianer, Russen und Inder arbeiten)
  • Nadj Abonji, Melinda: Tauben fliegen auf, Jung und Jung, Salzburg 2010 (Migrationsgeschichte der Familie Kocsis, aus der ungar. Minderheit in Serbien in die Schweiz ausgewandert, w sich mit einem eigenen Café alles prächtig entwickelt – doch bei einer Urlaubsfahrt in die Heimat ist die Erzählerin hin- und hergerissen zwischen neuem Wohlstand und Erinnerungen der alten Heimat nach dem Bürgerkrieg)
  • Otsuka, Julie: The Buddha in the Attic, Knopf Publishing Group 2011 (hist. Roman über junge Japanerinnen, die Anfang des 20.Jhs. in die USA auswandern, dort aber u.a. durch Diskriminierungen nicht das erhoffte Glück finden)
  • Bezmozgis, David: The Free World, 2011 (dtsch.: Die freie Welt, Kiepenheuer, Köln 2012; schildert die Situation jüdischer Auswanderer aus der Sowjetunion, die in Italien auf ein Visum für die Weiterfahrt warten)
  • Wolfe, Tom: Back to Blood,  Little, Brown 2012
  • Brothers, Caroline: Hinterland, 2012 (dtsch. Niemandsland 2012) (erzählt die entbehrungsreiche und traumatisierende Reise der zwei afghan. Jungen Aryan und Kabir im Alter von 14 und  Jahren auf dem Weg nach Europa, die stellvertretend für Millionen von Kindern inmitten der Flüchtlingsströme dieser Welt stehen)
  • Cole, Teju: Open City, Suhrkamp, Berlin, 2012 (ein Sohn nigerianischer Einwanderer beschreibt sein Grundgefühl als zugezogener New Yorker)
  • Selasi, Taiye: Ghana must go (dt.: Diese Dinge geschehen nicht einfach so, Fischer Verlag, 2013; kosmopolitit.Familienroman: In Boston, London und Ghana sind sie zu Hause, Olu, Sadie und Taiwo. Sechs Menschen, eine Familie, über Weltstädte und Kontinente zerstreut. In Afrika haben sie ihre Wurzeln und überall auf der Welt ihr Leben. Bis plötzlich der Vater in Afrika stirbt. Nach vielen Jahren sehen sie sich wieder und machen eine überraschende Entdeckung. Und sie finden das verloren geglaubte Glück – den Zusammenhalt der Familie. Endlich verstehen sie, dass die Dinge nicht einfach ohne Grund geschehen
  • Zinovieff, Sofka: Athen, Paradiesstraße (Original: The house on Paradise Street, 2012,aus dem Engl. von Eva Bonné), dtv, München 2013 (die Mutter eines in Athen rätselhaft ums Leben gekommeen Journalisten kommt nach 60-jährigem Exil zurück in die Heimat, Roman über Liebe und Verlust sowie die Wunden des griech. Bürgerkriegs)
  • Nayeri, Dina: A Teaspoon of Land and Sea, 2013 (dtsch.: Ein Teelöffel Land und Meer) (autobiogr. geprägter Roman über die Kindheit und Jugend des Mädchens Saba im Iran sowie ihre Migration in die USA und die Rückkehr in den Iran, bei der sie sich die Frage stellt, wie es ihr und ihrer Familie wohl ergangen wäre, wenn sie nicht ausgewandert wären)
  • Adichie, Chimamanda Ngozi: Americanah, Alfred A. Knopf, 2013 (Geschichte einer Nigerianerin, die zum Studium in die USA kommt, während ihr Freund als Illegaler in London lebt – sie treffen sich wieder in Lagos…)
  • Bulawayo, NoViolet: We Need New Names, 2013 (deutsch 2016: Wir brauchen neue Namen; Es gab eine Zeit, da lebte Darling in einem richtigen Haus und ihren Eltern ging es gut, doch dann walzten Bulldozer die illegal errichteten Häuser nieder, sie eben jetzt in der Elendssiedlung Paradise der Vater schickt kein Geld mehr aus dem Ausland, und als er zurückkehrt, ist er todkrank; doch dann holt ihre Tante sie aus Simbabwe in die USA; autobiograf. Erzählung vom Verlust von Heimat und Identität)
  • Eskandarian, Ali: The golden years, 2013 (dtsch.: Die goldenen Jahre, Berlin 2015) (Erzählung von einer „verlorenen Generation“: iranische Exilanten in den USA zwischen jugendlicher Verschwendung und scheiternder Selbstfindung im Spagat zwischen den Kulturen – man verlässt einen äußerst autoritären Staat und kommt in einen weitgehend verwahrlosten… ist für alle zu viel und manche fatal)
  • Lahiri, Jhumpa: The Lowland, 2013 (dtsch.: Das Tiefland, 2014) (ein 60 Jahre umspannender Roman, der in Indien und den USA spielt und die Geschichte einer indischen Familie mit zwei ungleichen Söhnen erzählt, die beide – ob maoistischer Revolutionär oder Student – in einem Kokon leben)
  • McCarten, Anthony: Funny Girl, 2014 (dtsch.: Funny Girl, Diogenes 2014) (Azime aus London wird zur ersten bekannten muslimische Komikerin, als sie meint, sich gegen Terror und Gewalt wehren – also engagieren – zu müssen, die Presse feiert sie, ihre Familie verstößt sie jedoch. Es wird ernst. Und immer komischer)
  • Shteyngart, Gary: Little Failure. A Memoir. Random House, New York City 2014 (dtsch.: Kleiner Versager) (erzählt, wie man als Kind jüd.-russ. Einwanderer die USA erlebt)
  • Sudhir Venkatesh: Floating City, 2014 (soziologische Besichtigung der Underground-Ökonomien von New York)
  • Alice Goffman: On the run, 2014 (romanhafte soziologische Dissertation über den Strafverfolgungsdruck in den schwarzen Vierteln von Philadelphia)
  • Shafak, Elif: The architect’s apprentice, Viking, New York/ London 2014 (dtsch. Der Architekt des Sultans, Kein & Aber, Zürich/ Berlin 2015), (Episches Abenteuer des jungen Inders Jahan, der vom Schah nach Istanbul gesandt wird, um dem Sultan ein Geschenk zu machen – er bleibt und wird Assistent des Architekten Sinan)
  • McCarten, Anthony: Funny Girl (dtsch unter gleichem Titel, Diogenes, Zürich 2014) (ein schüchternes kurdisches Mädchen wächst in London auf, in zwei Welten mit klaren Regeln, zwischen denen es gewaltig knirscht – nach einem Terroranschlag weiss sie, dass sie etwas tun muss und wird zur weltweit ersten muslimischen Komikerin)
  • Leavitt, David: Späte Einsichten, Hamburg 2015 (unter den Tausenden von Flüchtlingen, die 1940 in Lissabon auf das nächste Schiff in die USA warten, sind auch zwei Paare, die im Mittelpunkt des Romans stehen – die anderen gestrandeten Flüchtlinge bilden aber nur die Staffage für ein privates Drama)
  • Bonert, Kenneth: Der Löwensucher, Zürich 2015 (geradezu biblisches Flüchtlingsepos über litauische Juden, die 1937 auf dem Weg nach Südafrika sind, die aber niemand aufnehmen will, weshalb sie zurückkehren)
  • Gardam, Jane: Ein untadeliger Mann, 2015 (Roman über ein britisches Paar im Ruhestand, das nach Jahrzehnten ihr gesichertes Leben in Hongkong aufgeben und nach England ziehen, zugleich ein Roman über „Raj-Waisen“, jene britischen Kinder, die von ihren Eltern von Empire-Außenstellen wie Malaysia oder Indien zurück „nach Hause“ zu Pflegeeltern geschickt wurden)
  • Irving, John: Avenue of Mysteries, 2015 (dtsch. Straße der Wunder, 2016) (Juan Diego und Lupe sind Müllsammelkinder in Mexiko. Ihre einzige Überlebenschance: der Glaube an die eigenen Wunderkräfte: zwei junge Migranten auf der Suche nach einer Heimat)
  • Gowda, Shilpi Somaya: The golden son, 2015 (dtsch. 2016: Der goldene Sohn) (In einem indischen Dorf leben die Kinder Anil und Leena in Nachbarschaft. Während Anil zunächst zum Medizinstudium in die nächste Großstadt und im weiteren Verlauf seiner Ausbildung in die USA zieht, wird Leena mit einem Mann verheiratet, den ihre Familie für sie ausgewählt hat – später treffen sie sich wieder)
  • Mbue, Imbolo: Behold the dreamers, USA 2016 (ein junger Kameruner kommt 2007 in die USA und hofft, ein respektierter Mann zu werden – später kommen Frau und Kind nach und es gelingt ihnen, ohne viel Geld glücklich zu sein – bis ihr Touristenvisum abläuft und es ihm zwar gelingt, Chauffeur eines Bankers bei Lehman Brothers zu werden, doch dann wird dieser von der Subprime-Krise eingeholt)
  • Proulx, Annie: Barkskins, USA 2016 (dtsch.: Aus hartem Holz, 2017), (zwei verarmte Franzosen wagen Ende des 17. Jahrhunderts einen Neustart in im Norden Kanadas und finden sich unter elenden Bedingungen als Holzfäller wieder, doch während der eine dort bleibt und eine Indianerin heiratet, startet der andere ein Business)

c) französischsprachige Literatur

  • Soupault, Philippe: Le Nègre, Paris 1897 (Geschichte der Freundschaft und des interkulturellen Zusammentreffens zw. dem Ich-Erzähler une einem schwarzen Dandy, der sich von London über Paris bis Lissabon „herumtreibt“ und mit seinem Leben wenig anfangen kann)
  • Socé, Ousmane: Mirages de Paris, Nouvelles Editions Latines, Paris 1937 (der erste afrik. Grossstadtroman überhaupt, thematisiert durch die augen eines senegalesischen Studenten das durch die kolonialistische Schule geförderte frankozentristische Paris-Bild der Kolonialzeit, das sich vom imaginierten Paradies zur Hölle entzaubert)
  • Werth, Léon: 33 jours (dtsch.: 33 Tage), geschrieben 1940, veröffentlicht erst 1992 (Nachdem 1940 die dtsch. Truppen in Frankreich eingefallen sind, fliehen Tausende Einwohner aus Paris, darunter auch der Autor und seine Frau, die hoffen, sich in unbesetztes Gebiet retten zu können. Aus einer geplanten achtstündigen Fahrt werden 33 Tage inmitten eines gewaltigen Exodus. Wie kein anderer erzählt L.W. in seinem erschütternd aufrichtigen Bericht, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein, beschreibt Opportunisten, Kriegsgewinnler und Menschenfreunde)
  • Camus, Albert: L’Étranger, Gallimard, Paris, 1942 (dt.: Der Fremde, Rauch, Boppard, 1948)
  • Kossovitz, Mathieu: La haine, Paris 1951
  • Chraibi, Driss: Les boucs, Éditions Denoel, Paris 1955 (dtsch: Sündenböcke, Donata Kinzelbach, Mainz 1994) (Erschütterndes Bild der Situation marokkanischer Migranten in Frankreich: Der Roman folgte auf Chraibis Buch „Le passé simple“, einer unbarmherzigen Kritik der marokkanischen Gesellschaft, die zum Skandal wurde, „Les boucs“ handelt vom Schicksal arabischer Migranten in Frankreich, die einerseits kaum willkommen waren, andererseits selbst buchstäblich auf den Hund kamen und sich in ihrem Elend so verhielten, wie man sie schon in rassistischen Klischees sah. Auch die fremde, die französische Gesellschaft, bot somit keine Alternative einer besseren Zivilisationsform)
  • Camus, Albert: La chute, Librairie Gallimard, Paris 1956 (dt.: Der Fall, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1957)
  • Duras, Marguerite: Hiroshima mon amour, 1959
  • Dadié, Bernard: Un Nègre à Paris, Présence Africaine, Paris 1959 (eine Art Briefroman eines Mannes aus der Elfenbeinküste mit vielen Parodien und Wortspielereien, der die frz. Zivilisation und ihre Selbstmystifizierung dekonstruiert)
  • Horia, Vintila: Dieu est née en Exil, 1960 (Beschreibung des Loses des exilierten Menschen schlechthin anhand einer Pseudo-Autobiografie des antiken Dichters Ovid, der von Augustus verbannt wurde)
  • Kane, Cheikh Hamidou: L’aventure ambiguë, domaine étrangère, Paris 1961 (Aufenthalt, Exitsenzkrise und Rückkehr eines senegalesischen Studenten in Paris)
  • Schehadé, Georges: L’Émigré de Brisbane, Gallimard, Paris 1965
  • Charrière, Henri: Papillon, 1969 (autobiogr. Bericht eines frz. Strafgefangenen, der mehrfach aus einem Bagno in Frz. Guayana ausbricht, schließlich in Venezuela die Freiheit erlangt und dort bleibt)
  • Selmi, Habib: Die Städte des Emigranten, 1977
  • Le Clézio, Jean-Marie Gustave: Désert, 1980 (dt.: Wüste, Kiepenheuer & Witsch 1989) (Geschichte einer in der Wüste aufgewachsenen Marokkanerin, die die Not in die Großstadt Marseille treibt)
  • Goytisolo, Juan: En los reinos de taifa, Seix Barral, Barcelona 1986 (dt.: Die Häutung der Schlange. Ein Leben im Exil, Carl Hanser Verlag, München, 1995), (Intellektuelle Autobiografie und Zeitzeugnis des spanischen Literaten im französischen Exil der 1960er-Jahre sowie seiner Reisen u.a. in die arabische Welt)
  • Ben Jelloun, Tahar: Les yeux baissés, Éditions du Seuil, Paris 1991 (Ein Mädchen in einem armen Dorf im Süden Marokkos erzählt ihr Leben ohne den Vater, der als Arbeitsmigrant in Paris ist, bis er plötzlich kommt und die Familie mitnimmt ins Viertel La goutte d’or)
  • Memmi, Albert: Die Fremde, Verlag Donata Kinzelbach, Mainz 1991 (Rückkehr eines tunesischen Medizinabsolventen aus Frankreich mit seiner französischen Frau in die Heimat)
  • Portante, Jean: Mrs Haroy, ou, La mémoire de la baleine, Echternach 1993 (dt.: Erinnerungen eines Wals, 2007) (autobiogr. geprägter Migrations-, Entwicklungs- und Künstlerroman, der die Kindheit des Ich-Erzählers im Luxemburg der 50er Jahre erzählt, den Identitätskonflikten des Migrantenkindes zw. versch. kulturellen und sprachlichen Welten sowie der späteren Rekonstruktion von Biografie und Vergangenheit im Schreibprozess; der Wal steht dabei als ursprünglich vom Festland stammender Meeressäuger für die Stellung des Migranten zwischen Heimat- und Ankunftsland)
  • Tournier, Michel: Eléazar ou la Source et le Buisson, Paris 2006 (Roman, der die Geschichte einer irischen Kolonistenfamilie auf dem Weg nach Amerika beschreibt)
  • Ben Jelloun, Tahar: Les raisons de la galère, Paris 1996 (dt. 2007: Die Früchte der Wut, Berliner Taschenbuch-Verlag), (ein Roman rund um das Leben der jungen Nadia, die als Kind algerischer Zuwanderer in der Pariser Banlieue aufwächst und – kompromisslos gegen zwei Seiten  revoltierend – ihren Weg in die Freiheit geht)
  • Kundera, Milan: La ignorancia, Spanien 2000 (Original frz., dtsch.; Die Ausgewanderten) (vordergründig ein Roman über zwei tschech. exilanten, Irina in Paris und Josef in Kopenhagen, die sich bei einer Rückkehr-Reise kennen lernen, aber eben doch kein Paar werden – man weiss nichts voneinander und versteht sich nicht – was auch für die in der Heimat verbliebenen gilt. Heimat, Heimweh und Sehnsucht werden entzaubert, frühere Gemeinsamkeiten werden viele Jahre später noch immer von den Folgen des kalten Krieges zerstört)
  • Bahéchar, Souad:  Ni fleurs ni couronnes, Editions Le Fennec, Casablanca 2000 (dt.: Wüstenkind, München 2003) (Flucht eines Mädchens aus der Repression des Dorfes nach Tanger, wo sie sich – väterlich betreut von einem italienischen Migranten – selbst findet)
  • Selmi, Habib:  Ushshâq Bayya, arab. 2002, frz.  Les amoureux de Bayya, Actes Sud 2003 (dt.: Bajjas Liebhaber, Lenos Verlag, Basel 2006)
  • Desai, Kirai: Erbin des verlorenen Landes, Berlin 2006 (im Sommer 1986 im indischen Darjeeling situierter vielschichtiger Roman rund um die Auswanderer Gyan und Bijan und ihre Familien. Ersterer wurde auf Kosten der übrigen Familien aufgepäppelt, um im Ausland seinen Weg zu machen,  letzterer ist  der Sohn des über den Haushalt eines in Cambridge erzogenen und zurückgekehrten Richters waltenden Kochs. Während der Koch mit Bijans Erfolgen prahlt, wird in einer Parallelhandlung dessen Schicksal als Küchenhilfe in New York und seinen Rückkehrträumen beschrieben. Übergreifend  geht es um Darjeeling als Land der Erinnerung und Sehnsucht, aber auch um die Zwietracht, die in Indien durch einen manchmal wütenden Anspruch auf Würde entsteht)
  • Ben Jelloun, Tahar: Partir, Ed. Gallimard, Paris 2006 (dt: Verlassen, Berlin Verlag 2006) (Tanger nordwärts über das Meer verlassen – das ist die Obsession einer ganzen Generation, so auch die von Azel, der es tatsächlich schafft, der einen Hölle zu entkommen, nur um in einer andeen zu landen)
  • Elayoubi, Fatima: Prière à la lune, 2006 (autobiogr. Buch einer nach Frankreich ausgewanderten Marokkanerin)
  • Giraud, Brigitte: Das Leben der Wörter, Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2007 (Suche nach der eigenen Herkunft in Algerien)
  • Pécassou-Camebrac, Bernadette: La dernière bagnarde, Flammarion 2011 (Beschreibung des furchtbaren Lebens von Marie und anderen im 19. Jahrhundert nach Französisch Guayana verbannten armen und kleinkriminellen frz. Frauen, die dort mit männlichen verbannten Kriminellen zu leben haben)
  • Elayoubi, Fatima: Enfin, je peux marcher seule, 2011
  • Sinha, Shumona: Assommons les Pauvres ! (dtsch.: Erschlagt die Armen !), 2011, Roman über ihre Erfahrungen als Mitarbeiterin einer frz. Asylbehörde
  • Maalouf, Amin: Les désorientés, Paris, 2012 (Auswanderung eines Historikers zu Beginn des libanesischen Bürgerkriegs nach Frankreich, seine Verletzungen zwischen zwei Kulturen, gejagt von der Vorstellung einer unmöglichen Rückkehr)
  • Tuil, Karine: L’invention de nos vies, Paris 2013 (dtsch: Die Gierigen, Berlin 2014) (Porträt eines gnadenlosen Aufsteigers aus dem Migrantenmilieu, dessen Karriere als Staranwalt in New York auf der Lüge basiert, seine arabische Herkunft verborgen zu haben und sich stattdessen der Identität seines jüdischen Freundes bedient zu haben – den er 20 Jahre später in Paris wieder trifft…)
  • Fleutiaux, Pierrette: Destiny, Actes Sud 2016 (eine weiße französische Großmutter begegnet einer schwarzen jungen Schwangeren, die als Flüchtling aus Nigeria kam und sich „Destiny“ nennt – hilfsbereit die eine, verzweifelt die andere, entwickelt sich – bar jeden Kitsches – eine von großer Humanität geprägte Beziehung)
  • Portante, Jean: L’architecture des temps instables, Paris 2016 (Roman mit autobiographischen Zügen zum Leben italienischer Migranten in Luxemburg mit grossen und kleinen Tragödien in und zwischen den Kriegszeiten des 20.Jh.)
  • Ombasic, Maya: Mostarghia, 2016 (erzählt von der Kindheit der heute in Kanada lebenden Autorin im früheren Jugoslawien ab 1991 und beschreibt die Geschichte der Familie als Flüchtlinge, es ist die Historie jenes Landes durch die Augen ihrer Familie)
  • Madjidi, Maryam: Marx et la Poupée, Paris 2017 (Autobiografischer Roman einer Franko-Iranerin, die als Kind kommunistischer Eltern im Iran aufwächst und in Revolutionszeiten nach schlimmen Repressionserfahrungen mit ihren Eltern im Alter von 5 Jahren das Land verlässt und als Erwachsene in Frankreich ihre ganz eigene Sprache findet)
  • Lê, Linda: Héroïnes, Paris 2017 (Roman über zwei in Frankreich lebende vietnamesischstämmige Frauen, die per E-Mail über Fragen der Kunst, die Liebe, die Revolution und das Exil kommunizieren, ohne sich je begegnet zu sein)

d) weitere Sprachen

  • Tanach: Sefer Schemot (ספר שמות), was im hebräischen Original „Buch der Namen“ bedeutet, wurde später als „Exodus“ (vom griech. Eξοδος  = Exodus„ Auszug“) zum 2. Buch Mose in der Bibel. Das 250 v. Chr. endgültig fertiggestellte Buch beschreibt den von Moses geleiteten Auszug der Israeliten aus der Sklaverei unter ägyptischer Herrschaft
  • Blixen, Karen: Out of Africa/Den afrikanske farm (dtsch.: Afrika, dunkel lockende Welt, auch: Jenseits von Afrika), 1937 (autobiografischer Roman über ihre Heirat mit ihrem Cousin Baron Bror von Blixen-Finecke und die auswanderung 1913 nach Kenia)
  • Samuel Joseph Agnon: Gestern, vorgestern, 1945, dt. 1969, Roman, der das Scheitern eines galizischen Einwanderers in Palästina zwischen 1907 und 1913 zum Thema hat, aber auch vom Holocaust und dessen Ende beeinflusst ist
  • George Tabori: Flucht nach Ägypten, Uraufführung 1953 (Ägypten nach dem Zweiten Weltkrieg; Eine Familie aus Wien wartet im Hotel auf ihr Visum nach Amerika – Emigranten in einem Schwebezustand zwischen dem Grauen von gestern und der Hoffnung auf morgen. Hier trifft der Orient auf den Westen. Das Hotel ist bevölkert von Misstrauen, Habgier und Geilheit. In seiner schäbigen orientalischen Eleganz erfüllt sich das Schicksal der Familie)
  • Salich, Tajjib: Mausim al higra ila s-simal, 1969 (dt.: Zeit der Nordwanderung, Lenos Verlag Basel, 2001)
  • Mrozeck, Slavomir: Emigranci, 1974 (dt. aus dem Polnischen: Emigranten, Berlin, Henschel 1975)
  • Fayad, Luis: Los parientes de Ester, 1978 (dt.: Auskunft über Esters Verwandte, Bornheim-Merten 1987)
  • Mankell, Henning: Mörder ohne Gesicht, Schweden 1991 (in Kommissar Wallanders erstem Fall geht es um einen Mord an einem Bauernehepaar, dessen Täter zunächst unter Asylbewerbern gesucht wird)
  • Nasser, Raduan: Lavoura Arcaica, 1975 (dt.: Das Brot des Patriarchen, Frankfurt/Main 2004)
  • Hoeg, Peter: Fraulein Smillas Gespür für Schnee, 1992 im dänischen Original: Frøken Smillas fornemmelse for sne; deutsch beim Carl Hanser Verlag, München/ Wien, 1994 (Literarischer Thriller um Smilla, die Tochter einer Inuit und eines Dänen und arbeitslose Mathematikerin; der Mord an einem Jungen grönländ. Abstammung ist Ausgangspunkt einer spannungsreichen Geschichte, in der Smilla von der Jägerin bald zur Gejagten wird)
  • Hatoum, Milton: Relato dum Carto Oriente, 1989 (dt.: Emilie oder Tod in Manaus, 1992)
  • Khalifa, Sahar: Das Erbe, Unionsverlag, Zürich, 1992
  • Doulatabadi, Mahmoud: Die Reise, Unionsverlag, Zürich, 1992 (im bitterarmen Leben von Chatum, dessen Mann vor Jahren als Arbeitsmigrant in die Golfstaaten ging, taucht ein neuer Mann auf)
  • Hatoum, Milton: Dois Irmaos, 2000 (dt.: Zwei Brüder, Frankfurt/Main 2002)
  • Adnan, Etel: Sonne zergeht auf der Zunge, Ed. Nautilus, 2004
  • Adnan, Etel: Im Herzen des Herzens eines anderen Landes, Suhrkamp, Frankfurt/Main 2004
  • Taufiq, Suleman: Warten, Lisan Verlag, Basel 2005
  • Cufaj, Beqe: Der Glanz der Fremde, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2005 Roman über zwei kosovo-albanische Männer, die sich nach Stuttgart träumen und dort in einer Parallelwelt eintauchen, deren Befangenheit in den Ehren-, Gewalt- und (ja) Dummheitskodex der albanischen Stammesgesellschaft sie der durchaus vorhandenen Integrationschancen beraubt)
  • Edwars, Jorge: Der Ursprung der Welt, Wagenbach, Berlin 2005 (Roman über Liebe und Intrigen der Exilchilenen in Paris)
  • Edgardo Cozatinsky: Die Braut aus Odessa (aus dem argent. Spanisch von Sabine Giersberg), Quartbuch/ Wagenbach Verlag, Berlin 2005 (sieben Erzählungen über Emigranten im 20. Jh, ihre Spuren führen von Odessa nach Buenos Aires, von Wien und Budapest nach Lissabon und Paris)
  • Adnan, Etel: Von Frauen und Städten, Ed. Nautilus, Hamburg, 2006
  • Terzani, Tiziano: La fine è il mio inizio, Verlag Longanesi, Mailand 2006 (dt.: Das Ende ist mein Anfang, DVA, München 2006)
  • Abdolah, Kader: Die geheime Schrift, dtv München 2007 (Original: Spijkerschrift, Verlag de Geus, Breda 2000) (ausgewanderter Iraner macht sich aufgrund eines Papiers seines Vaters auf die Suche nach der Heimat)
  • Gundar-Goshen, Ayelet: Laila echad, Markowitz, 2011 (dtsch. 2013: Eine Nacht, Markowitz), (Roman aus den Gründungsjahren Israels, mit diversen Persönlichkeiten, die nach Europa gehen, um per Heirat Juden zu retten, zurückkehren und wieder gehen…)
  • Bajani, Andrea: Lorenzos Reise (dt. erschienen bei dtv premium) (Lorenzo und sein Stiefvater warten in Bukarest auf die Rückkehr der ausgewanderten Mutter)
  • Bottini, Oliver: Der kalte Traum, Dumont, Köln 2013 (ein deutscher Abiturient gerät aufgrund seiner kroatischen Herkunft in den jugoslawischen Bürgerkrieg und fällt, 15 Jahre später recherchieren eine Journalistin und ein Geheimdienstagent, ob er eventuell noch lebt – und warum)
  • Günday, Hakan: Daha, Istanbul 2013 (dtsch: Flucht, 2016), (Verstörendes Werk um den jungen Gazâ, der mit 9 Jahren beginnt, seinem Vater Ahad bei der Arbeit zu helfen: Dieser ist Schleuser und Menschenhändler. Gemeinsam nehmen sie die „Ware“ entgegen, lagern sie im „Depot“ im Garten zwischen und transportieren sie dann weiter zur Ägäisküste. Je älter Gazâ wird, umso professioneller geht er vor. Er führt Statistiken, dokumentiert akribisch das Verhalten der Flüchtlinge und stellt anthropologische Studien an. Sein Schicksal scheint sich erst zu wenden, als es zu einem Unfall kommt, bei dem sein Vater stirbt. Tagelang begraben unter einem Berg von Leichen überlebt Gazâ. Er will Anthropologie studieren. Doch auf einmal bricht das Trauma auf. Gazâ ist außerstande, Menschen zu berühren)
  • Mbolela, Emmanuel: Mein Weg vom Kongo nach Europa. Zwischen Widerstand, Flucht und Asyl, Wien 2014 (eindrückliche Schilderung der Flucht, mutig in der Detailtreue, aber auch voller Hoffnung)
  • Backman, Fredrick: En man som heter Ove (dtsch.: Ein Mann namens Ove), 2014 (Tragikomödie rund um Ove, einem einsamen alten Grantler, der jede Gelegenheit nutzt, bei Kontrollgängen in der Nachbarschaft seinen Zorn auf „die Idioten“ um ihn herum heraus zu lassen, die ihren Müll nicht richtig trennen oder falsch parken, was die kontaktfreudige und hochschwangere iranischstämmige Nachbarin Parvaneh nicht daran hindert, ständig bei ihm aufzutauchen – bevorzugt dann, wenn er gerade einen neuen Versuch unternimmt, sich das Leben zu nehmen)
  • Gundar-Goshen, Ayelet: Löwen wecken, Kein & Aber, Zürich 2015 (aus dem Hebräischen) (aufwühlendes Buch über Schuld und Sühne rund um einen Arzt, der in der Wüste einen Eritreer überfährt, Fahrerflucht begeht, zur Sühne aber für dessen Frau kranke illegale Einwanderer mediz. betreuen muss)
  • Bazyar, Shida: „Nachts ist es leise in Teheran“, Köln 2016 (über eine Zeitspanne von drei Jahrzehnten spannender Roman über ein iranisches Flüchtlingsfamilienschicksal in Deutschland, erzählt im Zehnjahresrhythmus der Jahre 1979 bis 2009, jeweils aus der Sicht eines anderen Familienmitglieds)
  • Schenkel, Andrea Maria: „Als die Liebe endlich war“, Hamburg 2016 (Zeit- oder Epochenroman in Form von zwei sehr verschiedenen deutschen Emigrantengeschichten, die zunächst gesondert voneinander erzählt und dann verknüpft werden: zum einen über die Illusionen eines jüdischen Flüchtlings, den es bis Schanghai verschlägt, zum anderen über eine „Engelmacherin“ während der Nazizeit)
  • Floreso, Catalin Dorian: Der Mann, der das Glück bringt, 2016 (Ray und Elena lernen sich in einer dramatischen Nacht in New York kennen. Sie ist eine Fischerstochter aus dem rumänischen Donaudelta, er ein erfolgloser Künstler, der noch an den Durchbruch glaubt. Sie muss die Asche ihrer Mutter nach Amerika bringen, er will erreichen, was sein Großvater für sich erhoffte; in der Familiensaga, die im 19. Jh. beginnt, geht es um die Suche nach Identität und Herkunft)
  • Schmidt, Kathrin: Kapoks Schwestern, 2016 (Roman um die Rolle der Familien Schaechter und Kapok in den 1920er-Jahren, als Juden während der Nazidiktatur, im Exil in Moskau und der DDR, nach Amerika, Kalkutta und ins wiedervereinigte Deutschland)
  • Julya Rabinowich: Dazwischen: Ich, 2016 (facettenreicher Jugendroman um ein 15jähriges Mädchen in einer Flüchtlingsunterkunft, ihr Ankommen dort, ihre Schwierigkeiten und Kämpfe, die Enge, die Ausgrenzungen, Anstrengungen und Erfolge werden aus der Innenperspektive geschildert, zugleich ein Antikriegsbuch)
  • Llach, Lluís: Die Frauen von La Principal (aus dem Katalanischen), Berlin 2016 (Marias Vater geht mit den vier Brüdern nach Barcelona, sie selbst muss bleiben und das verwalten, was nach dem Sommer 1893 vom Weingut La Principal übrig ist – für sie die Enttäuschung ihres Lebens, doch dann verwandelt sie LA Principal wieder in das bedeutende Anwesen von damals)
  • Hasbún, Rodrigo: Die Affekte (aus dem Spanischen, dtsch. 2017), (der exzentrische Hans Ertl,  einst Riefenstahls erster Kameramann und Rommels „Leibphotograph“ ist im Nachkriegsmünchen verfemt, so geht er in den 1950er-Jahren mit Frau und drei Töchtern nach Bolivien, doch ist auch das neue Leben reich an Spannungen, und für eine Expedition zu einer Inkastadt muss die ganze Familie einen hohen Preis zahlen, v.a. Tochter Monika scheint jeden Halt zu verlieren. Was als persönliche Sinnkrise beginnt, wird zu ihrer politischen Radikalisierung führen und sie im Kampf gegen die Militärdiktatur zu immer extremeren Maßnahmen treiben)
  • Kalisa, Karin: Sungs Laden, Droemer/Knaur 2017 (ausgehend vom kleinen vietnamesischen Laden des studierten Archäologen Sung nimmt eine Völkerverständigung der ganz eigenen Art ihren Lauf, Urberliner und Nachkommen der vietnamesischen Vertragsarbeiter verbünden sich in einer spielerischen Alltagsrevolution – mit exotischem Gemüse, das auf Brachflächen gepflanzt wird un deiner Großmutter, die mit einer Holzpuppe ihr Publikum verzaubert)

Ausgewählte Belletristik zu Migrationsthemen © Ekkehart Schmidt

2 Kommentare
  1. Eine aufwändige und spannende Zusammenstellung, danke für Deine Arbeit. Grüße.

    • Danke! Ich habe das vor gut zehn Jahren begonnen und kontinuierlich ergänzt. Beste Grüße

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: